Forum: Kultur
Religion : Hat Gott als System versagt?
REUTERS

Religion wurde lange missbraucht, um zu unterdrücken. Dabei ist Gott doch einfach das Gute, das in unserem Inneren mit dem Bösen kämpft. Oder?

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ometepe 27.12.2015, 07:46
430. absurdes Forum

Eine Redakteurin, die zunächst erklärt, dass sie sich weder für Religion interessiert noch etwas davon versteht, schreibt dann doch ihre Gedanken auf.
Ein Forum öffnet sich, in dem sich viele Menschen gegenseitig bestätigen, dass Religion bestenfalls harmloser Unsinn ist, meistens aber eine gefährliche Ideologie. Manche halten sich für ein weiterentwickeltes Modell der Spezies Homo und bewerten ihren eigenen unreligiösen Lebensentwurf als zivilisatorisches Zukunftsprojekt. Andere erklären wie schon oft, warum sie aus der Kirche ausgetreten sind. Einige wissen, dass es Gott nicht gibt, manche halten dies sogar für eine Erkenntnis der Aufklärung.
In Gesprächen begegne ich Atheisten oft mit Interesse und Neugier, denn der Versuch, ohne Glauben an Gott zu leben und aufrecht die Verlorenheit der menschlichen Existenz zu bewältigen, nötigt mir Respekt ab.
Wenn dann aber nur solch absurde Religionsbilder und Geschichtskonstruktionen wie in diesem Forum kommen, die anschliessend triumphierend abgelehnt werden, kommen mir Zweifel. Ausser Religionsverachtung und Selbstbeweihräucherung scheint der moderne Atheismus wenig anzubieten zu haben.

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apfelkorn 27.12.2015, 07:58
431. Kein Mensch hat Gott je gesehen.

Ob er der große Logiker ist, das entzieht sich meiner Erkenntnis, zumal der kleine Prinz davon sprach, man sähe nur mit dem Herzen gut. All unsere Kausalattribuierungen, welche einen Gott annehmen, beruhen auf Imaginationen und sind somit nicht zweckdienlich. Das Böse scheint wie im Falle von Jesus von Nazareth, den man auch Gottessohn nannte, im Guten enthalten zu sein. naiv ist der Gedanke, dass Gott nur das Gute beabsichtigen würde, wenn es ihn denn dann auch gäbe.

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berndschlüter 27.12.2015, 08:11
432. Die Leute, die den IS gründeten, kenne ich

Zunehmend setzte sich unter den größtenteils Idealisten das Böse durch, in Form von kriminellen Elementen, die bereits mit dem staatlichen Gesetz in Konflikt gekommen waren.
Dieser Prozess war nicht umkehrbar, Versuche scheiterten.
Religion wurde von den Herrschenden meistens missbraucht, um die Menschen gegeneinander aufzuhetzen.
Religion sollte deeskalieren. Wir achten viel zu wenig darauf und hören immer wieder auf Aufwiegler.

Klar,ein wichtiger Wirtschaftsteil unserer Republik ist die Kriegswirtschaft. Militärisches ist meist geheim. Es sollte mehr in die Öffentlichkeit, damit wir lernen können, das Böse zu erkennen.
Sonst könnte es wieder passieren, dass wir uns missbrauchen lassen.
Religionsfunktionäre haben beim Militär nichts zu suchen. Dort können sie nicht frei nach ihrem Gewissen handeln.

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nooles 27.12.2015, 08:48
433. Der Mensch versagt,

nicht Gott versagt.Wir führen kriege, töten, berauben, unterdrücken, beuten andere Völker aus,zerstören Tier und Natur. Das ist nicht das Werk Gottes, es ist die Habgier & der drang nach unterdrücken des Menschen.Einiger ,nicht aber aller Menschen. Was Gott ist ,darüber lässt sich streiten, aber wer glaubt das es nichts geben würde was höher steht als wir,da wissenschaftliche Belege, dem sei gesagt das es naiv und unüberlegt ist so zu denken. Aus dem absoluten nichts Mensch und Tier wohl kaum entstanden. Sicher Gott ist das gute in uns aber auch etwas höheres.Uns zu lenken war nie seine Absicht,das tun wir selbst. Gott richtet, wir lenken. Und wir sollten sehr schnell lernen mit Mitmenschen, Tier und Natur den richtigen Weg einzuschlagen.

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GinaBe 27.12.2015, 09:05
434. Hallo wach?

Oh, Frau Sibylle---sie treffen die Frage der Fragen und dann auch noch direkt nach der Geburt des Gottessohnes.
Der andere, Mohammed, ist zwar nicht der Sohn von Allah, aber sein Prophet. Sein Geburtstag ist flexibel.

