Forum: Kultur
"Pop-Kultur"-Festival in Berlin: "Gebt mir Geld, gebt mir Räume"
Roland Owsnitzki/ Votos

Das üppig vom Berliner Senat geförderte "Pop-Kultur"-Festival schafft Raum für tolle Musik und Künstler-Diversität, den der Markt in dieser Dichte nicht bietet. Der Preis dafür? Die Sprache der Regierenden.

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furanku 24.08.2019, 11:16
10.

Ich frage mich bei solchen Veranstaltungen immer, wieso eigentlich dieses meist musikalisch wenig aufregende Geschrammel mit verkopften Texten als "Pop" bezeichnet wird. "Pop" ist doch die Bezeichnung für "Popularmusik" und das was dort geboten wird ist eher das Gegenteil, nämlich typische Nischenmusik. Die korrektere Bezeichnung für diesen Musikstil wäre wohl "Ich wär' so gerne Pop".

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Criticz 24.08.2019, 11:26
11. Ein schmutziger Deal

Kunst zeichnet sich - auch - durch Unabhängigkeit aus.

Was wir hier erleben ist die Korruption der Kunst - durch die Politik, die die ihr genehmen Themen propagiert sehen will. Und KünstlerInnen, die sich kaufen lassen und Geld und die eigene Bevorzugung über Freiheit stellen.

Armselig.

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ach 24.08.2019, 11:38
12.

Zitat von foje1
Es sind nicht nur die Bands , die häufig aus Hamburg kommen. Auch das Konzept ist von der Hansestadt „übernommen“. Das dort beheimatete Reeperbahn Festival hat sich zur weltweit wichtigsten Bühne für junge Bands und unabhängiger Popkultur entwickelt. Da will man in Berlin natürlich auch mitspielen...und wenn es in Berlin zwar an eigenen Ideen mangelt.... Geld um Kultur aus Hamburg ( siehe Theater) zu importieren hat die ansonsten klamme Hauptstadt immer noch genug.
Schön wärs. Pop-Kultur hat kaum Außenwirkung und kaum Nachwuchsbands.

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spmc-12355639674612 24.08.2019, 14:10
13. Steuern in Berlin

Zitat von pd1954
Verschwendung von - nicht in Berlin verdientem- Steuergeld niemand danach, warum es nicht in die üblichen Gründe für „Steuern erhöhen!“ investiert wird - also Bildung, marode Infrastruktur, arme Rentner etc.
Na, ganz so schlimm ist es ja wohl nicht! Die Steuereinnahmen des Bundeslandes und der Stadt Berlin findet man für das Jahr 2018 auf folgender Webseite: https://www.berlin.de/sen/finanzen/steuern/steuereinnahmen/2018/artikel.790089.php
Wie Sie sehen, ist es nicht so, dass in Berlin überhaupt keine Steuereinnahmen entstünden. Schon der Beitrag der Bürger von Bayern und Baden-Württemberg, die für die vielen jedes Jahr in Berlin gekauften Immobilien Grunderwerbssteuer zahlen, ist nicht ganz unbedeutend ... Aber das Berliner Rockhaus wird wahrscheinlich aus den Einnahmen der Vergnügungssteuer finanziert ;-)
Was das Rockhaus jedoch leistet, kann man durchaus als Bildung, weil Kultur bezeichnen. Es muss Ihnen nicht alles gefallen, was dort geschieht, aber wenn wir davon reden, dass Kultur gefördert werden muss (die Musikindustrie ist durchaus auch ein Wirtschaftsfaktor), sollten wir solche Initiativen unbedingt unterstützen, denn letztlich lebt ein Land auch von seiner Kultur und die beschränkt sich nicht auf Beethoven-Klavierkonzerte im Prinzregententheater (wo ich gelegentlich aber auch gerne hingehe).

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FrankDunkel 24.08.2019, 15:32
14.

Popmusik dient einzig und allein dem Zweck, Menschen zu unterhalten und ihnen eine gute Zeit zu verschaffen. Dieses ganze Geschwafel von Gendergerechtigkeit, Haltung beziehen usw. klingt für mich doch sehr nach Sekte oder stalinistischer Kaderpartei.

