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Rassismus in Deutschland: Hört uns endlich zu
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Rassismus ist ein alltägliches Problem in Deutschland. Dank Özil und #MeTwo wird endlich offen darüber debattiert. Doch anstatt zuzuhören, versuchen manche, die Debatte ins Lächerliche zu ziehen.

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isar56 30.07.2018, 18:42
80. Obgleich

ich Herrn Kazim uneingeschränkt zustimme, nehme ich meine berufliche und private Umgebung ganz anders wahr. Allerdings twittere ich nicht und bin nicht bei Facebook.
Als sog. Biodeutsche werde ich auch des Öfteren darauf angesprochen, einen Hundenamen zu tragen.
What shalls. Wenn ich solche Lappalien krumm nehme, muss ich mich einigeln und den Begriff des Vergasens, höre ich übrigens nicht ausschließlich aus der rechtsdeutschen Ecke.
Rassismus findet sich in jeder Kultur, Nationaltät oder Ethnie. Das ist das Tragische und mit Ursache, dass wir Menschen keinen Frieden finden.

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oldseaman1947 30.07.2018, 18:44
81. Iss so

Es liegt nicht unbedingt nur an uns Deutschstämmigen . Meine Erfahrung auf Schiffen mit gemischter Besatzung ist folgende. Ob Türken ,Kiribatis ,Tuvalus oder Philipinos verspürten keiner nach der Arbeit den Drang sich mit uns abzugeben .Die Tuvalus schlossen sich sogar in die Messe ein. So wie auf einem Schiff sehe ich die Gesellschaft auch an Land .Wenn es nicht möglich ist ein normales Zusammenleben auf kleinstem Raum zu schaffen dann müssen wir das Beste draus machen .Es wird nie eine echte Integration geben .Und das ist kein deutsches Problem sondern ein weltweites Problem .Ein Deutscher mit japanischen Pass wird in Japan nie ein Japaner.Er hätte keine Chance einer Anerkennung. Auch als Grüner nicht !

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skylarkin 30.07.2018, 18:46
82.

'Solange Menschen aus anderen Ländern an den Fließbändern standen, den Müll wegfuhren oder putzten, war alles in Ordnung. Da durften sie sogar Kopftuch tragen. Jetzt, da ihre Kinder, Enkel und Urenkel auch Ärzte, Ingenieure, Rechtsanwälte, Journalisten sind, jetzt, da sie Mitsprache, Mitgestaltung, Mitbestimmung beanspruchen, was für sie als Deutsche selbstverständlich ist, da ist das Geschrei groß, da wird auf jede Andersartigkeit gestarrt und darauf verwiesen, dass das nun keine gelungene Integration sei'
Ich halte das für eine recht üble Unterstellung, ähnlich der Neidunterstellung wenn man richtigerweise Ungerechtigkeiten anprangert. In vielem haben sie recht, aber diese Motivation zu unterstellen ist unpassend.

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thom3 30.07.2018, 18:48
83. Herrn Kazims Rassismus-Paranoia:

"Anscheinend ist bei manchen Leuten noch nicht angekommen, dass wir in einer zivilisierten Gesellschaft keine Menschen umbringen, sie nicht in Gaskammern schicken oder am Galgen aufhängen."

Nach solchen Menschen muss Herr Kazim im heutigen Deutschland aber schon sehr lange suchen, vielleicht findet er auch mal einen in Psychiatrie oder Knast. Es ist ja nun wirklich nicht so, dass wir hier keine entwickelte Kultur friedlicher Gesellschaftlichkeit hätten. Darin gibt es Diskriminierungen vieler Art und von allen Seiten, die auch wirklich weh tun können. Diese intelligent und effektiv zu verhindern und abzubauen IST Kultur - dazu ist jeder Einzelne und jede Gruppe aufgerufen. Rassismus-Paranoia ist allerdings das glatte Gegenteil.

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valson 30.07.2018, 18:49
84. Jeder hat es selbst in der Hand, Deutschland zu ändern.