Inzwischen sehe ich alles als Text, Legende, Theorie, These, ...
Die Frage nach Glaube aber erscheint mir nicht mehr relevant zu sein, weil irdisches Gewordensein in einer regenerierenden Struktur dieses alles beherrscht.

Dabei ist es nicht mehr wichtig, ob Leben göttlich eingehaucht wurde oder evolutionär einfach aus sich selbst entstand.

So kann Glaube polarisieren, die einen sind fromm und nächstenlieb, die anderen sprengen sich und andere für den gewählten Gott bzw. die vermeindliche Belohnung für den Opfertod in die Luft. Vielleicht steckt dahinter aber auch nur Kapitulation vor der alles beherrschenden globalen Realität und der ungleichen Verteilung auf die Chance eines guten Lebens?

Aber: suchen Sie nur...
gestern saß ein Grashüpfer auf einer Fensterbank und ein Zitronenfalter torkelte durch den Garten.

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sekai 27.12.2015, 09:08
435. Erfahrung

Ich habe mir nun die ersten zehn Seiten der Kommentare durchgelesen und nehme an, es geht bei den nächsten 70 im gleichen Stil weiter. Aller menschlicher Übermut, Logik und "Wissen" finden ein Ende, wenn einem in höchster Not das Bibelwort: "Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder..." einfällt, man sich niederkniet und demütig sagt: "Jesus und Maria, helft" Wer danach wieder aufsteht, und Gott für die empfangene Hilfe nicht genug danken kann, ist für Atheisten nicht mehr erreichbar. Man hat die Allmacht Gottes erfahren und schaut nie wieder zurück. DAS ist die Stärke des christlichen Glaubens.

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ed_tom_bell 27.12.2015, 09:22
436. Was heute gilt, ist morgen falsch. - Und was gestern galt?

Zitat von mcpoel
Weil es Dumm wäre, Gott zu verleugnen, sollte er doch existieren. Man ist länger tot als in dieser Welt lebend; Weil kein Wissenschaftler je erforscht hat oder erforschen kann, was nach dem Tod kommt; Weil die Menschen wohl alle versagt haben (und ihn zum "System" gemacht haben, dehalb Gott aber noch lange nicht versagt haben muß; Weil wenn Gott das Gute ist = der, der für unsere Existenz verantwortlich ist, und diese erhalten will, trotz Tod und Unglück, man ganz schön was verpaßt, wenn man ihn ablehnt. Es wäre doch am Ende dumm, wenn man Gott ablehnte und eines Tages herausfindet, daß es ihn doch gibt. Als ob man als Mensch so geistig vollkommen ist und in Anspruch nehmen kann, dies genau zu wissen. Menschen haben schon soo oft geirrrt. Da sollte man sich nicht auf seinen beschränkten Menschenverstand alleine verlassen. Selbst die Wissenschaft weiß: Wissen ist immer nur temporär- bis es überholt ist. Was heute gilt, ist morgen falsch. Wie umfassend ist unser Verstand also? Nur so weit wir heute gerade blicken können.
Es wäre doch aber auch sehr dumm sein ganzes und möglicherweise einziges Leben lang nach den Regeln eines nicht existenten Gottes zu leben, die womöglich in manchen Zusammenhängen schädlich oder gar verbrecherisch (denken Sie an Inquisition und IS-Terror) sind. Es wäre ein vergeudetes Leben.

Dass Wissen (-schaft) temporär sei, ist natürlich so auch nicht wahr. Wissen (-schaft) ist aufbauend. Sie fußt auf vorangegangenen Erkenntnissen. Dabei kommt es vor, dass alte Erkenntnisse widerlegt werden, das ist wahr. Im allgemeinen ist es aber häufiger, dass sie weiterentwickelt, erweitert, konkretisiert werden. Demgegenüber ist Religion eine schwindende Größe, deren Erklärmodelle fortlaufend widerlegt werden.

Ich denke, wenn es Gott tatsächlich doch geben sollte und er ein guter Gott ist, dann wird er Verständnis haben, dass man aufgrund der Faktenlage kaum an ihn glauben kann.

