Forum: Kultur
Politisches Engagement: Perfekt kann man immer noch werden
Jim Urquhart/ REUTERS

Einzelne wie Greta Thunberg verkörpern Bewegungen - doch die Konzentration auf ihre Eigenschaften lenkt von Inhalten ab und hemmt andere in ihrem Engagement. Dabei muss man nicht perfekt sein, um politisch zu handeln.

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haresu 08.10.2019, 16:57
10. Erstaunlich naiv

Mit dem Hype wächst die Hürde? Natürlich! Und genau deshalb wird gehypt. Damit die Hürde gerissen wird. Es ist sehr schwer zu trennen was in dieser Frage wirklich von innen kommt und was nur von aussen. Die Frage, woher die Ansprüche an Vorbilder und die Ansprüche an sich selber eigentlich kommen, sollte man sich jedenfalls möglichst oft stellen. Man muss nicht irgendwie sein, auch nicht konsequent. Widerspruchsfreies Leben gibt es nicht, wer das behauptet oder fordert ist entweder dumm oder absichtlich destruktiv. Das dient zur Verhinderung von Veränderungen. Man soll sich ernsthaft bemühen, das reicht völlig.

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Mehrleser 08.10.2019, 16:59
11. Glaubwürdigkeit

Immer, wenn jemand von (vielen) anderen Menschen eine (neue) Verhaltensweise fordert, muss sich dieser jemand an seiner eigenen Forderung messen lassen. Ansonsten war es das mit der Glaubwürdigkeit.

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Schartin Mulz 08.10.2019, 17:04
12. Wenn man

das Unperfektsein im einen Fall (da, wo man die Meinung des/der Unperfekten teilt), als gut empfindet, kannamn aber nicht andererseits Menschen, deren Meinung man nicht teilt, deren Unperfektsein um die Ohren hauen.
Da macht man sich unglaubwürdig.

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k70-ingo 08.10.2019, 17:17
13. Ein Rollenklischee, welches die Autorin nicht hören mag

- aber mein erster Gedanke beim Lesen dieses Textes war
"Typisch Frau!"

Weil die Autorin sich an Äußerlichkeiten hochzieht und obendrein meint, daß man sich bei der Entscheidung, politisch oder gesellschaftlich zu betätigen, nach dem äußerlichen Erscheinungsbild der bekanntesten Protagonisten orientiert.

Das ist kompletter Mumpitz. Jedenfalls bei mir und meinen politischen Mitstreitern (m/w). Wir engagieren uns, weil wir das wollen und weil uns einige Themen wichtig sind, nicht die Gallionsfiguren.

Und Hemmungen gegenüber politischen Altvorderen und Platzhirschen sind nicht minder unsinnig - die kochen auch nur mit Wasser. Und backen allzu oft erschütternd kleine Brötchen.

Nein, das hat alles nicht zu interessieren - einfach mit breiter Brust und überbordenem Selbstbewußtsein sich ins politische Getümmel werfen.
Keine Sorge, das klappt besser als erwartet - wie wir es gerade vor wenigen Tagen zu unserer großen Verblüffung erst selbst erlebt haben.
Also nicht verzagen - es ist möglich, aus dem Stand die Lufthoheit über den örtlichen Stammtischen zu erlangen.

Der einzige Nachteil einer derartigen Ad-hoc-Präsenz in den Lokalmedien und als Dorfgespräch ist die dadurch geweckte Erwartungshaltung.
Um die nicht zu enttäuschen, muß man eine gewisse Schlagzahl beibehalten.

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proffessor_hugo 08.10.2019, 17:19
14.

Greta T. mag ja alles mögliche haben oder nicht.
Das Asperger-Syndrom bestimmt NICHT.

Menschen mit diesem "Syndrom" können sehr gut Muster, Strukturen, Zusammenhänge erkennen. Meist brachten sie sich das Lesen um den vierten Geburtstag ohne fremde Hilfe bei.... Es fällt ihnen andererseits schwer Emotionen zu zeigen oder zu erkennen, beurteilen alles rational. Vermutlich waren viele als Exentriker verschriene Naturwissenschaftler partiell Asperger-Leute....

