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Rassismusvorwurf: H&M braucht keine Hobbyanwälte
DPA

Ist eine H&M-Kampagne rassistisch oder nicht? Viele fühlen sich berufen, über diese Frage zu streiten. Dabei ist es ganz einfach, schreibt der Rapper Megaloh in einem Gastkommentar: Die Betroffenen entscheiden selbst.

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AufJedenFall 12.01.2018, 15:46
20.

Also die Logik hinter dem Kommentar kann ich ja nachvollziehen. Man sollte die Betroffenen entscheiden lassen, das ist sehr weise. Nur leider hat der Autor dann aufgehört nachzudenken. Denn die Betroffenen sind einfach nur das Kind, seine Eltern und vielleicht weitere Verwandte und enge Freunde. Und bestimmt nicht irgendwelche Hobbyanwälte aus dem weiten Rund des Internets, die sich zu Betroffenen erklären, weil sie zufällig die selbe Hautfarbe wie die wirklich Betroffenen haben. Nur weil man sich "herabgewürdigt fühlt" ist man noch lange kein wirkliches Opfer. Sondern in erster Line einfach eine Heulsuse und die mag keiner. Das ist doch gerade das Problem der heutigen Twitter Gemeinschaft, die fühlen sich von allem und jedem herabgewürdigt und verbreiten selbst wie selbstverständlich Rassismus, weil sie gar nicht merken wie gut es ihnen geht und nicht wissen wie es sich anfühlt tatsächlich rassistisch diskriminiert zu werden. Die Argumentation: meine Vorfahren, die ich aber nicht kenne, haben das erlebt, also muss ich jetzt aus jedem untauglichen Anlass rumheulen, ist einfach vollkommen bescheuert.

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Kurt-C. Hose 12.01.2018, 15:47
21. Schwierig

Man kann sich mal fragen, wie das Bild zustande gekommen ist. Das haben ja nicht irgendwelche Skinheads im Keller montiert. Offenbar sind die Eltern des Kindes (wir unterstellen mal, die sind selber schwarz) mit ihrem Jungen zu der Fotoagentur gegangen, die ihr Kind als Model für H&M gebucht hat. Alle haben einen Tag lang Fotos gemacht, vielleicht, wahrscheinlich sogar, im Beisein der Eltern. Keiner hat einen SCHWARZEN Jungen gesehen. Alle haben einen JUNGEN gesehen. Keiner fand ewas dabei, dass ein cooler kleiner Junge der "coolste Gorilla im Dschungel" ist. Weil keiner die Hautfarbe gehen hat - eigentlich ist das die völlige Abwesenheit von Rassismus.

Und dann gucken Leute das Bild an, die sich im Kopf mit Rassismus auseinandersetzen, und plötzlich steht da kein cooler Junge, der ein lässiger Monkey im jungle ist, sonder plötzlich steht da ein SCHWARZER, der als Affe bezeichnet wird ...
Wir leben in einer wahnsinnig hyperventilierenden Internetöffentlichkeit, aber ich glaube, der Vorwurf des Rassimus trifft hier die Falschen.

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annoo 12.01.2018, 15:49
22. Oaaaahhhh

Zitat von theanalyzer
Ich wünsche unseren schwarzen Mitmenschen inständig ein wenig Selbstbewußtsein. In jeder Kleinigkeit wird von diesen Leuten ein rassistischer Kern vermutet. Egal, ob es ein lustiger Pullover oder eine Abfuhr in der Disco ist: This is because I am black... Ich mag es nicht mehr hören.
Sie sind wahrscheinlich auch nicht schwarz. Falls Sie Abstehohren haben, wie oft können Sie dann über Witze Abstehohren lachen? Eher gar nicht oder? Dann brauchen Sie auch Niemanden, der Ihnen rät, Sie sollen doch einfach mehr Selbstbewusstsein haben auch dann, wenn immer und immer wieder auf Ihren Abstehohren (oder welches Merkmal auch immer) herum gehackt wird. Es soll doch bitteschön jeder selber entscheiden dürfen, wann er sich gedemütigt fühlt und wann nicht, wenn immer und immer wieder auf Kosten irgend eines Merkmals geschmacklose Witze gemacht werden.

Der Artikel hat recht - befragt werden sollten die, die sich beleidigt fühlen und nicht irgendwelche nicht Betroffenen ohne Empathiefähigkeit. Das mag ICH nämlich nicht mehr hören.
Zu der Werbung - ich finde den Pulli gar nicht so schlimm. Aber wie bescheuert muss man denn sein, den "Ape-Pulli" dem schwarzen Kindermodel anzuziehen und den "Experten-Pulli" dem Weißen? Umgekehrt wäre witzig gewesen. So sägt H&M am eigenen Ast. Was arbeiten denn da nur für Honks im Marketing...

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bamesjond0070 12.01.2018, 15:50
23. Rapper bei Spon

Gerne mehr davon.

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mr.pixel 12.01.2018, 15:52
24. @2

"In jeder Kleinigkeit wird von diesen Leuten ein rassistischer Kern vermutet" -> welche Leute meinen Sie? Lassen Sie doch bitte diese Verallgemeinerungen sein. "Alternativ gibt es in der Welt auch viele schwarze Städte. Vielleicht lebt es sich dort angenehmer?" -> was genau meinen Sie damit?

