Forum: Kultur
Politisches Engagement: Perfekt kann man immer noch werden
Jim Urquhart/ REUTERS

Einzelne wie Greta Thunberg verkörpern Bewegungen - doch die Konzentration auf ihre Eigenschaften lenkt von Inhalten ab und hemmt andere in ihrem Engagement. Dabei muss man nicht perfekt sein, um politisch zu handeln.

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kh.frey 09.10.2019, 00:00
60. Nachtigall ich hör Dir trapsen

Das ist wohl die Rechtfertigungskolumne von Stokowski. Gut bürgerlich in Wohlstand aufgewachsen.
Alles zu haben. Trotzdem links und grün.
Man kann alles haben und kaufen und trotzdem linksgrün sein. Niemand ist ja perfekt.

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Great White Buffaloo 09.10.2019, 00:02
61.

Zitat von haresu
Mit dem Hype wächst die Hürde? Natürlich! Und genau deshalb wird gehypt. Damit die Hürde gerissen wird. Es ist sehr schwer zu trennen was in dieser Frage wirklich von innen kommt und was nur von aussen. Die Frage, woher die Ansprüche an Vorbilder und die Ansprüche an sich selber eigentlich kommen, sollte man sich jedenfalls möglichst oft stellen. Man muss nicht irgendwie sein, auch nicht konsequent. Widerspruchsfreies Leben gibt es nicht, wer das behauptet oder fordert ist entweder dumm oder absichtlich destruktiv. Das dient zur Verhinderung von Veränderungen. Man soll sich ernsthaft bemühen, das reicht völlig.
Veränderungen dürfen aber nicht zum Selbstzweck verkommen. Sozusagen, Veränderung auf Teufel komm raus. Veränderungen sollten klar definiert und begründet werden, die Vor- und Nachteile klar kommuniziert, der Hintergrund ideologiefrei.

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flywheel 09.10.2019, 00:09
62. Alles Populisten!

Politisches Engagement

Perfekt kann man immer noch werden
Eine dämliche Überschrift.
Das denken alle Wähler von Populisten, diese selbst natürlich selbst auch. Wie Erdogan, Johnson, Trump. Andere Populisten sind momentan ja nicht mehr präsent und haben sich dadurch in Frage gestellt.

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Great White Buffaloo 09.10.2019, 00:15
63.

Zitat von fpa
Um Gottes Willen. Die "von rechts" darf man eben nicht ignorieren, wenn sie Greta (und damit auch andere menschen mit Asperger - in Deutschland bis zu 400.000 Personen) pauschal als "krank". Denn wie sie gedenken, mit Menschen, die anders sind, sich (auch nicht mit Gewalt) in ihre Schablonen pressen lassen, haben sie vor zwei Generationen nur zu deutlich gezeigt. Wehret den Anfängen! Individualität als Chance begreifen und nicht als Defizit. Inklusion als zwingende Aufgabe von Menschlichkeit. Das ist nicht ihre Welt, sondern unsere. Und wenn wir diese bewahren wollen, dann dürfen wir eben nicht kleinlaut "den Schwanz einziehen", sondern unsere Art zu leben in Wort und Tat sichtbar gestalten. Zitat von Gretas Eltern: "Jemand muss von dem Schulsystem erzählen, in dem einer von vier Schülern auf der Strecke bleibt. … Von Kindern mit Autismus, die auf eine Schule gehen müssen, in der 82% von ihnen gemobbt werden. … Von den Zusammenhängen von Autismus und Depression und Kindern, die sich das leben nehmen. … Und von der bodenlosen Trauer über all die Kindheiten, die unwiederbringlich verlorengehen, weil wir in einer Gesellschaft leben, die jeden Tag immer weniger Menschen integriert. Einer Gesellschaft, der wir uns mit aller Macht anzupassen versuchen, und nein, man muss keine neuropsychiatrische Erkrankung haben, um all das kranke ringst um uns zu sehen. Fest steht: Manchmal ist das gesündeste, was ein Mensch tun kann, kaputtzugehen. Das Problem ist, dass es auf lange Sicht nicht hilft. Aus diesem Grund geben wir nicht auf."
Einer Minderheit anzugehören, muss nicht unbedingt zur Folge haben, der Mehrheit überlegen zu sein.

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Great White Buffaloo 09.10.2019, 00:19
64.

Zitat von Actionscript
... um seine Message anderen glaubwürdig zu vermitteln ...
Das ist Egoismus in Reinform, wenn bald jeder glaubt "seine" Message sei wichtig. Und "glaubwürdig vermitteln"? Gehts um Inhalt oder Form? Langsam alles Fassade ...

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Great White Buffaloo 09.10.2019, 00:36
65.

