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Rebellion gegen Amazon: Die Autoren schreien - und wir sollten zuhören
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Amazon soll kein Monopolist werden? Dagegen hilft vor allem eins: Einfach mal wieder in den Buchladen um die Ecke gehen. Dort gibt es keine Algorithmen, aber echte Menschen.

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die80er 15.08.2014, 10:32
140. die Frage ist

Zitat von sysop
Amazon soll kein Monopolist werden? Dagegen hilft vor allem eins: Einfach mal wieder in den Buchladen um die Ecke gehen. Dort gibt es keine Algorithmen, aber echte Menschen.
ist das das schreien der Autoren oder doch nicht eher das der Verlage? Wenn es darum ginge das die Autoren mehr Geld bekommen würde ich das ja unterstützen. Aber da es nur um das Geld der Verlage geht (die sich ja nun nicht wirklich für die Autoren die Käufer interessieren (ausser um das Geld)) werde ich auch weiter bei Amazon kaufen. Zumal das der einzige Ort ist wo man auch noch die Bücher bekommt die man kaufen möchte.

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borisHB 15.08.2014, 10:33
141. Bullshit

Ich erinnere mich noch ganz gut an viele Berichte über das megakapitalistische Auftreten von Thalia und anderen Ketten gegenüber dem Kleinbuchhandel - nun sollen die deutschen Onlinehändler plötzlich die Guten sein? Mein Buchladen um die Ecke, und auch der zwei Ecken weiter, sind für mich unbrauchbar. betrieben (so scheint es) von Hobby-Buchwürmerinnen, die sich mit Krimis bestens auskennen, sonst aber auch nicht. Sie erfüllen keine Funktion, die mich persönlich weiterbringen würde. Ich sehe die deutschen Großverlage, nach vielen Fusionen und Übernahmen wirtschaftliche Monstren, die den Markt unter sich aufgeteilt haben und erfolgreich werdende Autoren mit viel Spielgeld wegkaufen. Und ich sehe die seit Jahren scheiternde deutsche Buchbranche, die das E-Book nie ernst genommen hat, während Amazon in Millionen-Vorleistung gegangen ist und die Welt mit leistbaren Readern ausgestattet hat.

Mir ist klar, dass von Amazon gefahren ausgehen. Aber die heimische Buchindustrie ist oft nicht viel besser und hat so viele Fehler gemacht, dass sie im schlimmsten Fall die Zukunft der Zeitungsverlage hat. Auf Dauer überleben werden sicher die (Klein-)Verlage, die wirklich Know-How über ihr Fachgebiet und ihre Kundenschicht haben.

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mmy 15.08.2014, 10:36
142. der autor

schreibt es ja selbst!"letzendlich entscheidet der markt!" und dabei wird sich amazon nun letzendlich durchsetzen weil es eben praktisch ist! dort finde ich alles wieso soll ich mir einen roman in der buchhandlung "nebenan" (was auch immer das sein mag) wenn ich bei amazon das buch, die großpackung windeln und noch das neuste elektronik gadget bekomme schnell, Versandkosten frei, ohne großen aufwand und zumeist noch am mit am billigsten

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KeineIdee100 15.08.2014, 10:39
143.

Zitat von Veterano48
in jedem kleinen Buchladen kann ich jedes Buch bestellen und bekomme es am nächsten Tag. Warum dem Riesen noch mehr Geld in den Rachen schmeißen?
Das stimmt aber nur für Bücher der großen Verlage. Ich bestelle oft Fachliteratur und muss selbst in Uni-Buchhandlungen mit drei Wochen Wartezeit rechnen. Gerade gestern habe ich - telefonisch - in einer Fachbuchhandlung bestellt und bekam zur Antwort "Kann aber drei Wochen dauern, der ist gerade im Urlaub!" Amazon hätte das Gewünschte vorrätig gehabt und am nächsten Tag portofrei geliefert.

Im übrigen sollten unsere hoch subventionierten Autoren und Buchverlage sich auch mal mit ihren eigenen Statistiken beschäftigen.
Da können sie nämlich feststellen, dass der Buchabsatz in den letzten 15 Jahren erheblich zugenommen hat. Obwohl doch schon "der Untergang der Buchbranche durch Computermedien" Mitte der 90er propagiert wurde.
Ist ja auch kein Wunder. Heute erzählt mir eine Freundin "Boah, ich lese gerade ein tolles Buch..." und noch während des Telefonats schau ich bei Amazon und bestelle es. Weil's schneller geht, als darauf zu warten, bis meine Freundin fertig ist, wir uns mal treffen und das Buch tauschen können, so wie früher. Meine Mutter - ein echtes Landei - hätte sich NIE in eine Universitätsbuchhandlung getraut, obwohl sie sehr gerne große Literatur liest. Heute klickt sie auf ihren Ebook-Reader und bestellt sich die Bücher, die sie mag und kann sich dort alles auf Großdruck stellen.

