Forum: Kultur
Rechtes Denken im Pop: Eine Art Endkampf
DPA

"Atemlos durch die Nacht" zeuge von Pop, der von nichts gewusst haben will, während die Gesellschaft nach rechts rückt - der Kulturpublizist Georg Seeßlen reiht in seinem neuen Buch steile Thesen aneinander. Überzeugend?

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HansHansen 21.05.2018, 21:54
10. Frage des Humors?

Herr Moldenhauer, haben Sie einmal darüber nachgedacht, dass "Beth Ditko" und "Yello Biafra" möglicherweise bewusst so geschrieben wurden und z.B. auf Steve Ditko und die Electroband Yello referieren? Wer die Beatles mit "on the streets" falsch zitiert, könnte auch durchaus einen Bezug zu "Street fighting" dieser anderen Band im Kopf gehabt haben. Just thinking... Nicht nur bei Helene Fischer scheint Subkutanes im Pop nicht ohne weiteres für jeden decheffrierbar zu sein ;)

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HansHansen 21.05.2018, 22:02
11.

Zitat von mucki007
Genau solche Artikel und Meinungen sind es, die heutzutage den Menschen auf die Nerven gehen. Kann ich denn nicht einfach mal Musik hören, egal welche Richtung, ohne alles gesellschaftskritisch zu hinterfragen? Einfach in der heutigen Zeit Spaß an irgendwas haben, ohne sich Gedanken über political Korrektness machen ?
Genau solche Kommentare sind es die solche Artikel so wertvoll machen. Wir leben wirklich in finsteren Zeiten, wenn eine Verteidigung des Rechtes auf Gedankenlosigkeit das Denken ersetzt...

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bammbamm 21.05.2018, 23:51
12. Musik ist mächtig

Musik ist etwas was Menschen einen kann, sie dazu bringen kann zusammen zu entspannen, lachen und zu tanzen, völlig egal welchen Hintergrund oder Herkunft diese Menschen haben. Das Problem waren schon immer die Menschen die dieses mächtige Mittel genutzt haben um Menschen zu trennen und ihre persönlichen Botschaften zu transportieren. Musik ist selbst ein Kommunikationsmittel das durch zugefügte triviale Botschaften keinen Mehrwert hat. Das letzte was wir brauchen ist nocht mehr Meinungsmache und Trennung mit Hilfe von Musik

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Jamesteakirk 22.05.2018, 08:04
13. Unverhoffte Parallelen

Herr Seeßlen leidet an einem typischen linken Symptom: Der Unfähigkeit zur Selbstkritik der eigenen Bewegung, dem Tunnelblick, der geistigen Unbeweglichkeit. Die heutige Linke beglückt uns nicht mit einem Freiheitsversprechen, Wildheit und Nonkonformismus, sondern mit "geschlechtergerechter Sprache", verschiedensten Phobie-Phobien, realitätsferner Refugee-Romantik, Männerfeindlichkeit, Frauenbenachteiligungs-Mythologien, Verneinung einer deutschen Identität, Hate-Speech-Paranoia und vielem mehr? Was macht man da? In bester Tradition der 60er Jahre lehnt man sich dagegen auf. Sogenannte "rechte" Bands und Strömungen wie Pegida etc. sind also nichts anderes als die APO unserer heutigen Zeit. Diese Zusammenhänge sind freilich schwer verständlich für jemanden, der noch in einem paranoiden linken Weltbild der Vergangenheit verfangen ist. Sollten die Linken jemals ihre Lebenslügen und ihre spezifischen Formen des (Selbst-)Hasses erkennen, dann werden AfD, Pegida und Freiwild sehr schnell die Luft ausgehen. Weil das Gute, was sie repräsentieren, im Mainstream angekommen sein wird. Klingt irgendwie bekannt oder? Und auch die 60er und 70er hatten ihre Irren, ihre Radikalen, ihre Übertreibungen und Fehlentwicklungen. Trotzdem war es ein zwingender, positiver gesellschaftlicher Veränderungsprozeß. Herr Seeßlen klingt daher ein bißchen wie ein Adenauer- oder Strauß-Fan der 60er Jahre, der die Welt nicht mehr richtig versteht ob all ihrer Veränderungen. Er sollte sich mal fragen, ob sich hinter den bösen rechten Bewegungen nicht vielleicht auch legitime Anliegen verbergen.