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spmc-12355639674612 24.08.2019, 16:31
15. Natürlich

Zitat von FrankDunkel
Popmusik dient einzig und allein dem Zweck, Menschen zu unterhalten und ihnen eine gute Zeit zu verschaffen. Dieses ganze Geschwafel von Gendergerechtigkeit, Haltung beziehen usw. klingt für mich doch sehr nach Sekte oder stalinistischer Kaderpartei.
dient Musik nicht nur der reinen Unterhaltung (dazu empfehle ich Ihnen Helene Fischer und Florian Silbereisen), sondern auch dem Transport von Botschaften. Es ist übrigens nett zu beobachten, wie manche Kommentatoren hinter jedem Aspekt moderner Kultur oder vermeintlich linker politischer Ansichten gleich irgendwelche Machenschaften ("Sekte oder stalinistischer Kaderpartei") vermuten. Das ist doch vollkommener Unsinn! Wie viele solche Kulturschaffende kennen Sie persönlich, mit wie vielen haben Sie schon geredet? Die meisten von denen haben sehr vernünftige Ansichten. Klar, links im Sinne von progressiv (also etwas verändern wollen) müssen moderne Künstler immer sein. Davon lebt die Kunst.

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Derwatt 24.08.2019, 18:08
16. Einverstanden - aber ...

Zitat von spmc-12355639674612
dient Musik nicht nur der reinen Unterhaltung (dazu empfehle ich Ihnen Helene Fischer und Florian Silbereisen), sondern auch dem Transport von Botschaften. Es ist übrigens nett zu beobachten, wie manche Kommentatoren hinter jedem Aspekt moderner Kultur oder vermeintlich linker politischer Ansichten gleich irgendwelche Machenschaften ("Sekte oder stalinistischer Kaderpartei") vermuten. Das ist doch vollkommener Unsinn! Wie viele solche Kulturschaffende kennen Sie persönlich, mit wie vielen haben Sie schon geredet? Die meisten von denen haben sehr vernünftige Ansichten. Klar, links im Sinne von progressiv (also etwas verändern wollen) müssen moderne Künstler immer sein. Davon lebt die Kunst.
... Linkspartei und SPD - vor allem in Berlin - mögen vieles sein, progressiv sind sie mit Sicherheit nicht.

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FrankDunkel 24.08.2019, 20:25
17.

Zitat von spmc-12355639674612
dient Musik nicht nur der reinen Unterhaltung (dazu empfehle ich Ihnen Helene Fischer und Florian Silbereisen), sondern auch dem Transport von Botschaften. Es ist übrigens nett zu beobachten, wie manche Kommentatoren hinter jedem Aspekt moderner Kultur oder vermeintlich linker politischer Ansichten gleich irgendwelche Machenschaften ("Sekte oder stalinistischer Kaderpartei") vermuten. Das ist doch vollkommener Unsinn! Wie viele solche Kulturschaffende kennen Sie persönlich, mit wie vielen haben Sie schon geredet? Die meisten von denen haben sehr vernünftige Ansichten. Klar, links im Sinne von progressiv (also etwas verändern wollen) müssen moderne Künstler immer sein. Davon lebt die Kunst.
Werter Zeitgenosse,
Sie unterliegen einem Mißverständnis.
Musik darf durchaus Botschaften transportieren, sie sollte sich aber nicht von politischen Kräften vor deren Karren spannen lassen. Ich freue mich immer, wenn Musiker - generell Künstler - sich aktiv gegen negative Entwicklungen in der Gesellschaft einsetzen wie z. B. gegen den erstarkenden Rechtsextremismus.
Aber sich vor den Karren des Berliner Senates spannen zu lassen, der seit Menschengedenken in dieser Stadt nichts Positives bewirkt hat, das geht nicht.
Und jetzt noch das Wort zum Sonntag: Links ist schon lange nicht mehr progressiv. Freiheit ist progressiv, aber mit der Freiheit haben Linke noch nie viel im Sinn gehabt.

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k70-ingo 24.08.2019, 20:33
18.

Zitat von Derwatt
Haltung beziehen, Gendergerechtigkeit herstellen, Inklusion vorleben und Aufklärungsarbeit leisten - und Popmusik? Für mich klingt das eher nach öffentlich gefördertem Selbstvergewisserungsseminar. Und gerade der Spiegel sollte den Begriff „Haltung“ eher etwas sparsamer verwenden; ich meine mich erinnern zu können, dass die Erfahrungen, die man damit in der jüngeren Vergangenheit gemacht hat, nicht die allerbesten waren.
Also wenn der Ausdruck "Gendergerechtigkeit" zu "der Sprache der Regierenden" gezählt wird, dann läuft auf groteske Weise etwas schief - bei den Regierenden.

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k70-ingo 24.08.2019, 20:43
19. Goldene Zitronen?

Geehrter Autor, sind da vielleicht etwas die Elemente verrutscht?

Es handelt sich um Silberne Zitronen, nicht um goldene.

Okay, der Ursprungsbegriff ist nur Leuten der Generation 50+ bekannt, und dann auch nur, wenn sie in Westdeutschland aufgewachsen sind und sich in den 70er Jahren für Autos interessiert haben.

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