Natürlich ist es blöd, wenn man Rassismus erlebt. Noch schlimmer ist es, daneben - die angeblich tolerante Mehrheit - schweigen zu sehen. Wenn die Mehrheit so tut, als merke sie nichts, tut das noch mehr weh, als der Rassismus selbst. Wir Menschen haben leider immer noch keine telepathischen Fähigkeiten, d.h. wir können uns ja wünschen, dass sich andere Menschen ändern, in unserer Macht liegt das aber nicht. Wir können jedoch uns ändern und zwar ab sofort. Deswegen solten wir aufhören, uns als Opfer zu begreifen. Wir sollten einschreiten, wenn Türken über Kurden schimpfen, Russen über Ukrainer, Kroaten über Serben, Araber über Jüden, Deutsche über Afrikaner, etc. Lasst uns bei dem eigenen (Migrations-)hintergrund damit anfangen, nicht mehr zur schweigenden Mehrheit zu gehören, sondern an das Gemeinsame zu erinnern: Wir sind alle Menschen. Wir können aber auch damit anfangen, über das Erreichte, über die Heldentaten, etc. zu sprechen. Ich habe es satt, dass mit dem Wort "Migrationshintergrund" nur negatives assoziert wird (googelt es ruhig). Lasst es uns ändern und über uns reden. Wir können unser Verhalten und damit unser Deutschland ändern.

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linksrechtsmitte 30.07.2018, 18:50
85. Kein Rassismus?

Natürlich hat jeder ein wenig Rassismus in sich und es gehört zum Leben eines jeden, diesen inneren Rassismus zu hinterfragen und zu bekämpfen. Den Einen gelingt es mehr, den Anderen weniger. Ich bin allerdings etwas befremdet von der Einseitigkeit der Darstellung! Als ich Anfang der 1990er in Halle an der Saale studierte lernte ich den Rassismus von genau der anderen Seite kennen, den Rassismus, den hier keiner hören will, denn meine Nachbarn im Studentenwohnheim kamen aus Syrien, Palästina, dem Sudan, Marokko und Tunesien. ich hatte mir ein gutes Verhältnis zu diesen Nachbarn erarbeitet, aber es war sehr schwer zu ertragen, welche Ansichten diese gebildeten Menschen aus einer anderen Welt vertraten. Letztlich wurde Achtung der Gesamtheit unserer Bevölkerung, unseren Werten und unserer Lebensweise nicht entgegengebracht. Offen wurde gesagt, dass die deutschen Mädchen, mit welchen sie in häufig wechselnden Beziehungen standen nicht für eine Ehe mit ihnen geeignet sind. Eine gewisse Achtung wurde einem Mann erst entgegengebracht, nachdem man das Messer, welches der befreundete Nachbar spielerisch vor meinem Gesicht hatte tanzen lassen, nach dreimaliger Unterlassungsaufforderung aus der Hand geschlagen wurde und damit bewiesen war, dass man kein deutsches Weichei war! Ich finde das auch im Rückblick noch als schlimm und hochgradig rassistisch. Als Jahre später mein kurdischer Schwager alivitischen Glaubens mich eines Tage bat, den 12 jährigen Sohn eines türkischen Freundes zu seinem Vater zu bringen, lehnte der Junge dieses mit der Begründung ab, mit Deutschen fahre er nicht. Sorry, meine Erlebnisse beinhalten natürlich mehr positive Erlebnisse als negative, aber sollten wir da nicht gemeinsam nach einer Basis suchen, anstatt immer nur "mir auch" zu schreien?

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Antalyaner 30.07.2018, 18:50
86. Wer hat recht ?

Ein weiser Mann wird eines Tages in eine deutsch-türkische Begegnungsstätte eingeladen, wo gerade eine heftige Debatte über Rassismus und Integration stattfindet. Er wird vom Leiter der Stätte gebeten, sich die Argumente an zu hören und ein Urteil zu fällen, wer denn im Recht sei. Der Türke beginnt:" Wir werden diskriminiert und rassistisch beleidigt, nur weil wir Türken sind. Aber wir leben auch in diesem Land, arbeiten hier, zahlen unsere Steuern und wollen gleichbehandelt werden." Darauf der Mann : " Ja, du hast recht ". Nun kommt die Reihe an den Deutschen: " Die Türken teilen nicht unsere Werte und Sitten. Wir haben schon immer hier gelebt, sie sollen sich unserer Kultur anpassen und so leben wie wir. Dann können wir gut miteinander ausgekommen." "Ich gebe dir ebenfalls recht" erwidert der Weise. Darauf schreitet der Stättenleiter energisch ein und sagt entrüstet: "Aber guter Mann, was ist das für ein Urteil ? Sie können doch nicht beiden recht geben !" Der Gast kratzt sich darauf hin grübelnd den Bart und antwortet : " Auch du hast recht mein Sohn".

