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Rechtsextremismus: Nehmt die Besorgten endlich ernst!
DPA

Viele Menschen trauen sich nicht einmal mehr mit dem Zug durch ostdeutsche Bundesländer zu fahren - und das nicht erst seit Chemnitz. Hört diesen Menschen endlich zu. Und handelt.

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spmc-12355639674612 28.08.2018, 17:09
170. Wann

Zitat von bidebotchi
Ich laufe lieber durch ein Hinterwäldler Dorf mit Thor Steinar Nazis als durch Köln-Kalk oder Duisburg-Marxloh .. Solang Artikel wie dieser nicht allumfassend berichten, können wir und diese überholten Rechts-Links Bälle bis zum St. Nimmerleinstag hin- und herspielen.
sind Sie persönlich denn zum letzten Mal durch Köln-Kalk oder Duisburg-Marxloh gelaufen? Das würde mich jetzt wirklich ernsthaft interessieren.
Die Rechten, Nationalisten und Hitlergrußzeiger haben unser Land schon zweimal gegen die Wand gefahren, das zweite Mal so gründlich, dass es aus eigener Kraft nicht wieder auf die Beine gekommen wäre. Vor denen habe ich entschieden mehr Angst.

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spmc-12355639674612 28.08.2018, 17:12
171. Selbstjustiz und Rassismus

Zitat von bermaxstef
Wenn der Mob die Täter jagen würde, dann hätte ich ja noch irgendwie Verständniss dafür. Aber Unschuldige (egal welcher Hautfarbe) angreifen macht auch den rechten Mob zu Tätern.
gehören nicht zu den Wegen, die unser Rechtsstaat zulässt. Wenn wir also mit beiden Beinen auf dem Boden des Grundgesetzes stehen, können Sie weder für das Eine noch für das Andere Verständnis zeigen.

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die-metapha 28.08.2018, 17:13
172.

Zitat von 2xtreme4u
Der Westen hat es verpasst, dem Osten das zurückzugeben, was sie am dringensten brauchen: Ihre Würde.
Sie sind einer der wenigen die hier offen thematisieren, dass es in diesen Regionen offensichtich eIn Defizit an Intelligenz zu geben scheint - zumindest haben Sie das mit dem Wort Braindrain so umschrieben.
Dagegen können eigentlich nur die verbliebenen Menschen vor Ort etwas unternehmen.
Sie fordern hier, man solle diesen Menschen "ihre Würde" wieder zurückgeben? Solange sich Menschen dort derart unwürdig benehmen, sich gleichsam über die Gesellschaft und das Rechtssystem stellen, solange sind sie es ganz offensichtlich selbst nicht würdig.
Für mich macht es keinen Unterschied, ob man das in Form eines radikalen islamismus oder eines nationaliamus mit rechtem Gedankengut vermengt auslebt - diese Kräfte stellen eine Gefahr für unsere Gesellschaft, unseren sozialen Frieden, das Rechtssystem und die Demokratie dar.
Beides verdient weder so etwas wie Respekt oder Würdigung.

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fat_abbot@web.de 28.08.2018, 17:14
173.

Die Kommentare hier zeigen mir mal wieder eines, es ist völlig egal, ob man mit Zuwanderungsbefürwortern oder AFD-Anhängern spricht, letztlich geht es einem großen Anteil der Leuten in erster Linie darum, sich über eine Gruppe anderer zu stellen und sich selbst als besser hervorzuheben.

Der "Wessi" schießt gegen den zurückgebliebenen, intoleranten Ossi,
der Nazi sucht sich den Flüchtling als niedere Kreatur, der er nicht die gleichen Rechte zuspricht wie sich selbst.
Der Gutmensch entwürdigt jeden Flüchtlingskritiker als unmenschlich und gefühllos,
Der AFD'ler sieht in ihm einen weltfremden Spinner und Zerstörer Deutschlands.

Wahrscheinlich ist das so etwas wie Zeitgeist des Internets, allein wir kommen damit nicht weiter, sondern wir grenzen uns in immer mehr Gruppen ab.
Unfassbar das hier einige z.b. fordern, Sachsen abzuspalten und eine Mauer drumrum zu bauen, damit man alle "Andersdenkenden" dahin aussperren kann. Ist das nicht exakt die gleiche Rhetorik wie die der Rechten?
Ich meine, ich bin aus meiner Erfahrung ja gewohnt, dass "einfache Antworten", speziell aus dem rechten und konservativen Feld, bei denen einfache Antworten meist Rückschritt zur guten alten Zeit bedeuten, bei einfach strukturierten Personen hohen Anklang finden. Aber es schockiert mich doch, dass in der linken, humanen Seite mindestens genauso viele kurzsichtige Idioten tummeln. Aber da habe ich mich wohl zu sehr auf mein Vorurteil(rechtsidealistisch = dumm, linksidealistisch = intellektuell, aber weltfremd) verlassen...

