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Rechte Sprache: Warum "linksgrün versifft"?
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Linke werden oft als "versifft" beschimpft. Warum diese Fantasie des Drecks? Die aktuelle Rechte erträgt nur strenge Ordnung, nicht lebendige, vermischte Realität - und orientiert sich historisch an Hitler.

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Ayanami 12.02.2019, 16:29
1. Interessanter Gedankengang

Der ordnungsliebende Fleischmützenträger, der sich vor hinterhältigen schlammwerfenden Schmuddelanarchisten ekelt. Ich glaube, da ist wirklich etwas dran - nur helfen tut die Erkenntnis in der Praxis wenig.

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Neandiausdemtal 12.02.2019, 16:35
2. Dachte ich mir!

Dachte mir schon, dass mein erster Kurzkommentar der redaktionellen Betreuung zum Opfer fällt. Zu Recht, "Dreck" darf man die Rechten auch nicht nennen, sind ja immerhin doch Menschen. Allerdings ist der us-amerikanische Begriff "White Trash" verbreitet und dort anerkannt.
Zum Artikel. Mir geht diese Haarspalterei, wer nun mehr oder weniger Nazi ist oder vielleicht auch gar nicht, schon lange auf die Nerven.
Es ist tatsächlich sehr einfach. Strauß hatte Recht, als er sagte, dass es rechts von der Union nichts geben dürfe. Er wußte genau warum er das so gesagt hat. Er wußte, dass dort Nazis lauern und solche, die auf dem Weg dahin sind.

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ironbutt 12.02.2019, 16:44
3. So einfach ist es nicht

Hier wird zum Nazi gestempelt, wer gern etwas mehr Sauberkeit und etwas weniger Dreck wünscht. Tatsächlich sehen "bevorzugt alternative" Stadtviertel aber oft dreckig aus. Niemand unternimmt zB. etwas gegen beschmierte Wände. Obwohl tatkräftiger Unterstüztzer eine Umwetlorganisation und vegan lebend haben mein Frau und ich jetzt jüngst eine Wohnung in einer sehr spiessigen Umgebung gekauft - mit gepflegter Gartenanlage und einer Schranke vor der Zufahrtstrasse. Der Dreck und der Siff im hippen (und komplett links-grünen) Szeneviertel geht uns gehörig auf den Geist.

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pete1001 12.02.2019, 16:47
4. eine etwas einseitige Betrachtung..

...denn was an hasserfüllten Verbalattacken regelmäßig von linksautonomen Gruppen verwendet wird, lässt die Autorin leider unerwähnt. Sprachliche Überspitzung war schon immer Mittel zum Zweck, wobei sich der etwas euphemistisch klingenden Bezeichnung "linksgrün versifft" zumindest immer noch ein Schmunzeln abgewinnen lässt.

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Andraax 12.02.2019, 16:48
5. Lieber linksgrün-versifft, als schwarzbraun-verblödet

Ich bezeichne mich inzwischen stolz linksgrün-versifft, wenn ich nach meiner politischen Einstellung gefragt werde.
Ich finde Frau Stokowski vergisst bei Ihrer Analyse einen wichtigen Punkt: Der rechte Sprach-Duktus versucht sich in letzer Zeit einen intellektuellen Anstrich zu geben, der durch "originelle" Neologismen aufzufallen versucht. Vielfach endet das in ziemlich peinlichem Geschwalle (oft hier im Forum zu bewundern), weil eben echte Argumente fehlen.

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muunoy 12.02.2019, 16:49
6. Wieder daneben

Und wieder liegt Frau Stockowski mit ihrem Kommentar daneben. Klar, auch ich mag den Begriff "links-grün versifft" nicht, obwohl ich ein Problem mit dem kollektivistischen Weltbild der Links-Grünen habe. Ich habe allerdings als Einwohner von NRW auch 7 Jahre unter der Schreckensherrschaft von Rot-Grün in NRW gelitten. Und das als Selbständiger, also einer Gruppe von Menschen, auf die es die Links-Grünen besonders abgesehen haben. Auch ich mag den Begriff "versifft" nicht. Denn die Behauptung, das Gegenüber sei unrein ist eine sehr alte Methode, ein Gegenüber zu erniedrigen udn final zu entmenschlichen. Das ist allerdings keine Erfindung der Nazis. Das kennen wir eher von Religionen. Aktuell findet sich dies immer noch im Islam und im Kastenwesen Indiens. Also, nichts mit Nazis und Faschisten. Frau Stockowski's Argumentation passt also nur, wenn sie z. B. den Islam auch Faschismus unterstellt. Das kann ich mir wiederum nicht vorstellen, weil solche Thesen hier normalerweise noch nicht mal durch die Eingangskontrolle kommen. Einigen könnte man sich vielleicht noch darauf, dass die Mehrheit der nicht aufgeklärten Muslime (die gibt es, kommen aber normalerweise aufgrund der Unattraktivität unseres Systems nicht nach Deutschland) wie die Links-Grünen einem kollektivistischen Menschenbild anhängen. Mir als liberal-konservativen Menschen, der an die Kraft des Individuums glaubt, sind solche Weltbilder selbstverständlich zuwider. Dennoch empfinde ich die Darstellung der Links-Grünen als Unreine ähnlich daneben wie die ständige Benennung von Menschen mit nicht links-grünem Weltbild als Nazis. Das ist genauso daneben und disqualifiziert Frau Stockowski ebenso wie Leute, welche die Zeit des Nationalsozialismus als "Fliegenschiss in der dt. Geschichte" bezeichnen.

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Katzazi 12.02.2019, 16:52
7.

ich bin normalerweise nicht wirklich eine Freundin dieser Kolumne. Aber dieser Beitrag geht eine Frage an, die ich mir auch schon häufiger gestellt habe und gibt interessante Antworten. Oder zumindest gibt es entsprechende Ansätze wieder um da weiter drüber nachzudenken. Und kommt dabei gleichzeitig ohne direkte Angriffe auf irgendwen aus. Danke dafür. :-)

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Cogitatio33 12.02.2019, 16:52
8. Sprachliche Mittel zur Diffamierung

Leider werden sprachliche Mittel zur Diffamierung von fast jeder Gruppe eingesetzt. Einmal sind es versiffte linke, das andere mal sind es rechte Schweine. Ich höre auf keines der Worte. Versuche dann viel eher die Wurzeln des Hasses zu ergründen, damit man auch einen Lösungsweg zur Bekämpfung der Differenzen finden kann. Der Artikel bleibt dem aber leider schuldig.

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oliver61 12.02.2019, 16:53
9. Manche sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht!

Der Begriff "links-grün-versifft" bezieht sich offensichtlich auf das Bild der Linken und Grünen in den 60er/70er/80er Jahren. Das waren oft Schmuddeltypen wie z. B.. Rudi Dutschke mit fettigen Haaren, Rainer Langhans mit langen Haaren, Fritz Teufel usw. Die anschließende Friedensbewegung / Hausbesetzerszene bestand ebenfalls zu einem Teil aus ungepflegten Hippies in Latzhose. Möglicherweise stimmt das Klischee heute nicht mehr. Nazis werden klischeehaft als "Glatzen" dargestellt. Stimmt vielleicht auch nicht, stimmte vielleicht schon im 3.Reich nicht. Schon da gab es nicht nur einen Julius Streicher sondern auch den vermeintlichen Schöngeist Albert Speer. Jede Bewegung hat ein oder mehrere Figuren, die sie prägen und ihr ein Gesicht geben. Das wird dann verallgemeinert und auf alle übertragen. Eigentlich ganz einfach.

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