In dieser Debatte gibt es keine die im Recht oder Unrecht sind, keine Verlierer oder Gewinner, keine Starken oder Schwachen. Es gibt nur Menschen mit all ihren Fehlern und Schwächen, aber auch mit ihren Stärken und Talenten. Die Vielfalt der Menschen lässt sich nicht einzwängen, formieren oder gleich machen. Jeder soll so leben, wie ermöchte. Nur, respektiere den anderen, schade ihm nicht und spreche seine Sprache.

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annoo 30.07.2018, 18:50
87.

Zitat von mwroer
Und Sie grenzen aus in dem Sie einen Journalisten schon mal für 'ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft' halten - und damit über den Rest der armen Deppen stellen die diesem dann zu Füßen liegen sollen? Sehen Sie das ist typisch Deutsch. Was der Autor als rassistisch definiert kann rassistisch sein - muss es aber nicht. Das tolle ist: Man kann jede Kritik an einem Ausländer oder Moslem in der einen oder anderen Art so verstehen das Rassismus draus wird obwohl es keine ist. Das ist eines der Hobbys des Autors. Keine Ahnung warum, vielleicht ist Ihm Minigolf zu langweilig (könnte ich verstehen), aber deswegen ist es noch lang nicht wahr. Wenn Sie die Siedlungspolitik Israels kritisieren sind Sie auch nicht automatisch Anti-Semit, auch wenn Ihnen das viele erzählen werden.
Ich versuchte nur strukturelle Diskriminierung zu erklären und die gibt es in jedem Land. Ist also kein typisch deutsches Phänomen.

Dass Sie dem Autor seine Erfahrungen als gelangweiltes Hobby zu und die Wahrheit abschreiben, lässt tief blicken. Genau das hatte er zum Thema gemacht. Der Autor kann Ihnen dankbar sein, weil sie seine These so wunderbar naiv bestätigt haben.

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rufuseule 30.07.2018, 18:53
88. Migrant ist nicht gleich Migrant,

verdammt nochmal! Als Halb-Italiener kann ich nur sagen: Abseits der 5-10% rechtsradikaler Dumpfbacken (im Osten mag die Zahl womöglich noch höher sein), gibt es, trotz in der Kindeheit hier und dort gehörtem "Spaghettifresser", keinen strukturellen Rassismus! Wann hört man endlich auf, von Türken/Muslimen auf ALLE Migranten zu schließen? Es gibt so gut wie keine Integrationprobleme mit Spaniern, Jugoslawen, Italienern, Griechen und Portugiesen (1. "Gasterbeitergeneration"), sowie Polen, Russen, Tschechen, Lateinamerikaner usw (jetzige Einwanderergeneration). Was es aber gibt, ist ein strukturelles Integrationsproblem mit Muslimen! Von mir geschätzte Menschen wie Herr Kazim, Herr Özdemir oder auch Herr Emre Can sind unter den Muslimen auch heute noch leider die Minderheit (ebenfalls 5-15%).

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Bulle Geiger 30.07.2018, 18:53
89. @annoo

Was ich sagen will, sollte offensichtlich sein: es wird das Vorhandensein eines strukturellen Rassismus behauptet, der aber offensichtlich nur einem speziellen Teil der angeblich flächendeckend betroffenen widerfährt (Honi soit qui mal y pense...).
Insofern werden Einzelfälle von (bestimmt vorhandenem) Rassismus zu einem Gesamtproblem stilisiert und andere Erfahrungen negiert - übrigens eine beliebte Taktik der Rechten, das mal nur am Rande. Aber eine Behauptung wird nicht zur Wahrheit, nur weil man sie oft und laut wiederholt.
Insofern erwarte ich gespannt ihre offenbar mannigfaltigen Materialien zur strukturellen Diskriminierung in Deutschland. Aber bitte aus neutraler Quelle...

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