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"Rolling Stone" und McChrystal: Mit durchgeladenem Magazin

US-General McChrystal stürzte über ein Porträt in der Presse - ausgerechnet im Musikmagazin "Rolling Stone". Das Blatt knüpft schon länger mit knallharten Politberichten an alte Recherche-Traditionen an. Und profitiert davon, dass man es chronisch als Pop-Postille unterschätzt.

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d0se 24.06.2010, 10:26
1. ein, zwei Scheibchen abschneiden

Zitat von sysop
US-General McChrystal stürzte über ein Porträt in der Presse - ausgerechnet im Musikmagazin "Rolling Stone". Das Blatt knüpft schon länger mit knallharten Politberichten an alte Recherche-Traditionen an.
Ja, da sollte sich der Spiegel mal wieder was von abschneiden, früher gab es da auch guten investigativen Journalismus. Heute steht die Rubrik "Panorama" an der ersten Stelle nach den Sensationsmeldungen, äh News.

Der Rolling Stone Artikel ist sehr schön platziert, wurde er doch nicht in der hitzigen Phase der öffentlichen Diskussion über den Afghanistaneinsatz publiziert sondern etwas später, wo anderen Magazinen und Zeitungen die Erinnerungen schon verblasst waren und sie sich wieder mit Stars und Sternchen beschäftigt haben ohne irgendwas zu hinterfragen oder an wichtigen Themen dran zu bleiben. Dies gilt in letzter Zeit insbesondere auch wieder für den Spiegel, eine Sensation jagt die andere, aber langfristiges dran bleiben an wichtigen Themen scheint seit Jahren vergessen zu sein. Dabei weiß doch jeder dass Politik ständiges öffentliches Licht nötig hat um gerechte Politik zu machen und Geier zu enttarnen.

Der Artikel stellt sehr schön heraus woran es der deutschen Presse zur Zeit mangelt. Danke dafür.

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blücher 24.06.2010, 10:37
2. Gen. McCrystal und die "rolling stones"

Der Name des Magazins läßt einiges vermuten: "Den Stein ins Rollen bringen....."
Wer da glaubt, der hochintelligente Fachmann für Kriegsfragen, McCrystal, sei ein doofer, angetrunkener Schwätzer, der irrt gewaltig.
1) MC hat als Fachmann erkannt, daß die Position in Afghanistan unhaltbar ist.
2) Deswegen wollte er seinen Job loswerden, was immer am Besten zu machen ist, indem man sich rauswerfen läßt.
3) Seine Pension ist ihm sowieso sicher als Berufssoldat ohne Makel.Siehe Ordensspange.
4) Danach erst kann er "die Wahrheit" sagen, da nicht mehr durch sein Amt behindert.
5) Man darf noch so einige erwarten über die amerikanische Art, Wirtschaftskriege zu führen, die als Kampf gegen den Terror getarnt werden.(Köhler-Zitat)
6) Auch bei uns in Deutschland gab es mal solche Generale.
mfg
Bluecher

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Lecturer 24.06.2010, 10:42
3. Pj

Zitat von sysop
Das Blatt knüpft schon länger mit knallharten Politberichten an alte Recherche-Traditionen an. Und profitiert davon, dass man es chronisch als Pop-Postille unterschätzt.
In der tat, und ein Blatt in dem PJ O'Rourke jahrelang geschrieben hat, gegen den Thompson doch ein harm- und humorloser Journo war (Was ist 'Angst und Schrecken in Las Vegas' schon gegen 'What do they do for fun in Warsaw' oder live-Berichte aus Beirut oder Paraguay??).

Den politischen Einfluss von Schreibern wie PJ, die rechte Ansichten mit viel Humor, sehr akkurater Beobachtung ("Paraguay is similar to Florida, only that people do not have to dress up as Mickey Mouse to earn a living") und stark aetzender Saeure verbinden sollte man hier nicht unterschaetzen..

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doctorwho 24.06.2010, 10:53
4. .

