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RTL-Realityshow "Mama Mia": Im Ehebett mit Mutti
RTL

Sigmund Freud hätte seine Freude gehabt - und die einsame Mutti über 50 hat sie vermutlich auch: Bei der RTL-Sendung "Mama Mia - Wer heiratet meinen Sohn" gehen Mütter mit ihren Söhnchen auf Brautschau. Sie verhalten sich wie KFZ-Sachverständige beim Gebrauchtwagenkauf.

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kilowax 04.07.2013, 12:07
70. Alle Achtung

RTL schafft es doch immer wieder, bei der Trennung zwischen Spreu und Weizen, aus dem Abfall ein Produkt zu erstellen was zur besten Sendezeit von nicht gerade wenigen konsumiert wird.

Solche Formate sind wahrscheinlich für einige Satelliten-Fernsehkonsumenten auch der Grund, die HD+Plattform der privaten Müllverwerter mit jährlich 50 Euro zu unterstützen.

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JohnJayLukas 04.07.2013, 13:38
71. Was mut dat mut

Im Grunde genommen geht es bei doch bei den privaten Sendern um Entertainment (neudeutsch: Unterhaltung). Und einige dieser Sender (vorrangig RTL, SAT1) haben dabei eine recht niedrige Hemmschwelle. Aber wer will es Ihnen auch verübeln. Es hat beim Rattenfänger von Hameln geklappt, warum dann nicht auch jetzt. Man lehnt sich dabei eng an das Grundprinzip von Deutschlands auflagenstärksten Boulevardblatt an; bunte Bilder und Sprechblasen sind einfacher zu verdauen als tatsächlich wissenswerte Informationen. Und der Erfolg gibt Ihnen Recht, denn Einschaltquoten lügen nicht. Bei den Zuschauern zählt am Ende doch die Quantität und nicht die Qualität. Und in wirtschaftlicher Hinsicht ist es für die Sender sicher rentabler, Redakteure mit derart flachen Ideen und ein paar gescheiterte Existenzen für ihre Bloßstellung im TV zu bezahlen, als den Zuschauer tatsächlich zu fordern. Wenn das so weiter geht, dann sehen wir wohl auch bald halbnackte Damen durch die Wüste robben.

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albert schulz 07.07.2013, 15:56
72. Blinde beschreiben Farben

Zitat von sysop
Sigmund Freud hätte seine Freude gehabt - und die einsame Mutti über 50 hat sie vermutlich auch: Bei der RTL-Sendung "Mama Mia - Wer heiratet meinen Sohn" gehen Mütter mit ihren Söhnchen auf Brautschau. Sie verhalten sich wie KFZ-Sachverständige beim Gebrauchtwagenkauf.
Endlich mal wahre Wirklichkeit. Die Mama überprüft die Vereinbarkeit ihres Sohnes und seiner Macken mit den praktischen Fähigkeiten der angehenden Übernahmekandidatin, gibt ihre ungeheure Verantwortung an die Schwiegertochter ab, instruiert sie geflissentlich über alle Eigenheiten ihres Produkts, teilt ihr die erforderlichen Ritalindosen mit, setzt Wurfprämien für Enkel aus. Sie wird locken müssen, wenn sie ihr verhätscheltes Söhnchen an die Frau bringen will, obwohl das Teil bereits domestiziert sprich fügsam ist. Danach erklärt sie ihrem Sohn, daß die Aspirantin zu ihm paßt, Widerspruch zwecklos. In einem sorgfältig verwalteten Matriarchat ist dies die einzige halbwegs korrekte Möglichkeit, den Sohn an die Frau zu bringen, vor allem funktioniert sie. Natürlich weiß ich, daß es jede Menge Ignoranten gibt, die behaupten, Männer wären für Zwangsverheiratungen verantwortlich. Es dürften wohl die Mütter sein, die absolut hemmungslos das Erforderliche regeln.

Den Ödipuskomplex kann man sich schenken. Es handelt sich um einen Mütterwunsch, der aus dem Sohn den Mann an sich formt, und ihn mit Liebe umsorgt. Die Chinesinnen und Inderinnen praktizieren izhn noch exzessiver als die einheimischen Hennen. Sohn sein ist zuweilen müheselig, einfach nur dauernd und immer Objekt unerschöpflicher Liebe.

