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Reaktionen auf Münchner Fund: Museen fordern Auskunft über Raubkunst-Bilder
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Der Sensationsfund von München hat weltweit Begehrlichkeiten geweckt. Von den USA bis Polen wird Einblick in die beschlagnahmte Kunstsammlung gefordert. Nur ein Österreicher versteht die Aufregung nicht - man hätte die Bilder längst finden müssen, sagt er.

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raber 06.11.2013, 18:54
1. Jeder wusste, keiner sagte. Wo sind die anderen Schätze?

Nicht nur Museen sondern auch Privatleute haben ein Anrecht zu erfahren was da gefunden wurde um zu überprüfen ob es ihnen entwendet wurde. Wenn der Kunstexperte Herr Alfred Weidinger nun behauptet, dass dies in dieser Dimension "jeder wichtige Kunsthändler im süddeutschen Raum gewusst" hat, dann müsste er und seine Kollegen wegen Unterlassung der Meldung an die entsprechenden Behörden angezeigt werden. Oder ist es nicht strafbar um Nazis und Nachfahren zu beschützen? Mit dem letzten Satz des Artikels und von Herrn Weideinger bin ich voll einverstanden. Für mich steht auch fest, dass in vielen Kellern deutscher Museen weiterhin Raub- und Beutekunst versteckt wird; abgesehen von dem in Privatbesitz sei es in Deutschland, Bariloche oder anderswo.

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Regulisssima 06.11.2013, 19:11
2. Rechtmässigkeit

Sofern es zutrifft, dass der bisherige Besitzer die Bilder von den US-Besatzungsbehörden zurückerhalten hat, kann eigentlich kein Zweifel an der Rechtmässigkeit seines Eigentums bestehen.
Zumindest US-Behörden und -Gerichte können dies schwerlich bezweifeln.
Und wenn es doch zum Streit kommen sollte, wird der deutsche Staat sie in Sicherheit verwahren. Für lange Zeit.

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z_beeblebrox 06.11.2013, 19:14
3.

Genau deshalb hat die Bundesregierung erst mal die Klappe gehalten:
http://forum.spiegel.de/f22/werke-mi...l#post14151999

Ich habe mal kurz den Text auf Wiki zu Alfred Flechtheim gelesen. Demnach hatte er keine Kinder, lediglich Neffen. Wobei beide auch schon tot sind. Nun, die hatten ev. Kinder oder auch Neffen o.ä..

Da würde es mich mal interessieren, auf wieviele Generationen hin man sein Erbe beanspruchen kann. Gibt es überhaupt eine zeitliche Beschränkung?
Müsste doch, oder? Sonst könnten viele noch etwas vom Erbe Kaiser Barbarossas oder so beanspruchen. Danke für en Info.

Im letzten Text von SON stand drin, dass die Museen nix bekommen, da die Nazis zu ihrer Zeit mit den Bildern machen konnten, was sie wollten.

"So moralisch unhaltbar die Verfolgung 'entarteter Kunst' auch gewesen ist, aus juristischer Sicht kann keine Restitution verlangt werden", schreibt der Rechtsexperte Carl-Heinz Heuer. Beschlagnahmungen aus Museen und der Verkauf der Werke waren demnach trotz aller Verwerflichkeit Rechtsakte. Denn der NS-Regime war Eigentümer der Kunstschätze deutscher Museen und konnte laut Heuer frei darüber entscheiden, was damit geschehen sollte

Kunstfund in München: Was wird mit den Bildern? Wem gehören sie? - SPIEGEL ONLINE

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ennalyse 06.11.2013, 19:43
4. Seltsame und krude Verarbeitung der Geschichte