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cave68 08.10.2019, 17:20
15. Werte Frau Stokowski

ganz davon abgesehen,dass es so langsam oberpeinlich wird dass sie hier (egal um welches auch noch so entfernte Thema es sich handelt)permanent und verkrampft versuchen immer wieder den Übergang zum leidigen Thema Feminismus zu bringen---sei ihnen gesagt,dass es doch eben Greta ist,die uns mit Anschuldigungen überhäuft hat ,als hätten wir absichtlich eine Erwärmung von bisher 1 Grad Celsius verursacht also im Endeffekt uns mangelnden Perfektionismus vorgeworfen.
Und wenn hier jemand uns (oder auch den Politikern) solch einen Unfug an den Kopf wirft als wäre es ein Kinderspiel beispielsweise eine Energiewende zu vollziehen oder auch seinen Footprint massiv zu reduzieren...man müsse es nur wollen,dann muss man eben demjenigen auch widersprechen und in dem Fall auch zeigen,dass er Unrecht hat.
Etwas anderes wird hier eigentlich gar nicht gemacht.Wie es in den Wald hineinschallt so schallt es hinaus...das gilt auch für ein minderjähriges Mädchen.
So ganz nebenbei:Wenn man es dann so extrem fertigbringt wie es eine Luisa Neubauer gemacht hat,macht man sich nicht nur unglaubwürdig sondern auch überflüssig.
Gut gemeint ist eben NICHT immer auch gut gemacht....ganz im Gegenteil....

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quark2@mailinator.com 08.10.2019, 17:23
16.

Faszinierende Einstellung ... Zunächst eine Korrektur: "perfekt" ist niemand, d.h. wenn nur perfekte Menschen politisch handeln dürften, gäbe es keine Politik. Aber hier wird dazu motiviert, auch dann politisch aktiv zu werden, wenn man vom Ideal ziemlich weit entfernt ist. Probieren wir die Logik mal am Bau eines Kernkraftwerks. Ich würde es vorziehen, wenn möglichst wenige (aber nicht weniger als nötig), möglichst kompetente Menschen ganz in Ruhe so einen Bau planen und dann umsetzen und andere das dann abnehmen. Was ich nicht brauchen würde, wäre eine Unmenge halbkompetenter Menschen, die glauben, sich unbedingt einmischen zu müssen. Nun ist Politik natürlich an vielen Stellen etwas anderes. Demokratie erfordert die Mitarbeit des mündigen Bürgers. Aber es gibt eine Gemeinsamkeit mit meinem Beispiel - es geht um komplexe Zusammenhänge mit großen Folgen auf ökonomischem Gebiet und vor allem auf dem Gebiet möglicher Bedrohungen. Wenn man komplexe Probleme angehen will, dann sicher besser in ruhiger und möglichst verständiger Weise. Bei so einer Art Ansturm des Volkes kann die Politik mMn. nur zu populistischen Schnellschüssen führen. Einfach "jetzt alle mitmachen" ist keine Lösung. Besser wäre, wenn zunächst mal eine Lernphase und der Erwerb von Sozialer Kompetenz vorgeschaltet würde. Wenn ich den Tonfall hier im Forum ansehe ... Ein wütender Mob mit einem einfachen Ziel hat wohl selten zu guten Lösungen geführt.

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joe_guglielmo 08.10.2019, 17:24
17. Der Anspruch an messianischen Perfektionismus

den wir häufig Politikern entgegenschleudern ist doch zutiefst undemokratisch!

Unsere Politiker sind nicht als Aristokraten von Gott legitimiert und gesandt, sie kommen aus unseren Reihen!

Und wer an sich und andere zu hohe -insbesondere moralische- Ansprüche stellt, handelt eben undemokratisch, wer sich mehr an den Personen abarbeiten will als an der mühseligen Politik, ließt aber eh lieber das goldene Blatt als den Spiegel.........oder?

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ackermart 08.10.2019, 17:28
18. Perfekt muss man dafür gewiss nicht sein ...

, aber perfekte Widersprüche sollte man doch wohl auch nicht so offensichtlich machen, wenn etwa die besondere und syndromtypische Emotionsretardiertheit mit einer Hyperemotionalität bei weltöffentlicher Rede alterniert. Denn dann fällt es schwer, bei der elterlichen und großelterlichen Schauspielerbiografie nicht an die perfekte Inszeniertheit solcher Auftritte zu glauben.

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im_ernst_56 08.10.2019, 17:29
19.

Wir leben in einer Zeit des Moralisierens. Und da gilt die einfache Gleichung: Je höher jemand die moralische Messlatte hängt, um so eher wird er/sie an ihr gemessen. Man kann es auch das Luftballon-Prinzip nennen: Je mehr sich jemand (moralisch) aufbläst, um so größer ist die Provokation hineinzustechen, um so größer ist der Knall. Im übrigen sollte man gelegentlich darauf hinweisen, dass es die Medien waren, die Greta Thunberg zu dem gemacht haben, was sie ist.

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