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nickleby 27.12.2015, 09:36
437. @ 266

" Frau Berg möchte sich dem Thema nähern. Sie schreibt selbst, dass ihre Beschäftigung mit dem Thema bisher unzureichend war und dann kommen Sie mit den kantschen Kategorien und schlagen ihr arrogant und eifersüchtig die Türe vor der Nase zu. Ihren letzten Satz hätten Sie sich auch sparen können. Dafür haben Sie studiert? Um sich über andere zu erheben? Wie nutzlos." ( Ende des Zitats )

Ich beschreibe Gott als Vernunft und komme damit meines Erachtens den Geboten des sittlichen-moralischen Zusammenlebens so nahe, wie es Christus in der Bergpredigt gefordert hat. Dabei dienen die 10 Gebote als Fundament des christlichen Glaubens.
Die Kantschen Kategorien sind der Versuch der Aufklärung die Botschaft Christi in einem philosophischen Konstrukt aus Vernunft und Erkenntnis klar zu formulieren.
Meine Ausführungen haben nichts mit Arroganz zu tun, sondern sind lediglich die Bemühung, Frau Bergs oberflächlichen Ergüsse zurechtzurücken.

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ed_tom_bell 27.12.2015, 09:38
438. Die (Er-) Schöpfung: Gottes begrenzte Vernunft

Zitat von mcpoel
Der Artikel hat das Thema verfehlt. Es wird Gott verantwortlich gemacht für das Versagen der Menschen: diese haben ihn zum "System" gemacht (Kirche); diese haben ihn zur Unterdrückung genutzt; diese meinen, sie könnten Gott begreifen. Dabei ist es Gottes Wesen, daß er nicht begreiflich ist. Vernunft ist eine Schöpfung Gottes, die begrenzt ist auf das Erforschbare unserer Welt. Und die Menschheit hat durch ihr Verhalten gezeicht, welchen Geistes sie ist (auch z.B. duch die Kommerzialisierung von Weihnachten). Dieselbe Vernunft, die dieses Chaos verursacht hat kann es wohl kaum kurieren. Es wäre dumm, nicht an Gott zu glauben- auch für den Fall, daß man eines Tages u.U. herausfindet, daß er vielleicht doch existiert, man ihn aber zeitlebens abgelehnt hat.
Ich gönne Ihnen Ihren Glauben. Es ist Ihr gutes Recht zu glauben. Verbieten könnte man es ohnehin niemandem, selbst wenn man wollte. Da Sie es aber als "dumm" bezeichnen nicht an Gott zu glauben, damit also implizit sagen, dass ich ein Dummkopf sei, erlaube ich mir darauf zu antworten.

Sie werfen den Menschen Versagen vor, weil sie (Kirche) Gott zu einem System gemacht hätten, sich anmaßen zu behaupten sie würden Gott begreifen und ihn zur Unterdrückung nutzen. Aber Sie tun hier genau das gleiche, indem Sie seine Existenz behaupten, ohne Beweise dafür anführen zu können, Ungläubige herabqualifizieren und mit dem Drohszenario aufwarten er könne womöglich doch existieren und nachtragend sein. Ich frage Sie; wie können Sie etwas oder jemanden, das oder dessen Existenz Sie nicht beweisen und, nach eigener Aussage, nicht begreifen können, zur Wahrheit erklären, dabei noch von "Vernunft" sprechen und alle die das nicht einsehen für "dumm" erklären? Sie müssen mir Ungläubigem schon verzeihen, aber für mich klingt das nicht sehr clever.

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Monger1981 27.12.2015, 10:04
439. Glaube != Ethik

Gott nur auf eine ethische Messlatte zu verkürzen, wäre arg unfair. Aber gut, gehen wir dem Argument erstmal nach...
Der Glaube an das Gute war notwendig, in einer Zeit wo man umsichtiges Handeln mit nichts anderem legitimieren konnte als mit Gott. "Verhalte dich gut!" "Warum?" "Weil halt."
Seit John Locke haben wir ein weit besseres Erklärungsmodell: "Verhalte dich gut, weil damit erhöhst du die Chance dass sich deine Mitmenschen auch gut verhalten."
Warum das so ist, hat allerdings erst die Psychologie im 20ten Jahrhundert halbwegs schlüssig erklären können. Nur ist dieses Wissen halt nicht bei allen angekommen, und wird es wohl auch in absehbarer Zeit nicht.
Der Glaube an Gott lässt sich mMn wesentlich besser verstehen, wenn man an die Wurzel aller Religionen herangeht: den Totenkult. Das Grab und die Wiege sind die beiden transzendenten Orte unserer Existenz, beides ist prinzipbedingt durch uns nicht erfassbar. Wir brauchen aber einen Weg um mit diesen Grenzen umzugehen, vor allem auf einer emotionalen Ebene. Auf der Ebene ist Religion enorm wirkungsvoll und wertvoll. Unsere Gesellschaft versucht den Tod ja zu ignorieren, aber allzu gut funktioniert das ja offensichtlich nicht.

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