Forum: Kultur
Private Sicherheitsdienste: Verlierer in Uniform
Corbis

Mit Mütze, Taschenlampe und geborgter Autorität: Wenn staatliche Aufgaben an Privatfirmen weitergereicht werden, bewachen Menschen den Rand der Gesellschaft, die selbst am Abgrund stehen.

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der-denker 01.10.2014, 17:03
1. Outsourcing

Man muss hier nicht die Security-Leute pauschal verunglimpfen, und nebenher allgemein auf "Unterschicht" herumhacken. Ich habe eher das Gefühl dass auch genau diese Überheblichkeit der Verantwortlichen erheblich zu der Problemlage beitrug.
Herr Frank versäumt ja auch nicht zu bemerken dass er studierte, was ihn aus der "Versagertruppe" hervor hob.

Die scheinbare Smartness, und die unausrottbare neoliberale Überzeugung dass Private alles besser und billiger machen, führte hier zu Problemen. Ausserdem natürlich Konzeptlosigkeit und Durchwurschteln, von ganz oben zu verantworten. Weniger die menschlichen Defizite der Wachleute.

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sh69.spam 01.10.2014, 17:18
2. Frechheit

Herr Frank, ihre Erfahrungen, die mir noch dazu übertrieben erscheinen, vor allem die blumigen Beschreibungen Ihrer damaligen Kollegen, in allen Ehren, aber Sie sollten sich einfach nur schämen, einen ganzen Berufsstand über einen Kamm zu scheren und in den Dreck zu ziehen.

Ich habe mehrere abgeschlossene Berufsausbildungen, darunter auch eine Ausbildung zur Servicekraft für Schutz und Sicherheit. Diese Ausbildung dauert 2 Jahre und beinhaltet 2 Tage schriftliche Prüfung vor der IHK und eine abschließende mündliche Prüfung.

Ich kenne etliche Leute, die im Sicherheitsgewerbe tätig sind, sicher findet sich hier und da ein schwarzes Schaf, Fakt ist aber, dass die meisten Leute ihren Job sehr gut machen.

Bei den Geschehnissen in Burbach wird auch gerne unter den Tisch gekehrt, dass in diesem Wohnheim Großeinsätze der Polizei an der Tagesordnung waren. Warum? Weil die Asylanten sich ständig untereinander Massenschlägereien liefern und dabei auch nicht vor den Sicherheitsmitarbeitern halt machen. Der jetzt abgesägten Sicherheitsfirma SKI sind reihenweise die Mitarbeiter weggelaufen, weil der Job schlicht und einfach zu gefährlich war. Wer lässt sich schon gerne für 8,50 oder 9 Euro je Stunde den Schädel einschlagen? Noch vor nicht allzu langer Zeit sind einige Asylanten mit abgebrochenen Stuhlbeinen und sonstigen Waffen auf die Sicherheitsmitarbeiter losgegangen. Ende vom Lied war mal wieder ein Großeinsatz der Polizei. Diverse Sicherheitsmitarbeiter aus diesem Wohnheim mussten schon nach Angriffen ins Krankenhaus.

Die Firma SKI wird mit Sicherheit Probleme gehabt haben, überhaupt noch vernünftige Mitarbeiter zu finden.

Es scheint aber nicht in Ihr Weltbild zu passen, dass auch Sicherheitsleute sich schlicht und einfach natürlich selbst verteidigen dürfen und auch müssen. Ebenso wie andere Leute auch, darf sich natürlich auch ein Sicherheitsmitarbeiter mittels Notwehr verteidigen. Und da ist ein Hinweis, dass man z.B. eine Handlampe, von Ihnen fälschlicherweise als Taschenlampe bezeichnet, eben auch so halten kann, dass man sich auch in einer überraschenden Situation eben damit verteidigen kann, durchaus hilfreich. Selbst Polizisten halten die Lampen häufig genauso.

Aber Sie hätten sich wahrscheinlich lieber nachts irgendwo kampflos niederknüppeln lassen. Auch wären Sie sicher lammfromm gewesen, wenn Sie ständigen Angriffen von Asylanten ausgesetzt gewesen wären, ist klar.

