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Rassistische Äußerungen zu "Arielle": Meerjungfrau? Voll unrealistisch!
ddp images; Emma McIntyre/ Getty Images

Die Sängerin Halle Bailey soll in der "Arielle"-Realverfilmung mitspielen - und viele halten eine schwarze Meerjungfrau nicht aus. Das ist rassistisch. Abgesehen davon: Fortschrittlich war das Disney-Märchen sowieso nie.

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censored 09.07.2019, 18:27
170.

sollen sie doch machen, es ist Disneys Entscheidung.Trotz dieser Rassismus Promo wird
der Realfilm sowieso gegenüber Animationen wie Eiskönigin (blond und hellheutig) keinen Stich sehen.Die Märchenwelt ist nunmal weiß und da ändert auch eine schwarze Arielle nichts.

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Cogitatio33 09.07.2019, 18:30
171. Danke hierfür.

Zitat von ohjeee
Es geht hier nicht um Rassismus, sondern um "Blackwashing". Umgekehrt wäre das ein riesen Skandal. Warum sind in den letzten Comic-Verfilmungen (ironischerweise) sämtliche rothaarigen Vorlagen durch Schwarze ersetzt worden? Die wenigsten haben was gegen eine schwarze Meerjungfrau. Dann erfindet doch einfach eine Figur und eine Geschichte dazu. Fertig. Aber hört doch bitte mal auf, vor lauter "politischer Korrektheit" ein Blackwashing zu betreiben, Vorlagen umzuschreiben und auf Biegen und Brechen in absolut jeder Serie/Film mindestens einen Schwarzen, Asiaten, Homosexuellen, Behinderten unterzubringen! Wobei hier der Hinweis auf Andersson richtig ist. Es gibt aber auch andere Beispiele, Witcher 3, eine ethnische Minderheiten-Ciri, die ganz klar im Buch und der eng angelehnten Videospielreihe beschrieben wird. Es braucht keinen schwarzen Bond, genausowenig wie einen weißen Bladerunner oder einen weißen, homosexuellen Shaft. Es braucht kein weibliches Ghost-Buster-Team und keine männlichen Engel für Charlie. Das nervt (zumindest mich) ungemein und insbesondere die verlogene Debatte darüber, siehe eingangs das Thema Blackwashing, das umgekehrt (zurecht) bemängelt worden wäre.
Das hätte ich nicht besser oder treffender formulieren können.
Eine Sache vielleicht hinzugefügt. Die Kolumne ist für Menschen mit begrenztem Horizont geschrieben - auf beiden Seiten. Und die finden das dann absolut zutreffend oder total daneben. Genervt bin ich darüber nicht mehr - eventuell nur noch über die absolute Fehleinschätzung der 'gepachteten Wahrheit' - auch auf beiden Seiten. Da hilf mir dann John Cleese mit folgendem Beitrag über Stupidity (ist nur 58 sek. - lohnt sich):
https://www.youtube.com/watch?v=wvVPdyYeaQU
So, jetzt geht es mir wieder besser.

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hellem 09.07.2019, 18:30
172. Ohne Worte

Trotz vieler Kommentare noch einen hinzufügen — ist das sinnvoll? Sei‘s drum. Wer, wie die Autorin, die Macht des Online-Auftritts vom „Spiegel“ derart für Unqualifiziertes mißbraucht, kann ein paar Kommentare gebrauchen. Dienen diese doch auch dazu, den im sonst meist sachlichen SPON immer häufiger zu findenden Gender-Dünnschiß nicht einfach so stehen zu lassen. Möge uns der zum Glück noch herrschende gesunde Menschenverstand vor weiteren Auswüchsen bewahren. Bei vielen jungen Menschen habe ich Hoffnung, daß sie ihren Kopf mehr zum Denken als für ideologischen Blödsinn à la Stokowski verwenden.

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strag 09.07.2019, 18:31
173.

Zitat von permissiveactionlink
Dass weiße Frauen mit weißen Ehemännern farbige Kinder bekamen, soll auch schon vorgekommen sein. Aber nicht als Laune der Natur, sondern weil der Mann vorher ein gewisses Etablisment besucht hat, und Spermien eines vorherigen (farbigen) Freiers in den Uterus seiner Frau verschleppt hat.
Selten so einen Unsinn gelesen. Informieren sie sich mal über die Überlebensfähigkeit von Spermien. Damit ihre Räuberpistole funktionieren müsste, müsste der Mann schon einen fliegenden Wechsel durchführen.
Das sind wahrscheinlich eine ähnliche Geschichte die die fiktive Maria dem Josef aufgetischt hat, als sie schwanger war.

