Forum: Kultur
Russisch-ukrainischer Museumsstreit: Wohin mit dem Gold der Krim?
Benjamin Dürr

Ein niederländisches Museum zeigt Gold-Exponate von der Krim. Bei Beginn der Schau gehörte die Halbinsel zur Ukraine, nun ist sie von Russland annektiert. An wen soll der Schatz gehen, wenn die Ausstellung in wenigen Tagen endet?

Seite 2 von 8
luwigal 18.08.2014, 14:37
10. Wenn es denn so einfach wäre.

Zitat von drittaccount
Die Frage, aus welchem Museum oder aus welcher Sammlung die Stücke entliehen wurden, richtet sich kaum nach der Tagespolitik. Daher sollten die Stücke auch dorthin zurück, wo sie hergekommen sind ... an die vier Museen auf der Krim und an das eine in der Rest-Ukraine. Über die Zugehörigkeit der Krim, seiner Museen und damit auch der Museumsstücke, können sich dann die verantwortlichen Politiker streiten.
Nehmen wir an, die Museen gehörten dem Staat Ukraine, dann gehören sie immer noch der Ukraine.
Denn, völkerrechtlich betrachtet gehört die Krim immer noch zur Ukraine.
Die Ukraine kann somit bestimmten, wohin die Museumsstücke gehen sollen.

Im Übrigen, wenn man es begründen würde ...
"Ja, dort wo man sie gefunden hat, dort gehören sie auch hin",
dann müßte man sämtliche Kulturgegenstände weltweit dorthin verfrachten wohin sie gehören.
Ich denke, kein Museum würde mitmachen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seltsam 18.08.2014, 14:38
11.

Wenn das ausleihende Museum ein privates war, dann zurück an das Privatmuseum.
Wenn das ausleihende Museum ein staatliches war, dann zurück an den Staat in ein Museum der Ukraine, denn das Museum auf der Krim gehört ja nicht mehr zur Ukraine.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
weltverkehrt 18.08.2014, 14:41
12.

Zitat von marcusaemiliuslepidus
Es ist richtig, dass es sich hierbei um Kulturgut der Krim handelt und nicht etwa der Ukraine oder Russland.
Die Skythen, ich habe gerade mal bei Wikipedia geschaut, waren keineswegs nur auf dem Gebiet der Krim zu Hause, sondern wohl eher der gesamten heutigen Ukraine und großen Teilen Russlands. Wo die Funde herkommen, wird im Einzelfall wohl sehr unterschiedlich sein. Das spielt aber weniger eine Rolle, als die Tatsache, wer sie gefunden, erworben hat oder in wessen Besitz sie war. Wenn das Museum wie z.B. Museum Ludwig Exponate verleiht (Stiftung) ist das sicherlich etwas anderes, als wenn Exponate in Staatsbesitz verliehen werden, die möglicherweise auch mit Steuergeldern eingekauft wurden. Eindeutig ist umgekehrt z.B. der Besitz des Hauses Sachsen als (Kriegs)Beute(kunst) nach Russland gebracht worden. Wird aber auch nicht herausgegeben, obwohl die Besitzverhältnisse eindeutig sind. Es verhält sich ja auch nicht anders, nehme ich an, mit ukrainischem Kriegsgerät, das erbeutet wurde und eindeutig im Besitz der ukrainischen Armee und Staates in Absprache mit Russland ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
weltverkehrt 18.08.2014, 14:43
13.

Zitat von tumbajumba
sollen dahin wo sie gefunden wurden.
Sofern sie nicht verkauft/privatisiert wurden, werden sowohl die Schätze als auch die Museen wohl Staatseigentum der Ukraine und aus Steuergeldern deren Erhalt und Betrieb bezahlt worden sein. Ob die Museen sich selbst tragen konnten, weiß ich natürlich nicht. Das ändert vermutlich wenige an den Besitzverhältnissen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ghlghl001 18.08.2014, 14:44
14. Eigentum nach internationalem Recht

