Forum: Kultur
Rätselhafter Gerhard Richter: Rakeln und Orakeln
DPA

"Mit dem Rest sollen sich Analytiker beschäftigen": Gerhard Richter ist der teuerste deutsche Maler - und der, der am schwierigsten zu fassen ist. Eine Annäherung.

Seite 1 von 2
inge-p.1 30.06.2018, 22:16
1. Das schmerzt

" Gerhard Richter ist der teuerste deutsche Maler" - Die Überschrift und der Artikel wird Georg Baselitz schmerzen. Der, der sich seit Jahren bemüht, Richter von Thron zu stürzen, wird sich mit dieser "Niederlage" abfinden müssen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
upalatus 01.07.2018, 02:34
2. The big Malarkanum

Richter machts richtig. Nicht zu fassen (warum sollte er auch), die eigentliche Arbeit nach Malerei tun mit Freude/Inbrunst andere, und offensichtich hat er seine Freude an Tiefgründfragestellern. Dabei kommt der Mann recht zivil daher, und nicht so aufgezwirnt + Lüppertzstöckchen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
BrunoGlas 01.07.2018, 03:09
3. Herr Richter, wie würden Sie ihre Haltung beschreiben, die sich ....

Muss das sein, wenn ein Redakteur solche Fragen stellt. Mir ist eigentlich unverständlich, wie man sich einem derart in der modernen Kunstgeschichte eingeführten Maler mit so naiver Interviewtechnik annähern kann. Mich wundert nur, dass Herr Richter hierbei nicht ironisch geworden ist und auch noch so brav geantwortet hat.

Selbstverständlich kann man das Phänomen der gefühlten Unschärfe bei Gerhard Richter in allen ihren Facetten beschreiben, wenn man der Wahrnehmung fähig ist. Im Grunde gibt es eine direkte Verbindung von Richters berühmtesten Bild "Ema – Akt auf einer Treppe“ von 1966 zu allen Folgewerken bis heute, eingeschlossen dem Fenster im Südquerhaus des Kölner Domes, welches auf dem computergenerierten Prinzip der 4096 Farben beruht: https://www.gerhard-richter.com/de/art/paintings/abstracts/colour-charts-12/4096-colours-6089

Zum Beispiel drückt sich die Unschärferelation bei dem Richter-Fenster in einer radikalen - sich permanent selbst generierenden - zweidimensionalen Ikonografie des Computers aus, die als scheinbar unendliche Zahlenfolge der 4096 Farben in den dreidimensionalen Andachtsraum projiziert wird. Dies macht es dem Betrachter schwer, denn üblicherweise liest man ein Kunstwerk in etwa wie ein Buch, also von links nach rechts, oder man orientiert sich an der Raumperspektive oder an der eigenen Bewegungsstatik. Hier funktioniert dies aber alles nicht mehr.

Richter entzieht sich solchen Gewohnheiten der Wahrnehmung, seine Kunstwerke erlauben nirgends Fixpunkte, es entsteht kein Anfang oder Ende. Gleichzeitig zeigt sich ein unterkühlter Aspekt einer gefühlten Vergänglichkeit in allen seinen Kunstwerken, in die der Betrachter stets emotional mit hinein gezogen wird. In allen Werkgruppen bis hin zu den lang gestreckten Streifenbildern entsteht somit jeweils immer eine neue Form der Unschärfe, die durchaus lesbar ist, wenn man sich darauf einlassen kann. Insofern hätte die Redakteurin durchaus einen roten Faden in der Hand haben können, um Gerhard Richter etwas intelligentere Fragen zu stellen, hat sie aber nicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dasfred 01.07.2018, 04:12
4. Nicht, dass das jetzt abwertend klingt,

aber ich würde viele Richter Gemälde statt platt an der Wand lieber auf Textilien übertragen sehen. Vom Kleid über Vorhänge bis zum Möbelbezugsstoff würden viele seiner Bilder eine neue Raumwirkung entfalten. Es ist einfach das Gefühl, dass diese abstrakten Farbkompositionen auslösen, dass mich denken lässt, ich möchte mich lieber mit ihnen umgeben, als mich in einer Halle davorzustellen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
janowitsch 01.07.2018, 08:43
5.

Der Kunstmarkt ist zum Anlagemarkt verkommen. Es geht nicht um Kunst, sondern um Namen und Anlageobjekte, die dann in irgendwelchen Depots herumstehen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bmvjr 01.07.2018, 09:30
6. Verbales Gold

Die Antworten Richter's sind einfach wie Gold, ohne Schnoerkel, ohne intellektuelle Aufgeblasenheit, ohne den Wortschatz des vermeintlichen Kunstkenners, ohne subtile Andeutungen von Tiefen wo es keine gibt. Der Mann malt gern, das war's. Der Hype um seine Gemaelde wird von den Pseudos im Kunstmarkt kreiert und gefuettert, wohl auch weil es gut fuer die Preise ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ekel 01.07.2018, 09:59
7. Langweilig

In Zukunft werde ich mir Interviews mit Richter also sparen.
Er hat keine Lust drauf und gibt deshalb auch keine verwertbaren Antworten. Woe ein vierjähriger, der eigendlich sagen soll, was er Essen will, aber einfach immer wieder sagt, dass er jetzt Malen will.
Anscheinend denkt er sich wirklich nicht viel beim Erschaffen seiner Kunst, sondern macht einfach, worauf er Lust hat. Schön für ihn, dass er davon leben kann.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
charly05061945 01.07.2018, 10:22
8. Richter

Ist das Kunst oder kann das weg? Ist das die Leinwand an der Herr Richter seine Pinsel saubergewischt hat?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Christianvon Lothka 01.07.2018, 10:37
9. vage?

Sie schreiben, Richter bliebe vage. Vielleicht ist er ja einfach nur ehrlich und schüttet sich innerlich aus vor Lachen, was die "Analysten" da so alles zusammeninterpretieren...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 2