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Rechte Aufmärsche und Kühnerts Sozialismus-Thesen: Ferner liefen Nazis
Carsten Koall/ Getty Images

Hat Kevin Kühnert verlangt, die Demokratie abzuschaffen? Natürlich nicht, man könnte es angesichts der Reaktionen auf sein Interview aber glauben. Ein Nazi-Aufmarsch dagegen scheint niemanden zu stören.

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MJR 07.05.2019, 11:46
190. Mich stören Naziaufmärsche! Sie irren also!

"Niemanden" stören Naziaufmärsche? Von wegen!
Ich bin ein Rechter Deutscher und ich störe mich massiv an Naziaufmärsche! Denn sie besudeln die Werte meines Landes, die ich patriotisch feiere, mit ihrem Rassenwahn und kruden Phantasien!
Ich nenne mich Patriot, weil ich an die Werte Deutschlands glaube. Diese Werte manifestieren sich in unserer Verfassung und spiegeln die Spielregeln wieder, die in unserem Land das Zusammenleben für alle erträglich machen, die ebenso sie "ticken", wie es das Grundgesetz beschreibt!
Es ist Platz für so viel Phantasie, die man ausleben dürfen sollte. Dieses Ausleben endet dort, wo die Rechte anderer wider dessen Willen tangiert werden.
Es gibt Verfassungsfeinde, die diesen Patriotismus angreifen in allen Gesellschaftgruppen: In allen Parteien (!) finden sich welche, nicht nur in der AfD. Es finden sich Verfassungsfeinde unter den Journalisten, wie es auch Richter gibt oder Polizisten, Soldaten und Bürger anderer Berufe. Es gab sie schon immer und wird sie wohl immer geben.
Was wir heute tun, ist aber ein Kardinalfehler: Wir engen uns bereitwillig ein in unserem gesellschaftlichen Dasein: Findest Du etwa, dass Homosexualität kein Problem, wohl aber nicht "normal" sei - Bist Du homophob. Wer sich dahingehend äußert, dass selbst Asyl eine Obergrenze hat, der muss Nationalist sein. Wer das Problem der Armut heute durchleuchtet und erkennt, dass oft "alleinerziehende Mütter" betroffen sind und bemerkt: "Die Freiheit zu haben, sich jederzeit Binden und Trennen zu können ist ein Grundrecht... es unbedingt und inflationär auszuleben ist aber dumm!" der wird in die konservativ chauvinistische Ecke gestellt. Natürlich, denn wer heute noch meint, dass die beste Vorsorge für eine Lebenswerte Zukunft die Familie ist, die im Bezug auf Kinder nunmal eine Mutter und einen Vater bedingen, der muss von "gestern" sein. Nun: Kein Kind ohne Mann und Frau... ein Fakt, was die feministisch vergiftete Debatte leider ignoriert und mit diesem Fakt geht unter, dass man eben nicht jede Freiheit bedenkenlos und folgenlos ausleben kann!
Man muss sein Leben mit einem gewissen Risikobewusstsein leben und dieses ist den Menschen in meiner Heimat abhanden gekommen! Darum leben sie vor sich hin und treffen Entscheidungen aus dem Bauch heraus.Irgendwer wird sich schon kümmern. Am Ende bilden sich Lager zwischen immer härteren Fronten: Denn die einen wollen nicht, dass sich die anderen kümmern.
Wenn wir endlich wieder lernen, dass in einem Land mit "individuellen Rechten" auch Pflichten existieren (!) und die größte ist, mit unseren Freiheiten WEISE UMZUGEHEN und nicht jeden Mist zu tun, weil es geht: Dann schließen wir auch wieder Gräben und leben noch besser miteinander. Noch besser, weil das Leben hier schön ist und nicht schlecht! Hören wir auf es schlechter zu machen, als es ist und machen wir es einfach besser.

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ancoats 07.05.2019, 11:49
191.

