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Protestkonzert in Chemnitz: Das war mehr
DPA

"Der Beweis, dass die Welt doch glücklich, bunt und wunderbar sein kann": 65.000 Menschen haben in Chemnitz gefeiert, gegen Rechtsextremismus, angefeuert von Kraftklub, den Toten Hosen, Marteria, Casper und Co. Ein Anfang, immerhin.

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kassadra 04.09.2018, 09:14
50. Perverser Totentanz...

...wir rekapitulieren. Es ist ein junger Mensch bestialisch (ohne rechtfertigenden Grund, so die StA) mit ca. 25 Stichen abgestochen worden, zwei weitere sind schwer verletzt worden. Die meinungsführenden Medien berichteten von Hetzjagden, obwohl der Generalstaatsanwalt auf Nachfrage das nicht bestätigen konnte und das eine auf YouTube kursierende Video dafür auch nicht als tauglicher Beweis dienen kann und darauf bildet sich verständlicherweise in eine angemeldete Demonstration geronnener Unmut der Bevölkerung, welche sämtlichst als Nazis verunglimpft wird, weil auch Rechtsextreme mitlaufen. Daraufhin wird dann eine Großdemonstration der aufrechten Menschen in Form eines Benefizkonzertes organisiert und gegen Fremdenfeindlichkeit demonstriert. Toll gemacht! Super! Das Alles geht leider moralisch völlig am Thema vorbei, weil zumindest eine ausgewiesene und vom Verfassungsschutz beobachtete linksextremistische Band, welche auf unser Land, mit Verlaub, einen großen Haufen macht, dort auftritt. Im Ergebnis also staatlich unterstütztes linksextremes Gedanken- und Kulturgut gegen vermeintliche rechtsextreme Gesinnung bei einer Demonstration der Bevölkerung gegen berechtigte Ängste mittlerweile seit 2015 nicht vorhandener realer Lebensgefahren deutscher Bürger durch im wesentlichen muslimische Flüchtlinge. Ich bin mir nicht sicher, ob ich einer der wenigen bin, welcher sich außerhalb des langsam kochenden Topfes befindet. Aber er wird überkochen und alle, die sich dort drin befinden, werden dies nicht mehr erleben.

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dernameistprogramm 04.09.2018, 09:14
51. Informieren hilft...

Zitat von ja, Versteher :-)
... könnten sich folgende Gedanken machen: Warum wurden alle rechten Veranstaltungen verboten? Während ja doch umgekehrt der rechte Demonstrationszug nicht wie geplant stattfinden konnte wegen der linken Gegendemonstranten? WARUM?
... beides ist ordentlich begründet, dokumitiert und auch öffentlich zugänglich gemacht. Was hat Ihr Beitrag hier eigentlich mit dem Artikel auf spon zu tun? Ich vermute mal: Sie wollen doch eigentlich nur diese schöne Veranstaltung mehr oder weniger direkt diskreditieren. WARUM? PS: es waren nicht "linke Demonstranten", sondern die Mitte der Gesellschaft, die sich endlich, wenn auch vorerst nur zaghaft, erhebt! Merksatz: alles was links von rechts ist, ist nicht nur links.

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gekreuzigt 04.09.2018, 09:15
52. Ich habe allerorten gelesen und gehört,

es handele sich um ein Konzert gegen rechts. Nicht gegen Rechtsextremismus. Das macht dann allerdings schon einen Großteil der heutigen Kommunikationsprobleme aus, die übliche Gleichsetzung von rechts und rechtsextrem. Wenn dann noch eine Band spielt, die in einem Liedtext meint, dass die nächste Polizeiwache nur einen Steinwurf entfernt sei, muss eben Jeder von den sehr zahlreich angereisten Auswärtigen für sich entscheiden, ob das die Welt ist, in der er leben will.

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nordschaf 04.09.2018, 09:15
53.

