Forum: Kultur
Rassismus: Das Ende des German Dream
Valerie-Siba Rousparast

Immer nur deutsche Berufstätige leiden an Burn-out - warum? Vielleicht ist der Erschöpfungszustand für viele Migranten so sehr Normalität, dass kaum Diagnosen erfolgen. Ein Auszug aus dem Sammelband "Eure Heimat ist unser Alptraum".

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haresu 18.02.2019, 08:25
50.

Zitat von japhet
Der Großvater habe jahrelang Siebentagewochen gearbeitet, in der Fabrik - in Deutschland. Geht es noch drastischer?
Wenn es zutrifft ist es schlimm, wenn man es dann schreibt ist das nicht "drastisch" sondern die Wahrheit.

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Patrik74 18.02.2019, 08:25
51. Mitnichten

Zitat von
Migration ist immer ein Versprechen auf ein besseres Leben, einen German Dream.
Nein, es ist allenfalls die Hoffnung auf ein besseres Leben.

Es ist schon ein schöner semantischer Trick, sich aus der Verantwortung für die eigenen Entscheidungen herauszuschummeln, indem man implizit unterstellt, man sei einem "Versprechen" gefolgt, und daraus wohl den Anspruch abzuleiten, dass die aufnehmende Gesellschaft dieses nun zu erfüllen habe.

Zitat von
Deutsche werden nicht in weit entfernte Länder abgeschoben, weil sie nicht genug verdienen. Migrant_innen schon. Lohnarbeit ist für viele Menschen die einzige Rechtfertigung dafür, dass sie in diesem Land leben dürfen.
Nun, auch dafür gibt es eine denkbar einfache Lösung: Einen Antrag auf Einbürgerung stellen; wer vorgeblich 40 Jahre lang 7 Tage die Woche im Stahlwerk arbeitet, dem sollte der Nachweis eines dauerhaften Einkommens nicht schwerfallen. Wer das nicht will, kann sich schwerlich darüber beklagen nicht dazuzugehören...

Insgesamt ein schwacher Text. Ja, es gibt in Deutschland Rassismus - wer würde das in Zeiten der AfD negieren - aber hier wird doch sehr die Schuld für die eigene Unbill nur bei "den anderen" gesucht.

Erinnert etwas zu sehr an einen trotzigen Teenager für meinen Geschmack.

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fellownpc 18.02.2019, 08:26
52. Teil 2

Leider hat Frau Aydemir noch nichts von dem "Teile-und-herrsche-Spiel", das mit unkontrollierter Masseneinwanderung einhergeht, verstanden. Wer profitiert denn von dieser Einwanderung? Die Migranten? Nein sicher nicht, sie werden aus Wirtschaftsinteressen entwurzelt und müssen den Rest ihres Lebens in der Fremde verbringen, weder hier noch dort richtig zu Hause. Der deutsche Bürger? Mitnichten. Er erlebt die Externalitäten, durch Parallelgesellschaften, Entfremdung, Kriminalität und Querfinanzierung. Gerade bei Querfinanzierung würde sich Frau Aydemir mit Sicherheit empören, doch das ist die Realität. Mehr als die Hälfte aller Hartv IV Empfänger hat Migrationshintegrund, die "Flüchtlingskrise" kostete und kostet Milliarden, in den Gefängnissen sitzen mehr als ein drittel Ausländer, für Migranten dürfen gar keine Statistiken mehr erfasst werden. Ganz zu schweigen die ganzen Kosten für Exekutive und Judikative. Aber um Frau Aydemir zu beruhigen: es gibt kein guter Migrant, böser Migrant, gemessen am Jahresbrutto, für den normalen Bürger. Auch ein arbeitender Migrant ist für ihn nicht gut. "Sie nehmen uns die Jobs weg". Ja, ist zwar vielleicht nicht sehr diplomatisch formuliert, aber leider trifft es den Kern: mehr als die Hälfte der neu geschaffenen Stellen im letzten Jahr wurde durch einen Ausländer besetzt, auch hier wieder von Migranten ganz zu schweigen. Wie soll sich denn ein Deutscher mit niedriger Qualifikation fühlen? Überall steht er in Konkurrenz mit immer mehr Menschen, weil der Staat den Markt für die gesamte Welt öffnet. Seien es Arbeitsstellen, Wohnungen oder sonst was. Und das bezieht sich, im Gegensatz zu den kruden hier aufgestellten Behauptungen, nicht nur auf die Jobs, die kein Deutscher machen will, sondern das geht auch ganz oben weiter. Gehen Sie mal in ein deutsches Krankenhaus und sagen Sie mir wie viele Ärzte ohne Migr. Hintergrund da noch sind!
Insofern stimmt beides: für den Deutschen ist beides schlecht, da entweder das Angebot auf dem Arbeitsmarkt immer weiter steigt, was den Gleichgewichtspreis, sprich Lohn, senkt oder er muss die Leute auch noch querfinanzieren.
Und so geht das Spiel immer weiter: anstatt sich mit den Verfehlungen der Politik zu beschäftigen (sei es hier oder im ehemaligen Heimatland) oder auch mit den eigenen, nein, da wird systematischer Rassismus in Schulen und Unternehmen unterstellt. Das gleiche gilt natürlich auch für Deutsche. Arbeitet euch nicht an Migranten oder Ausländern ab, sondern an den Regierungen der letzten Jahrzehnte. Die haben diese Zustände bewusst herbeigeführt und es geht bergab. Herzliche Grüße

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orientmoccident 18.02.2019, 08:29
53. Wo sind die Bürgermeister die Ali heißen?

