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Rassismus in Deutschland: Hört uns endlich zu
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Rassismus ist ein alltägliches Problem in Deutschland. Dank Özil und #MeTwo wird endlich offen darüber debattiert. Doch anstatt zuzuhören, versuchen manche, die Debatte ins Lächerliche zu ziehen.

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Wütender_Bürger? 30.07.2018, 20:08
120. Debattenfrust

Vorab: Ja, ich habe Klischees und ja, es gibt bestimmt eine Rassismus-Definition, die mich umfasst. Aber, ich bin willens, das abzuschmelzen. Daher lese ich mir Herrn Kazim Ausführungen gerne durch. Leider ist es aber wieder mal so, dass ich nichts Neues dabei erfahren habe. Stattdessen bleibt einmal mehr dass schale Gefühl, dass um das, was nicht zuletzt hier im Forum von Typen wie mir als Störgefühl formuliert wird, ein großer Bogen gemacht wird. Und das sind einige unbequeme Beobachtungen. Denn wenn mich “der Migrant“ nervt, dann meist deshalb, weil “ihm“ augenscheinlich vieles von dem, was Deutschland erfolgreich und damit für Migranten erst attraktiv macht, schnurzegal ist. Dazu zählt ich immer noch die ach so spießigen Tugenden wie z.B. die Bereitschaft, sich einfach mal an Regeln zu halten (z.B. im Verkehr oder auch nur beim viel verspotteten Mülltennen) oder Zurückhaltung im öffentlichen Raum statt aggressivem Machogehabe.
Ob man an solchen Fragen die Bewertung eines Menschen festmachen sollte, mag man diskutieren. Dass aber das regelmäßige Verstoßen gegen solche Werte bei Einheimischen, für die sie immer noch eine Selbstverständlichkeit sind, zu Befremden, Frust und irgendwann auch Wut führt, ist nicht verwunderlich

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leiendeu 30.07.2018, 20:14
121. Lieber Herr Kazim

Vor einigen Jahren haben sie noch folgenden Tweed veröffentlicht: 'Gewöhn dich dran: Wir sind hier, werden immer mehr und beanspruchen Deutschland für uns. Ob du willst oder nicht.' Jetzt fordern sie in dieser Kolumne, dass wir doch bitte zuhören und uns ihnen zuwenden. Wir wenden uns ihnen also zu und danach beanspruchen sie Deutschland ganz für sich. Integration funktioniert so nicht - beide Seiten müssen aufeinander zugehen. Ihre scheinheiligen Sprüche bringen uns nicht weiter und werden ins Leere gehen.

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lupo44 30.07.2018, 20:28
122. Halloi Herr Kazim,was ist das für ein populistischer Beitrag......

wir Alle hier im Spiegel Forum wollen doch mit unseren Beiträgen gerade mit guten Beiträgen unseren Beitrag leisten für Verständigung und Aufmerksamkeit für das Andere zuz entwickeln.In ihrem Beitrag erlese ich nur Verständnis für die Menschen die zu uns gekommen sind in ihrer not . Kein Wort von deren Entgleisungen ,Kein Wort von 60 000 eingesperrten Ausländern in deutschen gefängnissen .Grund Konflikte meist mit unseren Grundgesetz.Wir müssen schon fair mit einander umgehen und bei solchen Veröffentlichungen uns den Regeln der Netiquette unterziehen.Wissen Sie es gibt da noch ein paar anregungen zu ihren Beitrag.Es leben derzeitig 18 Millionen Menschen unter uns mit Minigrationshintergrund und es werden noch viele mehr werden. Ab den 1.August können nun endlich 1000 Familienangehörige nach Deutschland nach ziehen.Im Libanon sollen sich schon rund 60 000 eingetragen haben um denen zu folgen.Ich würde alle nachziehenlassen.Alle auf einmalmit der Unterstützung ihrer hier lebenden Familien.Aber meine Frage die sich daraus ergibt sehr geehrter Herr Kazim ist ja eine logische "Warum kommen soviele Menschen hier her nach Deutschland ?" Das Land der Rassisten,der Nazis ,der Rechtspopulisten.Ich kann es Ihnen sagen ,weil ihre negative Propaganda überhaupt nicht den tatsachen entspricht.Ein Volk wie die Deutschen die seinen Gästen 600 Moschen bauen lässt um ihren Glauben nach zu gehen kann nicht Rassistisch sein.Bei 82 Millionen Menschen sind natürlich immer ein paar Idioten bei ,aber der größte Teil meines Volkes ist Friedferig und Solidarisch.Ihr nächster Beitrag wir bestimmt ein Besserer,

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NewYork76 30.07.2018, 20:40
123. #HashDepp

Nur kurz:

1) Total ueberzogene Diskussion. Klar gibt es Probleme mit Migranten in Deutschland, aber die Gruende sind vielvaeltig und Ursachen auf beiden Seiten zu suchen.

