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Populismus und Demokratie: Er steckt hinter allem
AFP

Die liberalen Demokratien stehen am Abgrund, davon ist der Yale-Professor Timothy Snyder überzeugt - in seinem neuen Buch benennt er einen Schuldigen. Eine aufwühlende Lektüre, die Angst macht.

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tailspin 22.09.2018, 09:56
90. gequirlter bullshit

Wenn es einen subversiven Mastermind hinter allen Vorgaengen gibt einschliesslich der Fluechtlingskrise, dann ist das George Soros.

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turiman 22.09.2018, 09:59
91. ...ich bin

kein Yale Professor dennoch kann ein jeder mit normalen Menschenverstand die Methodik Putins erkennen wenn man sich die Geschenisse der letzten Jahre vor Augen hält. Putin wollte es nie hinnehmen, konnte es kaum ertragen, dass sein Russland den Einfluss den die Sowjetunion nach dem Fall des Eisernen Vorhangs verloren hatte nur noch eine Rolle als Nebendarsteller in der Welt zugeteilt zubekommen schien. Also erdachte er, als EX-KGB ausgebildeter analytischer eiskalter Stratege, einen Plan Russland ohne Waffengewalt, die Ukraine ausgenommen sowie sein brutales Vorgehen in Tschetschenien, wieder eine führende Rolle in der Welt zukommen zulassen. Ich würde sogar behaupten dass er, wenn nicht anfangs geplant aber sofort erkannt, die Syrienkrise mit seinen ganzen Flüchtlingen ein gefundenes Fressen für seinen Plan war, die Demokratien in Europa mit populistischen Gruppen zu unterwandern.
Was mir aber schleierhaft bleibt ist diese Lethargie mit der die freiheitlich orientierten Gruppen/Parteien dem Ganzen gegenübertreten, neustes Beispiel Maaßen der, anstatt sich darauf zu konzentrieren die Verfassung zu schützen sich öffentlich in einer Tageszeitung, die vor allem von leicht beeinflußbaren Menschen gelesen wird, zu Themen äussert die mit seinen Aufgaben nichts zutun hat, usw. Es kann nur heißen: WEHRET DEN ANFÄNGEN

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könig der jogis 22.09.2018, 10:00
92.

Zitat von avis
Ein klein wenig Lebenserfahrung, akademischer Grad nicht erforderlich, und man weiß: Es ist nie nur einer „schuld“. Dazu noch etwas Geschichts - und Politikbewussstsein und man erkennt, hier handelt es sich um Propaganda.
Genau.
Wenn SPON ein politisches Buch derart hochjubelt, bin ich skeptisch.
Da ist was faul. Der Beck-Verlag ist eng mit den amerikanischen Marktführern verbunden und versucht einen hype zu erjodeln.
Das ist noch die harmlosere der Verschwörungsstrategien.

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bauklotzstauner 22.09.2018, 10:00
93.

"Erstaunlich ist, welch zentrale Rolle in dieser Analyse dem russischen Staatschef zufällt,"

Das ist nicht erstaunlich, das ist pathologiosch!
Daß nun auch schon "rtennomierteste Historiker" diese Schwachsinnsthese verbeiten und "wissenschaftlich" zu untermauern versuchen zeigt, in welch desolatem Zustand die "westlichen Demokratien" tatsächlich sind! Und daran ist NICHT Chuck Norris "Putin" schuld, das hat "der Westen" ganz allein vollbracht!

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KingTut 22.09.2018, 10:01
94. Tendenziell richtig

Ich stimme Professor Snyder tendenziell zu, möchte aber die Einschränkung machen, dass nicht alle Populisten durch Putin's Einflussnahme entstanden sind. Dass die AfD ers nach der Grenzöffnung durch Merkel groß wurde, ist ja historisch bewiesen, egal wie man zu dem Thema steht. Das hat sie sicherlich nicht auf Anordnung Putins getan.

Aber tendenziell stimme ich dem Professor zu, denn für seine Thesen gibt es sehr viele Indizien. Die treibende Kraft hinter Putin dürfte das Trauma der zerfallenen Sowjetunion sein, die er als "größte geopolitische Katastrophe des 20. Jahrhunderts" (ZEIT, 06.03.14) bezeichnete. In einem Interview mit der ZEIT machte der in Berlin lebende russische Philosopie-Professor Michail Ryklin folgende denkwürdige Aussage:
"Ryklin: Er ist ein geborener Geheimdienstler, und er hat an diesem System jahrelang gebaut. Es ist ein System, in dem Schwule leben können, es gibt viele im Kreml, die sich aber nicht outen dürfen. Es ist ein System, in dem Putin selbst nur einen alten Wolga und eine vererbte Datscha bei der Steuer anmeldet, sein Reichtum existiert offiziell nicht. Man kann darin nur mit gespaltenem Bewusstsein existieren. Ein perverses System. Aber Putin hat es nur ausgebaut, existiert hat es schon zu Stalins Zeit. Er ist das Produkt dieses Systems. "
Quelle: https://www.zeit.de/2014/11/interview-michail-ryklin-putins-dilemma/seite-3

Da Putin aber ein Produkt dieses Systems ist, besteht wenig Hoffnung, dass sich unter seinem Nachfolger die Dinge ins Positive umkehren - nach innen wie nach außen.
Wir können nur hoffen, dass "Ein Mann, der vielleicht nicht ganz psychisch normal ist" (Zitat Ryklin, s.o.), weiß, wann er mit dem Zündeln aufhören muss.