1. Der Augsburger Staatsanwalt ist überfordert. Aus seiner Beamten-Perspektive erkennt er nicht die weitreichenden Dimensionen seiner gewiss lege artis durchgeführten sogenannten Ermittlungen.
2. Die Provenienzforscherin ist überfordert, da sie offenbar zu viel Material vor sich hat und ihre Kenntnisse hinsichtlich Echtheot usw. begrenzt sind oder sie die ganze Verantwortung eingrenzt (ihr Recht).
3. Der Kunstmarkt heizt sich gerade auf. Demnächst: Gier und diskrete Handlungen auf allen Seiten.
4. Was soll das Geschwätz von harten Devisen für die Nazis seinerzeit (ich nehme an, die Propaganda stand im Vordergrund), also zBsp 500 000 Schweizer Franken auf ein Londoner Konto. Setzen sie das in den Kontext zum seinerzeitigen Staatshaushalt.
5. Zum Thema Kunsthändler: Erinnert sei an die dubiose Hinhaltetaktik eines in der Schweiz lebenden Kunsthändlers zur Bereitstellung der finanziellen Mittel, um die Liebermann-Witwe aus Nazi-Deutschland herauszuholen: eine tragische Geschichte.
6. Hier sehen wir, es geht allein ums Geld, egal wie es aufgepeppt wird. Ob Bilderverbrennung oder die Veronal-Tabletten, die Frau Liebermann letzten Endes einnehmen MUSSTE.

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maifreuden 06.11.2013, 20:09
5. Allseitige Gier

Wie können denn Museen Auskunft über Raubkunst-Bilder fordern, darauf hätten die keinerlei Anspruch. „Raubkunst“ steht doch in diesem Kontext für ab Mitte der 1930er Jahr aus nichtöffentlichen Sammlungen bzw. Privatbesitz entwendete Kunstwerke oder solche, bei denen die Verkäufer bzgl. des Preises durch Nazi-Schergen erpresst oder unter Druck gesetzt wurden.
Aus Museen entfernte „entartete Kunst“ ist nach dem Krieg von den Alliierten legalisiert worden.
Und die Kunsthalle Mannheim bekommt überhaupt nichts. In Mannheim freuen die sich nämlich einerseits über die „bisher nicht gekannte Farbigkeit“ und andererseits behaupten sie, dass das in Augsburg gezeigte Blatt das ihre sei. Entweder/oder, beides zusammen geht ja wohl nicht.
Die allseitige Gier nach Enteignung des Herrn G. ist unerträglich.

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truthonly 06.11.2013, 21:13
6. Falsch

Zitat von osterbuckel
Dass diese Bilder heute so hohe Preise erzielen hat auch damit zu tun, dass ihnen der Stempel"entartet" aufgedrückt wurde
Eine Kennzeichnung ist lediglich ein zusätzlicher historischer Beleg. Ihre Aussage, dass die hohen Preise aufgrund dieser Kennzeichnung erzielt werden, ist schlichtweg falsch. Preisgestaltend ist der Künstler, das Exponat und der Zustand des Exponates. Der Wert eines "schwachen" Exponats, bzw eines "schwachen" Künstlers hat auch mit Kennzeichnung keinen höheren Wert als ohne. Kunst wird gekauft wegen der Kunst, und nicht aufgrund einer Kennzeichnung.

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Bismarck 06.11.2013, 21:21
7. optional

Ich verstehe die Aufregung der Museen nicht. Sie waren staatlich und wenn der Staat damals Bestände verkauft hat, hat der Käufer sie rechtmäßig erworben und es besteht kein Restitutionsanspruch seitens der Museen.
Bilder, die von der US-Armee oder der amerikanischen Zivilverwaltung zurück gegeben wurden, befinden sich ebenfalls rechtmäßig im Eigentum des Herrn Gurlitt.
Offensichtlich nutzt man sein Alter und die Tastsache, daß er keine Erben hat, schamlos aus und will sich die Bestände sichern. Pfui Deibel!

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PeterPe 06.11.2013, 22:04
8. Interessanter Fall

Solange man nicht nachweisen kann, manche Bilder anderen gehoeren, gehoeren sie dem Mann.

Gerade bei "entarteter Kunst" ist es sehr plausibel. Waehrend der Nazizeit wollte die niemand haben und konnte sehr billig rechtsmaessig erworben werden. Moden und Geschmaecker (und Preise) aendern sich. Glueck gehabt!

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DrGrey 06.11.2013, 22:11
9.

Zitat von sysop
Der Sensationsfund von München hat weltweit Begehrlichkeiten geweckt. Von den USA bis Polen wird Einblick in die beschlagnahmte Kunstsammlung gefordert. Nur ein Österreicher versteht die Aufregung nicht - man hätte die Bilder längst finden müssen, sagt er.
Da kommen sie alle angekrochen, jeder will ein Stück
vom grossen Kuchen abhaben.

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