Mit Steinen werfen kann man schnell. Aber Ihre Vorurteile scheinen mir so verankert, dass man mit Argumentation bei Ihnen eh nichts mehr errreichen kann. Ok, kann ich akzeptieren, aber einen ganzen Berufsstand abzustempeln als gescheiterte, am besten noch rechtsradikale Existenzen geht eindeutig zu weit.

Denken Sie mal darüber nach, wer für Ordnung sorgt, wenn Sie demnächst auf ein Konzert oder eine sonstige Großveranstaltung gehen.

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zenmaster3 01.10.2014, 17:27
3. Tatsachen völlig verdreht

Ich bin IHK Dozent und Prüfer der IHK für die Sicherheitsausbildung. So einen Schwachsinn kann man sich kaum anhören. Solche Gestalten wie der Verfasser des Artikel ziehen die ganze Branche in den Dreck. Selbst nicht qualifiziert für den Job will da jemand "Kenntnis" der Branche haben. Nein das ist nicht die Sicherheitsbranche. Qualifikationen werden gefördert und eine Überprüfung durch die Ordnungsbehörde. Die schwarzen Schafe haben längst keine Berechtigung mehr auf dem Markt zu sein und sollten verschwinden. Das Dilemma der Asylheime ist hausgemacht weil nicht due Qualität des ausgebildeten Sicherheitspersonal gefragt ist sondern nur der billigste Preis....

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cpt.z 01.10.2014, 17:31
4. Genau so

Ich hab während des Studiums auch zwei Jahre im Sicherheitsdienst gearbeitet. Rockfestivals, Fussballstadien, Aktionärstagungen, Konzerte, Formel 1 Rennen, Messen - also keine nächtlichen Wachschutzeinsätze. Aber meine Erfahrungen sind die selben. Für 6 EUR die Stunde wurden da Leute beschäftigt, die nichtmal im Ansatz dafür ausgebildet waren. Weder Vorerfahrung noch Ausbildung war in irgendeiner Art und Weise wichtig. Die Masse der Leute waren entweder älteren Semesters, die irgendwo durchs Raster gefallen waren und nun dringend Kohle brauchten, Migranten ohne Schulabschluss oder eben Studenten/Berufsschüler, wie ich selbst. Damit kann man den Job aber nicht anständig machen. Es ist reines Glück, dass da nicht schon mehr passiert ist - das sag ich auch jedes Mal, wenn wieder ein Ordner im Stadion versagt. Die Leute sind ganz arme Schweine und ich würde den Job niemals niemals wieder machen.

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spon-1210952588424 01.10.2014, 17:41
5. Das Polizeigehabe fäng früher an.

Nämlich genau dort wo die Firmen ihre Uniformen (sic!), ihre "Einsatzfahrzeuge" und nicht zuletzt ihre Emblemen designen. Da wird von vornherein auf ein polizeiähnliches Erscheinungsbild wert gelegt. Da werden dunkelblaue Uniformen gewählt deren Aussehen nicht nur zufällig den neuen Polizeiuniformen ähnelt und da werden Embleme verwendet die in der Dunkelheit gerne wie Hoheitszeichen aussehen. Dass dann die Menschen die mit diesen Insignien ausgestattet sind sich auch gerne mal verhalten wollen als wären sie selbst von der Polizei ist eigentlich nur eine logische Folge. Hier müsste generell viel früher angesetzt werden. Keine polizeiähnlichen Uniformen, ein psychologisches Auswahlverfahren und eine richtige Schulung. Nur leider verlangen Menschen die diese Kriterien erfüllen dann deutlich mehr als die wahrscheinlich gezahlten 5€ pro Stunde.

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clarissabella 01.10.2014, 17:53
6. erschütternd

Gerade die Sachlichkeit, mit der dieser Artikel geschrieben ist, macht mir die Absurdität der beschriebenen Situationen schmerzhaft bewusst. So ist es: Nicht ein Fehler im System, das System IST der Fehler!! Der Vergleich mit dem berühmten Experiment ist zwingend und mir wird Angst und Bange.... Was für eine Gesellschaft, in der wir da leben...

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hadykhalil@web.de 01.10.2014, 18:29
7. Was nicht sein kann...