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rainer82 22.09.2018, 10:04
95. Snyder hat recht,

und die Reaktion einiger Foristen gibt ihm zusätzlichh recht. Sie betätigen sich hier mal wieder als brave Trolle, die ihren Auftrag erfüllen und in Treue fest zu Putin stehen, sei es aus Überzeugung, sei es für ein "Taschengeld". Es sind dieselben Typen, die auch für Le Pen, Orban oder Gauland/Höcke zur Feder greifen, oft nahezu wortgleich in verschiedenen Foren unter denselben Nicknames. Und sie bestätigen damit Snyders Ausführungen sehr eindrucksvoll.

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Immanuel K. 22.09.2018, 10:06
96. Ich habe in den letzten Jahren hier...

...immer wieder zu den unterschiedlichsten politischen Themen (Schwächung der NATO durch Erdogan, Schwächung der EU durch rechte Populisten, Trump, Schwächung von Einzelstaaten durch separatistische Bewegungen usw.) teils explizite Postings - mit dem Tenor "cui bono" - versucht zu plazieren. Leider oft vergeblich, so dass ich mich schon gefragt habe, ob Trolle von Herrn Putin sich auch in ihrer Redaktion breitgemacht haben...

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vervin 22.09.2018, 10:06
97. Die Demokratien haben es aber Putin leicht gemacht

Es ist erstaunlich, wie einfach und mit relativ wenig Mitteln es Putin gelungen hat, weil die Demokratien leider ihre Schutzmechanismen völlig geschwächt haben. Hier ein paar Politiker und Journalisten schmieren, dort einige Propagandisten anschalten, und natürlich ein paar Kriege anzetteln. Es finden sich auch immer "nützliche Idioten", die ein Vertändnis für Putin haben. Es ist wie mit einem Virus, der nur geschwächte Menschen überfällt. Ein Virus ist recht primitiv, kann aber einen viel mächtigeren Organismus zum Tode bringen.
Deswegen sollte man Putin's Macht auch nicht überbewerten. Mit konsequenter Handlung kann man diesen Möchte-Gern-Stalin/Hitler schnell zu Fall bringen, bzw. hinter den russischen Grenzen unschädlich machen.

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Schnabbelschnute 22.09.2018, 10:07
98. Jaja....

... Putin ist am allem schuld!
Es ist meiner Meinung nach jedoch viel schichtiger, und eher durch den eigenen Regierungspolitikern verursacht, als über bösen bösen Putin.
Mir erschließt es sich nicht, was Putin davon hätte?
Ich bin noch in einem funktionierenden Sozialstaat aufgewachsen, in dem arbeitslose nicht als Täter behandelt wurden, und die trotzdem Arbeit gefunden haben, ich bin in einer sozialen Marktwirtschaft einer Arbeit nachgegangen, die vernünftig Entlohnt wurde, und nicht aufgestockt werden musste....nur einiges der Dinge, die meine Identifikation mit meiner Heimat schwinden lässt, und dazu eine Politik der sozialen Kälte und der gesellschaftlichen Entsolidarisierung, die nix mit einer Demokratie zu tun hat, jedoch einige wenige dermaßen bevorteilt, das es geradezu beschämend ist, von Demokratie zu Reden!
Nein, nicht Putin oder "die anderen" sind schuld daran das die Demokratie in Gefahr ist, sondern die Politiker im eigenen Lande, die nur ihre eigene Karriere im Kopf haben.

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Meconopsis 22.09.2018, 10:09
99. politisch tendenziöse Analyse, aber keine Wissenschaft

Die Ursache der Misere hauptsächlich bei Putin zu suchen, das ist einseitig, kurzsichtig und fast schon bösartig. Wenn sich solche Analyse Wissenschaft nennt, dann muss die Geschichtsforschung wirklich am Ende sein. Die Themen amerikanischer Imperialismus (inkl. der von dort gesteuerten Finanzmärkte) und globalisierter Kapitalismus - die müssen doch im Mittelpunkt einer solchen Analyse stehen, das ist doch das Gift, das sich über Jahrzehnte in der Welt angereichert hat. Dagegen ist Russland unter Putin eine kleine Nummer. Im übrigen war es Putin, der wieder einigermaßen für Ordnung in Syrien gesorgt hat. Gäbe es ihn nicht, hätten wir jetzt ein a la Libyen zerfallenes Syrien, und in Damaskus herrschte die Scharia.

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