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Rechter Terror gegen Muslime: Er meinte uns
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Wer Muslime nicht mehr als Menschen, sondern nur noch als "die anderen" betrachtet, deren Ermordung als Rache für islamistischen Terror gilt, verrät die Werte des Westens. Ein Plädoyer gegen die Kälte von rechts.

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beatzekatze 23.03.2019, 22:47
10. Das Gespenst der Ideologie

Den seelenlosen Geist des Terrors und seine ihm zu Grunde liegende Ideologie, werden wir nicht so schnell los. Ob nun von rechts (NSU), islamisch (ISIS) oder links (RAF), nur um Beispiele zu nennen. Alle zur Strecke gebracht und doch geistert das Gespenst umher und verleitet irgendwann zu neuen Taten. In unserer vernetzten Welt, wo jedes Individuum Zugang zu allem möglichen hat, ist es auch ein leichtes, sich einer Ideologie zu verschreiben. Es gilt jegliche Ideologie zu enttarnen und zu entschärfen sowie diese Methode in den Köpfen junger Menschen reifen zu lassen.

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max-mustermann 23.03.2019, 22:47
11.

Welche westlichen Werte können denn noch groß verraten werden ?
Die Heuchelei und Bigotterie immer von Frieden und Freiheit zu salbadern und gleichzeitig die ganze Welt (von Religiösen Fanatikern bis zum Diktator) mit Waffen zu beliefern ?

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Jeschua's Schülerin 23.03.2019, 22:47
12. Reaktion des Christentums?

Schade, dass der Autor dieser guten Analyse den Christus "ausgeschlossen" hat. Zwar wurde das nicht direkt gesagt, aber wir sollten doch als "Mensch zu Mensch" nett zueinander sein. Nun, ich glaube nicht an die Unschuld der menschlichen Seele. Jeder, absolut jeder, Mensch ist sowohl zu sehr bösen, als auch zu sehr guten Taten fähig. Deshalb sind für mich weder die muslimischen Extremisten noch die rechte Scene überraschend. Natürlich erschreckend, aber nicht überraschend. Was nun dagegen tun? Wenn alle Menschen schuldig sind, wer hat dann noch die Autorität Regeln zu setzen? Das Volk? Bestehend aus genauso schuldigen Menschen wie ich?
Deshalb: Wenn wir Frieden "im Westen" haben wollen, sollten wir und auf unsere Gründungswerte zurück besinnen und Den suchen, der übermenschliche Autorität hat;). Das ordentliche Auslegen der ganzen Bibel, die voll ist mit Liebesaufrufen zu unseren Nächsten, auch im besonderen zu Ausländern (siehe 5.Moses 10,18f.)!!, wird tatsächlich erst die Herzen der Menschen gegenüber Geflüchteten und Ausländern öffnen. :)

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briefzentrum 23.03.2019, 22:58
13. Aus dem Christchurch-Massaker lernen?

