Forum: Kultur
Polizeieinsatz im Stuttgarter Landtag: Kryptonit für die AfD
DPA

Die AfD in Baden-Württemberg hat es schwer: Sie muss damit klarkommen, dass die Landtagspräsidentin eine Frau mit anatolischen Wurzeln ist - und nicht zimperlich mit rechten Störenfrieden.

Seite 24 von 24
Galgenstein 16.12.2018, 15:20
230. Hart im Austeilen, wehleidig im Einstecken

so könnte man die Debattenkultur der AfD zusammenfassen. Man darf beleidigen, unterstellen, verunglimpfen etc. Solange es gegen andere Parteien geht, ist alles erlaubt. Aber wehe diese wehren sich gegen Beleidigungen, Unterstellungen, Verunglimpfungen schon schwingt die AfD das große Wort von der Unterdrückung der Meinungsfreiheit, der bösen Systempresse, die über vorher und nachher berichtet und überhaupt diesen unerträglichen Zustand wo man immer noch nicht (wieder) sagen darf, was vor 80 Jahren gang und gäbe war. Welch unerträgliches Leid muss diese Menschen überkommen, wenn sie dies nicht offen aussprechen dürfen.
Lustig in diesem Zusammenhang Kommentare wie "Ich bin keine Anhänger der AfD, aber ....", "Hab noch niemals AfD gewählt, aber .....", "Die AfD gäbe es gar nicht, wenn...".

Beitrag melden
Klaugschieter 16.12.2018, 15:47
231. Nebenwirkung

Dass die Demokratie auch dazu führen kann, dass Leute gewählt werden, die mit Demokratie eigentlich nichts am Hut haben, ist eine Nebenwirkung, die wir als Demokraten zu ertragen haben.
Nicht aber ertragen müssen wir das undemokratische Verhalten dieser als Alternative absolut untauglichen und gesellschaftsfeindlichen Politrowdies.
Das Beispiel im Stuttgarter Landtag hat gezeigt, wie wichtig und richtig es ist, dass echte Demokraten zusammenhalten.
Wichtig aber ist es, auch den Wählern immer wieder vor Augen zu führen, wessen schlimmen Geistes Kind diese Armleuchter sind.

Eine Zeit lang waren die Medien hierzulande vorsichtig, wenn es darum ging, die AfD einzuordnen. Diese Phase des Anbiederns an diese Partei hat der Gesellschaft geschadet. Zum Glück trauen sich heute immer mehr Journalisten die AfD ganz klar als das zu bezeichnen, was sie ist, eine Partei der Rechtspopulisten, die eine sehr kurze Nähe zum Nationalsozialismus hat.
Und genau das muss man den Wählern sagen: Wer AfD wählt, der wählt eine nazinahe Partei.
Noch immer heißt es in Talkshows, man wolle die Wähler der AfD nicht automatisch in die rechte Ecke stellen.
Aber in welcher Ecke stehen sie dann? Links oder in der Mitte ganz gewiss nicht. Und weil ich der Meinung bin, dass man als Wähler Verantwortung trägt und jeder vor der Stimmabgabe das Recht und die Möglichkeit hat, sich umfassend zu informieren, sollte es nun, da die Rechtspopulisten im Bundestag und in allen Landtagen sitzen und immer wieder durch nazinahe Propaganda auffallen,
künftig keinen Welpenschutz mehr für AfD-Wähler geben.

Wer AfD wählt, nimmt billigend in Kauf, dass Leute an die Macht kommen können, die mit dem Nationalsozialismus sympathisieren.
Deshalb stufe ich auch AfD-Wähler als Nazifreunde ein. Basta!

Beitrag melden
kaffeepause9h30 16.12.2018, 15:52
232. Mimimi...

Zitat von alice-b
....irgendwie wird hier mit zweierlei Maß gejubelt. Die SPD kam in den 50 -70er Jahre auch mit keinem CDU Bundestagpäsitenden klar Wehner, der für seine Zwischenrufe die oft unter die Gürtellinie gingen niemals des Hauses verwiesen. Dies wurde zu dieser Zeit als Streitkultur verbucht. Ja, so lebendig der Bundestag in Bonn war, vermisse ich ihn in Berlin.
Früher war auch noch Demokratie. Da hatten wir Meinungsfreiheit und durften einander aussprechen was uns nicht passt. Heute buhlen ein halbes Duzend Parteien um die Gunst unterschiedlichster Gesellschaftsgruppen, von denen jede einzelne Gruppe wiederum über einen gesonderten Opferstatus verfügt. Eine Schneeflöckchen-gesellschaft, die nur noch Ablasszettel dafür sammelt, um die nächsthöhere Stufe der Erleuchtung zu erlangen, wenn KGE ihre Prenzlauer-Bergpredigt hält. Mimimi...

Beitrag melden
Clara77 16.12.2018, 15:55
233.

