Forum: Kultur
Renten-Talk bei "Hart aber fair": "Ganz großes Kino"
WDR/ Klaus Görgen

Hubertus Heil hat seine neue Grundrente durchgebracht - zumindest bei "Hart aber fair". Argumente gegen das Modell "Respekt für Rentner" drangen in Frank Plasbergs Runde nicht durch.

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kayakclc 12.02.2019, 10:28
50. Gut gemeint

Gut gemeint ist leider nicht immer gut Durchdacht oder gut gemacht. Da wird etwas von Respekt und Gerechtigkeit als Werbetext geredet - wer kann da schon dagegen sein- aber vöilig übersehen, das man damit auf der anderen Seite neue ungerechtigkeiten schafft. Das Grundproblem wird von Poltik immer noch nicht verstanden und seit Schöder nicht angegangen: die Demographische Entwicklung ist seit der 80er Jahren bekannt, die Blümsche CDU ist mit der Heilschen SPD einig: Kopf in den Stand, irgendwo wird das Geld schon herkommen. Das viele andere Länder auf den Dreiklang Staatliche Rente, private Vorsorge und Betriebliche Altersversorgung gesetzt haben, um eine Generationegerichtigkeit herzustellen, wird ignoriert. Die Rente ist ja heute so gering, weil das Umlageverfahren nicht mehr funktioniert. Wir leben 80 Jahre im Schnitt, und arbeiten aber nur 35-40 davon, da 40-45 Jahre, also mehr als 50% unseres Lebens leben wir von Geldtransfers, erst von den Eltern und dann von der Gesellschaft. Da ist die Ursache für die völlig Inbalanz im System, wenn eine Person effektive eine andere mit durchfüttern muss, da "verdienen" wir privat eben nur 50%, d.h der Rentenbeitrag muss massive steigen, oder müssen in der Phase des Nicht-Arbeites aus Respekt zu den Wertätige mit spürbar weniger auskommen und unser Erspartes mit einsetzen.

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günter1934 12.02.2019, 10:28
51.

Zitat von Neandiausdemtal
Hubertus Heil ist es wirklich gut gelungen, die beiden neoliberalen Unsympathen gut in Schach zu halten. Aber auch und gerade die beiden Damen in ihren ergänzenden Aussagen und zusätzlichen Aspekten waren wichtig, haben sie doch praktisches und greifbares eingebracht. Verena Bentele wünsche ich in ihrer Funktion weiterhin viel Erfolg, sie weiß, was sie tut und liegt damit richtig.
Zu bemerken ist natürlich noch, dass die andere Frau, Susanne Holtkotte, stellvertretende Gewerkschaftsvorsitzende ist, höchstwahrscheinlich von ihrer Arbeit als Putzkraft freigestellt.
https://www.igbau.de/Wahlzeit_in_Dortmund.html
"Der neue Fachgruppenvorstand des Bezirksverbandes Bochum-Dortmund:
Vorsitzende: Petra Vogel
stellvertretende Vorsitzende: Susanne Holtkotte"

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Tom S. 12.02.2019, 10:29
52.

Zitat von masagen
"Wovon wäre dann bis dahin, um nur das Notwendigste zu nennen, die Miete zu bezahlen?" fragen Sie. In der Sendung sagte Herr Plasberg, durch den geringeren Lohn aufgrund von Teilzeit könne die Frau aufstocken und schon vor der Rente annähernd so viel Geld bekommen, wie in Vollzeit.
Aufstockung aber nur nach bestandener Bedürftigkeitsprüfung - also Hosen (Rock) runter lassen. Auch nicht so angenehm...

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liberaleroekonom 12.02.2019, 10:31
53. Unfreiwillig 34 Versicherungsjahre

Zitat von n.wemhoener
Schon mal darüber nachgedacht, dass viele Arbeitnehmerinnen u. Arbeitnehmer Billigjobs, Teilzeitbeschäftigung u. Werkvertragsbeschäftigung unfreiwillig machen ? Im Zuge der Agenda 2010 und der Flexibilisierung des Arbeitsmarktes wurden sie vielfach in diese prekären Beschäftigungen gedrängt. Der Begriff "Minderleistung" in diesem Zusammenhang ist übrigens vollkommen daneben !
Könnte es auch sein, dass manche aus diesem Personenkreis UNFREIWILLIG nicht über 34 Versicherungsjahre hinauskommen?
Warum hat die SPD vor der Lebensleistung dieser Menschen keinen Respekt so wie es beispielsweise das FDP-Modell vorsieht?

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manque_pierda 12.02.2019, 10:33
54. Werter Mitforist

Zitat von neutralfanw
wurden die Spitzensteuersätze seit Ende der 1990er Jahre so stark reduziert. Es gab Zeiten, da haben sich Großverdiener in Zeitung-Annoncen namentlich zur Zahlung von höheren Steuersätzen bereiterklärt. Dann hätten wir heute sicher eine andere Diskussion.
Es stimmt zwar, dass die Spitzensteuersätze gesenkt worden sind, allerdings sind die Schwellen, ab welchen der Spitzensteuersatz infaltion- und kaufkraftbereinigt, immer weiter nach unten gerutscht bzw. auch diejenigen, die nicht Spitzensteuersatz verdien, haben durch die kalte Progression höhere Steuersätze.
Aktuell muss man ab knapp 56.000 € den Spitzensteuersatz zahlen, das entspricht etwa 2.700 € netto. Zugegeben, kein Niedriglohn, aber doch kein "Superreicher" dem die SPD die Steuer erhöhen will, sondern Gymnasiallehrer oder guter Facharbeiter in der Metall- und Elektroindustrie mit 10-15 Jahren Berufserfahrung.

