Forum: Kultur
Popkomm-Absage: Angst vor der Flatrate

Die weltweit größte Musikmesse Popkomm wird dieses Jahr nicht stattfinden - die Branche leide zu sehr unter den illegalen Downloads. Ein fadenscheiniges Argument: Die Plattenfirmen sperren sich gegen innovative Ideen wie die Kultur-Flatrate und üben stattdessen Druck auf die Politik aus.

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Stefan C 05.07.2009, 14:02
120. Stafford Music

Zitat von stafford
ja jetzt ist das gejammer groß und keiner hat einen plan, (tja ich hätte schon einen plan wie die mi wieder auf die beine kommen würde, aber werd ich hier nicht erzählen. soll die industrie mir eine ordentlich geldsumme anbieten, dann können wir darüber reden).
Jetzt mal nicht so mutlos. Heben Sie Stafford Music aus der Taufe, bringen Sie coole Bands mit Ihrem geheimen Geschäftsmodell raus und zeigen der Branche wie es laufen kann und wenn das richtig funktioniert, steht in kurzer Zeit mit Sicherheit ein Großunternehmen der Branche auf der Matte mit einem GROßEN Geldkoffer in der Hand.

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marvinw 05.07.2009, 14:12
121. Der Kadaver zuckt noch

Zitat von
- die Branche leide zu sehr unter den illegalen Downloads.
Na das ist doch eine durchaus positive Erscheinung.

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halo7 05.07.2009, 21:53
122. Das Geld wird mit Ü30 verdient

Zitat von marvinw
Na das ist doch eine durchaus positive Erscheinung.
Wenn es der Branche schlechtgeht heißt das ganz konkret, daß keiner mehr Geld in junge Künstler/Bands/Musiker investiert.

Dann haben wir keine neuen Künstler mehr, sondern dürfen die, die wir schon kennen, für die nächsten Jahrzehnte weiter hören bzw. auf der Bühne bewundern.

Die Konzertplakate der lukrativen Großkonzerte in deutschen Großstädten zeigen praktisch keine U30 Künstler. Stattdessen Musicals, Varietes, Marianne Faithful,Reinhard Mey, 70er Jahre Ostalgie mit Puhdys etc.

Wenn es einer Kreativbranche schlecht geht, ist das für niemanden ein Vorteil.

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ohno 06.07.2009, 15:00
123. Ja

Zitat von Stefan C
Fühlen Sie sich denn kriminalisiert, wenn Sie am Eingang eines Supermarktes lesen, dass jeder Diebstahl zur Anzeige gebracht wird?
Ja, ein wenig schon. Oder würden Sie sich nicht auch komisch vorkommen, wenn Sie bei Ihrem nächsten Besuch bei Bekannten als Begrüßung "Hallo - wie geht's? Und wenn Du was klaust, zeige ich Dich an." hören würden?

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ohno 06.07.2009, 15:00
124. Ja

Zitat von Stefan C
Fühlen Sie sich denn kriminalisiert, wenn Sie am Eingang eines Supermarktes lesen, dass jeder Diebstahl zur Anzeige gebracht wird?
Ja, ein wenig schon. Oder würden Sie sich nicht auch komisch vorkommen, wenn Sie bei Ihrem nächsten Besuch bei Bekannten als Begrüßung "Hallo - wie geht's? Und wenn Du was klaust, zeige ich Dich an." hören würden?

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Motorpsycho 06.07.2009, 18:35
125. Status Quo

Zitat von halo7
Konzertplakate der lukrativen Großkonzerte in deutschen Großstädten zeigen praktisch keine U30 Künstler. Stattdessen Musicals, Varietes, Marianne Faithful,Reinhard Mey, 70er Jahre Ostalgie mit Puhdys etc.
Das beschreibt den gegenwärtigen Zustand. Was spricht also dagegen, ihm zu ändern?

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Celegorm 06.07.2009, 19:40
126. ...