Zitat von MagittaW
Da ist er wieder, der unangebrachte Nazi-Vergleich: in Plauen soll es einen Nazi-Aufmarsch gegeben haben. Tja, manche Journalisten sind vor lauter Moralisieren lernresistent. Nix gelernt aus Chemnitz, wo es angeblich Hetzjagden und Pogromstimmung gegeben haben - mit anschließendem Nazi-Aufmarsch. Neee, gabs nicht! Man würde es ja manchem Journalisten wünschen, mal EINEN Tag während der Nazi-Herrschaft erleben zu müssen! Nur einen Tag, damit diese Idioten endlich aufhören, unpassende Nazi-Vergleiche zu ziehen. Es gibt heute keine Nazis mehr! Meinetwegen nennt sie "Neo-Nazis" - aber mit jedem Rechtsradiken, der Nazi genannt wird verharmlost man die Opfer und die Taten der Nazis. Die Nazis waren eben keine harmlos trommelnde "Folkloretruppe" in beigen T-Shirts. Einfach mal ein KZ besuchen - das waren Nazis! Jeder krude Nazivergleich stumpft unweigerlich ab, nach dem Motte: so schlimm können die ja nicht gewesen sein, haben niemanden angegriffen, kein einziges Gesetz gebrochen und nur ein bisschen Folkore haben wollen. Waren doch eigentlich ganz okay, diese Nazis, oder? Fragen Sie doch einfach mal Überlebende der Shoa, was die von Ihren Nazivergleichen halten. Also nicht nach der Relotiusmethode, denen einfach Sätze in den Mund legen, weil SIE das besser wissen wollen als die direkt Betroffenen, denen solche Vergleiche wie ein Verhöhnung ihres Leidens vorkommen müssen. Schämen Sie sich!
Erstens: "Der dritte Weg" ist alles andere als eine harmlos trommelnde Folkloretruppe. Zweitens: Auch die Nationalsozialisten haben mal als eine Art trommelnde Fokloregruppe angefangen, jedenfalls hätte die Öffentlichkeit das in der Frühzeit so wahrnehmen können (und das hat sie ja auch in weiten Teilen). Fackelaufmärsche in Uniformierung (egal, wie nah oder fern der Nazikostümierung) und das Skandieren von unappetitlichen Parolen rufen jedenfalls bei meinen Familienmitgliedern, die die frühen 30er noch mitgemacht haben, sehr ungute Erinnerungen hervor.

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interessierter Laie 07.05.2019, 11:57
192.

Zitat von Ökofred
Bitte machen sie sich doch vorher schlau. EDEKA nicht erfolgreich? Genossenschaftsbanken? https://de.wikipedia.org/wiki/Genossenschaft Die Neue Heimat war lange erfolgreich. Man kann jeden Betrieb zu Grund wirtschaften, das gilt auch für "normale" Industriebetriebe. AEG, Grundig, Zündapp, etc.. davon gibt es mehr gescheiterte als gut laufende.
Edeka ist ein genossenschaftlicher Verbund von Einzelunternehmen. Jedes Mitglied betreibt sein Geschäft weitgehend eigenständig und die Mitarbeiter sind genauso Angestellte wie bei Rewe oder Aldi. Eine Genossenschaftsbank befindet sich nicht im Eigentum der Mitarbeiter, sondern der Kunden. Für den Mitarbeiter ist das kein Unterschied. Und auch die neue Heimat war für Mitarbeiter eigentlich ein Konzern wie jeder andere. Sie befand sich nur im Besitz des DGB. Auch hier gab es für die Mitarbeiter keinen wesentlichen Unterschied. Die einzigen real existierenden und funktionierenden Kollektive finden Sie in der Start-Up-Szene und in Nischen. Charakteristisch ist: Sie sind nie sonderlich groß. Sobald ein Start-Up erfolgreich wird, werden Neueinsteiger nur noch Eigentümer, wenn sie Kapital, Assets oder große Teile ihrer Arbeitskraft für Unternehmensanteile einbringen - so wie die Gründer auch. Darin liegt nämlich das Problem: Eigentümer üben persönlichen Verzicht. Sie verpflichten sich, Werte im Unternehmen zu belassen und spekulieren auf die Wertsteigerung.

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zeisig 07.05.2019, 11:58
193. Tellerrand und Toleranz

Ich habe mich gefreut über die Auslassungen des Jusovorsitzenden, der Stoff für die ein oder andere Diskussion geliefert hat. Wer, wenn nicht ein Jusovorsitzender muß auch mal übers Ziel hinausschießen ?
Genau so schüttele ich auf der anderen Seite den Kopf über diesen braunen Bodensatz, der sich vereinzelt durch die Straßen wälzt. Auch wenn Frau Stokowski für sich in Anspruch nimmt, das Letztere "eben NICHT aushalten zu müssen", so sage ich für mich: Ja, ich halte beides aus, so lange es sich bei den Nazis nur um einen versprengten Haufen Unverbesserlicher handelt. Im Gegenteil: Ich bin froh, daß so etwas in meinem Bundesland undenkbar wäre. Und ich bin sicher, daß sich das im Osten mit der Zeit auch geben wird.

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ancoats 07.05.2019, 12:11
194.

