Forum: Kultur
Pop! Ratzfatz ein reicher Sack

Mit Platten ist kein Geld mehr zu machen? So ein Quatsch! Limitiertes Vinyl steigt rasanter im Preis als manche Hochrisiko-Aktie: Jack White von The White Stripes kann ein Lied davon singen. Die Rock-Künstler von Wilco hingegen versuchen ihr Glück mit Kaffee.

pribilla 03.12.2010, 12:06
1. 100 Doller = Reichtum?

Meint der Autor den Artikel ernst? Mit ein paar hundert dollar wird man ja kaum reich, oder? Und sobald man sehr viele solcher Platten verkauft, ist es auch mit den guten Preisen vorbei... Der Artikel ist ein erneuter Beweis, dass Journalisten das Plattengeschäft wirklich gar nicht begriffen haben. Es werden immer erfolgreiche Einzelfälle zur Regel erklärt (Arctic Monkeys, Madonna, Prince usw...gähn...)

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knowcensorship 03.12.2010, 12:15
2. für Gourmets

Vinyl, erlesen und in guter Qualität, für Gourmets: war eigentlich immer schon vorherzusehen. Bzw. habe ich ca. 1990 gelesen, ich glaube, im Fachblatt Musik Magazin (RIP).

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manheu 03.12.2010, 14:26
3. @pribilla

Leider beschreibt der Artikel viel stärker die Wahrheit, als Sie annehmen. Denn es handelt sich bei der Spekulation mit Vinyl heutzutage beileibe nicht nur um "Einzelfälle" und schon gar nicht nur um solche, die "erfolgreich" sind. Besonders in den diversen musikalischen Subkulturen (deren Verkaufszahlen sich nicht annähernd mit den großen Pop/Rock-Gruppen messen können) sind limitierte Vinylveröffentlichungen - meist zwischen 100 und 1000 Stück - oft nur wenige Tage erhältlich. Dannach kann man sie praktisch nur noch via eBay erstehen, zu wesentlich höheren Preisen - versteht sich. Und selbst wenn hinter den Einkäufen nicht reine Musik-Spekulanten stehen, ordern viele "Fans" zwei, drei oder mehr Platten, um eine zu behalten und die anderen später mit Gewinn zu verkaufen. Man muss sich dabei keine Illusionen machen, dass es nicht auch genügend eBay-Händler gibt, die sich auf eine Musikrichtung spezialisieren und gezielt unter Gewinn-Aspekten auf die Suche nach limitierten Veröffentlichungen gehen. Und bei der im Artikel völlig richtig beschriebenen Gewinnspanne, wird man vielleicht nicht reich, aber ein ordentlich Sümmchen dürfte sich mit etwas Geschick schon verdienen lassen.

Dass allerdings eine wirklich populäre Band wie The White Stripes dieses ohnehin schon ärgerliche System für sich selbst nutzt, ist gelinde gesagt eine Frechheit. Denn damit unterstützen sie nicht die Fangemeinde, für die ja solche Veröffentlichungen eigentlich mal gedacht waren, sondern jene Spekulanten, denen es im Zweifelsfalle völlig schnuppe ist, was auf der Scheibe drauf ist. Hauptsache RAR!

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