Herr Minkmar begibt sich auf argumentatorisches Glatteis und rutscht darauf aus. Er suggeriert mit seinem Kommentar, dass das Massaker in Neuseeland sich dazu eigne, dass wir uns unserer westlichen Werte besinnen könnten. Denn in der Identifikation mit den unschuldigen Opfern würden wir auch unsere bisherige ungerechtfertigte gesellschaftspolitische Auseinandersetzung mit dem Islam und den Muslimen erkennen und überwinden können. Das Massaker als Fern-Lehrbrief in Humanismus? Nicht nur das. Zugleich instrumentalisiert Minkmar den Massenmord von Neuseeland, um uns unsere schon bisher fehlende Empathie mit Muslimen, Arabern und Türken als Opfern vorzuhalten: Mit Differenzierungen hält sich der Kommentator nicht lange auf. Die Haltung von Politikern zu den Ausländermorden der frühen 90er Jahre wird mit dem Versagen der Polizei bei den NSU-Morden in eins gesetzt: "Der rechte Terror prägt unsere Gegenwart", davon ist Minkmar überzeugt. Die rechtsterroristischen Empfehlungen des Christchurch-Täters gehen umstandslos in die politischen Haltungen deutscher Politiker zur Flüchtlingsfrage über. "Über den Islam kann man mittlerweile ungefragt alles und das Gegenteil behaupten". In der zweiten Hälfte des Textes wird die Intention des Kommentars deutlich. Es geht Minkmar um eine fortgesetzte Liberalisierung gegenüber den Flüchtlingsströmen aus Afrika, dem Balkan, dem Nahen Osten usw. Und wer dagegen weiter Einwände hat, betreibt nach Minkmar das Geschäft der Ideologen des rechten Terrors. Das ist mit Verlaub eine ziemlich abstruse Argumentation. Das Massaker von Christchurch lehrt uns nicht die Chancen unserer Menschlichkeit, sondern nur einmal mehr die Unfassbarkeit solcher Gewalttaten, für die kranke und verblendete Menschen zu allen Zeiten ideologische Rechtfertigungen gefunden haben, gleich ob es sich um Schulmassaker, Amokläufe in Las Vegas, das Massaker des rechtsextremen Anders Breivik an norwegischen Jugendlichen oder um islamistischen Terror in Paris handelt. Die neuseeländische Regierung hat die einzig richtige Lehre gezogen und halbautomatische Waffen aus dem Verkehr gezogen. Eine moralische Lehre über Menschlichkeit lässt sich aus diesem Massenmord ebensowenig ziehen wie er die gesellschaftspolitische Auseinandersetzung über den Islam in säkularen westlichen Gesellschaften erübrigt. Auch nach diesem Massaker bleiben unsere gesellschaftspolitischen Probleme um Migration, Flüchtlingskrisen und das Spannungsverhältnis zwischen Islam und westlicher Moderne unbeantwortet. Und wer auch nur ansatzweise und argumentativ versucht, Kritiker der deutschen Flüchtlingspolitik in die Nähe des rechten Terrors zu rücken, disqualifiziert sich selbst nachhaltig für einen humanistischen Diskurs, dem er sich doch so sehr verbunden zeigt.

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schmidt-post 23.03.2019, 23:15
14.

Zitat von briefzentrum
Und wer auch nur ansatzweise und argumentativ versucht, Kritiker der deutschen Flüchtlingspolitik in die Nähe des rechten Terrors zu rücken, disqualifiziert sich selbst nachhaltig für einen humanistischen Diskurs, dem er sich doch so sehr verbunden zeigt.
Wenn Sie das aus dem Kommentar heraus lesen, haben Sie ihn deutlich überinterpretiert und sollten Ihre Meinung an einem Zitat aus der Kommentar belegen. Da nutzen auch Ihre sonstigen schönen Worte nichts.

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HansMicha 23.03.2019, 23:19
15. @botschinski

Ich bin mir sicher: Der Autor wollte kein Schlagwort der Französischen Revolution zitieren (wenngleich eine Assoziation dazu vielleicht gewollt ist), sondern verwendet "Fragilite" im Sinne von "Verletzlichkeit". Eine Verletzlichkeit allerdings, hinter der menschliche Stärke steht, die sich aus gefestigter Persönlichkeit und humanitären Werten zusammensetzt. Eine Verletzlichkeit, die es sich deshalb leisten kann, anderen ohne Ansehen der Person, das zukommen zu lassen, was sie zum Leben brauchen, ohne kaltes Kalkül, was es im wörtlichen und übertragenen Sinne kosten wird, ohne Angst, in der eigenen Existenz bedroht zu werden.

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Thilo_Knows 23.03.2019, 23:27
16. Nationalstaat als Folklore?

Mit dieser Aussage disqualifiziert sich der Autor. Einerseits vom großen „Wir“ palavern, andererseits selbst Andersdenkende ausgrenzen und diffamieren. Noch Fragen, warum es das große „Wir“ nicht gibt?