Fatma hat mit dem Artikel, wenn auch in einigen Passagen etwas überzogen, einen Nerv getroffen. Gehen Sie doch mal in eine Xbeliebige Behörde und ermitteln mal den Anteil an Sachbearbeiter-innen, Abteilungsleiter-innen, Direktor-innen .....ganz abgesehen von den Gemeindeposten oder wieviele Landräte-innen und Bürgermeister-innen kennen Sie mit Migrationshintergrund? Menschen mit Migration hatten in diesen Bereichen nie eine ehrliche Chance .

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quantumkosh 18.02.2019, 08:46
54. Pardon..

...aber auf den Artikel bezogen ist "Migrantenbonus" bei einem "Großen deutschen Fernsehsender" (sofern es sich um einen öffentlich-rechtlichen handelt) genau das, dort wird nach Vorgaben seelenlos nach Quoten besetzt, ähnlich der BAME Schlüsselung bei Filmrollen (hier macht man dies allerdings um verschiedenen Absatzmärkte bedienen zu können), mit Mehrleistung für dasselbe Geld hat das rein gar nichts zu tun. Ansonsten fällt mir zu dem Artikel eigentlich nur ein: Hallo Klischeedenken.

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kingofmars 18.02.2019, 08:48
55.

In dem Artikel steck viel literarisches Talent und viel Wut, aber auch viel Halbwahrheit:

Ich war damals nicht dabei, aber ich kann mir nicht vorstellen dass jemand die Gastarbeiter gezwungen hat nach Deutschland zu kommen und sie dann hier festgehalten hat. Also warum kamen sie (und blieben)? Vermutlich, weil es Zuhause noch beschissener war.

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ernesto c 18.02.2019, 08:49
56. Haltlose Verallgemeinerungen

'Wenn ich mich umschaue, sehe ich in diesem Land niemanden, der so hart arbeitet wie Migrant_innen.'
Natürlich gibt es faule Deutsche, und natürlich gibt es faule Migranten. Und es gibt faule Deutsche und faule Migranten, die sich nur allzugern in den dichten Maschen des deutschen Sozialstaates auffangen lassen. Aber mit haltlosen Verallgemeinerungen, wie zitiert, wird keine Debatte angestossen, das sind Verallgemeinerungen, die falsch und zur Emotionalisierung geeignet sind - von Rechten freudig aufgegriffen.

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haresu 18.02.2019, 08:52
57.

Zitat von Marino123
Hier wird wieder versucht, bei den autochthonen Deutschen ein schlechtes Gewissen zu erzeugen. Es gibt so etwas wie einen kulturellen Egoismus, ähnlich dem individuellen Egoismus. Den gibt es auf der ganzen Welt bei allen Kulturen. Das ist bei der türkischen Kultur nicht anders.
Sorry, aber das ist nichtssagend und zynisch. Was Sie meinen hat auch nichts mit irgendeiner Kultur zu tun sondern nur mit Egoismus, mit Ausbeutung, weil man die Macht hat auszubeuten. Was Sie autotochthon nennen meint in Wirklichkeit nur die Verteidigung eines Status quo, der übrigens überhaupt nicht aufrechtzuerhalten wäre, ohne die Ausbeutung der sogenannten Entwicklungsländer. Ihr Egoismus ist in Wirklichkeit nicht auf Deutschland begrenzt, schon von daher ist das Argument der Alteingesessenheit verlogen. Falsch ist es aber sowieso immer, denn es gibt doch wohl nicht wirklich irgendein Recht, Neuankömmlinge, Menschen über die man Macht hat weil sie in Not sind, schlechter zu behandeln, nur weil man es kann. Und das wollen Sie dann auch noch Kultur nennen? Ich nenne es Schande.

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bebreun 18.02.2019, 08:54
58. Es gibt positive und negative Beispiele

Wenn sich die Autorin in ihrer Berufslaufbahn an Vorbildern wie Pinar Ataly oder Swasan Chebli orientiert kann es schon sein, dass sie diesen Erfolg nicht auf die Schnelle erreicht. Das geht aber den meisten Deutschen genauso. In meiner Firma sind türkischstämmige Ingenieure ebenso wie aus Indien kommende gleichgestellt und genauso gut bezahlt wie die deutschen. Auch da kann ich die beschrieben Unterschiede nicht nachvollziehen. Für mich zeigen die oben genannten und viele andere erfolgreiche Migranten genau das Gegenteil der äußerst klischeehaft beschriebenen Welt in Deutschland.

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chrisol 18.02.2019, 09:05
59. Danke

Fatma für diesen Artikel. Ich erkenne meine und die Geschichte meiner Eltern in deiner Erzählung wieder. Als in Deutschland geborener Sohn von Gastarbeitern wurde ich in meiner Heimatstadt nie als Deutscher angesehen. Selbst meine besten Deutschen Freunde haben mich immer als Ausländer gesehen. Das war halt so in dieser Kreisstadt in Niedersachsen. Das du dort geboren bist, andere Länder nur vom Urlaub kennst, die Deutsche Sprache sprichst, vom Kindergarten bis zum Abitur das komplette deutsche Bildungssystem über dich ergehen lassen hast. Das alles ist nichts im Vergleich zu deiner rassischen Herkunft. Denn diese hat in den Augen der Biodeutschen entschieden: Du bist un bleibst ein Ausländer. Ich hatte einen Freund dessen Vater Italiener und Mutter Deutsche waren. Da war die italienische Hälfte auch ausschlaggebend für die Community. Ich weiß nicht, ob sich das bei den neuen Generationen verbessert hat, ich selbst bin 1980 geboren und wohne schon seit 11 Jahren im Ausland. Hier ist der Rassismus nicht mal annähernd so tief verwurzelt wie in meiner Heimat, allerdings sind die Leute hier nicht so *fleißig* wie die Deutschen und haben kein vernünftiges *Geschäftsmodell*.Ironie off.

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