Forum: Kultur
Rechtsruck in Deutschland: Die geistig-moralische Wende zum Schlechten
DPA

Erst waren es nur Einzelne wie Martin Walser oder Thilo Sarrazin. Mittlerweile befeuert ein ganzer Chor von Intellektuellen und Politikern die Sprache der Angst und der Ausgrenzung. Die Folgen sind verheerend.

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fördeanwohner 10.09.2017, 17:16
380. -

Zitat von x+n
Ich habe Ihnen die Quelle angegeben. Sie können dort auch auf die Rohdaten zugreifen. Die Echtheit der Mails wurde nie dementiert oder angezweifelt. Tut mir Leid, das ist offenbar echt. Falls es Sie tröstet: ihr Kontrahent, der nun US-Präsident ist, schreibt sowas nicht nur in Mails, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind, sondern sagt es offen. Und wenn Sie US-Englisch kennen, wissen Sie auch, dass dort einige deutsche Wörter durchaus bekannt und gebraucht sind. Rechtschreibung und Gramatik sind jedenfalls US (in D lernt man normalerweise englisches Englisch).
Ich bin Ihrem Link gefolgt, habe den gesamten Text gelesen, jedoch keinerlei Beweis oder Angabe der echten Quelle gefunden. Da stand nirgends etwas über den Verfasser. Und das mit dem Englisch ... So sehr weicht amerikanisches Englisch nicht von britischem ab, dass man das nicht erkennen könnte.
Ganz ehrlich, der Text klingt wie Nazijargon ins Englische Übertragen. Überhaupt denke ich, dass selbst, wenn Mrs Clinton so dächte, sie sich never ever so ausdrücken würde.
Daher zweifle ich an, dass dieser Text von Mrs Clinton stammt und behaupte, dass es eine Fälschung ist.

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daniel.marien 10.09.2017, 17:17
381.

Wenn ich hier einige Kommentare lese, werde ich wütend. Anstatt sich sachlich mit der Kolumne von Herrn Diez auseinanderzusetzen, werden einige Kommentatoren sogar ziemlich persönlich. Herr Diez hat wohl den Finger auf den wunden Punkt besagter Kommentatoren gelegt - oder um es anders zu formulieren: Getroffene Hunde bellen.

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fördeanwohner 10.09.2017, 17:22
382. -

Zitat von Newspeak
... Aus dem kollektiv einheitlich erscheinenden Charakter einer Vielzahl von monologisch geaeusserten gleichartigen Meinungen aber ein "abgekartetes Spiel" zu schlussfolgern ist etwas paranoid. Es gibt sowas wie kollektive Selbstorganisation. Oder aber etwas in Herrn Diez' Beitrag spricht eben nur eine bestimmte Gruppe an. Oder aber nur eine bestimmte Gruppe liest Herrn Diez Beitraege. Es gibt viele Gruende dafuer.
So what? Beweisen Sie, dass Ihre Gründe stimmen und meine Annahme nicht.
Es ist bekannt, dass AfDler und Co. sich gegenseitig informieren und Foren besetzen, um die Meinungshoheit zu erlangen.
Leider hat das nichts mehr mit Paranoia zu tun, sondern ist die traurige Wahrheit.

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Findus_1 10.09.2017, 17:27
383.

Zitat von coyote38
Ich empfehle Herrn Diez, sich einmal eingehend mit der Theorie des Staates und der Regierungsform der Demokratie zu beschäftigen. Da kann man bei Aristoteles anfangen, irgendwann die Vertragstheoretiker Rousseau, Hobbes und Locke "berädern" und gelangt irgendwann zu den modernen Staatstheoretikern wie beispielsweise Jellinek ("Staatgebiet-Staatsrecht-Staatsvolk"). NIRGENDWO findet sich dabei die Vorstellung vom Staat als "emanzipatorische Struktur" oder als (entgrenzte) "Gerechtigkeitsgemeinschaft". Um derlei intellektuelle Entgleisungen zu finden, muss man schon GANZ TIEF in die linken Glaubensbekenntnisse von Marx, Engels und Lenin eintauchen. Da herrschen dann auch solch wirre Vorstellungen, dass sich "Staat" quasi "von selbst abschafft", wenn nur fleißig genug umverteilt und enteignet wird. "And here's the news", Herr Diez: Der Kommunismus ist schon einmal gescheitert. Es besteht also keinerlei Notwendigkeit, ihn auf deutschem Boden noch einmal zu versuchen. --- NATÜRLICH ist "Staat" eine "Schicksalsgemeinschaft" ... seine erste, vornehmste und KERNaufgabe ist es, für seine Bürger Frieden und Sicherheit nach innen und außen zu gewährleisten. WER nun gleich in meinem deutschen Vaterland "Bürger" ist, kann der geneigte Leser im Zweifelsfall im Art. 116 des Grundgesetzes NACHLESEN. Und ich wäre wirklich ausgesprochen dankbar, wenn die deutsche Bundesregierung ihrem Amtseid entsprechen und ihre Aufgaben gegenüber dem im Grundgesetz definierten "Staatsvolk" (vulgo spricht man auch von den "Bürgern" oder dem "Souverän") wahrnehmen würde. Um dieses staatskonstituierende Anliegen in praktische Politik umzumünzen, werde ich am 24. September wählen gehen. Wer meint, mich dafür als "Nazi" beschimpfen zu müssen, dem sei dies gerne zugestanden. Ich halte es in dem Fall mit Voltaire. Mein EIGENER Eid beinhaltet aber nun einmal "der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen". Und ich gedenke, diesen Eid zu erfüllen.
Sie hätten das nicht unbedingt so schwülstig herleiten, warum Sie ein Rechter sind. Artikel 116 ist ok, aber Sie haben uns doch glatt Art 16a unterschlagen und damit ist Ihr Beitrag wegen einseitigem Kontext leider nichts wert.