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tomdabassman 23.03.2019, 23:47
17. @13 briefzentrum

Zitat: 'Es geht Minkmar um eine fortgesetzte Liberalisierung gegenüber den Flüchtlingsströmen aus Afrika, dem Balkan, dem Nahen Osten usw.' - Nein, genau darum geht es ihm nicht. Es ist vielmehr ein Manifest des Humanismus. In Christchurch wurden nicht 50 Muslime ermordet, sondern 50 Menschen. Worunter auch Kinder...Genau das war mal ein Wert des Westens, daß dieseer sich anschickte das Individuum in den Mittelpunkt zu stellen, anstatt seiner zufälligen Herkunft, Hautfarbe oder Religion. Wer verkörpert diesen Niedergang der freiheitlichen Grundwerte stärker als die USA in den dunklen Zeiten des D.Trump? Auch ein - jetzt Ex- Freund hat mir die Tage erklärt, daß Christchurch nur eine Episode in der ewigen Aufrechnung von Toten in einer Art Kultur- und Glaubenskrieg gewesen sei. Wieviele Leute denken so? Jeden Tag mehr. Es ist zum Verzweifeln.

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ketzer3 24.03.2019, 00:03
18. Natürlich erschreckend, aber nicht überraschend.

Zitat von Jeschua's Schülerin
Was nun dagegen tun? Wenn alle Menschen schuldig sind, wer hat dann noch die Autorität Regeln zu setzen? Das Volk? Bestehend aus genauso schuldigen Menschen wie ich? Deshalb: Wenn wir Frieden "im Westen" haben wollen, sollten wir und auf unsere Gründungswerte zurück besinnen und Den suchen, der übermenschliche Autorität hat;). Das ordentliche Auslegen der ganzen Bibel, die voll ist mit Liebesaufrufen zu unseren Nächsten, auch im besonderen zu Ausländern (siehe 5.Moses 10,18f.)!!, wird tatsächlich erst die Herzen der Menschen gegenüber Geflüchteten und Ausländern öffnen. :)
„Wenn alle Menschen schuldig sind, wer hat dann noch die Autorität Regeln zu setzen? Das Volk? Bestehend aus genauso schuldigen Menschen wie ich?“
O je, dachte ich, nach diesem Satz. Alles Sünder? Was ist jetzt die Konsequenz? Nichts tun?
Aber dann kam es:
„Deshalb: Wenn wir Frieden "im Westen" haben wollen, sollten wir uns auf unsere Gründungswerte zurückbesinnen und Den suchen, der übermenschliche Autorität hat. Das ordentliche Auslegen der ganzen Bibel, die voll ist mit Liebesaufrufen zu unseren Nächsten, auch im besonderen zu Ausländern (siehe 5.Moses 10,18 f!), wird tatsächlich erst die Herzen der Menschen gegenüber Geflüchteten und Ausländern öffnen.“
OK. Hoffen wir mal auf die „ordentliche Auslegung“, und auf die „tatsächliche Herzensöffnung“: Schön wäre es.
Es gibt Theologen, bei denen ich Zweifel habe - bezüglich der ordentlichen Auslegung.
(Kann mir als "Ketzer" ja auch egal sein, eigentlich.)
Als Ketzer stehe ich der Bibel zurückhaltend gegenüber, aber es stehen ja durchaus Maximen darin, denen man folgen kann. 5. Mose 10, 18: sehr gut!
Eine meiner Lieblingsstellen ist nach wie vor Lukas 10, 25 ff: Ist doch wohl eine Zentralstelle! Muss man leider den Christen immer wieder unter die Nase reiben.
Und auch NACH der Bibel haben wir Menschen uns ja gewisse „Werte“ (Sie nennen es „Gründungswerte“) erarbeitet; wie wäre es mit der Aufklärung, gegen den erbitterten Widerstand der Amtskirche?
Zurückkommend auf die „Autorität“, die Sie sozusagen anfangs in Frage gestellt hatten: Es ist die „Gesellschaft“, die diese Autorität darstellt, und selbst wenn sich die Gesellschaft diese Autorität anmaßen sollte (ohne den Segen irgendeiner Kirche); sie tut es einfach, und das zu Recht.
Ich nehme an, dass Sie mir im Endergebnis zustimmen werden.
So kommt man dann doch zusammen, oder?

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McManaman 24.03.2019, 00:06
19. Danke!

Sie sprechen mir aus der Seele!

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