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Rechte Aufmärsche und Kühnerts Sozialismus-Thesen: Ferner liefen Nazis
Carsten Koall/ Getty Images

Hat Kevin Kühnert verlangt, die Demokratie abzuschaffen? Natürlich nicht, man könnte es angesichts der Reaktionen auf sein Interview aber glauben. Ein Nazi-Aufmarsch dagegen scheint niemanden zu stören.

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Suppenelse 06.05.2019, 16:58
10.

Ich korrigiere, liebe Frau Stokowski:

„Genauso ist es allerdings Aufgabe aller in einer Demokratie, Nazis zu bekämpfen.“

Ich korrigiere, Frau Stokowski: In einer Demokratie ist es Aufgabe aller, DEMOKRATIEFEINDE zu bekämpfen. Dass die sowohl von rechts wie auch von links kommen können, zeigt Ihnen nicht nur der jährliche Bericht des Verfassungsschutzes, sondern auch ein Blick ins Geschichtsbuch. Wenn ein SPD-Politiker mit Begriffen wie „Kollektivierung“, „Überwindung des Kapitalismus“ und ähnlichem hantiert und das auch noch ernst meint, sollten die Alarmglocken genauso schrillen wie bei Aufmärschen Rechter in Plauen. Die Staatsform, in die beide Extreme münden, ist sich sooo unähnlich leider nicht, auch wenn Sie das ebenso wie andere Linke ungern hören mögen.

Übel, dass Sie das linke politische Extrem verteidigen und dabei auch Nazi-Demos zur Relativierung nicht zu schade sind.

(P. S.: Muss ich mich nun auch bei SPON auf inoffizielle, nicht lesbare und nicht vorlesbare Sternchen-Fliegenschisse im Text einstellen? Dann ciao.)

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dieter-ploetze 06.05.2019, 16:59
11. kuehnerts thesen sind ja ganz harmlos?

kuehnert hat erstmal ueberhaupt nichts neues gesagt, das sind alles althergebrachte thesen der LINKSpartei.
der unterschied, kuehnert gilt als hoffnungstraeger der SPD, nur darum geht man darauf ein. kuehnert will die demokratie nicht abschaffen? er haette bloss auf die ungleichheit aufnmerksam gemacht? das stimmt natuerlich nicht. kuehnert bringt als therapievorschlag demokratische kollektivierung, auch enteignung genannt, an. nun meine verzweifelte frage, wie sollen demokratische enteignungen stattfinden? das geht doch nur in
einem totalitaeren staat. also demokratie ade. demokratische enteignungen setzen eine mehrheit im volk voraus, die enteignen wollen. wird es nicht geben, ist humbug.
dann kritisiert frau stokowski ultrarechte aufmaersche, da hat sie ja durchaus recht. ich sehe allerdings zum schwarzen block der ultralinken keinerlei unterschied. frau stokowski scheint da aber unterschiede zu machen.
da wuerde ich gern um aufklaerung bitten, worin der unterschied besteht. lediglich im ziel? dann waere das reine ansichtssache.

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hannibalanteportas 06.05.2019, 17:01
12. Wunder geschehen

Ich muss an dieser Stelle sagen, so gerne ich Fr.Stokowski ob ihrer Ansichten widerspreche, dass ich diesem Artikel fast vorbehaltlos zustimmen kann.
Kühnert hat kritisiert und provoziert. Und dass zurecht! Ich als liberaler Sozialdemokrat finde nicht alles gut, was er von sich gegeben hat. Die soziale Marktwirtschaft ist aber nicht erst seit Hartz, Leiharbeitsfirmen, etc. ein Sterbender. Gleichzeitig braucht es eine Abkehr vom Haifisch-Kapitalismus, weil sonst solche Gestalten wie vom ‚3ten Weg‘ wieder mehr Einfluss haben werden.
Eines hätte ich mir noch gewünscht, Fr. Stokowski. Die Liberalen haben Kühnert‘s Aussagen so gekontert, dass Ja der Kapitalismus für soviel Reichtum gesorgt hat. Nur ist dieser Reichtum den wenigen Prozent vorbehalten, die mehr als 50% des Vermögens halten.
Und etwas möchte ich dennoch anmerken: der Auspruch ‚Anhänger und ein paar (!) Anhängerinnen‘. Es gibt ausreichend rechtsradikal denkende Frauen, Fr. Stokowski. In diesem Fall ist es irrelevant, wieviel es waren. In anderen Artikeln würden sie ja auch ‚Anhänger*innen‘ schreiben. Also bitte keine verbalen Spitzfindigkeiten, Frauen bauen genauso Scheiße wie Männer.