Und die tollen Buchläden...
Davon abgesehen, dass ich mich frage, wo es die überhaupt noch gibt, aber was machen akademisch gebildete Menschen und Vielleser wie ich, die auf dem Land leben?
In unserer nahegelegenen hessischen Kreisstadt gibt es eine einzige "Buchhandlung", die aber mehr einer Geschenkboutique mit pseudoreligiösem Kitsch ähnelt. Die "Buchhändlerin" ist ja auch im Nebenberuf Schamanin. In der ungefähr gleich weit entfernten Nachbarstadt gehört die einzige vorhandene Buchhandlung ironischerweise Weltbild.
Also bleibt nur die 40km entfernte Universitätsstadt. Die mag aber keine "Zugereisten", weshalb die ganze Innenstadt möglichst Parkplatz-frei gehalten wird. Da ist dann der schnelle Einkauf nebenbei für die Ansässigen möglich, aber der Großeinkauf des Landeis nicht. Damit sich die Zeit, die Anfahrt und die horrende Parkgebühr lohnt, muss ich da schon mehr als ein Buch kaufen. Aber 20kg Buch 5km weit zum Parkplatz schleppen??? Darunter 19kg, die ich eigentlich "nur so" gekauft habe, weil die Bücher, die ich eigentlich wollte, gerade nicht vorrätig waren oder trotz vorherigem Anruf nicht so schnell besorgt werden können???
Nee danke!
Amazon und Co. machen es möglich, dass ich auf dem Land auch Chancen habe rasch an Bücher zu kommen, auch antiquarisch. Übrigens gebe ich heute doppelt so viel für Bücher aus, als früher, weil es so schön einfach und bequem ist. Ebooks kaufe ich bei ebook.de, Bücher aus Papier meist bei Amazon, denn da habe ich Prime. Stressfrei, denn ich muss nicht eine Stunde fahren, eine halbe Stunde Parkplatz suchen, billiger, denn ich spare Benzin und Parkgebühren und bequem, denn ich bekomms an den Schreibtisch geliefert.

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egal42 15.08.2014, 10:41
144. als zusteller...

ich sagte es einmal und wiederhole mich in diesem falle gerne... der kunde hat es in der hand!
hört auf euch jeden schmu nach hause schicken zu lassen. es ist zwar nett das wir dadurch einen sicheren arbeitsplatz haben, aber viele bestellungen sind im grunde ein schlechter scherz. vor allem meine ich hier die städter! leute ist es so schwer von der arbeit aus mal eben bei hugendubel oder dem örtlichen buchladen rein zu gehen? oder sich sein elektrokabel im kiez beim einezlhädler zu kaufen? es kann doch nicht sein,das ich ein warenwert von 3€ ,wo die briefmarke nochmal 2,40€ kostet durch die ganze stadt fahren muss. mal davon abgesehen das dieses kabel schon die welt gesehen hat! es gibt viele beispiele...bücher, kabel und dvd's....
leute reisst euch zusammen, gerade die städter...wenn ihr in eurem kiez nichts am lebend haltet..wird noch mehr fallen als die selbstbestimmung von autoren! mal davon abgesehen das es überhaupt nicht nachhaltig ist,wenn ein usb kabel wert 3€, 10 liter an benzin kostet bis es zum kunden gekommen ist....mfg

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parmesanides 15.08.2014, 11:00
145.

Zitat von Lankoron
"gute alte Buchhandlung" beschreiben die Leute denn immer? 90% der "örtlichen Buchhändler" sind doch genauso Handelsketten wie Thalia und co. Ausserdem gibt es durch die Preisbindung keinen Wettbewerb, und beraten können einen die absolut wenigsten Verkäufer dort. Und: Zugunsten von Kitschpostkarten, Kleinkram, ja sogar ner Cafeteria hat man zumindest bei uns die Regale enger gestellt und die Leseecken abgeschafft...also dann bestell ich doch lieber bei amazon.
So ganz richtig ist das ja nicht.. es stimmt, dass die kleinen Buchhändler wirklich alle mittlerweile franchises von thalia und co sind.. aber genau das sind sie eben: franchise.. diese gewähren dem einzelhändler immerhin noch etwas autonomie und ein einkommen, während amazon die Läden komplett verschwinden lässt.. Und doch: Ich kann in meiner Buchhandlung noch Bücher in die Hand nehmen, mir einen Kaffee machen lassen und stöbern..

