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Rechter Terror gegen Muslime: Er meinte uns
AP

Wer Muslime nicht mehr als Menschen, sondern nur noch als "die anderen" betrachtet, deren Ermordung als Rache für islamistischen Terror gilt, verrät die Werte des Westens. Ein Plädoyer gegen die Kälte von rechts.

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goriii_vutra 23.03.2019, 21:35
1. Danke!

Eine sehr gute Analyse.

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whitewisent 23.03.2019, 21:37
2.

Humanismus ist ein tolles Konzept, wenn er denn jemals wirklich allgemein anerkannt gewesen wäre. Es ist immer wieder erstaunlich, wie man sich in den Fallstricken verfangen kann. Einerseits "die Moslems" als Teil von Uns zu betrachten, Uns aber als "den Westen" zu definieren, dem gegenüber "der Osten" und "der Süden" der Welt steht, macht alles wieder zu Nichte. Es gibt eben nicht "die Moslems", darum können "die" auch nicht pauschal mit "uns" zusammengehören, denn dazu gehört der Wille auf allen Seiten. Und der fehlt nicht nur in der rechten Ecke der Gesellschaft, sondern auch im vermeintlich liberalen Zentrum und Links. Und auch innerhalb des Islams gibt es riesige Unterschiede, sowohl was die Interpretation des Korans als auch die daraus abgeleitete Lebensweise bedingt.

Wieviele Ehen zwischen Muslimas und Nichtmoslems gibt es in Deutschland, vor allem die von ihrer beiden Familien anerkannt werden? Meine Beobachtung, wenn überhaupt, sind es Witwen und Geschiedene, denen man dieses normale Recht auf seiten "der Moslems" zugesteht. Und es wird nicht "der Moslem" von "Uns" abgelehnt, sondern der Türke, der Araber, der Bosnier, der Tscheschene oder der Afghane. Merkwürdigerweise tolarant ist man dagegen bei muslimischen Briten, US-Amerikanern, Indern, Indonesiern oder konvertierten Deutschen.

Der Großteil von "uns" ist ziemlich tolerant, was die Integration von Millionen von Moslems in unserer Gesellschaft belegt. Vieleicht fehlt da aber manchmal der Respekt und ja, auch etwas Dank dafür, daß man sich so verändert hat. Nicht durch die Moslems, aber von Seiten der Dauerkritiker, die scheinbar nie zufrieden zu stellen sind.

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c.martell 23.03.2019, 21:43
3.

Es sind die Anderen.
Und das darf auch so sein.
Die jeweils anderen haben ein Recht auf Würde und Leben.
Wir und Die.
Alle gemeinsam.

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helmut.alt 23.03.2019, 21:45
4. Wie kann man die Spirale der Gewalt stoppen?

Wer Gewalt sät bringt neue Gewalt hervor. Dies gilt für beide Seiten und Fanatiker fühlen sich dann berufen im Namen Gottes oder aus eigenem Fanatismus und Rachsucht seinerseits Gewalt auszuüben. Schon im Altertum entstand der Begriff "Blutrache" und im alten Testament liest man "Auge um Auge" und "Zahn um Zahn". Jesus hat mit seiner Lehre diesen Teufelskreis durchbrochen mit dem Appell: "schlägt man dich auf die rechte Wange, halte auch die linke hin". Leicht gesagt, aber kaum realistisch.

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fatal.justice 23.03.2019, 22:08
5. Natürlich.

Ein "Mann", der - feige, wie er sich darstellt - kurz vor dem Begehen einer Gewalttat eine Rechtfertigungsschrift veröffentlicht, hat das Ziel, die von ihm als Symphatisanten wahrgenommenen Bevölkerungsgruppen ins eigene Boot zu zerren, um nicht als vereinzelter Irrer zu gelten und seine Tat als Andienung an etwas "Höheres" zu legitimieren. Die Handlung als solche soll damit durch Außenstehende nicht zu einer egoistischen, selbstreferentiellen Gewaltorgie herabgewertet werden. Er möchte, dass es in den für ihn wichtigen Kreisen als etwas "Gutes" angesehen wird - nicht als affektiv oder impulsgeleitet fehlinterpretiert. Man sollte annehmen, dass man diese Art der Inszenierung nur dann wählt, wenn man sich sicher ist, dass bereits ein ausreichend zahlenreiches, wohlgesinntes Publikum zu erwarten ist. Was bleibt, ist die erschütternde Erkenntnis, dass es bereits einen weltweiten Resonanz(volks)körper gibt, der sich nicht nur klammheimlich der Entmenschlichung verschrieben hat. Darin ähneln sich islamistische Gewalttaten frappierend mit jenen aus rassistischen/rechtsextremistischen Beweggründen. Das Urproblem liberaler Gesellschaften liegt darin, niemals mit einem ebenbürtigen Menschenhass antworten zu können, oder zu dürfen. Denn hierin liegt das Ziel jeder extremistischen Gewalt: Einen endlosen Kreislauf heraufzubeschwören. Es kann hierbei keinen wie auch immer gearteten "Sieger" geben.

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botschinski 23.03.2019, 22:09
6. Versteh ich den Autor falsch?

fragilité=Zartheit, müsste es nicht fraternite (Brüderlichkeit) heissen? Andererseits warum nicht Zartheit, als Grundlage der Menschlichkeit.

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Urban Spaceman 23.03.2019, 22:17
7.

es geht nicht um links oder rechts. Es gibt irrationale Fanatiker jeder Couleur. Hört sich ja gerade so an, als müsste ich jetzt Frau Merkel ganz toll finden, weil dieser irre Attentäter sie nicht toll findet.

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hansfrans79 23.03.2019, 22:17
8.

Zitat von c.martell
Es sind die Anderen. Und das darf auch so sein. Die jeweils anderen haben ein Recht auf Würde und Leben. Wir und Die. Alle gemeinsam.
Sie und ich sind sicher kein wir. Bin daher ist Ihre Aussage hinfällig.
Mir sind manche Moslems sicher näher als
Christen, manchmal umgekehrt, ich brauche keine Einteilung in Gruppen und Grenzen.

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djrobinbyc 23.03.2019, 22:39
9. Folklore de Nationalstaates

In meinem Verständnis ist aber der Nationalstaat erst einmal die Basis für Demokratie im historischen Diskurs. Nun ist es sicherlich richtig den Nationalstaat in seinen totalitären Auswüchsen zu überwinden, aber es wäre nun mal undemokratisch gemässigte Nationalisten zu marginalisieren.
Es ist schwer nach einer derart bestialischen Tat nicht den Überblick zu verlieren, aber diese Schlussfolgerung der Folklosierung ist schwach und verhärtet nur die Fronten. Killer und Bestien gibt es in allen Gesellschaften, aber wem nützt es schon unnötig zu diffamieren.

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