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vera gehlkiel 09.07.2019, 18:33
174. @tantefee (mal unter uns Blondinen nur ein dezenter Hinweis)

Zitat von tantefee
Ich verstehe nicht, warum man da jetzt gleich mit der Nazikeule drauf hauen muss. Gleichberechtigung fängt erst dann an, wenn man aufhört einen Unterschied zu machen. Das bedeutet zum einen, dass man durchaus eine Schauspielerin als unpassend bezeichnen kann, auch wenn sie Afroamerikanerin ist. Zum anderen wäre die Konsequenz aus der im Artikel vertretenen Meinung übrigens folgende: es dürfte niemand diskutieren, würde in einer künftigen Verfilmung Martin Luther King von sagen wir mal Arnold Schwarzenegger gespielt werden. Das wäre der Logik entsprechend genau so rassistisch. Und nein, ich sehe mich absolut nicht als Rassisten. Ganz im Gegenteil. Weil ich nämlich keinen Unterschied mache. Und das bedeutet in seiner Konsequenz, dass ich eben nicht kritisch oder vorsichtig über alles nachdenke was ich bezüglich solcher Themen äußere. Das regt mich an pseudo-antirassisten fürchterlich auf! Diese Aussage Menschen die nicht hinter der Auswahl der Protagonistin stehen würden gegenüber: "viele Menschen rassistisch sind und nicht wollen, dass schwarze Frauen wichtige Filmrollen bekommen." - ist euch das nicht peinlich? Das ist vollkommener Blödsinn! Es gibt sehr viele wirklich großartige afroamerikanische Schauspieler in noch großartigen Rollen. Deswegen muss diese Besetzung trotzdem nicht für mich passen. Ich würde auch einen weißen Martin Luther eine mehr als schlechte Wahl finden! Peinlich dass das so eine scheinheilige Kontroverse auslöst! Wer mich jetzt aufgrund meiner Meinung als rassistisch empfindet, ist leider selbst einer. Denn derjenige scheint da mehr Unterschiede zu sehen, als ich das tue. Aber auch das ist okay. Jeder darf ja eigentlich seine Meinung haben ;)
Sie wissen nicht, was der Begriff "Rassismus" bedeutet. Dass er etwa die Implementierung eines als phaenotypisch markierten Gefaelles zwischen Sprechern und Angesprochenen transportiert, respektive als bereits klar ersichtlich "schweigend" voraussetzt. Und natürlich existiert gar kein solches Gefälle bei einer konstruierten Parallelität "Arnold Schwarzenegger spielt Martin Luther King". Ohne jeglichen, sagen wir mal ruhig richtig geschwollen, protohistorischen Kontext ist es nur ein mehr oder minder lustiger Ostfriesen- oder Blondinenwitz. Soweit, so banal! Allerdings gerät Ihnen der Ausschnitt komplett ins Rutschen, wenn sie aufgrund ihrer eigenen sprachlichen Mankos zu Werturteilen bezüglich der Intentionen anderer Menschen gelangen.

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Vulpecula 09.07.2019, 18:39
175. Als Rothaarige ...

Wo kann ich mich als Rothaarige darüber beschweren, in der Animationsfilm-Version zum devoten Weibchen degradiert zu werden? Das geht ja gar nicht! Schließlich gelten rothaarige Frauen traditionell als promiskuitiv und sexversessen, und an diese Version hab ich mich schließlich im Lauf der Jahre gewöhnt!
*Ironie aus*

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heiko1977 09.07.2019, 18:40
176.

Sich über eine schwarze Meerjungfrau aufzuregen, kann auch nur Rassisten einfallen. Also liebe Foristen: Meerjungfrauen sind Fabelwesen, also nicht REAL. Kommt damit klar. Zu den Argumenten "Dänen sind weiße Europäer". Falsch, Dänemark hatte ein Kolonialreich, mit Kolonien in der Karibik, Afrika und Indien. Die meisten Kolonien gab Dänemark um 1850, also zu Lebzeiten Hans-Christian Andersen, an Großbritannien. Einzig Dänisch-Westindien in der Karibik blieb als Kolonie bis 1917 im Besitz Dänemarks. Nun nochmal zurück auf die Fabelwesen Meerjungfrau. Die Meerjungfrau hatte eine reales Vorbild, nämlich die Seekuh. Diese erblickten die Seefahrer während ihren Reisen in die Karibik (z.B. nach Dänisch-Westindien), an der afrikanischen West- und Ostküste oder in den asiatischen Gewässer. Somit ist das Bild der Meerjungfrau immer mit den südlichen Gewässern verbunden.

Und ausserdem: ES IST EIN FABELWESEN! Das kann aussehen wie der Regisseur lustig ist...

Also daher ist das Casting von Halle Bailey, als eine der besten jungen Schauspielerinnen, für die kleine Meerjungfrau hervorragend.

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willem_vonwegen 09.07.2019, 18:42
177. Der Fluch des Künstlers...