Zitat von ardbeg17
Solange wir uns nicht ernsthaft mit den Ursachen der Befindlichkeiten der Pegida-Basis auseinandersetzen, wird diese Bewegung nicht kleiner werden. Da können wir uns im Westen noch so toll finden und noch so viele Rockkonzerte veranstalten.
Die Befindlichkeiten dieser Bevölkerungsgruppe (oder müsste es nach deren Verständnis evtl. "Volksgruppe" heissen?) sind aber eine irgendwie knifflige Gemengelage. Irgendwann in den letzten Wochen war hier auf SPON ein Interview mit einem Soziologen/Politologen, der den diversen rechten Gruppierungen (inkl. den Trump-Anhängern) eine gewisse Lust an Weltuntergangsszenarien attestiert hat. Offenbar ist Angst etwas, das diese Leute im Übermaß haben. Das mag vor dem Hintergrund des Zerfalls der Sicherheit und berechenbaren Zukunft, die die ehemalige DDR geboten hat, auch verständlich sein. Die Jahre nach der Wiedervereinigung waren sicherlich für viele kein Zuckerschlecken. Mittlerweile befinden wir uns aber im Jahr 29 nach Wende und die Welt ist trotz des Zuzugs von ca 800.000 Flüchtlingen in 2016 nicht untergegangen. Weder sind die Spielekonsolen knapp geworden, noch werden mehr Autos gestohlen oder wären die Krimialitätsstatistiken (abgesehen von rechts motivierter Gewalt) in den Himmel geschossen. Die Ost-Bundesländer bekommen noch immer den Soli, Löhne und Renten sind weitgehend angepasst und es leben dort Prozentual weniger Ausländer als in den West-Bundesländern. Sie mag nicht perfekt sein, aber wir leben hier in DE in einer ganz gut funktionierende Demokratie. OK, wir müssen im Bereich Soziales deutlich etwas tun und die Wirtschaftshörigkeit angehen. ABer im Großen und Ganzen funktioniert der Laden. Und trotzdem scheint Angst der vorherrschende Grund der Aggressivität und des Misstrauens zu sein. Dies gepaart wie gesagt mit einer Lust an Weltuntergangsszenarien. Man müsste den Leuten also beibiegen, optimistischer in die Zukunft zu sehen und weniger Angst vor Veränderungen zu haben. Aber wie soll das gehen, frage ich mich? Tja, wenn man auf Luther verweisen könnte, der auch beim drohenden Weltuntergang noch ein Apfelbäumchen pflanzen würde, dann vielleicht.. aber die selbst ernannten Bewahrer des Abendlandes vor der "Umvolkung" sind ja nur zu einem Bruchteil wirklich selbst Christen... Woran glauben die selbst nur??

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willi.thom 04.09.2018, 09:16
54.

wenn die "Guten" kommen, werden die Besucherzahlen hoch gerechnet, wenn die "Bösen" kommen, herunter. Wenn die AfD zu so einem Konzert aufgerufen hätte mit bekannten Bands, wären auch zehntausende gekommen. Machen wir uns doch nichts vor: die Deutschen hatten es schon immer schwer, die gesellschaftliche und damit auch die politische Mitte zu finden. Man sieht es auch an der SPIEGEL- Kolumne von Herrn Augstein, er schreibt darunter: im Zweifel links.

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okrogl 04.09.2018, 09:16
55. Naja

Genausogut hätte man Freibier mit der Aufschrift "Für Buntheit" verteilen können. Hätte auch jeder mitgenommen und ich wette, bei diesem kostenlosen Konzert waren auch genug AFDler unter den Gästen. ;)

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ceen 04.09.2018, 09:18
56.

Heute wird davon den Kollegen und Kommilitonen erzählt, schon morgen ist es im Schatten des nächsten Spasskonzertes. Durch Rock Konzerte ändert sich exakt nichts.

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C.Rainers 04.09.2018, 09:19
57. Ja schön

70.000 Leute die an einem Montag Zeit für ein Spontankonzert haben. Das ist ja mal eine repräsentative Protestbewegung von Schülern und anderen Gutsituierten die sich solche Sperenzchen leisten können zu einem völlig überflüssigen Thema. Gegen Rechts , wenn es rechtswidrig ist, soll der Staat handeln. Ist es nicht rechtswidrig....? Genauso gut kann ich gegen den täglichen Anbruch der Nacht demonstrieren

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fluxus08 04.09.2018, 09:19
58. Wie hoch war jetzt nochmal der Anteil der Zuschauer,

die nicht aus Chemnitz kamen, sondern aus anderen Teilen der Republik?
Solange die immergleichen Künstler immergleiche Phrasen dreschen und kein Rückgrat haben, sich auch eindeutig gegen Linksextremismus zu positionieren, kann ich Campino und Konsorten nicht ernst nehmen.
Und was für ein Zufall, dass bei Marteria und Caspar das neue Album kurz vor der Veranstaltung heraus kam. Das kommt mir sehr bekannt vor, als man bereits die deutsche Version von "Do they know it's Christmas?" produzierte und "zufällig" 11 Künstler von denen auch gerade ihr neues Album und/oder eine neue Tour promoteten.
Ihr seid wirklich selbstlos.

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egoneiermann 04.09.2018, 09:22
59.

Zitat von c00
... das Skandieren der spanischen Antifa-Parole fand ich unglücklich. War das Konzert nicht "die Mitte der Gesellschaft gegen Nazis"? So wurde es dann doch zu "links gegen rechts" :-( Ein Bärendienst!
Aus Sicht der Nazis sind alle anderen links, also auch die, die sich hinter konservativ verstecken. Es gibt Zeiten, da muss man sich in der rechten Mitte eben entscheiden, ob man mit oder gegen die Nazis kämpft. Der Spanische Bürgerkrieg war so ein Moment, oder auch die Ermächtigungsgesetzte, wo sich vor allem die evangelische Mitte lieber hinter Hitler versteckte als gemeinsam mit SPD und KPD zu kämpfen.

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