Forum: Kultur
Rechtsextremismus: Nehmt die Besorgten endlich ernst!
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Viele Menschen trauen sich nicht einmal mehr mit dem Zug durch ostdeutsche Bundesländer zu fahren - und das nicht erst seit Chemnitz. Hört diesen Menschen endlich zu. Und handelt.

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maschseefest 28.08.2018, 16:03
70. Bevölkerung in Ostdeutschland steigt erstmals wieder an

Vor kurzem las ich, dass die Bevölkerung in Ostdeutschland erstmals seit Jahrzehnten wieder ansteigt. Ich führe das u.a. darauf zurück, dass es für Nichtmigranten in einigen westdeutschen Städten (Marxloh, Kreuzbergt etc.) immer unangenehmer und gefährlicher wird zu wohnen. Ich kenne "linke" Bekannte die wieder zurück nach Ostdeutschland gehen, weil ihre Kinder in einer "heilen" Welt ohne Kitas mit 80% Migrationshintergrund aufwachsen sollen.

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tommy1808 28.08.2018, 16:03
71. Handeln? Gerne...

... und gegen rechte Mobs und deren Unterstützer endlich so gründlich, effizient und mit ähnlichem Strafmaß vorgehen wie gegen die RAF und ihre Unterstützer als es sie noch gab.

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Ein_denkender_Querulant 28.08.2018, 16:03
72. Angst haben

Zitat von Olaf
Eigentlich sollte auch niemand Angst haben müssen auf einem Stadtfest erstochen zu werden.
Das ist in der Tat ein völlig unnötiger Mord wie jeder andere Mord auch, obwohl bisher niemand weiß, was eigentlich genau vorgefallen ist. Aber so sind Mörder, und es sind in der Regel Männer.

Was fordern Sie also? Früher mussten Frauen im Dunkeln zu Hause bleiben, weil es draußen zu gefährlich war. Wäre es heute nicht an der Zeit, Männer im Dunkeln das Verlassen des Hauses zu untersagen, solange sie nicht nachweisen können, dass sie friedliche Männer sind?

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docker 28.08.2018, 16:03
73. Seltsam und befremdlich

Da fahren tausende von Deutschen in das Land des Despoten Erdogan und seiner brutalisierten Grauen Wölfe in Urlaub und gleichzeitig ängstigen sich - möglicherweise diesselben - Deutsche, im eigenen Land frei umher zu reisen.
Ihr Ärmsten .
Klingt doch sehr nach psychopathologischen Phänomenen.

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bpauli 28.08.2018, 16:05
74. Meine Erfahrungen im Zug

mit aggressiven Neonazis machte ich auf einer Fahrt mit dem Regionalzug von Magdeburg nach Erfurth. Die jungen Leute riefen allen ausländisch aussehenden Fahrgästen, die ausstiegen, aus dem Fenster heraus auf den Bahnsteig Schimpfworte zu. Sie provozierten und schikanierten andere Jugendliche, z.B. welche mit langen Haaren, und liessen sie nicht durch die Tür in ihren Wagen, wo auch niemand anders sich traute, Platz zu nehmen, weil dort Alkohol getrunken und rechtsradikale Lieder gespielt wurden. Ich holte mehrfach den Schaffner, unter anderem auch, weil einer aus der Gruppe mich provozieren wollte, unter anterem mit rechtsradikaler Musik direkt in meiner Nähe hinter mir. Mit der Zeit fühlte ich mich nicht mehr sicher als Ausländer und teilte das dem Schaffner mit. Der informierte zum Glück die Bundespolizei, welche den Zug ausserplanmässig stoppen liessen und das rechtsradikale Jungvolk kontrollierte, aber leider nicht aus dem Zug wies. In Erfurt wartete dann zum Schutz der Fahrgäste ein Spalier von Polizei auf dem Bahnhof. Ich persönlich ging mit sehr unguten Gefühlen über den Bahnhofsplatz und wurde zum Glück mit dem Auto abgeholt. Erstaunt war ich über die Reaktion der älteren ostdeutschen Fahrgäste: Zuerst schimpfte eine Mehrzahl in meinen Wagen auf den Radau, den die jungen Neonazis veranstalteten, Tenor: Früher, zu DDR-Zeiten hätte es das nicht gegeben, da hätte Ordnung geherrscht. Nachdem der Zug für das Zusteigen der Bundespolizei gestoppt wurde, schimpften dieselben nun auf mich, weil sie jetzt verspätet in Erfurth eintrafen.

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sonnensee 28.08.2018, 16:05
75. Rabiates Klima

Schon zu Wendezeiten übefielen schlägernde rechte Trupps Künstlerkneipen in der Dresdner Neustadt, zerlegten das Mobilar und die frisch konvertierte Ostpolizei interessierte sich nicht dafür, auch keine Medien, wie der Spiegel damals.

Heute muss ich sagen, finde ich liberale Standards von verschiedenen Rändern bedroht. Leider auch aus der bürgerlichen Mitte, die schon obzön mit der AfD flirtet. Mir selbst aus dem Südwesten der Republik stammend sind die rechten Ränder ebenso ungeheuer wie die vollverschleierten Frauen und die aggresive Anmache von Männern, ob muslimisch oder christlichorthodox... in der ostdeutschen Provinz reise ich nicht so gerne, aber eher wegen dem vielen Schnaps und Bier in den Händen und im Blut, echt depri.