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so what? 12.01.2018, 15:52
25. Lächerlich aufgebauschte Hexenjagd

von selbsternannten Moralaposteln. Ich seh nur einen kleinen Jungen in einem bescheuerten Pullover, aber vielleicht bin ich ja nicht voreingenommen genug.

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wauz 12.01.2018, 15:53
26. Kein Jubelpost

Reine Zustimmungsbeiträge sind ja eigentlich gegen die Netikette, aber in diesem Fall halte ich es für nötig und angebracht, dem Autor deutlich recht zugeben. Generell ist das Djungel-Thema ja schon vorbelastet: zumindest in Deutschland und Mitteleuropa gibt es keine Wälder, die man mit "Djungel" assoziert. Und das mit dem "monkey" ist natürlich eindeutig. Hätten die Werbeleute nun einem weißen Kind den "Affen" aufgepeppt und dem schwarzen, den "survivor", wäre das ganze vielleicht etwas weniger anstößig gewesen, aber geholfen hätte es auch nicht viel. Die Assoziationen zu "Djungel" sind halt ganz nah an Stereotypen, die zumindest einen rassistischen Anklang haben. Damit meine ich, dass das Problem schon in der Kollektion, nicht erst in der Werbekampagne entstanden ist. H&M wäre, wie alle großen Firmen, gut beraten, sich beraten zu lassen. Mit einem Pretest auf Grund eines Panels, das multiethnisch und multikulturell ist. Bei den Millionen-Etats kommt es auf 100k für die spezielle Marktforschung auch nicht mehr an.

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Linus Haagedam 12.01.2018, 15:56
27. Echt?

Zitat von muellerthomas
Ne stimmt, im Stadion kam es ja auch noch nie vor, dass schwarze Fussballr mit Afffenlauten provoziert werden, oder dass schwarze von Rechten als Affen oder Halbaffen bezeichnet werden. Klar, nicht diejenigen, die diese Assoziation verwenden sind die Rassisten, sondern diejenigen, die darauf hinweisen, dass das rassistisch ist...
...was Sie sagen ist vollkommen korrekt.
Und genau deshalb wehre ich mich dagegen, dass wir dieses eklige Spiel mitspielen müssen. "the coolest monkey in the jungle" heißt einfach nur "der coolste Typ in der Gegend". Wer da bei einem dunkelhäutugen Träger eines solchen Shirts gleich an Rassismus denkt, hat die gleichen Stereotype im Kopf, wie die Typen in den Fußballstadien von denen sie schreiben.

Hatte ich diese Assoziation? Ja, ist ja allein schon daran zu erkennen, dass ich die Debatte hier verstehe. Aber: In der Annahme der Fragestellung begründet sich schon die Niederlage. Der Diskurs ist krank, wir müssen uns ihm verweigern.

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Pless1 12.01.2018, 15:56
28.

Zitat von Stillerbeobachter
Es ist ein Unterschied, ob die Eltern eines schwarzafrikanischen Jungen diesem ein solches T-Shirt kaufen, oder er es sich selber aussucht oder ob ein Konzern wie H&M einen kleinen schwarzen Jungen in ein solches T-Shirt steckt und damit eine Werbekampagne fährt. Es wäre auch etwas anderes, wenn ein Erwachsener (sei es meinetwegen Boateng) als Selbstironie an .....
Bevor man sich an den Eltern abarbeitet:
Die geben die Genehmigung für ein Shooting. Da werden dann mit dutzenden Outfits hunderte Fotos geschossen. Die Unterschrift, dass alles verwendet werden darf ist da sowieso schon längst gegeben, direkt über die Modelagentur bevor überhaupt "H&M" ins Spiel kam. Wochen oder gar Monate nach dem Shooting kommen dann irgendwelche Bilder in irgendwelche Kampagnen und plötzlich steht der eigene Sohn mit einem "Monkey-Spruch" neben einem anderen mit einem anderen Spruch.

Vermutlich haben die Eltern das über den gleichen Weg erfahren wie wir alle: im Nachhinein über das Internet.
Ob diese Bildwahl seitens H&M unbewusst erfolgte, einfach nur eine Geschmacklosigkeit eines einzelnen Art-Directors war oder vielleicht sogar ein bewusster Tabubruch in alter "Benetton-Tradition" ist unklar.

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Troll-Oberkommando 12.01.2018, 15:56
29.

Zunächst- ich gebe Megaloh recht : Beleidigung ist ein subjektiv-kontextgebundener Vorgang der schlecht allgemeingültig verhandelt und beurteilt werden kann. Aber : der Mensch/Affe-Vergleich ist wirklich nicht nur für Farbige reserviert. Ich wurde als weiße Frau nicht nur schon als Affe sondern sogar als Gorilla-Mädchen bezeichnet . Vor allem wohl wegen meines athletischen Erscheinungsbildes und da ich als Kind auch viel herumkletterte. In dem Zusammenhang betrachte ich es nicht als Beleidigung- da Affen eigentlich auch ganz cool sind. Mich interessiert jedoch dieses Mensch/Affe-Konstrukt als Beleidigung. Warum wird der Hinweis auf die animalische Provenienz des Menschen als so ungemein beschämend empfunden ? Liegt da im Kern nicht der Rassismus , dass der Mensch sich versucht durch distinktionshandlungen von der Tierwelt abzugrenzen? ( stichwort: ich muss mich rasieren um gemocht zu werden ein Hund oder eine Katze aber nicht ? )

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