Forum: Kultur
Rassistische Äußerungen zu "Arielle": Meerjungfrau? Voll unrealistisch!
ddp images; Emma McIntyre/ Getty Images

Die Sängerin Halle Bailey soll in der "Arielle"-Realverfilmung mitspielen - und viele halten eine schwarze Meerjungfrau nicht aus. Das ist rassistisch. Abgesehen davon: Fortschrittlich war das Disney-Märchen sowieso nie.

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kwik-e-mart 09.07.2019, 19:59
190. Ist das jetzt ernst gemeint, #38?

Zitat von sirgorath
Können sie erklären, wieso ein Blauwal dunkle und keine helle haut hat?
Ich könnte Ihrer Erwartung folgend einfach zugeben, dass Blauwale nicht so dumm sind und sich freiwillig den Bauch verbrennen lassen, in dem sie nur auf dem Rücken schwimmen. Aber es hat mit der Sonneneinstrahlung tatsächlich nicht soviel zu tun, wie sie vielleicht glauben, sondern der Tarnung. Daher auch die scharfe Abgrenzung der Farben. Gibt es im Tierreich öfter, diese Taktik, sich zu tarnen. Da, wo sich Wale üblicherweise aufhalten, ist die UV-Intensität nämlich ziemlich gering. (siehe auch Beer-Lambertsches Absorptionsgesetz)

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immerfroh 09.07.2019, 20:03
191.

Die Bewahrer der Abendländischen Kultur in diesem Forum haben also ein Problem mit einer dunkelhäutigen Meerjungfrau.
Dann guckt es euch doch nicht an.
Diese vielen Einträge erinnern mich an den Sturm der Entrüstung, als der erste dunkelhäutige Fußballspieler namens Gerald Asamoah das Trikot der deutschen Nationalmannschaft überstreifte. Diesen Asamoah und seinesgleichen will man ja nicht zum Nachbarn haben.
Mit dem Unterschied, dass es die sozialen Medien im heutigen Ausmaß noch nicht gab.
Es ist doch völlig belanglos für diese Erzählung, welche Hautfarbe die kleine Meerjungfrau hat. Es ist eine Kunstfigur, die nicht real existiert.
Außerdem ist dieses Märchen für Kinder und ich finde es gut, dass Kinder damit aufwachsen, dass Hautfarbe keine Qualitätsmerkmal ist sondern purer Zufall der Natur.
Dieser versteckte Rassismus wagt sich immer öfter aus der Deckung.
Das liegt aber nicht an einer vermeintlich verfehlten Politik, sondern an jedem selbst. Welchen Grund gibt es, Menschen anderer Hautfarbe als nicht gleichwertig, nicht gleichberechtigt abzuwerten außer Rassismus ?

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didarielle 09.07.2019, 20:04
192.

Vlt. Ist man auch nur einfach ein großer Disneyfan und hält an seinen Kindheitserinnerungen fest. Vlt. Hat man einfach nur damit gerechnet das es nah an der Vorlage bleibt. Vlt. Kann man so etwas als "nicht Fan", wenn man es nicht mit Leib und Seele lebt, nach vollziehen. Vlt. Denkt man auch nur einfach so ganz friedlich darüber nach..... Blabla

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vera gehlkiel 09.07.2019, 20:05
193. @irobot - Wir könnten uns doch alles sagen, echt...

Zitat von irobot
Ich kann mir nicht mal jemand anderen als Sean Connery vorstellen. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Wenn sich etwas Altbekanntes ändert, reagieren die meisten doch automatisch ablehnend. Die neue Stimme von Marge Simpsons, Jefferson Darcy anstelle von Steve Rhoades (Eine schrecklich nette Familie), der letzte Darsteller von Captain Bertorelli ('Allo 'Allo), Monty Phytons ohne John Cleese, ein schwarzer Superman, ein weißer Hancock, neeeeee. Das ist eine völlig normale Reaktion und hat mit Rassismus nichts, aber auch garnichts zu tun. Nur irgendwelche Hypermoralischen machen aus dieser Mücke einen Elefanten.
Mal diese Frage direkt an Sie zurück: Wieso ist es nicht normal, über Rassismus zu diskutieren? Wieso ist das "Hypermoralitaet"?! Darf es das gar nicht geben und wenn ja, warum nicht?! Ist ein Big Player wie Disney, der drauf angewiesen ist, dass jeder Film von denen ein Multi - Millionen- Seller wird, in unserer Lebenswirklichkeit ein Phänomen wie eine "Mücke"? Wenn die sich überlegen, eins ihrer Grossprojekte mit einer "farbigen" Hauptdarstellerin auszustatten, hat das weiter nichts zu bedeuten?! Aber ich bitte Sie! Natürlich geht es hier nicht um den Kulturimperialismus einiger Emanzen, die ggf. einen Disney- Boss mit diskreditierenden Fotos erpressen, um die "Black Matters" -Leute zu pushen. Sondern um weltweit sich verändernde Schwerpunkte, die ein Unterhaltungsgigant zwecks Gewinnmaximierung in seine Agenda einpflegt und um entsprechende Verlustaengste einer "Gegenpartei". Darum, dass demnächst in der Neuauflage von "Vom Winde verweht" alle "Schwarz" oder "Stockschwul" sein könnten, ausser so einem getreuen weißen alten männlichen Haushälter als "Running Gag"...