Das der Innenminister von Mutti zwei sich entschuldigt bei den neuen Opfern rechtsextremer Gewalt, (!Opfern die aus ihrer Heimat vertrieben wurden und erneut erleben muessen ohnmaechtig willkuerlicher unpersoenlicher Barbarei ausgeliefert zu sein.. Das die Polizei die Beschwerden bisher nicht ernst genommen hat, erinnert an die Geschehnisse um den NSU und hat vielleicht damit zu tun, das dort vielleicht auch nicht nur Gutmenschen mit dem richtigen Amtsverstaendnis arbeiten, was nicht sein darf, bei Staatsbeamten, die fuer die innere Sicherheit und das ausfuehrende Organ der Exekutive sind, bzw. sind und haben ("Haben und Sein") und deshalb eine hohe Verantwortung als Repraezentanz der Staatsgewalt ist und hat. Was nicht sein darf das nicht sein kann? So tun als ob? ... !) Ist nicht nur anstaendig und zeigt einen Stil, der wie ich finde eigentlich selbstverstaendlich sein sollte. Ich kenn da einen Ex Innenminister...das haette 3 Wochen gebraucht, wenn ueberhaupt. Das waere aber gar nicht so sehr seine Schuld gewesen, weil es vorher erstmal 20 Gremiensitzungen gegeben haette, gegeben haben muesste...? Ich hab mich damals gefragt, weil ich kannte das damals so nicht, komme urspruenglich aus NRW, was das eigentlich fuer ein Amtsverstaendnis ist. Wer verantwortet da was? Auch staende es meinem zweitliebsten Bundesland (hasse ma n Job? Ich darf ja gar nicht umziehen, selbst wenn ich wollte), gut zu Gesicht, wie allen anderen Laendern und Staaten und Roemern, bei aehnlichen Schwierigkeiten, wenn die denen Gewalt angetan wurde entschaedigt indem man ihnen moeglichst jede weitere Spannung von staatlicher Seite erspart und ihnen nach der routinemaessigen Sicherheitsueberpruefung aus den Asylverfahren herausnimmt und eine Greencard anbietet und Foerderpogramme zur Eingliederung, und oder Arbeit anbietet. Z. B. als Service Kraft in einem Fluechtlingsheim. Das in meinem Lieblingsbundesland alles in Ordnung ist und auch im Rest der Republik ist erfreulich. Ich gehe jedenfalls davon aus, das man ueberall klug genug ist, in den naechsten Wochen ueberall noch einmal vor Ort sich von den geltenden Standards zu ueberzeugen. Den Vorschlag auf Phoenix gestern von dem Herrn von pro Asyl aus Frankfurt fand ich gut, wenn der Bund die Finanzierung uebernimmt und die Fluechtlingsfragen nicht der finanziellen Not, in der sich viele Laender befinden weiter ausliefert.

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B.Buchholz 01.10.2014, 18:44
8.

Zitat von der-denker
Die scheinbare Smartness, und die unausrottbare neoliberale Überzeugung dass Private alles besser und billiger machen, führte hier zu Problemen.
Genau. Dabei wissen wir doch alle, dass der Staat alles besser kann. Staatliche Polizisten haben nämlich noch nie Übergriffe gezeigt, die daneben waren. Ein weiterer Vorteil staatlicher Organisation besteht darin, dass man bei Mißfallen einfach eine andere staatliche Polizei wählt, weil es ja verschiedene gibt, während es nur ein einziges privates Sicherheitsunternehmen gibt und man da nicht ausweichen kann.

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jayjo77 01.10.2014, 19:02
9. Wo er Recht hat, hat er Recht!

Zitat von sh69.spam
Herr Frank, ihre Erfahrungen, die mir noch dazu übertrieben erscheinen, vor allem die blumigen Beschreibungen Ihrer damaligen Kollegen, in allen Ehren, aber Sie sollten sich einfach nur schämen, einen ganzen Berufsstand über einen Kamm zu scheren und in den Dreck zu ziehen.
Sicherheitsdienste haben im Allgemeinen zwielichtige Verbindungen oder befinden sich in zwielichtigen Händen, und das nicht nur in Deutschland! Es gibt, und das nicht selten, Verbindung zur organisierten Kriminalität und gelegentlich eben auch zu Neonazivereinen! Und es ist nun Mal Fakt, dass viele der dort Angestellten, Kriminelle oder Schlägertypen sind. Wer das leugnet, redet Unsinn und macht sich etwas vor!

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