Forum: Kultur
Prestigeprojekt "Parfum": Komplettkatastrophe vom Niederrhein
ZDF/ Jakub Bejnarowicz

Das ZDF will auch mitmischen beim aktuellen Serienboom - und verfilmt den Weltbestseller "Das Parfum" mit modernem Twist. Hilft aber nix.

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D_v_T 13.11.2018, 06:58
1. -

"Die Ermittlerin ist unglücklich in den verheirateten Staatsanwalt (Wotan Wilke Möhring) verliebt"
Den auf Prollcharaktäre abonnierten Möhring (als Kommissar sehr gut) zum Staatsanwalt zu machen, sagt wohl auch einiges über die Qualität der Serie aus.

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ayee 13.11.2018, 07:32
2. Mal wieder Krimi

Wie einfallsreich. Andere Formate scheinen das Vorstellungsvermögen deutscher Serienmacher zu überschreiten.

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hefe21 13.11.2018, 07:41
3. Fehlpässe in die Tiefe des Raums

"Dabei verwechseln die Macher landschaftliche und seelische Tristesse mit erzählerischer Tiefe und stilistischer Stringenz."
Nein, das glaube ich jetzt nicht. "Niederrhein", "Tiefe des Raums" da war doch was? Genau, und erst die stilistische Stringenz! Dass die Serie nicht einnetz(er)t, das ist natürlich schade, aber ich hab ja auch das "Meisterwerk Bad Banks" nach einer halben Stunde entsorgt. Speziell dort hätten mich polizeiliche Verhörprotokolle mit den "Originaldrehbruchschreibern" viel mehr interessiert, aber die gibts ja nicht.
Dieses prätentiöse Serienunwesen erinnert ohnehin an den Bitcoin, wo mit Mordsgeschwalle ein "innerer Wert" vorgetäuscht werden soll. Was waren das für Zeiten, also wir für unsere Aufmerksamkeit mit Petrocelli und Kojak bezahlt wurden.

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rainerwäscher 13.11.2018, 07:43
4. Überflüssig

Es hätte diese Rezension nicht gebraucht, um einen weiten Bogen um diese Serie zu machen. Die Etiketten "ZDF" und "deutscher Film" hätten ausgereicht.

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teichenstetter 13.11.2018, 07:48
5. Da haben wir es wieder

Mal eben am Reissbrett was zusammen konstruieren und sich auf die eigene Schulter klopfen. Ich werde mit sicherheit meine Lebenszeit nicht mit sowas verschwenden. Da stöber ich lieber auf Netflix.

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he.ro.lito 13.11.2018, 07:59
6. Häme

Etwas mehr zum Film statt polemischer Häme zu den Machern, dem Sender und den Hintergründen hätte ich jetzt schon erwartet. Was ist bspw. schlimm daran, wenn das ZDF eine Serie produziert, wenn das nun mal ein beliebtes Format ist? Soll es dann lieber das "Kukident"fernsehen bleiben? Dann muss man sich jetzt schon entscheiden. Auch dass es Werbung für die Produktion macht ist jetzt auch einigermaßen legitim. Liest sich alles wie typische öde Dauernörgelei, die auch immer in Foren zu finden ist.
Warum macht das eigentlich nicht der Buß?

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5b- 13.11.2018, 08:02
7. Das Parfüm

Es ist sehr offen, was der Roman aussagt. Es geht ja darum Liebe zu verdinglichen. Wir sind von unserer Physik gesteuert und viel mehr Passagier als Kapitän.
Das wichtige ist ja der sogenannte Protagonist. Ihm fehlt Empathie und Liebe. Nicht nur innerlich sondern eben auch äußerlich. Da er nicht riecht, liebt ihn keiner. Er schafft es aber aufzuzeigen wie hohl Liebe sein kann wenn sie eben nur als Trieb verstanden wird. Es geht im Roman nämlich in Wirklichkeit nicht um Liebe. Es geht aber auch nicht um Triebe. Es geht darum, dass jemand etwas will, dass er nicht versteht und ihm nie zu Teil wurde.
Wie dem auch sei ist für den Roman sehr wichtig, dass der Protagonist eine Art Antiheld ist. In Wirklichkeit ist er ja die absolute Negation von Heldentum. Er ist Neutral, und das obwohl er ein Bösewicht zu sein scheint.
Diese Geschichte nun aus den Perspektiven der anderen zu erzählen, macht es den Autoren einfach. Ob dabei die Atmosphäre des Romans eingefangen wird ist fraglich. Man möchte, wenn man den Roman ließt irgendwie doch, dass der Parfumeur zum Ziel gelangt. Es ist eine Art hohle Entwicklungsgeschichte bei der sich der Held innerlich überhaupt nicht entwickelt. Es könnte als Gesellschaftskritik inszeniert werden.

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hup 13.11.2018, 08:09
8. Wenigstens mal einer der den Kaiser ebenfalls nackt sieht

Die peinliche Selbstbeweihräucherung des ZDF bei der Vorstellung einer weiteren aufgeblasenen besseren Tatort-Produktion ist auch kaum zu ertragen. Wo anderswo die Fans etwas zum „Kult“ küren, da erklären die ÖR das sicherheitshalber gleich selbst, siehe das eher mediokre „Babylon Berlin“ oder das Klitterungsmachwerk „unsere Mütter, unsere Väter“ - frei nach dem Motto „wenn man Unsinn oft genug wiederholt, dann bleibt was hängen“.
Bei näherer Betrachtung sind das dann aber doch nur sehr bemüht inszenierte und immer zu gewollt konterkarierte „Mee too“-Produkte. Nachahmerplastik aus der Provinz, die nicht clever sind, sondern es nur vorspielen.
Mir graust vor der „30% Europa“-Quote für Netflix. Eine solche Quote bedeutet nur, dass man den Euro-Mist gesetzlich unterbringen muss, weil er sonst unverkäuflich ist. Die Quote ist eine Aussage zur Qualität und Originalität europäischer und vor allem deutscher Serien - und zwar keine gute. Im Fall des ÖR wird die Wahn-Grandesse auch noch vom Gebührenzahler finanziert - da fällt es leicht oppulent zu inszenieren wenn man kein Risiko trägt.
Was man mal ausmisten sollte sind die Produktionsfirmen, die vom ÖR üppig beauftragt werden. Hier darf man ohne viel Unterstellung dicken Filz auf Kosten der Gebührenzahler vermuten.

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mantrid 13.11.2018, 08:10
9. Krimi-Inflation

Wenn man das Fernseheprogramm so verfolgt, scheint die Welt nur aus Mord und Totschlag zu bestehen. Leider schaffen es deutsche Filmleute zu oft, selbst hervorragende Stoffe im miefigen Einerlei-Design umzusetzen. Filmische Meilensteine wie Fritz Langs "Metropolis" oder Wolfgang Petersens "Das Boot" sind Ausnahmeerscheinngen. Eine Frage, die ich mir bei Deutschlands Filmschaffenden stelle ist, dürfen sie nicht oder haben sie es einfach nicht drauf?

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