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darksystem 09.07.2019, 20:08
194.

Die Frage sollte nicht lauten warum Arielle weiß sein muss sondern warum sie jetzt schwarz sein "muss" bzw. eine Ablehnung dessen sofort als "rassistisch" gilt.

Frau Stokowski trägt unglaublich dazu bei den Begriff Rassismus weiter zu bagatellisieren.

Die Erklärung hat aber gar nichts mit Rassismus zu tun: Viele Menschen haben Arielle als weiß kennen und lieben gelernt. Und wie wir alle wissen reagieren Menschen von Natur aus auf Veränderungen extrem "nervös".

Ich kann mich auch nicht mit einer schwarzen Arielle anfreunden. Aber keiner meiner schwarzen Freunde würde mich dafür als Rassist bezeichnen. Im Gegenteil. Einige sehen die Wahl einer schwarzen Schauspielerin sogar sehr kritisch. Vornehmlich aus zwei Gründen:
1. Das ganze Trara um die Hautfarbe von Arielle ist vornehmlich kostenlose Werbung für den Film.
2. Figuren welche immer als weiß bekannt waren einfach durch schwarz zu ersetzen hat den genau gegenteiligen Effekt. Denn es gibt keinen Grund dafür außer "Diversität" erzwingen zu wollen. Das durchschaut jeder, außer Frau Stokowski.

Rassistisch wäre es wenn wir Schwarzen den Zugang zu der Filmrolle allgemein verwehren weil sie schwarz sind. Hier wird der Zugang aber verwehrt weil die zu spielende Figur nicht schwarz ist. Das ist ein kleiner, aber extrem wichtiger, Unterschied.

Gerade als "Journalistin" welche ihre Begabung vornehmlich dazu verwendet Leuten die Worte zu verdrehen sollte man das wissen. Denn auf der einen Seite wird gendergerechte Sprache gefordert, auf der anderen wird sie so weit verbogen bis die Definition der eigenen Ideologie gerecht wird.

So überzeugen sie niemanden der ohnehin nicht schon genau so verblendet ist sondern treiben einen noch größeren Keil zwischen die Fronten.

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andre_36 09.07.2019, 20:10
195.

Natürlich haben die Produzenten bei Disney die künstlerische Freiheit, fiktiven Figuren zu gestalten, wie es ihnen beliebt. Es kann ja auch interessant sein, eine Figur gegen die Erwartungen zu konzipieren. Aber ein Künstler muss sich auch der Kritik des Publikums stellen. Und das Publikum darf mit irgendwelchen Ideen auch unzufrieden sein und das äußern. So läuft das in jedem kreativ-kommerziellen Bereich, ob Film, Literatur oder Musik. Man sollte sich noch einmal auf der Zunge zergehen lassen, was die Autorin hier postuliert: "Das ist rassistisch" Das bedeutet, dass jedem einzelnen Menschen, ohne Rücksicht auf Biographie und Hintergrund, niedrigste Motive für seine Kritik unterstellt werden. Und mit Rassisten erübrigt sich jede Diskussion. Es erfolgt keine Auseinandersetzung damit, dass manche sich nicht mit der Dekonstruktion einer lieb gewordenen Heldin ihrer Kindheit abfinden möchten, oder dass andere diesen drastischen Eingriff in das Originalwerk aus kunsthistorischen Gründen ablehnen. Diese Kolumne ist dermaßen pauschalisierend und oberflächlich, dass ich mich ernsthaft frage, was diesen Text von der allseits beklagten Hatespeech unterscheidet. Der Kampf gegen Sexismus und Rassismus dient der Autorin offensichtlich nur als Vehikel, um ihre moralisch grenzwertige Botschaft zu verbreiten.