Da Russland entgegen den Buchstaben des Budapester Memorandums die Krim annektiert hatte ist Russland auf keinen Fall Eigentümer der Krim. Das Memorandum sieht vor, die UN zu konsultieren, falls die Grenzen der Ukraine verletzt werden. In diesem Zusammenhang kann die Ukraine in einer UN-Sitzung Klarheit über die Eigentumsrechte an den Gegenständen erörtern. Die UN wäre damit also am Zuge.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
DirkSt 18.08.2014, 14:48
15. Für mich es klar

Ich bin kein Jurist, aber mir scheint folgendes nach Menschenverstand logisch (aber wann gilt der in der komplizierten Juristerei schon): Die Exponate gehören lt. Vertrag zu den Museen zurück. Diese haben aber durch die Besetzung der Krim ihren Status als Vertragspartner auf ukrainischer Seite verloren - vermutlich wurden sie dem russischen Kulturministerium o.ä. unterstellt?! Das aber hat den Vertrag nicht geschlossen, also keinerlei Ansprüche. Die Exponate sollten also m.E. zur "Trägereinrichtung" der Museen in der Ukraine gehen und rein formell bis zum Ende der Besatzung im Namen der Museen verwahrt werden.
Überhaupt sehe ich unzählige schwierige rechtliche Fragen, die sich aus dieser völkerrechtswidrigen Annexion ergeben. Man denke mal ganz allgemein an das geraubte/entzogene Staatsvermögen der Ukraine auf der Krim, an Wasserzugangsrechte, Bodenschätze, ...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ghlghl001 18.08.2014, 14:49
16. Eigentum nach internationalem Recht

Da Russland entgegen den Buchstaben des Budapester Memorandums die Krim annektiert hatte ist Russland auf keinen Fall Eigentümer der Krim. Das Memorandum sieht vor, die UN zu konsultieren, falls die Grenzen der Ukraine verletzt werden. In diesem Zusammenhang kann die Ukraine in einer UN-Sitzung Klarheit über die Eigentumsrechte an den Gegenständen erörtern. Die UN wäre damit also am Zuge.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Al.Ba. 18.08.2014, 14:52
17. Realitätsverlust?

Die Krim ist doch nicht besetzt. Da ist ja die BRD eher besetzt als die Krim. Die selben Soldaten sind dort wie vorher nur Tragen sie andere uniformen. Ist klar das die ukraine, nach dem sie der krim das wasser abgestellt hat und autos die dort rausfahren beschlagnahmt auch sich ein paar goldene Exponate einheimsen will. Das wird dann gleich verkauft und in Munition umgemünzt.
Die exponate müssen dahin wo sie her kommen ob von der krim oder sonst wo. Was ist das überhaupt für eine frage. Fragt doch einfach mal die museen auf der krim wie besetzt die sich fühlen. Und überhaupt "in russische hände fallen" die krim ist russisch immer gewesen auch wenn da 20 jahre lang eine ukrainische flagge hing. Das weiß jeder der da mal gelebt hat.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
TC Matic 18.08.2014, 14:54
18.

Zitat von sysop
Ein niederländisches Museum zeigt Gold-Exponate von der Krim. Bei Beginn der Schau gehörte die Halbinsel zur Ukraine, nun ist sie von Russland annektiert. An wen soll der Schatz gehen, wenn die Ausstellung in wenigen Tagen endet?
Ich denke mal, daß diese Leihgaben an diejenigen zurückzugeben sind, die sie auch ausgeliehen hatten.
Wernn also Russland die Exponate ausgeliehen hatte, dann bekommt doch Russland die Stücke zurück !?
Anderenfalls Natürlich die Ukraine, ganz egal, ob sich die Verleihmuseen nun auf annektiertem russischen Territorium befinden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Fürstengruft 18.08.2014, 14:59
19. Die Stücke gehören den Museen, die sie ausgeliehen hatten

Kulturgut darf nicht dem politischen Streit zum Opfer fallen.
Kiew hat doch die Krim kampflos den Russen überlassen, die Insel war ihnen also kein geopfertes Soldatenleben wert.
Wollen wir das Völkerrecht auch um den Verlust von Königsberg bemühen?
Die Russen hatten es im Krieg erobert, besetzt und sich einverleibt, samt aller Kulturschätze.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 2 von 8