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Rassismus im Alltag: Die stille Mehrheit kann mich mal
DPA

In der Masse ist der Aufschrei laut, wenn es um Hetze geht. Doch wenn's drauf ankommt, ist der Einzelne allein. Ein Gefühl, das unsere Autorin kennt. So könnte es auch Mesut Özil gegangen sein.

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Düsseldepp 24.07.2018, 11:22
1. Nix verstanden

Warum sollte man Özil verteidigen? Er wird zu recht für sein Verhalten kritisiert, nicht für seine Abstammung.
Die Rassismuskarte ist doch ein plumper Versuch, von dem eigentlichen Problem abzulenken, nämlich seine Werbung für den Autokraten und Demokratiefeind Erdogan.

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Rosenhag 24.07.2018, 11:30
2.

Das Problem ist, spreche hier allerdings nur aus persönlicher Erfahrung, wäre ich dahintergestanden und hätte mich eingemischt stände ich dem Aggressor dann alleine gegenüber, denn das ursprüngliche Opfer hätte die Gunst der Stunde genutzt um zu verschwinden. So ist es nun mal allzu oft.

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bluebill 24.07.2018, 11:41
3. So sind die Menschen halt

Der Mensch ist ein Primat, ein Herden- bzw. Rudeltier. Er neigt instinktiv nicht dazu, sich allein gegen die ihn umgebende Gruppe zu stellen. Zudem sind besonders in der westlichen, materialistisch orientierten Welt die meisten Menschen Egoisten. Dazu werden wir systematisch herangezogen. Jeder ist für sich selbst verantwortlich, soll im Wettbewerb mit allen anderen stehen und möglichst optimiert handeln. Jeder gegen alle sozusagen. Dazu gehört auch, sich vor Konflikten wegzuducken, die einen nicht unmittelbar betreffen. Kümmer dich um deinen eigenen Kram, das geht dich nix an. Du gerätst sonst womöglich selbst in Schwierigkeiten. Gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen. - Zivilcourage ist uns abtrainiert worden, wir leben in einem sehr kalten sozialen Klima. Da ist wirklich jeder allein. Und wenn mal einer Zivilcourage zeigt, wird er erschlagen. Das ist ein Zeichen für alle anderen, sich lieber rauszuhalten, wenn mal wieder ein Rudel Nazis oder andere Spinner ihr Unwesen treibt.

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manicmecanic 24.07.2018, 11:41
4. unzulässiger Vergleich

Womit sich die Autorin selbst disqualifiziert.Özil unterstützt weltweit öffentlich sichtbar einen türkischen Faschisten,das ist das Problem mit ihm und nicht seine Abstammung.Da ist keinerlei Unterstützung nötig bzw. angesagt.Was ihr im Supermarkt passiert ist gehört in eine ganz andere Kategorie.Leider typisch für die Masse,wenn einer zu Unrecht mehr oder weniger laut angegangen wird ziehen alle den Schwanz ein.Hier hat die Dame jedes Recht sich über diese Bande von Feiglingen zu beschweren.Wird nur nichts nutzen,ich als ehemaliges Mobbingopfer kann ihr sagen so läuft das nun mal und wie man an ihrem Beispiel sieht hat sich nichts geändert.

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mkdrsdn 24.07.2018, 11:44
5.

Was mich an derlei Artikeln immer wieder betroffen macht ist die Feststellung, daß mir gar nicht klar ist, welche krassen Formen Alltagsrassismus annimmt. Als blonder, männlicher Durchschnittsdeutscher bilde ich mir natürlich ein, für das Thema hinreichend sensibilisiert zu sein, aber die bittere Tatsache bleibt: Ich weiß nichts von der Lebenswirklichkeit von Leuten mit Migrationshintergrund. Das ist schon ziemlich bitter.

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simkay77 24.07.2018, 11:45
6.

Das war leider schon immer so. Dies betriftt alle Situationen in denen ein Mensch in der Öffentlichkeit Hilfe benötigt.
Je mehr Menschen drum herum sind desto größer die Wahrscheinlichkeit daß keiner eingreift.
Dies hat auch nichts mit Rassismus zu tun, so ist der Mensch leider gestrickt.
Wäre außer Ihnen nur wenige Menschen an der Kasse gewesen hätte Ihnen höchstwahrscheinlich einer beigestanden. Zum Thema "Zuschauereffekt" gibt es zahlreiche Studien.

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PaulchenGB 24.07.2018, 11:46
7. Özil hat sich bewußt und nicht etwa spontan mit ERDOGAN ablichten

lassen und dass dieser die Türkei diktatorisch führt, Journalisten, Oppositionelle einsperren läßt, die Justiz gleichgeschaltet hat, Menschenrechte mißachtet, dürfte doch auch einem Özil nicht entgangen sein und seinem Berater, dem Mitschuld trifft, ebenfalls nicht. Die Rassismuskarte ziehen ist billiges Ablenkungsmanöver.

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cpt.z 24.07.2018, 11:46
8. Ausreden

@Düsseldepp - das ist doch Blödsinn. Wie Özil ja selbst sagt, wird ein Matthäus nicht kritisiert, wenn er sich mit Putin trifft und auch Poldi konnte nach der Putschniederschlagung vor der Türkeiflagge salutieren und es wurde nicht so diskutiert. (http://www.spiegel.de/sport/fussball/lukas-podolski-irritiert-mit-tuerkischem-tweet-a-1052521.html) Wenn Gündogan da alleine mit Erdogan gestanden hätte, wäre der Aufschrei wahrscheinlich auch weit geringer gewesen.
@Rosenhag - na und, dann steht man halt alleine mit dem Aggressor. Das ist doch immer noch besser, als ob er ohne jeden Protest da irgendwelche Leute, vermutlich Schwächere, beleidigt (bei einem tätowierten 100Kg Typen traut er sich das nämlich nicht). Als nächstes spricht man aktiv die Umstehenden an - und spätestens dann ist man nicht mehr allein.

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maipiu 24.07.2018, 11:46
9. Wir dürfen ihnen das nicht durch gehen lassen

So lange die rassistischen Täter keinen Widerstand befürchten müssen, werden sie mit ihren irren Angriffen nicht aufhören. Im Gegenteil, sie fühlen sich sogar im Recht, so lange ihnen niemand deutlich klar macht, dass sie falsch liegen und falsch handeln.
Ob Özil naiv oder dumm ist, dass er sich mit Erdogan fotografieren ließ, kann ich nicht beurteilen. Ein Fehler war das auf jeden Fall. Aber einen Fehler macht jeder mal und ich habe kein Problem, ihm das zu verzeihen.
Was in meinen Augen aber unverzeihlich ist, ist die Art und Weise, wie der DFB und vor allem Bierhoff mit Özil umgegangen sind. Man möge mir widersprechen, aber es stehen doch meistens elf Spieler einer Mannschaft auf dem Platz und dann einem einzigen die Schuld zu geben, wenn es schlecht läuft, ist einfach unfair.
Wäre ich an Özils Stelle, so hätte ich mich auch aus diesem "ehrenwerten" Verein verabschiedet. Und da ist es vollkommen egal, ob er Türke oder Deutscher oder sonst was ist.

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