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Roger Waters legt Soloalbum neu auf: Released to Death
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Wie gern hätte Roger Waters mit seinen Solowerken an die Erfolge von Pink Floyd angeknüpft. War aber nicht. Trotzig lässt er nun seine Lieblingssoloplatte "Amused to Death" renoviert neu auflegen.

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acybergogo 14.08.2015, 09:58
1. Sorry

Wir können alle nichts daran ändern, das Pink Floyd nicht mehr existiert. Aber sorry: "Amused to Death" ist sicher eines der besten Alben der Popgeschichte.

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shinobi42 14.08.2015, 09:59
2. Roger Waters war nicht wirklich Pink Floyd allein

Wenn man die beiden Pink Floyd Alben "The Final Cut", das nach the "The Wall" erschien und im Prinzip fast vollständig von Waters geprägt ist mit einem späteren Post-Trennungs-Album wie "The Division Bell" vergleicht, dann merkt man, dass die drei übrigen Band-Mitglieder eine Menge Kreativität und Innovation zu bieten hatten. "Keep Talking" mit der Stimme von Stephen Hawking ist einfach der Hammer. Bei Pink Floyd war Waters eine Art bestimmendes Gewürz, dass aber im Prinzip nicht zu stark in den Vordergrund treten durfte. Bei The Wall war es fast so, bei The Final Cut war es definitiv so. Mein Lieblingsalbum ist dagegen das Live-Album Pulse, noch deutlich besser als Delicate Sound of Thunder.

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zimmerfrauc 14.08.2015, 10:10
3. Nicht zu vergessen

"The Final Cut" - ein fantastisches Album komplett von Waters geschrieben und von Pink Floyd nur eingespielt und somit dazu verdammt bei den Fans durchzufallen. Schade

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pleo 14.08.2015, 10:12
4. underrated

sagt man wohl dazu:
Ein tolles Album, das viel besser ist, als mancher Rezensent geschrieben hatte.
Aber Waters war / ist halt "schwierig" und dann halt auch im Umgang mit Vertretern der Presse/Medien.
Gilmour ist da halt anpassungsfähiger und erhält dadurch natürlich auch mehr Aufmerksamkeit.
Ich finde, dass beide auch solo sehr gute Musik gemacht haben!
... und das dürfte auch der Spiegel so schreiben!

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voroe 14.08.2015, 10:31
5. Ich...

...schliesse mich da @1 an..."Amused to death" ist eine der besten Platten die ich kenne und wurde zurecht neu aufgelegt. Und ich glaube auch, dass Waters seinen Ärger auf Pink Floyd oder David Gilmour lange überwunden hat. Über seinen Stellenwert bei Pink Floyd muss man auch nicht groß diskutieren, da spricht die Musik einfach für sich. Die Nach - Waters Alben von Pink Floyd haben lange nicht die Qualität von vorher. Und die Soloalben von Gilmour zeigen auch, wer kreativ und musikalisch das Zentrum von Pink Floyd waren...Roger Waters.

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kulinux 14.08.2015, 10:44
6. Als Pink-Floyd-Fan

habe ich schon seit 1978 angefangen, alle Platten der Band und Solo-Alben zu sammeln und diese auch bis zu Waters' Weggang vollständig gehabt. Was danach von ihm kam, war weiterhin auf hohem Niveau, wenn auch i.d.R. "nur noch" Songs, keine "Klanggemälde" wie bei den Floyd-Platten der 70er Jahre. Aber: Seine Themen waren immer von persönlicher (Pros & Kons) oder gesellschaftlicher Relevanz –während die weiteren Alben der "Rest-Pink-Floyd" für mich als belangloses Klanggewaber geradezu unerträglich sind.

Aber nicht nur in Bezug auf diese "Pink-Floyd"-Alben, sondern gerade auch in Bezug auf die heutige Welt ist "Amused to Death" wahrer und wichtiger denn je, nicht nur wegen der Zeilen: "Can't you see: It all makes perfect sense / expressed in Dollars and Cents, Pounds, Shilling and Pence."