...ist es einerseits sich die volle Freiheit nehmen zu dürfen, Dinge nach seinem eigenen Geschmack und Empfinden zu gestalten oder zu interpretieren, aber andererseits auch dafür kritisiert zu werden. Das Schaffen von Kunst oder die Interpretation von Kunst hat meiner Meinung nach den gleichen Stellenwert wie die freie Meinungsäusserung aussenstehender, die das Kunstwerk betrachten. Und damit ist alles zwischen "ach wie schön" ; "mir egal" ; "genial!" ; "da kann ich nichts mit anfangen" ; "ich mag es nicht" und "kompletter Abfall" eine Meinungsäusserung die man genauso unberührt stehen lassen sollte wie das geschaffene Kunstwerk welches betrachtet und bewertet wird. Die Meinungsäusserung "ich will keine schwarze ariell..." mag manchem übel aufstossen, gibt aber noch lange niemandem das recht die Person als rassisten, idiotwn oder sonstwas zu diffamieren - das wäre genauso als würde man ein Gemälde bespucken nur weil es einem nicht gefällt. Meinungsfreiheit hat das gleiche Gewicht wie künstlerische Freiheit. Wer anderen ihre Meinung verbietet oder sie diffamiert nur weil sie sich nicht mit dem eigenen empfinden und der eigenen Meinung deckt, der ist der/die eigentlich rückwärtsgerichtete*innen. Ich persönlich hab nichts gegen eine schwarze Ariell, werde mir den Film aber nicht ansehen - ich habe die kleine Meerjungfrau immer im Europa von 1800 gesehen und empfunden, da gab es noch keine so grossen ethnischen Diversitäten, eine Dunkelhäutige
Tochter eines Meereskönigs der mehr an eine Mischung aus dem nordgermanischen Odin und dem griechischen Triton erinnert kann ich mir im besten willen nicht vorstellen und das macht für mich einen Achsenbruch der gesamten Kohärenz der Geschichte aus. Damit will ich sagen: das passt einfach nicht und wirkt deshalb falsch. Im übrigen hätte ich absolut kein Interesse an einer "Blade"-Neuverfilmung mit einem Weissen Daywalker. Auch eine "Pulp Fiction" Neuverfilmung mit einem Weissen Jules Winfield wäre einfach nicht passend, "Men in Black" mit einem Weissen Ersatz für Will Smith oder "Bad Boys" mit 2 weissen Cops... das wäre alles so inkohärent und würde damit keinen spass mehr machen.

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MatthiasPetersbach 09.07.2019, 18:46
178. nun....

...ich kann mir James Bond auch nicht als Frau vorstellen* , viele Personen in manchen Filmen sind m.E. vom Typ her suboptimal besetzt - und mit einem Fim über das Leben von Haile Berry, in dem die Hautperson von einer weißen Frau gespielt wird, wäre ich auch nicht zufrieden.

Bei Arielle gehts wohl um sowas wie "Werkstreue" - was m.E. hier ein wenig vernachlässigbar ist - und andererseits um Bilder, die man im Kopf hat und deren Erfüllung bzw. passende Visualisierung lieber hätte als etwas anderes.

Ich will und kann jetzt nicht für alle Kritiker sprechen und es ist nicht auszuschließen, daß da der/die eine oder andere da tatsächlich verblendete rassistische Ablehnung zeigt - aber grundsätzlich ist das nicht anzunehmen. Wahrscheinlich ist das eher "hab ich mir anders vorgestellt".

Und es ist ja auch nicht so, daß das Leute nicht "ertragen". Das ist schon sprachlich die Sache um 5 Stockwerke zu hoch gehängt. Aber wenn man den Feind als übermächtig und allgegenwärtig bezeichnet, ist man eben selbst ein großer Held. Hier: Heldin.

Ist aber Quark - den Feind gibts wohl eher garnicht. Aber wahrscheinlich ist die reine Tatsache, daß man versucht, was gegenzuargumentieren, schon Beweis genug. In einigen Hirnen.

*ist ja auch unnötig - es gibt ja Modesty Blaise. Ist eh besser. Leider hat Tarantino die Filmrechte.

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csm101 09.07.2019, 18:47
179. Echt jetzt?

Für alle, die hier ernsthaft darüber diskutieren ob Arielle jetzt schwarz oder weiß sein sollte: geht raus, geht in die Berge, geht an den See, lest ein Buch. Aber lasst bitte die Finger vom Internet. Oder vielleicht sollte auch das Internet die Finger von Euch lassen. Die Kolumne zu lesen oder auch zu kommentieren ist verschwendete Lebenszeit. Die ihr am Ende nicht zurück bekommt. Außer ihr seid unsterblich so wie ich. Dann spielt es keine Rolle.

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