2) Was soll denn dieser hashtag #MeTwo denn bedeuten. Das macht null Sinn! #MeToo funktioniert, da hier Menschen Beschreiben, dass sie gleiche/aehnliche Erfahrungen gemacht haben (MeToo = Ich auch).
Aber was soll den "Ich Zwei" bedeuten. Wenn es #Me2 waere, dann ginge es ja noch, da man 2 (two) oft als Abkuerzung von "too" verwendet. Aber #MeTwo geht garnicht! Sorry, aber das musste raus...

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nico211 30.07.2018, 20:47
124. Rechte beschweren sich

Also, wenn ich (in einem Viertel, mit 80-90% Ausländeranteil als Kartoffel, Scheissdeutscher und sonstwas beschimpft wurde, dann bin ich rechter?

Die Ausgrenzung im gesamten Alltagsleben, auf dem Schulhof und Heimweg ist nicht systematisch?
Wenn Kinder sich nicht zur Schule trauen, wenn man seine Freundin nicht ein einziges mal alleine durch die Gegend laufen lassen kann, dass ist nicht systematisch?
Oder wenn die deutschen Läden ausgehungert und beklaut werden, bis sie schließen und bei (der alljährlichen) Randale jedes Geschäft demoliert ist außer der Gemüseladen und der Kulturverein, das ist nicht systematisch..?

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Bananenschale 30.07.2018, 21:02
125. Über Dtl. oder mit Dt.?

Zitat von Emma Fairfax
Englisch ist die Weltsprache, die (fast) jeder in der Schule erlernt hat, die daher die höchstmögliche Reichweite erzielt. Wollen Sie Herrn Özil dazu verpflichten, seine Beiträge - die Sie selbst witzigerweise 'statements' nennen - in alle gängigen Sprachen zu übersetzen?
Mit der englischen Sprache ist es so eine Sache. Die Wenigsten beherrschen Sie fluent. Ich kann schwierige, vielschichtige Themen nicht auf Englisch diskutieren. In der Formulierung einfach gehaltene englische Texte verstehe ich. Nur häufig bedeutet es ein erheblicher Zeitaufwand, einen solchen Text wirklich genau zu folgen.

Es Özil macht klar: Er will nicht mit Deutrschen. kommunizieren sondern mit einer tatsächlichen oder vermeintlichen Welt-Elite über Dtl. Es will sich schlicht ausheulen. Das darf er. Aber muß ich ihn noch zur Kenntnis nehmen? Wenn nicht, ist die Debatte überflüssig. Wenn doch: Bitte auf Deutsch!

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Emma Fairfax 30.07.2018, 21:04
126. Literarische Kenntnisse ausbauen

Ich bin ein großer Fan der X-Men-Reihe. Hier handelt es sich zwar um 'Mutanten', nicht um 'Migranten', die Probleme sind jedoch jn der Fiktion - wie so oft (1984, The Handmaid's Tale, Brave New World) schon lange vor Eintritt beschrieben. Wann lernen die Politiker aus der Literatur?

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linksrechtsmitte 30.07.2018, 21:06
127. Me Two ist nicht lächerlich!

24.04.2018 - Der DFB hat im schweizerischen Nyon seine Bewerbungsunterlagen für die EM 2024 an die UEFA übergeben.
Und:
26.04.2018 - Zwei Tage nach dem Deutschen Fußball-Bund hat auch Konkurrent Türkei seine Bewerbungsunterlagen für die Ausrichtung der EM-Endrude ...
Da ist es doch toll für meinen Präsidenten, wenn Deutschland ein durch und durch rassistisches Land ist, was einfach nicht stimmt! Die MHP(graue Wölfe) haben in der Türkei über 5 Mio Anhänger und sind mit der AKP in einem Regierungsbündnis. Man stelle sich den Aufschrei vor, die Union und die AFD würden in Regierungsverhandlungen eintreten!
Man stelle sich vor, in der Türkei hätten alle originären Minderheiten Rechte wie die Sorben oder die Dänen! Wäre doch toll! Wäre aber auch toll, wenn alle Migranten aus den 60ern so integriert wären, wie die Menschen aus Europa, die in der gleichen Zeit kamen! Verstehe manchmal nicht, warum Erdogan dagegen wettert, dass wir uns das wünschen! Meine Vorfahren kamen vor 200 Jahren zum Teil aus Ungarn, aus Böhmen und Polen! Komisch, mich hat noch kein Deutscher deswegen angepöbelt! Seltsam, seit 150 Jahren sind meine Vorfahren assimiliert - toll, ich gehöre zur Mitte der Gesellschaft, weil meine Vorfahren dazugehören wollten und es geschafft hatten! Mein Schwager aus Anatolien gehört auch dazu, er ist Kurde, Alivite und geht mit den politischen Größen seiner Großstadt essen und zu gesellschaftlichen Events - weil er das wollte! Ausgrenzung gab es schon immer und gibt es natürlich auch heute! Wer es will kann aber dazugehören, egal was manche Schwachmaten sagen! Integration funktioniert, wenn man aufhört, sich selbst auszugrenzen! Wer das nicht glaubt, der frage meinen Freund Meric, den sein Vater aufs Gym und auf die Uni schickte und der seine Söhne auch aufs Gym und auf die Uni schickt. Die Meric´s machens vor - machts nach und jammert nicht!
Und politische Statements bezüglich Rassismus möchte ich in diesem Zusammenhang nicht mehr hören, denn soo bestätigt sich der Rassismus der Schwachmaten und der Erdogans!