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tento 28.08.2018, 16:05
76. Hunderte Morde

Zitat von moritz27
Frau Stokowski, Sie wissen aber schon, wer wen getötet hat? Oder spielt das gar keine Rolle mehr, weil Täter immer nur die Rechten sein können?
moritz27
Es geht hier darum, dass nach Morden, derer es in Deutschland hunderte jedes Jahr gibt, nicht gewaltbereite Neonazis menschenjagend und "Deutschland den Deutschen" brüllend durch die Städte rennen, und wahllos andere Menschen angreifen. Vielleicht schwer zu glauben für rechte besorgte Bürger, das macht man nicht.
Bei den meisten Tötungsdeliketen hierzulande sind Deutsche die Täter, nicht weil die schlimmer sind, sondern weil die die Bevölkerungsmehrheit stellen. Aber da sich die rechten besorgten Bürger lieber in für sie optimierten Internetfilterblasen informieren, und die freie Presse als "Lügenpresse" abtun, sind für dieses rechte Pack Morde und Sexualstraftaten vorwiegend dadurch begründet, dass Ausländer in Deutschland leben. Da rennt der faschistische Ossi schon mal gerne mit Rechtsradikalen brüllend durch Städte und verbreitet Angst und Schrecken. Auch die Anteilnahme nach den NSU Morden und nach Verurteilung der Täter, gerade in Chemnitz, dem "Hauptquartier" der NSU, spricht Bände. Besser die Bundespolizei tut da mehr, denn wenn man mehr lokale Polizisten in Sachen auf die Strasse bringt, ist die Wahrscheinlichkeit doch hoch, noch mehr Menschen mit gefestigt rechtsradikalem Gedankengut auf die Strasse zu bringen. Schade.

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RMG 28.08.2018, 16:05
77. …potentiellen Touristen…

der Sächsischen Schweiz sollte man sicherlich zuhören, aber mal abgesehen davon, dass es schwierig wird diese zu identifizieren um einen Dialog zu beginnen, riskiert man zu kurz zu springen. Ein Blick in die USA, die uns ja rund 10 Jahre im „neoliberalen Experiment“ voraus sind, hilft da weiter. Gewählt wurde Trump von der Bevölkerung die sich „disenfranchised“ fühlt, deren Interessen von der Politik nicht mehr wahrgenommen werden. Nicht weil Trump das Blaue vom Himmel versprochen hat, sondern weil der Glaube an die tradierten Parteien/ Kandidaten nicht mehr gegeben war. So drückt sich auch Zorn und Frustration aus. Bei uns wird seit Jahren über Altersarmut, Schulmisere, Pflegenotstand , Kinderarmut, prekäre Beschäftigung und Umweltschäden geklagt / berichtet. Die Situation in diesen Bereichen wird messbar immer kritischer. Die Politik macht keine klaren Absagen, Aussagen oder Zusagen. Arbeitskreise und Situationsbeschreibungen werden angeboten. Wenn also „zuhören“ mit „ernst nehmen“ identisch ist und konkrete Schritte nachvollziehbar werden, dann ist es ja gut. Nur „Zuhören“, vordergründig und ohne Handlungskonsequenzen, wird schon praktiziert.

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P.Delalande 28.08.2018, 16:07
78. Ach ja...

Zitat von moritz27
Frau Stokowski, Sie wissen aber schon, wer wen getötet hat? Oder spielt das gar keine Rolle mehr, weil Täter immer nur die Rechten sein können?
Dazu ein Zitat aus dem Berliner Tagesspiegel:
"Tagesspiegel-Liste Anlass der Untersuchung

Das Landeskriminalamt übernahm das Ergebnis und unterrichtete das Bundeskriminalamt, das die Regierung informierte. Anlass der Untersuchung in Berlin war eine 2000 begonnene Langzeitrecherche des Tagesspiegels, die eine bundesweit erheblich höhere Zahl der Todesopfer seit der Wiedervereinigung ergibt als die offizielle Bilanz; nämlich mindestens 150 Tote seit dem 3. Oktober 1990."
Noch Fragen werter Moritz?

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k70-ingo 28.08.2018, 16:07
79.

Meistens werden die Kommentare nicht veröffentlicht, in denen ich den folgenden Sachverhalt äußere, was aber nichts daran ändert, daß ich strikt entsprechend agiere und fest dazu stehe:
Ich boykottiere den Osten.
Ich fahre (außer zu dringenden Familienangelegenheiten) dort nicht hin.
Ein Urlaub in Meck-Pomm oder gar Sachsen ist für mich völlig indiskutabel. Entsprechende Ansinnen von Familirnmitgliedern blocke ich rigoros ab. Da diskutiere ich auch nicht.

Meine Welt bleibt der Westen, Benelux, Skandinavien, Großbritannien oder Nordamerika. Selbst Südafrika, Thailand und Japan sind mir näher als alles, was nur Schritte hinter der Zonengrenze liegt.
Eher reise ich wieder für einen mittleren vierstelligen Eurobetrag nach Nordkorea, als daß ich ein Wochenende Dresden akzeptieren würde.

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