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Pausen-Inkling 10.09.2017, 17:29
384.

Ich halte den Begriff "Rechtsruck" nicht für zutreffend. Die AfD hat vielmehr vielen Menschen zu einem "Coming-Out" verholfen, da sie eine kritische Masse erreicht hat, in der man sich eher traut, die Grenzen des Sagbaren zu verschieben. Das Problem der AfD ist ja nicht ihre Kritik an der Flüchtlingssituation 2015, in der sie und ihre Anhänger wie in einem Trauma stecken geblieben sind, sondern die Art und Weise, wie sie in ihrer Kritik zentrale Grundsätze unserer demokratischen Gesellschaft bewusst ignoriert. Menschenwürde ist eben nicht teilbar. Ich weiß nicht, ob man es Ironie nennen soll, dass die AfD genau die Fundamentalisierung vorantreibt, die sie zu bekämpfen vorgibt.

P.S.: Ich finde es nicht fair, Martin Walser mit Thilo Sarrazin zu vergleichen. Seine Friedenspreisrede hatte eine gänzlich andere Zielrichtung, als er kritisiert hat, dass man das Mahnen benützen könne, um sich auf die moralisch überlegene Seite zu schlagen.
Das Gejammer über die "Nazikeule" hingegen ist schlicht oftmals Ausdruck der Unfähigkeit, sich mit dem eigenen Verhalten kritisch auseinanderzusetzen.

Viele Grüße,
Alexander Kolleth

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Velbert2 10.09.2017, 17:29
385. Vielfalt

So ist das mit der Vielfalt. Innerhalb der Vielfalt gibt es halt Dinge, in diesem Fall Meinungen und Ansichten, die einem nicht gefallen. Die viel beschworene Vielfalt in Sonntagsreden und Demonstrationen zu fordern und ihre Auswirkungen im realen Leben zu spüren sind zwei Paar Schuhe. Vielfalt: ja, aber nur wenn meine Ansichten ausschliesslich in der Vielfalt vertreten sind geht nun einmal nicht.

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7131972445694 10.09.2017, 17:30
386. Der letzte Artikel vor der Abreise

hatte auch schon den Titel Rechtsruck. Ihre Schallplatte hat einen Sprung, Herr Diez.
Kommt einem vor, wie das Pfeifen im Walde, ob der Tatsache, dass man weiß, sich selbst geirrt zu haben, es sich aber nicht eingestehen will. Umso radikaler und verbitterter wiederholt man den alten Kaffee, den damals schon niemand hören oder glauben wollte.
Psychologen würden hier wohl kognitive Dissonanz diagnostizieren.
Was sie hier als Rechtsruck proklamieren, ist vielfach lediglich gesunder Menschenverstand und ein reality check. Schade, dass Sie im gescheiterten Multikulti Traum der US of A keinen derartigen bekommen haben. Das passiert, wenn man sich auch dort nur unter Linken und in der Bubble der Betuchten aufhält.

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x+n 10.09.2017, 17:34
387.

Zitat von jackberlin
Das sehe ich genauso wie Sie. Allerdings würde ich die Aussage noch erweitern; Nicht jeder will Hitler oder Stalin - aber wenn bestimmte Weltbilder mehrheitsfähig werden, dann bekommen wir einen der beiden.
Das glaube ich nicht. Weder hat eine Wagenknecht etwas mit Stalin zu tun noch eine Petri etwas mit Hitler. Das sind hilflose Versuche einer Verunglimpfung.