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Sensør 06.05.2019, 17:03
13. So sieht es aus

Staatdienste und Polizei begeben sich offen in die Nähe des Faschismus, dagegen werden Gedanken über die Überwindung von Wohnungslosigkeit und der inzwischen eklatant ausgearteten sozialen Schere von allen Seiten der Politik und Wirtschaft niedergestampft. Deutschland 2019 - äusserst bedenklich das.

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Trymon 06.05.2019, 17:03
14. Man muss sich wohl eine Frage stellen......

...bei dem ganzen Gegenwind, welchen Kühnert nun erhält aus den verschiedensten Richtungen, incl. der eigenen Partei. Wie viel würden die Gegner verlieren würden auch nur Bruchteile umgesetzt werden von den Ideen des jungen SPDlers. Dann sieht man woher der Wind weht und wieso die so dagegen sind.

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149 06.05.2019, 17:10
15.

Erich Kästner: "Die Ereignisse von 1933 bis 1945 hätten spätestens 1928 bekämpft werden müssen. Später war es zu spät. Man darf nicht warten, bis der Freiheitskampf Landesverrat genannt wird. Man darf nicht warten, bis aus dem Schneeball eine Lawine geworden ist. Man muss den rollenden Schneeball zertreten. Die Lawine hält keiner mehr auf..."
Mehr gibt es nicht zu sagen

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taglöhner 06.05.2019, 17:10
16. Enteignet Augstein

Kleiner Spaß, hehe.
Naja, wenn irgendein Horst das bei einer Antifa-Demo herausposaunt hätte, wäre wohl auch nicht viel Aufsehen gewesen.
Er gilt halt bei jungen Revolutionsnostalgikern gerne auch in den Redaktionsstuben als Hoffnungsträger einer ehemaligen Volkspartei und man versucht jetzt möglichst lang mit "irgendwie was dran" herumzueiern, weil konkret geht ja nicht. Wegen der blöden real-world-application.

Marschierende Neonazis ängstigen eben in erster Linie Minderheiten vor Ort, jedenfalls solange keine MdBs oder AfD-Funktionäre mitlaufen. Oft macht RT mit sowas größer auf und sorgt für Reichweite. Wohlwollend unkommentiert versteht sich.

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HeinzMueller99 06.05.2019, 17:11
17. So unterschiedlich können die Wahrnehmungen sein

Ich habe mich die ganze Letzte Woche auch über das Medienecho gewundert, aber genau anders herum:
Wenn die Hetzer aus rechten Ecke ihren dümmlichen Parolen äußern und gegen Ausländer, Systemmedien oder sonst wen hetzen, dann kommt keiner auf die Idee zu sagen: ja, eigentlich ganz gut, dass mal wieder jemand auf Probleme hinweist, wenn auch auf eine etwas unbeholfene Art.
Wenn JuSos die Enteignung auf breiter Linie fordern und das Privateigentum in Frage stellen - und das hat Herr Kühnert ohne jeden Zweifel getan und gemeint - dann ist das genau so weit entfernt vom Boden des Grundgesetzes, wie rechtsradikaler Schwachsinn.
Solchen Populismus hoffähig zu machen, indem man über ihn berichtet wie etwa in der Zeit und auf SPON, finde ich persönlich abstoßend.
Die Utopien von Herrn Kühnert enden genau so mit der Entmenschlichung und Bekämpfung nicht systemkonformer Menschen, wie die Utopien der Nazis. So einfach ist das.

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BettyB. 06.05.2019, 17:12
18. Nicht wirklich ein Wunder

Die Reichenschützer in Politik und Medien haben sich natürlich mit sorgenvoller Miene gemeldet. Vor Rechts haben sie keine Angst...

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Haarfoen 06.05.2019, 17:14
19. Leider zutreffend ...

Die Feststellungen von Frau Stokowski sind leider zutreffend. Ich vermute, dass Her Kühnert exakt in die (ungeordnete) Bewusstseins- Kerbe schlägt und daher das paranoide Gejaule in Sachen DDR / Sozialismus ausufert: Eigentlich wissen wir alle, dass sich in Sachen Umverteilung, sozialer Friede und Klimaschutz dringend etwas ändern muss. Eine Veränderung steht an und gegen nichts sträubt sich ein Mensch mehr, als gegen Veränderungen. Wi ezu beobachten nimmt dann ie Angst vor Veränderung hysterische Ausmaße an. Vor allem, weil durch Kohl und Merkel jegliche geistige Aktivität im politischen Denken eingestellt wurde und das Aufwachen aus der Lethargie besonders schwierig ist. An die Rechte hingegen hat man sich gewöhnt und stuft sie als Randerscheinung des Ostens ein. Betroffen durch den unerträglichen Antisemitismus sind nur wenige, Hauptsache ich selbst nicht.

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