Zitat von sysop
US-General McChrystal stürzte über ein Porträt in der Presse - ausgerechnet im Musikmagazin "Rolling Stone". Das Blatt knüpft schon länger mit knallharten Politberichten an alte Recherche-Traditionen an. Und profitiert davon, dass man es chronisch als Pop-Postille unterschätzt.
aus dem artikel : "Darunter bei einer feucht-fröhlichen Party, bei der das "Team America", wie sich der Beraterkreis des Generals vollmundig nannte,....."

team america , sehenswerte satire von den machern von south park . sehr amüsant . jetzt erst recht ....... :-)

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denkpanzer 24.06.2010, 10:59
5. Genau!

Zitat von d0se
Der Artikel stellt sehr schön heraus woran es der deutschen Presse zur Zeit mangelt. Danke dafür.
Dem ist nichts hinzuzufügen.

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denvermint 24.06.2010, 11:10
6. ein, zwei Scheibchen abschneiden....

@dose: da stimme ich dir vollkommen zu mit dem "investigativem Journalismus" beim Spiegel Magazin generell. Lange ist es her, wo ich es kaum erwarten konnte, dass die neueste Ausgabe des Spiegels herauskommt, denn es war immer (fast immer) eine Freude zu lesen, was es zu enthüllen galt.

Aber nun ist es vorbei damit! Schade!!

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Viva24 24.06.2010, 11:20
7. EIn General der ein Rommel sein wollte!

Wenn ein General mit Politikern verhandeln muß, dann wäre das gleichzustellen durch ein Minenfeld zu laufen. Die dann kommenden Granateinschläge sind die Waffen der dann kommenden Presse. Also alles im allen, nur für einen General zu viele Kriegsschauplätze, also Abschuß....

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phonoroid 24.06.2010, 11:26
8. Was ist aus Dr. Sommer geworden ?!

Zitat von d0se
Ja, da sollte sich der Spiegel mal wieder was von abschneiden, früher gab es da auch guten investigativen Journalismus. Heute steht die Rubrik "Panorama" an der ersten Stelle nach den Sensationsmeldungen, äh News. Der Rolling Stone Artikel ist sehr schön platziert, wurde er doch nicht in der hitzigen Phase der öffentlichen Diskussion über den Afghanistaneinsatz publiziert sondern etwas später, wo anderen Magazinen und Zeitungen die Erinnerungen schon verblasst waren und sie sich wieder mit Stars und Sternchen beschäftigt haben ohne irgendwas zu hinterfragen oder an wichtigen Themen dran zu bleiben. Dies gilt in letzter Zeit insbesondere auch wieder für den Spiegel, eine Sensation jagt die andere, aber langfristiges dran bleiben an wichtigen Themen scheint seit Jahren vergessen zu sein. Dabei weiß doch jeder dass Politik ständiges öffentliches Licht nötig hat um gerechte Politik zu machen und Geier zu enttarnen. Der Artikel stellt sehr schön heraus woran es der deutschen Presse zur Zeit mangelt. Danke dafür.
Der Spiegel ist eigentlich garnicht so schlecht,
schauen Sie sich lieber mal die deutsche Ausgabe des Rolling Stone an, wo man viel Mühe darauf verwendet, neuen
"Pop"-Acts eine Relevanz beizuschreiben, die eigentlich nur in den Siebzigern wirklich Sinn machte.
Will man wirklich lesen, daß Guttenberg ein Fan von ACDC ist ?, die Scorpions mal wieder bei Schröder's Geburtstag stattfanden ?
Daß man sich dort Gedanken darüber macht, ob man jetzt Lena, oder doch eher Hegemann ins Heft nimmt, macht wahrscheinlich auch keinen großen Unterschied.
Ein Interview mit Oberst Klein und Umfeld wäre ein Ansatz !
Stattdessen neues Kunstharz für "die Beatles", und Salonfähigkeit für "die Petshop Boys".

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frank_lloyd_right 24.06.2010, 11:56
9. Ein Comment,

der als echter Treffer gelten darf,
findet sich hier :
http://atimes.com/atimes/South_Asia/LF25Df04.html

Man mache sich keine Illusionen, das aber richtig!

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