Unter Helmut Kohl mit dem Spitzensteuersatz von 56-53% war dieser ab 100.000 DM fällig, Ende der 80er, Anfang 90er Jahre. Ich denke auch Sie werden zustimmen, dass die Kaufkraft von 100.000 DM in diesem Zeitraum ganz anders war, als heute 56.000 €.

Wenn Die SPD vielleicht die Grenzen entsprechend anpassen würde, könnte man darüber reden, aber das wird nicht passieren, denn die Verschiebung des Grenzsteuersatzes hin zu den wirklich Reichen würde weniger Mehreinnahmen bringen als Verluste bei den besseren Normalverdienern. Daher ist der Vorschlag der SPD unseriös und linkspopulistisch. Aber "Reichen nehmen und Armen geben" klingt ja immer gut. Das 19. Jahrhundert ist lange vorbei...

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Tom S. 12.02.2019, 10:33
55.

Zitat von liberaleroekonom
Ob der Geringverdiener mit 34 Versicherungsjahren, der insgesamt vielleicht sogar mehr eingezahlt hat als derjenige mit 35 Versicherungsjaheren und jetzt aber weniger Rente als dieser erhält, das mit der Neiddebatte genauso sieht wie Sie, wage ich dann doch zu bezweifeln.
Darüber müsste die SPD in der Tat noch einmal nachdenken. Eine mögliche Lösung wäre, dass man die Zuschussrente mit einem Faktor versieht, in den z.B. die Beitragsjahre eingehen. Das Problem ist nicht unlösbar.

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Gunter 12.02.2019, 10:35
56. Spd

Das allgemeine Rentenniveau wurde doch gerade von der SPD (Kanzler Schröder) abgesenkt. Wäre es nicht am gerechtesten, diese Rentensenkung rückgängig zu machen? Vielleicht teilweise?
In der Sendung wurde zu viel im Kreis diskutiert, mich hätte der Gegenvorschlag der FDP (Basisrente) auch einmal interessiert, aber Herr Vogel bekam gar keine Gelegenheit, diesen einmal zu erklären und wo die Unterschiede zu Herrn Heil sind.
Es wurde auch nicht klar, warum man generell gegen die Bedürftigkeitsprüfung ist, es kommt doch auf deren Ausgestaltung und vor allem auf die Freibeträge an, wenn die großzügig sind sehe ich kein Problem.

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5Minute 12.02.2019, 10:38
57.

Zitat von yogi65
Die Besserstellung von gering verdienenden Rentnern die ein Leben lang gearbeitet haben und trotzdem auf H4 Niveau leben ist unstrittig.
Also eine gewisse Logiklücke gibt es schon.
Ein Leben voller Fleiss müsste doch genug Rentenpunkte angesammelt haben. Oder wie haben die anderen Rentner mit mehr Rente dies geschafft?
Also an der Stelle ist das Punktesystem erstmal neutral und unbestechlich.

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Neandiausdemtal 12.02.2019, 10:42
58. Genau!

Zitat von karlo1952
Nur dass das Minimum eben nicht reicht. Aber ein Maximum von ca.2.750 Euro ist eben auch wenig, wenn ich dafür 40 Jahre Höchstbeiträge in die Rente eingezahlt habe. Alles relativ. Aber eines ist klar, dass die Durchschnittsrente heute an Kaufkraft weit weniger wert ist als noch zu DM-Zeiten.
Ich kann Ihnen nur zustimmen! Solange es möglich ist, dass Spitzenmanager (Zetsche von Daimler) mehr als 4000 Euro am Tag an Altersversorgung bekommen oder Millionäre und Milliadäre mit Stiftungstricks und Auslandskonten Steuern umgehen und solange es keine deutlich spürbare Erbschaftssteuer für eben diese scheue Gesellschaft gibt, so lange ist von einem Streben nach gerechteren Verhältnissen wenig zu sehen. Und bei allen Fehlern, die die SPD gemacht hat, die Verhinderer, Hemschuhe und Komplizen der Steuervermeider waren immer Union und FDP.

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lubrikation 12.02.2019, 10:43
59. "Millionen Zahnarzt Gattinnen"

@2 Sie glauben wirklich, dass "Millionen Zahnarzt Gattinnen" sich für einen Hungerlohn von ihrem Mann "formal als Teilzeitkraft eingestellt" haben lassen und die Ärzte somit auf höhere Kosten, damit auf niedrigere Steuerlast, verzichtet haben? Von dem SPD-Vorschlag profitieren nur Geringverdiener. Sie unterstellen Arztgattinnen pauschal sich von Ihrem Mann, wenn auch nur auf dem Papier, ausbeuten zu lassen. Und den Ärzten unterstellen Sie fehlendes BWL- und Steuerwissen.

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