Zitat von halo7
Wenn es der Branche schlechtgeht heißt das ganz konkret, daß keiner mehr Geld in junge Künstler/Bands/Musiker investiert.
Das ist doch eine alte Mär, die nicht wirklich viel mit der Realität zu tun hat, es sei denn man versteht unter "jungen Künstlern" irgendwelche konstruierten Retortenbands. Denn da muss halt wirklich Geld reingesteckt, das Ganze gestaltet und mit enormen Aufwand in den Markt gedrückt werden. Aber mit einer guten Band hat das selten etwas zu tun, die bildet sich vielmehr von selbst, oftmals noch auf - man stelle sich das einmal vor! - halb- oder gar unkommerziellem Niveau. Und hat dann entweder Glück und kommt hoch, fixfertig ohne grosse zusätzliche Investitionen, oder bleibt immer dort. So oder so gibts da genug gute Bands. Aber halt vorwiegend dort, wo Leute Musik noch primär aus Freude und Leidenschaft machen, und nicht weil die grossen Dollarzeichen in den Augen leuchten..

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halo7 06.07.2009, 22:59
127. Nicht so einfach

Zitat von Motorpsycho
Das beschreibt den gegenwärtigen Zustand. Was spricht also dagegen, ihm zu ändern?
Wir haben den gegenwärtigen Zustand, weil der Nachwuchs fehlt. Der Nachwuchs fehlt, weil keiner in junge Künstler investiert. In junge Künstler investieren heißt nicht superteure Marketingkampagnen zu bezahlen, sondern einen Start zu ermöglichen: Es handelt sich hierbei nicht um riesige Geldsummen, aber z.B. muss eine Tour gebucht werden, Plakate, Promo, etc: Da muss jemand dran arbeiten und sich darum kümmern. Es ist zur Zeit in Deutschland so gut wie unmöglich, einen Vertrag bei einem label oder geschweige denn einer großen Majorfirma für Nachwuchskünstler zu bekommen.

Es war schon immer so in der Musikbranche, daß sich von zehn Künstlern letztenendes nur einer "rechnete". Das ist normal und damit können alle im Musikgeschäft auch leben. Seit mehreren Jahren ist dies aber nicht mehr der Fall: Mittlerweile rutschen die Erfolgswahrscheinlichkeiten in den Promillebereich. Dies können, wie schon gesagt, die majors durch eine Reduktion ihrer Investitionstätigkeit auf einige "sichere Wetten" (DSDS, Retorten-Künstler) durchaus noch ausgleichen. Kleinere labels gehen dadurch pleite.

Wir als Konsumenten haben dadurch nur Nachteile. Die majors "produzieren" schlechtere Künstler, die indies immer weniger.

Der Mythos von der Selbstvermarktung im Internet stimmt leider einfach nicht. Alle Künstler sind ja im Internet präsent, aber man hört nur von denen, die ein label im Hintergrund haben.

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Motorpsycho 06.07.2009, 23:40
128. Überangebot

Zitat von halo7
Es ist zur Zeit in Deutschland so gut wie unmöglich, einen Vertrag bei einem label oder geschweige denn einer großen Majorfirma für Nachwuchskünstler zu bekommen.
Hmm, ist das jetzt gut oder schlecht?

Zitat von halo7
Es war schon immer so in der Musikbranche, daß sich von zehn Künstlern letztenendes nur einer "rechnete". Das ist normal und damit können alle im Musikgeschäft auch leben. Seit mehreren Jahren ist dies aber nicht mehr der Fall: Mittlerweile rutschen die Erfolgswahrscheinlichkeiten in den Promillebereich.
Und das liegt natürlich an der Privatkopie. Auf den Gedanken, dass das ein deutliches Indiz für ein riesiges Überangebot auf dem Musikmarkt ist, kommen Sie wohl nicht. Und vor dem Hintergrund, dass sich bei unseren Radiosendern die Länge der Heavy-Rotation-Liste auf einen einstelligen Betrag zubewegt hat, macht es nicht leichter, eine Vielzahl von Künstlern zu platzieren.
Zitat von halo7
Wir als Konsumenten haben dadurch nur Nachteile. Die majors "produzieren" schlechtere Künstler, die indies immer weniger.
Darüber was Ursache und was Wirkung ist, kann man trefflich streiten.

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