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kmgeo 28.08.2018, 17:15
174. Nur Ungereimtheiten

Abgesehen von der ganzen Debatte um die vermeintlich Abgehängten muss man doch einige Dinge festhalten:
1. Wenn auf einen Dorffest ein Mensch einen anderen angreift und verletzt, ist das meist keine Schlagzeile wert. Siehe Oktoberfest etc. Nur wenn es vermeintlich Ausländer sind, ist das wichtig. Mal ehrlich - dem Verletzten ist das wohl egal. Nur diesen Menschen im Osten nicht (oder gab es in München oder anderen Städten mit Wirtshausschlägereien solche Aufmärsche??).
2. Abgehängt sein und abgehängt fühlen sind zwei unterschiedliche Dinge: Die Infrastruktur im Osten ist nicht schlechter als im Westen, die Schulen sind sogar lt allen Test deutlich besser, die Lebenshaltungskosten sind vergleichsweise niedrig. Den Menschen dort stehen also alle Möglichkeiten offen. Dass sich Foristen jetzt über den Brain Drain beschweren, ist unsinnig: es wird wohl einen Grund gehabt haben, dass die Cleveren weg sind. Und das sind nicht nur mangelnde Jobs, sondern auch die ganze Atmosphäre der Jammerei.
3. Dieser Teil Deutschlands (viele wünschen sich ja eher östliche despoten) konnte eben nicht ZDF-ARD (außer Raum Dresden) empfangen und ist jetzt wieder DDR (also der dumme rest).
4. Was wir jetzt benötigen, um die Exzesse von Weimar zu verhindern, ist eine klare seehofersche Durchsetzung von Recht und Ordnung: So wie er die Grenzen Deutschland nach außen erhalten will, soll er das auch nach innen machen: Alle Feinde der FDGO und deren Sympatisanten mit Verfahren überziehen! Systematisch gegen die Kleidungs- und Aufkleberkultur von rechts und links vorgehen! Keine Toleranz den Untoleranten.
5. Erheiternd fand ich das Interview, in dem ein Einwohner Chemnitz' erzählte, er wäre von einer Person mit nicht ganz deutschem Akzent angesprochen worden .... ein anderer Einheimischer???

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Faceoff 28.08.2018, 17:21
175. Feinde

Zitat von Radiosepp
Fangen wir mal mit Düsseldorf an: Meine Frau (mit nordafrikanischem Vater) fährt mit ihren Freundinnen abends bevorzugt mit dem Auto, da manche Ecken von Düsseldorf (gerade S-Bahn Haltestellen) von vermeintlich problematischem Publikum bevölkert werden. Nun zu mir; Köln: Ich bin bei Köln aufgewachsen und kenne einen Haufen Leute, die schon mal in Kalk, Ehrenfeld oder Höhenberg abgezogen worden sind, während sie auf die Bahn gewartet haben (da waren wir noch Jugendliche und es ist 20 Jahre her). Diese Probleme gab es da schon immer, aber sie sind gefühlt häufiger geworden, wenn man mal so mit den Pendlern in der Bahn spricht. Ich habe allein in den letzten 6 Wochen zweimal die Polizei gerufen. Einmal wegen alkoholisierten, aggressiv auftretenden, pöbelnden und grölenden Personen an einem Bahnhof in Bonn und einmal direkt aus dem Zug heraus, da sich zwei Mitfahrer im Zugabteil nicht nur die Kante gegeben haben, sondern meinten zur späten Stunde auch jeden im Fahrradabteil vorbeikommenden weiblichen Fahrgast mit anzüglichen Bemerkungen die Fahrt versüßen zu müssen. Das war zum Glück nur verbal und ich hoffe die Ansprache der Bundespolizisten hat gefruchtet. 1. Es gilt das Gewaltmonopol des Staates, daran gibt es kein Rütteln, folglich hat Gewalt, die von einzelnen Gruppen ausgeht keinen Platz und muss mit allen Mitteln bekämpft werden. Da gibt es also gar nichts zu diskutieren.
Es gibt Leute, die haben genau damit ein Problem. Und seit es die AfD gibt, sitzen solche Leute sogar im Bundestag: Nehmen wir mal Herrn Frohnmaier, immerhin u. a. der Sprecher von Alice Weidel. Dessen Äußerung zu den Ereignissen in Chemnitz wird vielfach als Aufruf zur Selbstjustiz gewertet. Ich frage mich, was Leute, die offenbar mit dem Gewaltmonopol des Staates nicht einverstanden sind, im Parlament zu suchen haben. Solche Aussagen rütteln an den Grundfesten unserer Demokratie. Daher müssten Leute, die solche Aussagen tätigen, auch endlich entsprechend behandelt werden - als Feinde des Grundgesetzes und unserer Rechtsordnung.

