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PR-Kritiker Albrecht Müller: "Wir haben keine demokratischen Verhältnisse mehr"

Früher machte er Wahlkampf für Willy Brandt, heute warnt er mit Büchern wie "Meinungsmache" vor Lobbyismus. Im SPIEGEL-ONLINE-Interview erklärt Albrecht Müller, warum die Demokratie in Deutschland in Gefahr ist - und warum die SPD ihre wirtschaftspolitischen Chancen verspielt.

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Fred Frosch 21.08.2009, 15:15
1. Mann

Zitat von sysop
Früher machte er Wahlkampf für Willy Brandt, heute warnt er mit Büchern wie "Meinungsmache" vor Lobbyismus. Im SPIEGEL-ONLINE-Interview erklärt Albrecht Müller, warum die Demokratie in Deutschland in Gefahr ist - und warum die SPD ihre wirtschaftspolitischen Chancen verspielt.

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dent42 21.08.2009, 15:20
2. Re:

Der Mann hat recht, mehr muß man dazu nicht sagen.

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Hovac 21.08.2009, 15:22
3. Stimmt

Da hat der gute Mann wohl recht, aber nicht genug PR.

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mont_ventoux 21.08.2009, 15:28
4. Ewig Gestriger

Zitat von sysop
Früher machte er Wahlkampf für Willy Brandt, heute warnt er mit Büchern wie "Meinungsmache" vor Lobbyismus. Im SPIEGEL-ONLINE-Interview erklärt Albrecht Müller, warum die Demokratie in Deutschland in Gefahr ist - und warum die SPD ihre wirtschaftspolitischen Chancen verspielt.
Brand hat sein Rolle in den Geschichtsbüchern wegen seiner Außenpolitik, nicht wegen seines innen- und wirtschaftspolitischen Profils. Bekanntlich stieg die Inflationsrate unter Brands Amtszeit auf Rekordhöhe, die Gewerkschaften sahen sich von der Regierung zu ausgedehnten Streiks ermutigt und es entwickelte sich erstmals sowas wie Massenarbeitslosigkeit. Albrecht Müller ist ein Vertreter dieser Episode, der 35 Jahre später immer noch die damals schon untauglichen Rezepte propagiert. Als "Gestriger" wäre er bei "SED/Die Linke" besser aufgehoben.

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Fred Frosch 21.08.2009, 15:31
5. Mann

Zitat von sysop
Früher machte er Wahlkampf für Willy Brandt, heute warnt er mit Büchern wie "Meinungsmache" vor Lobbyismus. Im SPIEGEL-ONLINE-Interview erklärt Albrecht Müller, warum die Demokratie in Deutschland in Gefahr ist - und warum die SPD ihre wirtschaftspolitischen Chancen verspielt.
ich habe schon zu Schillers Zeiten an der Glaubwürdigkeit der SPD gezweifelt.
Wenn jetzt ein Verteter aus dieser Zeit Kritik an der SPD übt - wir wird ganz schlecht. Respekt Herr Müller !!!!!!
Ich war damals schon sauer!
Man(n) wie soll das in diesem Land bloß weitergehen??? Diese sogenannten Sozialdemokraten haben doch weder mit
" sozial" noch " Demokratie" noch irgend etwas am Hut. Von den anderen will gar nicht erst reden ( Westerwelle... oh ne...und ..und...und ).
Irre ,wie sich eine Partei, prakitisch ab dem Tag ihrer Gründung selbst verraten hat. Es ist einfach zum Heulen!!

Wird wohl nix mehr mit dem " demokratischen Sozialismus" ?
Freut Euch nicht zu früh - Ihr Ignoranten !
Hätte auch nie gedacht, dass mal( Gott sei Dank !) die Mauer fällt

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don_tango 21.08.2009, 15:31
6. Nach der Wahl ist vor der Wahl...

"Fühlen Sie sich nicht ohnmächtig, wenn Sie sehen, wie ihre Steuergelder und die Ihrer Kinder verpulvert werden an Leute, die für eine Bank arbeiten, die eigentlich schon bankrott ist, und die damit an ihre Manager-Boni in Milliardenhöhe bezahlt? Das sind Ungeheuerlichkeiten..."
und

"Wir haben keine demokratischen Verhältnisse mehr. Und wir haben noch Glück, dass bisher kein Rechtsradikaler aufgetaucht ist, der klug genug ist, aus dem Ärger darüber politisches Kapital zu schlagen."

Wäre schön, wenn diese Erkenntnis bis zu den obersten Politikern durchsickern würde.
Die Politiker können froh sein, daß die Wahl schon dieses Jahr ist. Wer weiß, wen die Bürger wählen würden, wenn erstmal offenbart wird, wie sehr der kleine Mann den Gürtel enger schnallen muß, damit die Bonis und das nächste Monopolyspiel finanziert werden können... Das sagt uns vor den Wahlen ja "seltsamerweise" keiner.

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tetaro 21.08.2009, 15:40
7. Treffend

Der Lobbyismus ist sowohl der Ursprung wie auch der Tod der Demokratie. Die heutigen Demokratien haben ihren Ursprung in der amerikanischen und französischen Revolution und die Triebfeder dahinter waren doch in Wesentlichen Handelsinteressen, die der Adel missachtet hat.

Wäre der Adel so schlau gewesen, diese Interessen nicht zu behindern, hätte es nie Demokratie gegeben. Unsere Demokratie ist von Anfang an vorwiegend ein pragmatisches Werkzeug für freien Handel gewesen.

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Ineluki 21.08.2009, 15:43
8. Keine Demokratie mehr

Also doch: Wir leben in einer Matrix und haben keine Ahnung, wie das richtige Leben funktioniert. Dank der Nachdenkseiten können sich aber einige Neons entwickeln.

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...ergo sum 21.08.2009, 15:47
9. neue Töne beim Spiegel ?

Der Mann spricht nur öffentlich das aus was sehr viele Menschen seit vielen Jahren bereits denken und durchschaut haben.
KOMPLIMENT !
Allerdings würde ich sogar noch weiter gehen in den Erklärungen, aber vielleicht kommt das noch.

Der breiten Öffentlichkeit werden solche Äußerungen vorenthalten und die Menschen, welche genau so denken werden bewußt ignoriert und im Zweifelsfall niedergemacht. Diese sind dann entweder links, wollen angeblich den Kommunismus einführen, sind verkalkt, haben angeblich nicht den notwendigen Überblick .... ect. pp.

Das Problem ist jedoch das inzwischen auch diejenigen beginnen das "System" zu durchschauen von denen Politiker und Ökonomen strikt behaupten sie seien an Politik angeblich nicht interessiert bzw. schlichtweg zu dämlich dazu.

Ich freue mich das der Spiegel es hier ausnahmsweise einmal wagt im Ansatz ein solches Gespräch abzudrucken und zur Diskussion zu stellen. Ein Neubeginn des Journalismus, eine Erinnerung an seine eigentliche Aufgabe, ein "neuer" Trend oder der tatsächlichen gesellschaftlichen Notwendigkeit so langsam geschuldet ?

Wie auch immer, - ich erwarte das es so weitergeht. Dann könnte man auch mal wieder über ein Abo nachdenken.

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