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Rambo-Film "Last Blood": Der Gott des Gemetzels
Universum

Davon träumt Trump: In der brutalen Rachefantasie "Last Blood" zieht der alt gewordene Kino-Rächer Rambo noch einmal in den Krieg, diesmal gegen Mexikaner-Schurken an der Heimatfront.

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hefe21 19.09.2019, 10:56
1. Rambodscha

"Lass das sein, sagt Rambo, der manchmal sehr leer in die Ferne stiert und ein bisschen crazy wirkt:"

Wieso manchmal? Das Stieren hat Stallone ja noch bei jeder seiner Kunstfiguren zur Kunstform erklärt. Teil 2 und 3 von Rambo wurden schon in diversen Parodien humoristisch "überhöht", das stand damit aber auch im "letztlich ausbeuterischen Verwertungszusammenhang", der jedoch ohnehin die Geschäftsgrundlage von Tinseltown ist.
Teil 4 war ein Schnittdebakel, also ein gefundenes Fressen für die SchleFaz-Programmierer. Stallones brüchig gewordene Synchronstimme von Thomas Danneberg passt aber sicher wieder gut zu seinem "Verfall" - er hat ja schon dessen winseligen Schlussmonolog in Rambo I bestens "hingeschmiert".
First Blood bleibt aber natürlich ein Monolith, von Kamera, Soundtrack bis Synchronisation makellos. Im Branchensprech ein "Iceblue Movie". Kunststück bei den blaukalten Bildern von British Columbia. Hatte auch den großen Vorteil, dass David Caruso damals noch nicht die Sonnenbrille ins Gesicht gewachsen war.

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observerlbg 19.09.2019, 11:12
2. Diese Filme laufen immer gut....

Der Hauptcharakter ist bekannt und einfache Lösungen werden Derzeit ja bevorzugt. Also her mit dem Rächer der Entnervten, dem Beschützer..... Rambo dient halt immer dem Zeitgeist.

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barklug 19.09.2019, 11:13
3. Ach bitte!

Das ist Rambo! First Blood war sicherlich etwas tiefgängiger als die Episoden in Afghanistan oder Südostasien, aber es ging um John Rambo, der Kloppe verteilt. Was heißt eigentlich "modernisierte Feind- und Angstbilder[n]"? Lateinamerikanische Syndikate waren schon in den Achtzigern ein bewährtes Motiv. Und was ist mit Tony Montana? Muss man eigentlich überall über gesellschaftliche Defizite sinnieren? Es wird niemand Rassist weil er Rambo guckt, und Rassisten brauchen auch keinen Rambo um ihre Vorurteile zu festigen.

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räbbi 19.09.2019, 11:18
4.

Naja das Drehbuch, in dem Rambo mexikanische Drogendealer meuchelt erfand eigentlich schon Steven King in The Stand.
"Rambo IV - The Fire-Fight".
Ein kleiner Wegwerf-Gag. Ein paar Figuren haben Zeit totzuschlagen und sehen sich nen Film an.

Davon ab: was hat man erwartet? Ich freu mich drauf.

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Aberlour A ' Bunadh 19.09.2019, 11:19
5. Rambo ohne lange Haare??? Geht ja gar nicht!!!

Erstmal zu Berichtigung: der erste "Rambo"-Film hieß "First Blood". Und Regie führte nicht Sylvester Stallone, sondern Ted Kotcheff. Der Film entstand auf der Romanvorlage gleichen Titels von David Morrell. Und wie im Buch, sollte auch hier ursprünglich der "Held", der in "First Blood" keiner sein will, erschossen werden. Dann hat man sich aufgrund negativer Publikumskritiken in den Testvorführungen für ein anderes Ende entschieden. Und die unerquickliche Fortsetzungsreihe konnte ihr Unheil anrichten. Denn "First Blood "is a different animal".
Ein sehr guter Film über einen "Outcast", "Punk", "Landstreicher", der vom Sheriff (großartig: Brian Dennehy) in "First Blood" auch als solcher bezeichnet wird und aus dem sauberen Örtchen an der amerikanischen Westküste vertrieben werden soll. Eine Allegorie auf das Schicksal vieler Vietnam-Veteranen. Nochmal zu den langen Haaren: traut man sich im Jahre 2019 nicht mehr den Titelheld mit langen Haaren zu zeigen? Oder hat man Angst, Stallone könnte heute mit langen Haaren aussehen, wie einer dieser Biker-Opas, vor denen uns unsere Eltern immer gewarnt haben?