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jackberlin 10.09.2017, 17:36
388.

Zitat von moritz27
es genügt halt leider nicht, Probleme gar nicht ansprechen zu dürfen, wenn man dann sofort in der Pfui-Ecke landet. Ich nehme mal das Beispiel "Pegida". Einheitliche Entrüstung über das "braune Gesocks" beim monatlichen Stammtisch 2015. Auf meine Frage, welcher Punkte aus dem Pegidapapier denn besonders abstoßend sei, folgte großes Schweigen. Kein einziger hatte sich die Mühe gemacht, das zu lesen. Mit Sarrazin war es vorher nicht anders. Wurden seine Themen aufgegriffen und Punkt für Punkt widerlegt? Natürllich nicht. Er und auch noch gleichzeitig seine Leser wurden einfach in die rechte Ecke gestellt. Der Überbringer schlechter Nachrichten hatte von jeher schlechte Karten. Was hat denn z.B. die AfD überhaupt wachsen lassen? Keinerlei Widerspruch in der Regierung und Opposition UND den Medien zu den Entscheidungen von 2015. Wo finden sich die Kritiker und Skeptiker und die, die Angst vor zu vielem Fremden haben denn wieder? Erneut in der rechten Ecke, zusammen mit den Fremdenhassern und Rassisten. Differenzierung? Fehlanzeige! Wer traut sich denn die Frage stellen, ob sich die Gesamtlage in Deutschland seit Sommer 2015 verbessert oder verschlechtert hat? Leider niemand. Dann müsste man nämlich erklären, warum man Massenveranstaltungen mittlerweile schützen muss und warum unser, selbst von den Grünen so eingestuftes, friedliches Land urplötzlich abertausende neue Polizisten, zusätzliche Juristen und neue JVAs benötigt .
Probleme offen aussprechen zu dürfen und ernst genommen zu werden , ist ein wichtiger Teil in einer demokratischen Gesellschaft. Darin stimme ich Ihnen zu. Aber wenn diese Probleme instrumentalisiert werden, um Ideologien zu verstärken, die sich gegen demokratische Strukturen richten, muss dieser Entwicklung auch Einhalt geboten werden.

Nur einer Ihrer Punkte: Wenn Sarrazin, der im Vorfeld bereits seine Menschenverachtung in Bezug auf Arbeitslose deutlich ausgedrückt hatte, reale zwischenkulturelle Probleme auf den Tisch packte, finde ich nicht problematisch. Als Berliner stinken mir selbst einige Zustände in meiner Stadt. Aber dass Sarrazin diese Probleme mit Grundlagen eugenischer Rassenideologie der Nationalsozialisten vermischte, macht ihn zu einem Feind der Demokratie. Zusätzlich sind seine Theorien fachlich auf dem Niveau eines Bio-Grundkurs-Schülers. Das war schon immer ein peinlicher Teil der Nazi-Bewegung: Leute, die keine naturwissenschaftliche Ausbildung genossen haben, erklären den Menschen etwas über Genetik. :D

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Newspeak 10.09.2017, 17:43
389. ...

Zitat von fördeanwohner
So what? Beweisen Sie, dass Ihre Gründe stimmen und meine Annahme nicht. Es ist bekannt, dass AfDler und Co. sich gegenseitig informieren und Foren besetzen, um die Meinungshoheit zu erlangen. Leider hat das nichts mehr mit Paranoia zu tun, sondern ist die traurige Wahrheit.
Ich beweise gar nichts. Weil es nichts zu beweisen gibt. Ich habe moegliche Gruende fuer die von Ihnen boebachtete Anhaeufung von gleichartigen Meinungen beschrieben, Sie aber wollen offensichtlich nur das sehen, was der Bestaetigung Ihrer Verschwoerungstheorie dient.

Ja, AfDler und Co. organisieren sich. Evtl. verabreden sie sich sogar, um in einem Forum Beitraege zu schreiben. So what? Das nennt sich freie Meinungsaeusserung und Demokratie? Haben Sie ein Problem damit? Es steht Ihnen doch ebenso frei, Ihre Meinung zu aeussern, was sie ja auch tun.

Das Problem ist doch allerhoechstens, dass es genuegend AfDler gibt, die sich verabreden koennten.

Abgesehen davon gibt es keine Meinungshoheit. Jede Meinung zaehlt genausoviel, wie jede andere. Dummheit wird nicht besser, nur weil sie mit mehr Vehemenz geaeussert wird. Meinungshoheit ist nur ein Synonym fuer Faschismus.

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