Zitat von Mr Bounz
.. dann lesen Sie mal die Zahlen im Verfassungschutzbericht. Rechte Straftaten 20.520 Linke Straftaten 9.752 Stand 2017 Dazu noch 1.504 antisemitsche Straftaten zu 94% Rechts-Motoviert Und bei diesen Statistiken sind z.B. die Hetzjagten im Osten gar nicht dabei, denn Herr Maasen wußte ja bereits vor jeder Untersuchung (beachten Sie die reihenfolge) das gar nichts passiert ist! ... aber Sie wissen das sicher alles, Sie relativieren nur gernme was Rechte tun und ereifern sich über Linke.
Vielleicht sollten Sie die entsprechenden Quellen mal richtig und vollständig, einschließlich des Kleingedruckten, lesen. Während "linke" Straftaten nämlich zum großen Teil aus Sachbeschädigungen, Widerstand gegen Polizei, Verstössen gegen das Versammlungsrecht etc. bestehen, finden sich bei den "rechten" Straftätern weitaus mehr Angriffe gegen Personen (bis hin zu schwerer Körperverletzung mit Todesfolge) sowie Bedrohung anderer, verfassungsfeindlicher Hetze und dergl. Das ist schon ein ganz anderes Kaliber - wenn man denn vergleichen will.

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zeisig 07.05.2019, 12:41
195. Da machen Sie sich mal keine Sorgen !

Zitat von deltametro2
Der Sound und die Inszenierung erinnern mich (85) an was ich in meiner Kindheit erlebt habe. Erschütternd. Nie wieder!
Der große Unterschied zwischen heute und damals sind die Medien und deren Haltung. Um es mal einfach auszudrücken: Die Medien sind auf Ihrer Seite. Rechte Propaganda ist heutzutage undenkbar.

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sp2018 07.05.2019, 12:44
196. But what about the mails of Hillary? And what about China?

Nur um mal aufzuzeigen, auf welchem Niveau sich Spiegel Online befindet. Rechtsradikale Auswüchse sind also das Argument, das für die Verstaatlichung von BMW spricht. Naja, vermutlich liegts daran, dass seit Google und Facebook kein Geld mehr für Journalismus da ist. Ausserdem scheint die Strategie in den USA ja erfolgreich zu sein, also sollten wir das beim Spiegel sofort nachmachen. Und wenn Erdogan was an einem Argument nicht passt, kommt er natürlich auch gleich mit vergleichbaren Argumenten. Gut abgekuckt.

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lollopa1 07.05.2019, 12:47
197. ob Nazi oder Kommunist, egal

wenn der kleine Kevin meint das Eigentum anderer Menschen umverteilen zu müssen, dran denken darf er ja. Und wenn das braune Gesocks meint mit ner Fackel durch die Strassen zu rennen, unter Auflagen dürfen die das auch. Eins darf ich persönlich aber auch, mich wehren. Gegen jedes braune Gesocks das mir auf den Geist geht, und gegen jeden der mir mein Eigentum wegnehmen möchte. Einfach eine auf's Maul hauen und Ruhe ist

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allufewi 07.05.2019, 12:51
198. Tja

ich halte es nun mal auch für ziemlich berichtenswert, dass der Chef der Jusos, irgendwann mal hohes Tier in einer (immer noch) wichtigen Partei in Deutschland, mit Ideen aus dem gescheiterten Steinzeit-Sozialismus hantiert.

Dass irgendwo in der ostdeutschen Provinz wieder mal eine Handvoll Spinner Radau machen ist zwar traurig, aber nun wirklich nicht überraschend. Passierte die letzten 20 Jahre so gut wie jeden Monat.

Und noch was ganz krass überraschendes: Auf SPON ist genug Platz um beides unterzukriegen.

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niska 07.05.2019, 13:00
199.

Zitat von Ayanami
Eine Anmerkung jedoch: Auch wenn der Neonazi-Aufmarsch ärgerlich war, anhand welcher Kriterien hätte man ihn verbieten sollen? Wo ziehen wir da die Grenze? Ich möchte daran erinnern, dass Meinungsfreiheit ein hohes Gut ist, und sobald wir die Mittel zur Einschränkung derselben mit schwammigen Vorgaben erweitern (tragen braune Shirts, die irgendwie Nazi-like aussehen), schießen wir uns am Ende des Tages nur selbst ins Bein. Dem braunen ist nicht damit geholfen, Demos zu verbieten, sondern den Leuten wieder zu Arbeit und Bildung zu verhelfen. Dann laufen sie auch nicht mehr braunen Rattenfängern in die Arme. Ansonsten: Top-Kolumne.
Wenn jemand unter dem Vorwand die Ausländer würden einem den Job wegnehmen nicht arbeiten will, kann man ihm nicht zu Arbeit verhelfen. Und Bildung ist leider auch kein Allheilmittel. Gute Ethik und Moral in direkte Korrelation mit Bildung und Intelligenz zu stellen funktioniert leider nicht und wäre elitär überheblich. Auch gut gebildete Menschen sind manchmal einfach Charakterschweine.

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