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Papazaca 22.05.2018, 08:11
14. Ein Intellektueller versteht Internet und Globalisierung nicht

Wenn man das Buch nicht gelesen hat, vermittelt ein Bericht nur einen ersten Überblick. Mein erster Eindruck ist: Überintellektualisiert, zu wenig Fakten, weder wirtschaftliche noch über die Musikszene.
Der maßgebliche Grund, warum die Popmusik im Niedergang begriffen ist: Es wird viel weniger Geld verdient und die wichtigste Zielgruppe surft eher im Internet. Geld wird fast nur noch mit Konzerten verdient. Und so haben wir zwar gute Musik, die aber kaum jemand kennt, wenn er nicht den Rolling Stones liest. Und deshalb ist die Popmusik teilweise zu einer Musik für Fahrstühle und Rolltreppen mutiert, zu eher namenlosen Hits, die auf Stationen wie You FM untergedudelt werden.

Und die Globalisierung hat viele wirtschaftlich überfordert und zu einer Renaissance der Rechten geführt, weil die sozialen Spielräume deutlich kleiner geworden sind.
Das sind die beiden Hauptgründe für den Niedergang der Popmusik und nicht irgendwelche intellektuellen Thesen, für die der Autor sich irgendwelche Gründe zusammenbastelt. Schon verrückt, wie sich so mancher in Gebiete vorwagt, von denen er keine Ahnung hat.

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virtuteetanimo 22.05.2018, 10:02
15. Elitär zum Abgewöhnen

Sowohl der Autor besagten Buchs als auch der Großteil der Kommentatoren gehen leider von dem Konstrukt einer beschulbaren, leider momentan fehlgelenkten dumpfen Masse aus, die irgendwie vom Kurs abgekommen zu sein scheint. Das ganze Leben-Menschen-Tanzen-Welt-Gedudel, das heutzutage überall aus dem Äther kriecht, ist genau das, was die breite Masse sich erwählt hat. Freiwillig. Diese Art von Musik entspricht genau jener Wellness-Ästhetik, die alle Bereiche des öffentlichen Lebens durchdrungen hat, als letztes Aufbäumen vor dem gefühlt bevorstehendem endgültigen Kollaps. Totentanz wie zur Zeit der Pest, keine Energie mehr übrig für eine Rebellion wie zu Zeiten der "wilden" 60er/70er/80er-Jahre, wo als persönliche Konsequenz der Rebellion am Ende eine Professorenstelle und schlimmstenfalls ein Job als Taxifahrer drohten. Heute Ausgrenzung und Hartz-4.

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norfried_baum 22.05.2018, 23:24
16. Wohlfühl Radio

Das so viele dämliche Rechtsradikale und Dumpfrapper ein Forum bekommen liegt an denen die ihnen ein Forum bieten. Auf der Suche nach dem Skandal wird auch der bescheuertste Radikale und Menschenverachtende in die Öffentlichkeit gezerrt. Da gibts soviele Künstler die politisch kritisch sind aber nicht in den Medien vorkommen. Warum haben die Radikalen und Menschenverachtenden heute die Aufmerksamkeit der Medien. Künstler und Künstlerinnen die politisch, kritische Songs machen werden nicht gespielt und kommen in den Medien nicht vor. Hört euch die Cynthia Nickschas an.
Mein Song gegen Donald Trump spielt der WDR nicht. Sie teilten mir mit das der zu politisch sei!

Popmusik auch mit kritischen Texten ist nicht am Ende. Solande Künstler da sind die Songs machen. Nur die Medien dürfen das nicht totschweigen!

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freddykruger 23.05.2018, 13:23
17. @norfried_baum

Kritische Künstler können aber auch das Gegenteil bewirken. Ich kann mich noch gut daran erinnern wie in den frühen 90ern Campino sich kritisch und ungeschickt zu den Blöden Onkelz geäußert hat. Dämonisierung schaft auch Neugierde. Danach schossen die Verkaufszahlen der Onkelz durch die Decke. Es wird zwar nicht der alleinige Grund gewesen sein, aber Campino hat da schon seinen Anteil dran. Das Genre des kritischen und politischen Liedermachers ist schon lange mausetot, auch wenn es noch einige davon gibt und ein paar neue dazugekommen sind. Der Hörer will nicht mehr mit dem erhoben Zeigefinger politisch erzogen werden und schon garnicht von jemanden mit dem Stigma des Körnerfressers. Die Zeiten sind endgültig vorbei. Es ist natürlich auch erschreckend das so Deppen Bands wie Blöde Onkelz und Frei.Wild ein Forum in allen Medien geboten wird. Mittlerweile bewegen sich Onkelz und Frei.Wild musikalisch wie textlich auf Helene Fischer Niveau. Neue Käuferschichten müssen halt her.

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freddykruger 24.05.2018, 09:48
18. @toninotorino

Ja Stimmt. Zum teil waren das Alkoholvernichtungsmachinen. Außer Wader und Degenhardt ist mir keiner in Erinnerung geblieben. Der typische politische Liedermacher war für mich immer ein 70er Jahre Ding. Hab dem auch kaum Beachtung geschenkt. Aus der öffentlichen Wahrnehmung sind die aber schon sehr lange verschwunden.

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