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okulüt 19.09.2019, 11:52
7. Thomas Danneberg

Thomas Danneberg hat sich aus gesundheitlichen Gründen leider aus dem Synchrongeschäft zurückgezogen. Jürgen Prochnow wird ihn als deutsche Stimme von Sylvester Stallone ersetzen. Prochnow war allerdings auch schon in Rocky 1 und 2 Stallones Synchronsprecher. Dem Trailer nach zu urteilen macht er seine Sache verdammt gut. Ich freu mich auf den Film. Politisch unkorrekte Ballerorgie. Das klappte in den 80ern schon so herrlich.

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browserhead 19.09.2019, 12:01
8. Last Botox

Der "Gott des Gemetzels" ist eher der Großvater des Gemetzels, Stallone hätte der ewigen cash cow spätestens bei "John Rambo" das Gnadenbrot spendieren können. Aber wie bei "Rocky" wird die Serie gnadenlos ausgemolken: absolut vorhersehbare Story mit Action-Heldentypen, die längst "expendable" sind (wie sich so eine Altherren-Haudraufparty für die Leinwand noch (selbstironisch?) nannte.
Ob Rocky oder Rambo, diese Stallone-Helden waren immer - spätestens in den Sequels - auch reaktionäre Scharfmacher gegen Fremde und Kommunisten - man erinnere sich an Rambo II, gegen den die Friedensbewegung Sturm lief oder Rocky IV mit Dolph Lundgren (und Stallones Kurzzeit-Gattin Brigitte Nielsen) als zu besiegende sowjetischer Kampfmaschine Ivan Drago. Das Tragische ist, dass der Kalte Krieg mit Rocky und Rambo zu Ende ging und Stallone das irgendwie so gut verarbeitet hat wie Rambo den Vietnamkrieg. Dass sein neuer Film dann noch einmal die altbekannten Latino-Feindbilder poliert (skrupellose Fieslinge, Killer, Drogenhändler, Mädchenschänder) macht im Kontext der Trump-Mauer-Politik natürlich noch einmal eine unglückliche Figur.
Freilich: mit Trumps Mauer wäre das nicht passiert: auch Rambo reist illegal in die USA ein - mit dem Pickup walzt er den mickerigen Grenzzaun einfach nieder um seinen sterbenden Schützling (mit einem mexikanischen Vater und einer mexikanischen Mutter die als Rambos Haushaltshilfe arbeitet, dürfte Gabrielle wohl auch "illegal" oder bestenfalls "Dreamer" sein, "nach Hause" auf die Ranch in Arizona. Vielleicht kann man Stallones geriatrisches Nachbeben so gar als Kritik an Trump verstehen???

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Stereo_MCs 19.09.2019, 12:27
9. Falken

Rambo, mal wieder "inspired by Pentagon". Und da finde ich den Autor doch etwas naiv, wenn er Rambo I andichtet, etwas kritisch mit dem US Militär umzugehen.
Rambo I unter Reagan wurde natürlich vom Pentagon mit hergestellt. Rambo II und III natürlich auch.
Zu glauben, dass dort kritische Aspekte auf das US Militär aufkommen, ist, wie schon gesagt, naiv.
Das Pentagon ändert sogar ganze Dialoge oder streicht Sätze wenn sie ihnen nicht passen. Selbst in James Bond Filmen schon geschehen.

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