Zitat von fpa
hat nur den Gedanken konsequent zu Ende gedacht, vor dem wir scheuen wie ein Pferd vor dem Hindernis: In Sachen Klima ist es eben nicht etwa 5 vor 12, sondern bereits 5 nach 12, oder sogar noch später. Unser Problem ist, das CO2 ist ein Gas und mit unseren Sinnen kaum wahrnehmbar. Machen wir die Probe aufs Exempel, z.B. an meinem (nicht plug-in) Hybrid. Der hat immer noch einen durchschnittlichen Verbrauch von 5l Benzin auf 100km. Das sind 13 kg CO2 auf 100km, bzw. 1,3 kg auf 10 km, oder 130 g auf 1 Km. D.h. wäre CO2 ein Feststoff wie eine Tafel Schokolade, dann würde ich - und nicht nur ich, sondern jeder Autofahrer - auf jeder Fahrt etwa alle 750m eine Tafel Schokolade aus dem Fenster werfen. Und nun stelle man sich vor, CO2 wäre eine klebrige Sauce wir Teer. Schon nach einem einzigen Tag kämen wir auf unseren Strassen nicht mehr voran, vor lauter Schmiere. Diese Schmiere einzuschränken, würde jeder sofort zustimmen. Nur leider ist CO2 eben ein Gas, das man nicht sieht. Und in der Menge liegt der nächste unsichtbare Irrtum. Bei der Verbrennung von Benzin werden letztlich Kohlenwasserstoffverbindungen aufgebrochen, und der Wasserstoff (H) durch Sauerstoff (O2) ersetzt, welcher ungleich schwerer ist als H. Die Folge: An Masse bzw. gewichtsmäßig kommt 2,5 mal soviel aus dem Auspuff heraus als wir als Treibstoff in den Tank eingefüllt haben. 1 Liter CO2 wiegt knapp 2 g. Obige 130 g pro km fassen also 65 Liter, also pro Kilometer knapp eine Badewanne voll. Ja man stelle sich vor, dies sei jetzt eine glibberige Masse … Ach ja, aber die Erde ist ja so gross, da ist ja so unendlich viel Platz! … Wirklich? Eine Menschenkette aller Deutschen ginge 2 x um die ganze Erde. Eine Kette aller Einwohner der EU knapp bis zum Mond. Und wir Europäer sind nicht einmal 1/10 der heutigen Erdbevölkerung. Aber für uns Deutsche gilt "freie Fahrt für freie Bürger". Aber für 9/10 der restlichen Welt nicht. Oh. Gehen wir in unserem Selbstverständnis etwa schon wieder in Richtung "Herrenmenschen"? Wenn die Menschheit überleben will, muss man handeln, dann muss man handeln. Und zwar nicht morgen, sondern jetzt. Greta hat in all ihren Punkten recht. Und das schmerzt. Ja selbst mich, einen Naturwissenschaftler, der ihre Ansichten teilt … aber dennoch lieber mit dem Auto das 1 km zum Einkaufen fährt statt zu Fuss geht, oder dem der Sommerurlaub auf einer griechischen Insel einfach nur gut tut.
Sie mögen Wissenschaftler sein, aber mit Sicherheit(!) nicht im MINT Umfeld, denn dann würden sie hier nicht Äpfel mit Birnen mit Kartoffeln mit Kirschen, und einiges mehr, verwechseln.

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hausfeen 09.10.2019, 01:35
66. Niemand aus der Klimabewegung konzentriert sich auf Greta. Das ...

... tun ausschließlich die Gegner von notwendigen Änderungen im ökologischen Systeme. Die Reaktion benötigte schon immer ihren Rädelsführer, heute gar eine *in mit Asperger-Syndrom. Die Hater im Forum haben fast alle bei Dieter Nuhr abgeschrieben, der Donnerstag für Donnerstag auf seinem "Schwarzen Kanal" die Matrizen liefert.

Greta ist nur eine auffällige Einzelperson und mit einer sympathischen, realistischen, ja auch wütenden Ausrägung des Autismus.

Wir XRler wünschen ihr alles Gute und noch lange Zeit der Aktivitäten. Aber wir gehen, wie auch die FFF-Kids unseren eigenen selbstbestimmten Weg.

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chainso 09.10.2019, 04:46
67. das gegenteil des alten, weissen mannes

dürfte die junge, bunte frau sein. nur fehlt es letzterer am
selbstbewusstsein des alten weissen mannes.
das ärgert margarethe natürlich, dagegen schreibt sie an.
was aber letztendlich nichts anderes ist als das pfeifen
im dunklen wald.

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Donnerklang 09.10.2019, 06:16
68. Fehlschlüsse

Zitat von spon-1271334619350
Ich kann die ausgedehnte Lektüre unter https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_fallacies jedenfalls nur empfehlen. Ein ähnlich umfangreiches Äquivalent in der deutschen Wikipedia fehlt leider.
Sehe ich ähnlich, aber die Liste gibt es auch im deutschen wiki:
https://de.wikipedia.org/wiki/Fehlschluss

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mirkoklaus 09.10.2019, 07:33
69. Inhaltlich schlüssig und nachvollziehbar

Gerade weil wir heute noch schneller negativ urteilen wenn jemand seinen eigenen (politischen) Ansichten nicht zu 100% entspricht legt dies die persönliche Hürde für entsprechendes Engagement noch höher. Das ist insofern kritisch, weil es viele Menschen bereits davon abhält im kleinen Dinge zu tun, weil diese ‚Widersprüchlichkeiten (‚macht jetzt auf grün weil er nur noch mit der Bahn in den Urlaub fährt, hat aber einen SUV‘) schon im kleinen kritisiert werden.
Das zu seinen Fehlern stehen aber trotzdem für Überzeugungen einstehen darf am Ende nur nicht in ‚Wasser predigen, nur Wein saufen‘ enden.

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