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Echt jetzt. 09.07.2019, 20:14
196. Whitewashing / Blackwashing

Den vielen Kommentierenden, die versuchen, das Arielle-Blackwashing mit Whitewashing gleichzusetzen, sei gesagt, dass es nach Meinung vieler Leute, die sich mit dieser Thematik beschäftigen, einen Unterschied macht, ob man privilegierte oder unterprivilegierte Gruppen betrachtet.

Es geht also darum, unterprivilegierten Gruppen mehr Sichtbarkeit zu verschaffen, und es ist kaum abzustreiten, dass weibliche und/oder dunkelhäutige Menschen vor der Kamera weniger privilegiert sind als männliche und/oder weiße Darsteller*innen.

Vor diesem Hintergrund, so die Argumentation, ist es ok, wenn ein Farbiger einen Weißen spielt oder wenn eine Frau einen Mann spielt, aber nicht umgekehrt. Diese Sichtweise muss man nicht teilen, aber zumindest liefert sie ein konsistentes Argument, Blackwashing und Whitewashing als nicht vergleichbar anzusehen.

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spargelei 09.07.2019, 20:27
197. Meine Hochachtung...

...Frau Stokowski, wenn Sie für diesen Unsinn ein Honorar vom Spiegel erhalten. Einige Mensch*innen in Deutschland, vielleicht eine Handvoll, werden Ihr Problembewußtsein in Sachen Arielle sicher teilen. Der Rest schüttelt den Kopf und fragt sich, wieso der Spiegel Ihnen Woche für Woche den von Ihnen verfassten Stuss auf seiner Homepage verbreitet. Man*n fass´t es nicht...

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manuelw. 09.07.2019, 20:34
198. Bisschen billig

"Man könnte es dabei belassen festzustellen, dass viele Menschen rassistisch sind und nicht wollen, dass schwarze Frauen wichtige Filmrollen bekommen."
Das mag bei einzelnen Personen der Fall sein und man kann sich diese jetzt herauspicken. Vielleicht kommen angesichts der gesamten Weltbevölkerung sogar "viele" zusammen. Mir scheint aber, als soll der Eindruck erweckt werden, dass dies für einen Großteil der Menschen gilt, die sich an der Besetzung der Arielle mit einer Farbigen stören. Was unehrlich wäre. Wie auch der pathetische Aufhänger, der suggeriert, hier geht es jetzt gleich um Rassisten und Faschisten der schlimmsten Sorte, die glauben "Weiße wären eine übergeordnete "Rasse"".

"Der Hauptpunkt der Kritiker*innen ist offenbar, dass es nicht der "Wahrheit" entspricht, wenn eine schwarze Frau Arielle darstellt."
Ich bin jetzt zu faul das zu recherchieren, wüsste jetzt aber auf Anhieb keine englische gängige Formulierung, die dieser Aussage entspricht. Ich gehe hier also von einer Fehlübersetzung/-interpretation aus. Was die meisten geschrieben haben dürften ist, dass die Besetzung nicht "true to" oder "true to the character" der kleinen Meerjungfrau ist. Was nachvollziehbar sein sollte, insbesondere wenn Menschen mit der entsprechenden Darstellung in Disney's Erstfassung aufgewachsen sind, auch wenn man persönlich diese Meinung oder Erfahrung vielleicht nicht teilt.
Zu "nicht realistisch" ist es dann nochmal ein Sprung.
Sicherlich wird man, wenn man danach sucht, auch eine entsprechende dumme Äußerung sowie rassistische Kommentare finden und kann sich dann darüber lustig zu machen, aber es scheint mir, als solle dadurch alle Kritik am Casting hier stellvertretend diskreditiert werden, was doch ein wenig billig ist.

Ich halte ich die implizierte pauschale Unterstellung für nicht haltbar, die wahre Motivation hinter der Kritik sei, dass man schwarzen Schauspielern keine wichtigen Filmrollen gönnen kann. Ginge es um eine Realverfilmung von "Küss den Frosch" mit entsprechend farbiger Schauspielerin, würden die Wellen wohl kaum so hoch schlagen. Ich behaupte sogar, dass selbst die meisten Rassisten damit leben könnten.

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willem_vonwegen 09.07.2019, 20:35
199. @188

Da bin ich ganz ihrer Meinung.
Danke für Ihre Kritik :)

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