Ich glaube ehrlich gesagt eher, dass dieses "Zusammenstehen der Demokraten gegen die AfD" ein Holzweg ist. Allerdings einer der sich mit einer Wucht durchsetzt, die schon erstaunlich ist.
Immer häufiger liest man diese Deutungen, dass eine super-bunte-Wunder-Demokratie gegen die böse alt-weiß-deutsche AfD zusammenhalten müsste. Nur das ist eine ganz merkwürdige Interpretation.
In Wirklichkeit ist die deutsche Demokratie weiß-west-deutsch-männlich, geprägt von Leuten wie Adenauer und Willy Brandt. Auch gibt es nicht die super funktionierende Wunder-Bunt-Gesellschaft. Es mag sie zeitweise geben, aber man kann nun wirklich nicht so tun, als gäbe es keine Probleme mit Einwanderung. Deutschland ist übrigens auf einer kulturellen Ebene auch nicht multi-ethnisch. Dann müssten wir wirklich islamische Einflüsse haben, daraus das etwas "halt da" ist, folgt nicht, dass es kulturell prägend ist.
Man hat aber zunehmend den Eindruck, dass gerade in der Regierung Merkel das System sich wirklich wandelt aber nicht in Richtung Demokratie. Dieses geschlossene Pöbeln gegen Leute mit der falschen Meinungen, demonstratives Inszenieren "bunter" Siege und auch das Niederschreien von Leuten, die reale Probleme ansprechen, hat eher sozialistische Züge.
Man ist zunehmend skeptisch, was da mal für ein System rauskommen wird.

Beitrag melden
frank2013 16.12.2018, 16:01
234. Neandiausdemtal #221 Ihre Sprache heizt die Debatte mit an

Ich schließe mich der Einschätzung von kfp # 207 hier im Forum voll an. Diese Art der Kommentierung von Frau Ataman führt uns nicht weiter, zumal ihre Nähe zur Politik (Auftreten mit Merkel) mir grundsätzlich verdächtig ist und ich möglichst objektiv über Fakten im klassischen angloamerikanischen Stil informiert werden, selber meine Schlüsse ziehen und Journalisten nicht in der Rolle von Agitatoren sehen möchte. Mich ödet die grassierende oberpädagogische, pseudoaufklärerische Kommentierungskrankheit im deutschen Journalismus schon lange an. Er zeigt den Bedeutungsverlust und Krise des Journalismus als vierte Gewalt und als Gatekeeper der öffentlichen Meinung und die gefährliche Nähe zur Regierungspolitik auf. Und nun zu Ihrem Kommentar von Neandiausdemtal 221. hier im Forum. Ich weiß warum ich eine bewusste Äquidistanz zu Leuten wie Ihnen und Ihren Hassobjekten halte. Sie ordnen sich der sog. guten Seite zu und haben es auch nicht mehr nötig zu argumentieren. Sie grenzen scheinbar auch nicht mehr zwischen besorgten Bürgern mit berechtigten Anliegen und den von Ihnen als Spießbürger und Rassisten apostrophierten Leuten ab und werden genau zum Spiegelbild dessen, was Ihre Gegner sind, zu einem in obrigkeitsstaatlicher, oberlehrerhafter Savonarola-Haltung erstarrter Gegenspießer, ein typischer Deutscher also. In Ihrer Arroganz und dem Gefühl auf der stärkeren Seite zu stehen, verfallen Sie der geistigen Trägheit. Sie begnügen sich mit sozialer Ausgrenzung und Ihre Sprache erinnert mich auch an andere Zeiten (…dass sie wieder in den Löchern verschwinden, aus denen sie vor ein paar Jahren rausgekrochen waren). Und jetzt lassen Sie sich etwas gesagt sein. Im Grunde sind dann fast alle irgendwie Rassisten, auch viele Leute auf der Anti-AfD-Seite. Der fremden- bzw. ausländerfeindliche Reflex wird hier sublimiert und auf den politischen Gegner im eigenen Land übertragen. Die zugezogenen Migranten werden in postkolonialistischer Manier als Projektionsfläche von Leuten wie Ihnen paternalisiert. Ihre Ressentiments sind die andere Seite der Medaille eines Rassisten. Ihre Gegner haben Sie mit Ihrer Attitüde mit geschaffen. Die Sprache ist die am Vorabend eines Bürgerkrieges, wo am Ende keine Worte mehr ausgetauscht werden. Wenn Sie nicht endlich begreifen, dass Sie Teil des Spiels sind, werden Sie bald auf der Straße prügelnden Horden entgegensehen. Ich habe Sie mir bewusst rausgegriffen, weil Sie als Typus genau den Fehler begehen, den viele AfD-Kritiker machen. Statt die Rüpel darunter zu ignorieren und nur auf Sachargumente einzugehen, puschen Sie damit diese Leute und schüchtern im poststalinistischen Stil die anderen ein, die vielleicht ganz berechtigte Anliegen haben. Halten Sie die AfD aus und beobachten Sie die Entwicklung, auch die Grünen hatten in der Anfangsphase diverse Radikale in ihren Reihen, eine Kinderkrankheit junger Parteien (https://heplev.wordpress.com/2013/07/09/die-nazi-wurzeln-der-deutschen-grunen/ ). Ich appelliere daher an alle, die sich angesprochen fühlen sollte, endlich die Emotionalität etwas rauszunehmen und mit dem Florett der Argumente zu kämpfen.