Aber was geschieht stattdessen bei uns? Der Verfassungsschutzpräsident parliert lieber mit den AfD-Abgeordneten, anstatt sie auf Verfassungstreue zu überprüfen. So scharf der Verfassungsschutz nach links schaut, nach rechts muss man deren Mitarbeiter zum Jagen tragen. Aber ist ja auch kein Wunder bei einer Organisation, die u. a. einen Mitarbeiter mit dem vielsagenden Spitznamen "kleiner Adolf" beschäftigt ... .

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Grummelchen321 28.08.2018, 17:25
176.

Zitat von sabrina74
.... ist genau das das erklärte Ziel - sowohl von Neo-Nazis als auch von der AfD: Größtmögliches Chaos anstiften und sich dann als "Alternative" darstellen - Geschichte wiederholt sich eben immer wieder. Und eben diese Kapitel sollten sich viele nochmal ganz genau durchlesen - vor allen Dingen, was den "kleinen Leuten" dann letztlich übrig blieb (nicht selten nicht mal mehr ihr Leben).
Kurios ist dabei das Menschen anscheinend nicht mehr in der Lage sind ,aus der Geschichte Wissen für die Zukunft zu ziehen.Ich mit Hauptschulabschluss und Ausbildung bin da wohl bestimmten Schichten innerhalb der Bevölkerung voraus.Selbst Akademiker sind dazu offenbar nicht mehr in der Lage.Dabei müsste doch die mechanik die hinter jeder Art von Beeinflussung steht mitlerweile bekannt sein.Über Jahrhunderte hat sich daran nicht geändert.Dabei ist es egal ob von politischen oder religiösen Gruppen.

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nesmo 28.08.2018, 17:25
177. Das ist doch ein schönes Bild

Zitat von ruhepuls
Kürzlich sah ich einen Filmbeitrag mit einem Interview eines Waffenladen-Besitzers, der erzählte, dass manchmal Deutsche und Flüchtlinge nebeneinander bei ihm im Laden stehen und Pfefferspray kaufen. Die Deutschen, aus Angst vor den Flüchtlingen und die Flüchtlinge aus Angst vor den Deutschen...
daraus könnte man eine schöne Satire machen, Loriot wäre dafür der richtige gewesen. Wann begreifen alle, dass Angst ein gefährlicher Brandbeschleuniger für Gewalt ist, auf beiden Seiten. Und Angst voreinander bekämpft man nicht mit Relativierung, sondern mit gegenseitigen Respekt, einem Kennenlernen und einem respektvollem Miteinander.

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pepie 28.08.2018, 17:25
178. Übel egal wo

Ich finde es absolut übel was dort in Sachsen passiert, da gibt es nichts dran zu deuteln.
Einige fahren nun nicht mehr nach Brandenburg und Sachsen. Ich als Brandenburger ,lese aber jedes Wochenende von Berlin das dort Leute auf dem Bahnsteig, auf dem Alex und in einigen Bezirken von Berlin, Menschen angegriffen und verletzt wurden. Meine Freundin Urberlinerin, geht abends auf keinen Fall alleine aus dem Haus, fährt im Dunklen nicht mehr Bahn und auf keinen Fall Fahrrad.Ist damit jetzt Berlin ein Ort an den man nicht mehr fahren sollte? Ich bin mir sicher das es in Brandenburg genau so wie in Sachsen nicht nur Nazis leben, genau so wie in Berlin nicht nur Rechtschaffene Bürger. Solange aber die Probleme die es ganz zweifellos gibt, nicht offen und ehrlich benannt werden, solange die Verrohung der Gesellschaft weiter fort schreitet und es keine wirklichen Strategien gibt dies zu ändern, werden wir weiter hin solche Meldungen lesen,

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luhmennmerit 28.08.2018, 17:26
179.

Vielen Dank für den gelungenen Beitrag der dank intelligenter Aufmachung die richtigen Leser anlockt!! Ich sprach erst heute mit einer Freundin, die Angst hat, mit ihrem dunkelhäutigen Lebensgefährten und Kind ihre Familie in Dresden zu besuchen, weil sie Pöbeleien und Schlimmeres fürchtet - leider absolut zu Recht.

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