Erwachsen werden die Menschen heutzutage selten vor vierzig. Dann brauchen sie sowieso keine Frau mehr. Vor allem braucht Frau dann keinen Mann mehr, wozu auch, es sei denn es wäre ein gutbezahlter Job. Frauen suchen übrigens keineswegs strahlende Heldengestalten, denen sie dienen können, sondern einen umgänglichen Sklaven, der sie auf Händen trägt und keine Scherereien macht. Und Mütter wollen beschäftigt sein, ein Grundproblem allen Seins.

Und jetzt frage ich mich natürlich, warum diese harmlosen Zeilen zensiert werden. Es ist weder von Weicheiern, Eunuchen, Schlappschwänzen, Muttersöhnchen oder Schwulen die Rede, die sich bei manchen Kandidatinnen durchaus begründeter Wertschätzung erfreuen dürfen. Ich dusche zwar nie kalt, aber ich gehöre zu den alten Idioten, die der holden Weiblichkeit immer Tribut gezollt haben, allerdings im klaren Bewußtsein, daß der Einfluß der Mütter weit verheerender ist. Und diese banale Kleinigkeit wußte Adam schon. Daß SPON genau das nicht weiß, spricht Bände. Bildzeitungsleser sind da etwas wirklichkeitsbewußter.

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albert schulz 09.07.2013, 12:13
73. das Problem ist nicht nur ökonomisch

Zitat von privat78
Kann sich der Spiegel endlich einmal für einen gewissen Leserkreis entscheiden. Mit einer intelligenten Lesergruppe, werden wohl nicht die nötigen Besucherzahlen erreicht, um bestimmte Werbeeinnahmen zu erzielen.
Das Blöde ist, daß Bildung mit absoluter Werbungsresistenz einhergeht. SPON muß die Massen keilen, und das wären Frauen, weil die lesen und vor allem kaufen, oder Minderbemittelte, die zwar kaum lesen, aber trotzdem kaufen können. Jung müssen sie auch sein, weil das Alter vor Übermut schützt.

SPON hat das banale Problem, daß er nur einen Bruchteil der Kundschaft von RTL hat, und deswegen bemüht es sich angelegentlich um diese breiten Schichten, wird aber so gar nicht für seine Anstrengungen in Sachen Niveauangleichung belohnt. Die Aussichten sind häßlich, trotz stündlicher Berichte aus der Bundesliga, und den aktuellen Trends bei Gesundheit, Schönheit, Seelenleben. Der einfach gestrickte Leser fühlt die hochgeistige Abgehobenheit und sich selbst unverstanden. SPON kommt einfach nicht runter von seinem hohen Roß. Mich freut es übrigens, aber ich verbringe schlaflose Nächte, weil absolut klar ist, daß diese Form von Niveau nicht ewig durchzuhalten ist. Es sei denn man würde Niveau und Gehalt durch monetäre Maßnahmen schützen wie früher auch. Es scheint sich wenig zu ändern hienieden.

Der eigentliche Haken ist ein anderer. Mutterliebe ist offensichtlich Tabuzone, und zwar bei SPON noch weit ausgeprägter als bei Bild oder RTL, das sich nach dem schönen Rezept von Shakespeare absolut einseitig mit überspitzten Situationen und Charakteren Teile der menschlichen Unmündigkeit und Ohnmacht aufzeigt. Die Menschen erkennen sich genau hier selbst, sind stinksauer und schieben weg. Dabei ist das Vorgehen höchst pädagogisch, und oroientiert sich an Realitäten. Der Gebildete (oder fromme oder Ideologe) stülpt einen großen Kübel aus verzerrendem Glas über die Wirklichkeit, um nicht alles wahrnehmen zu müssen. Er wäre gezwungen, sich selbst betroffen zu fühlen, und das behagt ihm gar nicht.

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Frau 08.08.2013, 12:43
74. Peinlich

Ist es wirklich so schwierig, einen Partner zu finden, dass manche vor nichts zurückschrecken? Zudem drängt sich mir der Verdacht auf, dass auch die Mütter der Muttersöhnchen gern im Rampenlicht stehen, ja vielleicht sogar selbst einen Partner suchen?
Beim dümmlichen, ständig fratze-schneidenden und sich so unwiderstehlich findenden Kai-Uwe kam mir fast das Abendessen hoch.

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Frau 08.08.2013, 12:46
75. Oh doch....

... ich befürchte, die Damen haben es sogar SEHR nötig.

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