Alles, was Waters in diesem Album beschreibt, ist damals wahr gewesen, heute aber noch in weit schlimmerem Umfang wahr. Und nicht nur das rechtfertigt die Wiederveröffentlichung!

Schauen Sie in die Nachrichten, unser TV-Programm, unsere "Leit/dmedien", unser Konsumverhalten, die "Finanzkrise", die "Flüchtlingskrise" und unsere, diese verursachenden Kriege weltweit: It all makes perfect sense!

Abgesehen davon, dass das Album über weiteste Strecken musikalisch wie akustisch ein Genuss ist –wenn auch einer, bei dem man wegen der Themen eher Gänsehaut bekommen kann.

PS: Und die boulevardzeitungsmässigen Versuche als Küchenpsychologe kann und sollte man sich m.E. sparen: Waters' Alben (und die frühen von Pink Floyd) zeigen, dass er ein SEHR reflektierter Mensch ist und sich vermutlich schon vor Jahrzehnten Gedanken gemacht hat, die den meisten seiner "kritischen Püschologen" wohl noch nie gekommen sein dürften –und dies wohl auch nicht mehr tun werden.

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rennix 14.08.2015, 10:46
7. Waters/Gilmour Lennon/McCartney

Ich glaube man kann die kreative Beziehung Waters/Gilmour durchaus mit Lennon/McCartney vergleichen. Zusammen hat man großartige Werke geschaffen. Vor allem, weil man sich in bestimmten Bereichen ergänzt hat. McCartneys Kompositionen wurden von Lennon oft als "Oma Musik" verspottet, Lennon wollte rockigere Sachen machen. Und so sind Lennons spätere Solo Sachen oft sehr sperrig während McCartneys Wings Output etwas belanglos und seicht daherkommt. Ähnlich bei Pink Floyd: Waters gab den wunderbaren Melodien von Gilmour eine gewisse Schärfe, die Texte hatten Relevanz und waren von ätzender Gesellschaftskritik durchdrungen. Die Solo Sachen von Waters sind durchaus gut. Meilenweit besser als der weitgehend belanglose Weichspül Kitsch mit dem Gilmour die Leute zuweilen foltert. Trotzdem ist es aber vor allem die Kooperation - oder eben auch die Konkurrenzsituation in der kreativen Zusammnenarbeit der Songwriter - welche die wirklich interessanten Sachen hervorgebracht hat. Das Ganze ist in diesem Fall eben immer mächtiger als der Einzelne...

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monoman 14.08.2015, 10:55
8. Erfolg ist immer relativ

Na ja, als Waters vor ein oder zwei Jahren das letzte Mal seine Styropormauer durch die Lande hat karren lassen, da hat er wahrscheinlich kaum vor leeren Rängen gespielt und auch eher in Stadien als in Stadthallen. Auch die Solokarrieren der Exmitglieder der Beatles oder von Abba waren naturgemäß nicht mehr ansatzweise so glanzvoll wie in alten Zeiten, was nüchtern betrachtet auch nicht wirklich verwunderlich ist. Über solches mangelnde Interesse, wie der arme Roger es erleiden muss, würde sich so mancher Jazzmusiker sicherlich sehr freuen.

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sag-geschwind 14.08.2015, 11:06
9. Interessante Wiederaufnahme des Buchinhalts ...

Interessant, wie das Medium Spiegel anscheinend leicht angewidert von "schweren Gedanken" dem Rezipienten lediglich ein paar "Pink Floyd"-hafte Momente zum "Erfreuen" anheimlegt.
Leichte Unterhaltung für den Leser oder Hörer sozusagen, zur gemütlichen Verblödung, während ringsum die Bürgerrechte feste mit abgesäbelt werden.

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