Beitrag melden
Corona17 16.12.2018, 16:07
235. Deutsche Sprache

Zitat von Bananenschale
... Tode Verurteilte, damit andere weiterhin ihren Mehrwert haben. Aus der Zeit zu fallen, heißt zu sterben. Quasi oder quasi nicht. In einer solchen Situationen ist Wahrheit nur eine Funktion von Irgendwas.
Aus der Zeit gefallen zu sein bedeutet so viel wie nicht mehr zeitgemäß oder überkommen sein. Hat nichts mit Tod oder sterben zu tun.

Beitrag melden
widower+2 16.12.2018, 16:10
236. Stimmt!

Zitat von Klaugschieter
Noch immer heißt es in Talkshows, man wolle die Wähler der AfD nicht automatisch in die rechte Ecke stellen. Aber in welcher Ecke stehen sie dann? Links oder in der Mitte ganz gewiss nicht.
Dazu sollte man noch betonen, dass es gar nicht nötig ist, AfD-Wähler oder -Sympathisanten "in die rechte Ecke zu stellen". Diese haben sich nämlich durch ihr Wahlverhalten oder ihre Sympathiebekundungen völlig freiwillig in diese Ecke begeben. Die muss man da gar nicht hinstellen.

Ich finde es immer wieder bemitleidenswert, dass diese Leute nicht die "Eier" haben, wenigstens zuzugeben, dass sie rechts sind, oder zu sehr intellektuell herausgefordert, zu erkennen, dass sie (ultra-)rechte Positionen vertreten.

Ich bin links und stolz darauf!

Beitrag melden
Corona17 16.12.2018, 16:12
237.

Zitat von kfp
Ich bin ebenfalls kein AfD-Wähler (ziemlich genaues Gegenteil davon), aber kann Valis nur zustimmen: Dieser "Artikel" ist auch als "Kommentar" ziemlich grottig und spielt der AfD-Anhängerschaft damit voll in die Hände. Denn auch einem Kommentar tut eine gewisse Sachlichkeit gut, während schwache Argumente, leerer gehässiger Pseudo-Sarkasmus wie "Süß", "Überhaupt voll gemein", "Mein herzliches Beileid" und mobbing-initiierende Sprüche ("Uiuiui, da will es einer aber wissen.", es "motzen die einsamen Vertreter"...) die Autorin selbst disqualifizieren... Und anstatt diesen Vorfall zu nutzen um aufzuzeigen, wie die AfD sich selbst hier durch kindisches Benehmen aus dem Saal gekegelt hat, klingt es jetzt danach, dass hier alle - die Autorin, die zu zustimmendem Mitnicken quasi gezwungenen (da man sonst sicher auch als "Motzer", "süß" o.ä. abqualifiziert wird) Leser und die "etabllierten" Parteien - die "einsamen" AfD-"Revoluzzer" geschlossen ausschließen und mobben... Die sich dann - hier sogar mit guten Argumenten - wieder als Opfer des Establishments inszenieren können. Ein übles Geschmäckl, eine vertane Chance und genau das überheblich-süffisante Benehmen, das der AfD immer wieder neuen Schub verschafft...
Frau Ferdaman hat sehr schön aufgezeigt, wie die AfD sich selbst aus dem Saal gekegelt hat. Somit wird Ihr Beitrag das Geschmäcke nicht los.

Beitrag melden
christoph_schlobies 16.12.2018, 16:53
238.

Mehrfach wurde hier gefordert,Beispiele für positive Leistungen der AfD zu nennen- ja-man will mit einem einzigen zufrieden sein.-
Ein gutes Beispiel kann bei einer Oppositionspartei doch nur eine Forderung sein,die dann später von der Regierung verwirklicht wird. So gut wie alle Änderungen am Asylrecht wurden vorher von der AfD gefordert-wofür sie als menschenfeindliche usw-Partei beschimpft wurde.-
Damit war sie in den entscheidenden Fragen der Gegenwart etwas eher am Ball-das wird hier nicht gern gesehen ..
Das Problem auf Dauer ist aber- etwas was man nicht kommentieren darf,liest der mündige Bürger erst gar nicht.

Beitrag melden
atzel09 16.12.2018, 16:56
239. @201 bran winterfell

Den Spruch den Sie zitieren hat dieser Gedeon (AFD) in Richtung der Präsidentin von sich gegeben. Grauenhaft u. schwer erträglich, da stimme ich zu.
Lesen Sie den Text doch bitte noch einmal. Ich finde die ironische Erwiderung von Frau Ataman treffend und keineswegs herabwürdigend.

Beitrag melden
Seite 24 von 24
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!