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Rassismus-Rührstück "Green Book": Unterwegs mit dem weißen Retter
ddp/ INTERTOPICS/ LMKMEDIA

Ein schwarzer Musiker und sein weißer Chauffeur reisen durch die Südstaaten der Sechziger: Das Oscar-nominierte Rassismus-Drama "Green Book" berührt und packt - aber nur dank seiner tollen Darsteller.

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Hans_Suppengrün 31.01.2019, 09:15
1.

"Ähnlich aus der Zeit gefallen wirkt auch "Green Book" mit seiner naiven Prämisse, dass alles Übel in der Welt schon überwunden werden kann, solange sich Schwarz und Weiß über gesellschaftliche Hürden hinweg persönlich näherkommen und verstehen lernen."

Dieser Satz stößt mir sauer auf. An dieser Prämisse ist doch nichts naiv!

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Analog 31.01.2019, 09:51
2. Dort wo der Kontakt zu anderen Kulturen am geringsten ist,

dort ist der Rassismus am größten. (Osten) Durch persönliche Kontakte fallen alte Vorurteile.

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Indigo76 31.01.2019, 10:11
3.

Zitat von Hans_Suppengrün
"Ähnlich aus der Zeit gefallen wirkt auch "Green Book" mit seiner naiven Prämisse, dass alles Übel in der Welt schon überwunden werden kann, solange sich Schwarz und Weiß über gesellschaftliche Hürden hinweg persönlich näherkommen und verstehen lernen." Dieser Satz stößt mir sauer auf. An dieser Prämisse ist doch nichts naiv!
Das naive daran ist, dass da Problem zwischen schwarz und weiß nur eines von vielen auf der Welt ist. Hat man dieses Problem überwunden, hat man noch lange nicht alles Übel aus der Welt geschaffen.

Der Ausdruck Naivität setzt nicht die Wichtigkeit des Problems herunter, sondern ordent es nur etwas realistischer in die globalen Probleme ein.

Ich finde den Satz sehr treffend formuliert.

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anne12.faltin 31.01.2019, 11:12
4. Filme, die unterhalten

können ja nicht gut sein. Der gestrenge Kritiker möchte offenbar lieber die Verfilmung eines politischen korrekten Manifestes sehen. Vorschlag: Filme mit weißen Männern in Hauptrollen sollten verboten werden, da sie die zarte Seele der Filmkritiker beeinträchtigen könnten!

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pulverkurt 31.01.2019, 11:29
5. Naivität

Zitat von Indigo76
Das naive daran ist, dass da Problem zwischen schwarz und weiß nur eines von vielen auf der Welt ist. Hat man dieses Problem überwunden, hat man noch lange nicht alles Übel aus der Welt geschaffen. Der Ausdruck Naivität setzt nicht die Wichtigkeit des Problems herunter, sondern ordent es nur etwas realistischer in die globalen Probleme ein. Ich finde den Satz sehr treffend formuliert.
Ich habe auch Probleme mit dem Satz. Ohne den Film schon gesehen zu haben, kann ich mir nicht vorstellen dass er tatsächlich implizit oder explizit postuliert, alle Probleme auf der Welt wären behoben wenn nur Schwarze und Weiße gut miteinander auskommen. Die ganze Kritik wirkt überhaupt irgendwie konstruiert. So kann kann man prinzipiell jeden Film über Rassismus angreifen, in dem Weiße irgendwie als "gut" rüberkommen.

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muellerthomas 31.01.2019, 11:55
6.

Zitat von Hans_Suppengrün
"Ähnlich aus der Zeit gefallen wirkt auch "Green Book" mit seiner naiven Prämisse, dass alles Übel in der Welt schon überwunden werden kann, solange sich Schwarz und Weiß über gesellschaftliche Hürden hinweg persönlich näherkommen und verstehen lernen." Dieser Satz stößt mir sauer auf. An dieser Prämisse ist doch nichts naiv!
Ist mit dem Satz nicht gemeint, dass eine persönliche Annäherung noch nichts an der institutionellen Diskriminierung ändert? Die genannten gesellschaftlichen Hürden gibt es ja weiterhin, auch wenn sie auf persönlichen Wege, individuell vom einzelnen, überwunden wurden.

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Hans_Suppengrün 31.01.2019, 13:39
7.

Zitat von muellerthomas
Ist mit dem Satz nicht gemeint, dass eine persönliche Annäherung noch nichts an der institutionellen Diskriminierung ändert? Die genannten gesellschaftlichen Hürden gibt es ja weiterhin, auch wenn sie auf persönlichen Wege, individuell vom einzelnen, überwunden wurden.
Genau. Das ist wahrscheinlich auch gemeint, aber es wurde durch ungeschickte Wortwahl das genaue Gegenteil aufgeschrieben:

Der Satz sagt ja, dass "alles Übel in der Welt schon überwunden werden kann" (KANN ! nicht "muss"), WENN sich Schwarz und Weiß annähern.

Die Annährung aneinander ist demnach Grundbedingung, um von dort aus weiter zu machen und die Übel der Welt zu bearbeiten. Annährung alleine bringt noch gar nichts, bzw. kann nur ein erster Schritt sein. Ohne Annährung allerdings wird nicht einmal ein erster Schritt unternommen...

Ich halte das für absolut wahr, aber genau das wird vom Autor als "naiv" beschrieben...

Hätte er das "KANN" durch ein "WIRD" ersetzt, hätte der Autor (mMn) recht. Da er durch das "KANN" aber selbst die Möglichkeit zur Annährung als naiv beschreibt, habe ich so meine Probleme damit...

Sorry für soviel off-topic-Wortklauberei...

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Bluemax 31.01.2019, 13:56
8. Unterhaltsam = schlecht?

Erst einmal vorweg: natürlich habe ich den Film noch nicht gesehen, muss aber dennoch auf ein paar Punkte in der Kritik eingehen. Es scheint mir, wie so oft bei Filmkritiken auf Spiegel Online, dass unterhaltsame Filme mit einer brisanten Thematik wie Rassismus in diesem Fall grundsätzlich schlecht bewertet werden. Dabei darf der Kritiker eines nicht vergessen: diese Art Film hat am ehesten die Chance eine breite Masse zu erreichen und hat somit am besten die Chance vielleicht den einen oder anderen Zuschauer bewusst oder unbewusst zum Nachdenken über sein Weltbild anzuregen. Schwer zugängliche "künstlerisch wertvolle" Filme dagegen sprechen in der Regel eher den Zuschauer an, der die zu vermittelnde "Botschaft" sowieso schon für sich vereinnahmt hat.
Dass Don Shirley´s existentielles Drama im Laufe des Films ungelöst bleibt, wie der Kritiker negativ anmerkt, würde ich dem Film eher zu Gute halten, da es eine wesentlich realistischere Schilderung ist. Rassismus lässt sich nicht von heute auf morgen beseitigen und somit auch nicht die existentiellen Dramen der betroffenen Menschen.
Ich freue mich auf den Film alleine schon wegen seiner beiden hervorragenden Hauptdarsteller.

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Jetzt_mal_ernsthaft 01.02.2019, 03:56
9. Traurig

Traurig wie hier ein "Filmkritiker" zwanghaft versucht den m.E. besten Film des vergangenen Jahres niederzumachen.

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