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sandra_hofmann 30.07.2018, 21:06
128. Herr Kazim,

ich bin ehrlich erstaunt, dass gerade SIE sich darüber beschweren, dass andere nicht ernst genommen werden. Wo Sie doch bei bestimmten Personengruppen, die Sie offenbar nicht leiden können, dasselbe tun. Doppelmoral ist eines der ekelhaftesten Eigenschaften eines Menschen, neben der Heuchelei und der Opferhaltung. Es grüßt Sie ein Ossi. Eine, die zwar 1990 noch nicht mit dem Trabbi angeknattert kommen konnte, aber dafür ein sehr gutes Gedächtnis hat.

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annoo 30.07.2018, 21:26
129.

Zitat von Bulle Geiger
Was ich sagen will, sollte offensichtlich sein: es wird das Vorhandensein eines strukturellen Rassismus behauptet, der aber offensichtlich nur einem speziellen Teil der angeblich flächendeckend betroffenen widerfährt (Honi soit qui mal y pense...). Insofern werden Einzelfälle von (bestimmt vorhandenem) Rassismus zu einem Gesamtproblem stilisiert und andere Erfahrungen negiert - übrigens eine beliebte Taktik der Rechten, das mal nur am Rande. Aber eine Behauptung wird nicht zur Wahrheit, nur weil man sie oft und laut wiederholt. Insofern erwarte ich gespannt ihre offenbar mannigfaltigen Materialien zur strukturellen Diskriminierung in Deutschland. Aber bitte aus neutraler Quelle...
Gerne liefere ich Quellen. Eine sehr gute Quelle ist schon mal die Bundeszentrale für politsche Bildung:
https://www.bpb.de/dialog/194569/offensichtlich-und-zugedeckt-alltagsrassismus-in-deutschland
Dann hier
https://www.politische-bildung-brandenburg.de/node/8715
https://www.antidiskriminierung.org/termine/2018/2/2/den-blick-schaerfen-strukturelle-diskriminierung-und-rassismus-in-institutionen-und-alltag-der-sozialen-arbeit-bestandsaufnahme-und-handlungsperspektiven

Ich kann sehr gerne auch mehr liefern, wissenschaftliche Expertisen, wenn ich das Gefühl habe, Sie setzen sich auch wirklich mit den Inhalten auseinder. ;-)

Zu Ihrer "Einzelfallbehauptung": Wie viele Menschen nichtdeutscher Herkunft kennen Sie? Und haben Sie diese schon mal nach rassistischen/diskriminierenden Erfahrungen gefragt? Die Einzelfälle werden eher diejenigen sein, die KEINE negativen Erfahrungen gemacht haben. Meine halbafrikanische Freundin (promotiverte Volkswirtin) wurde zum Beispiel mal von einem sehr ungepflegten Mann gefragt, ob sie überhaupt lesen könne, als sie ein undeutliches Namensschild nicht richtig lesen konnte. (Ich hatte neulich schon mal bei SPON darüber geschrieben). Sie kann unzählige solcher Geschichten erzählen. Auch "nett gemeinte" sind dabei, in denen Männer ihr unmissverständlich zu verstehen gaben, dass sie gerne eine Affäre mit ihr hätten, weil sie "schon immer mal mit einer Schwarzen ins Bett wollten". Das finden Sie nicht rassistisch? Ich schon.

Viele meiner nichtdeutschen Freunde, Bekannte und Geschäftspartner berichten davon, dass sie immer wieder diskriminierende Erfahrungen aufgrund ihrer Herkunft machen, zum Beispiel die türkische Sozialwissenschaftlerin (in dritter Generation hier lebend) die nach einem Vortrag bei einer Tagung zum Thema Bildung von einem Schulleiter dafür gelobt wurde, wie gut deutsch sie könne. Aber vielleicht sind diese Erfahrungen ja auch die berühmten Ausnahmen, von der Menschen wie Sie immer daherreden.

Ich glaube ja sowieso, dass es auch in "Ihrer Welt" Alltagsrassismus gibt, vielleicht - und das meine ich jetzt wirklich nicht böse oder überheblich - fehlt Ihnen als Nichtbetroffener die Sensibilität dafür, was als rassistisch oder diskriminierend empfunden wird. Das ist leichter, wenn man direkt betroffen ist oder sich beruflich intensiv damit auseinandersetzt so wie ich.

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