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roli54 15.08.2014, 11:01
146. wenn ich

mir Buch A Kaufen will, dann gehe ich zu meinem Buchhändler z.Bsp. hier in Lübeck oder Bad Segeberg wo ich wohne und wenn es nicht da ist, dann habe ich es am nächsten Tag.
Amazon liefert und wenn ich nicht im Hause bin muss ich warten und warten.

Was Elektronik etc. Betrifft, mal mit den Örtlichen Händlern reden, die können´s oft auch.
Lasst keine Monopole zu ! Von den Ami´s erst recht nicht !
Zitat von sysop
Amazon soll kein Monopolist werden? Dagegen hilft vor allem eins: Einfach mal wieder in den Buchladen um die Ecke gehen. Dort gibt es keine Algorithmen, aber echte Menschen.

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netroot 15.08.2014, 11:03
147.

Zitat von Lankoron
"gute alte Buchhandlung" beschreiben die Leute denn immer? 90% der "örtlichen Buchhändler" sind doch genauso Handelsketten wie Thalia und co. Ausserdem gibt es durch die Preisbindung keinen Wettbewerb, und beraten können einen die absolut wenigsten Verkäufer dort. Und: Zugunsten von Kitschpostkarten, Kleinkram, ja sogar ner Cafeteria hat man zumindest bei uns die Regale enger gestellt und die Leseecken abgeschafft...also dann bestell ich doch lieber bei amazon.
Meine heißt Frenkel & Co - Frenkel ist eine nette ältere Dame, genauso wie Co - die Auslage und Beratung ist liebevoll, nett und kompetent. Genauso schnell und teuer wie Amazon - aber Co wird von Frenkel wie ein Mensch behandelt und auch nicht von Nazi-truppen bewacht. Nahezu alle Lieblingsbücher meiner Tochter gehen auf eine Beratung der Beiden zurück.

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userinlm 15.08.2014, 11:06
148. Theorie und Praxis

Ich meide Amazon auch gerne aber der Buchhandel ist einfach schlecht. Die Buchläden sind weit weg, die Parkplatzsituation schlecht. Was ich will, grundsätzlich nicht da. Lange Schlangen an der Kasse und oft unfreundliche und inkompetente Verkäufer. Braucht kein Mensch!

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Eva K. 15.08.2014, 11:07
149. Die schöne Geschichte vom Buchhandel um die Ecke

Zitat von sysop
Amazon soll kein Monopolist werden? Dagegen hilft vor allem eins: Einfach mal wieder in den Buchladen um die Ecke gehen. Dort gibt es keine Algorithmen, aber echte Menschen.
Tatsächlich haben wir noch einen Buchladen um die Ecke im Stadtteil, doch der strahlt samt Personal den Muff der 1950er aus und ist alles andere als einladend - im Ggs. zu den Buchkaufhäusern der Ketten Hugendubel und Thalia. Bei meinen Arbeits- und Wegezeiten ist der Laden schon zu, zum Stöbern lädt dort nichts ein, dazu müßte ich dann eher in die Frankfurter City zu besagtem Hugendubel.

Eine zeitweilige Konkurrenz gab es auch, aber das war mehr das Hobby neben sehr vielen anderen Hobbys einer einzelnen Person als ein ernsthaftes Unternehmen, und so war der Laden auch nach zwei Jahren wieder verschwunden. Schade, denn den Laden hätte ich lieber als Kundin gefördert als den alteingesessenen Staubfänger.

Also bestelle ich dann eben Bücher und noch so manch andere Medien bei Amazon, bekomme sie an die gewünschte Adresse geschickt, und gut ist. Tatsächlich bekomme ich dort gerade englischsprachige Bücher oft günstiger und schneller als über den niedergelassenen Buchhandel, weil ich allein schon die Auswahl zwischen mehreren Ausgaben habe. Das habe ich im Buchhandel üblicherweise nicht.

Lediglich dem örtlichen Antiquariat kann ich noch etwas abgewinnen, das hat tatsächlich eine verwunschene Ausstrahlung wie der L-Space in Terry Pratchetts Scheibenwelt-Romanen. Also lasse ich mich wenigstens da ab und zu blicken, es gibt immer einen netten Plausch mit dem Inhaber, und es findet sich immer war, das in den heimischen L-Space umziehen möchte.

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