Forum: Kultur
Russisch-ukrainischer Museumsstreit: Wohin mit dem Gold der Krim?
Benjamin Dürr

Ein niederländisches Museum zeigt Gold-Exponate von der Krim. Bei Beginn der Schau gehörte die Halbinsel zur Ukraine, nun ist sie von Russland annektiert. An wen soll der Schatz gehen, wenn die Ausstellung in wenigen Tagen endet?

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Seltsam 18.08.2014, 15:25
30.

Zitat von bibabuzelmann
Da kann ich ihnen folgen, aber die Krim hatte vorher ja auch noch einen Autonomiestatus, eventuell gäbe es also noch Option 3, potentieller Eigentümer wäre eventuell die autonome Region Krim.
Nein, ein Autonomiegebiet ist kein Staat, sondern ein Land mit besonderen meist zusätzlichen Verwaltungs-Freiheiten innerhalb des Staates (z.B. historische Privilegien, abweichende lokale Wahlgesetze, vielleicht auch Gesetze über den Besitz/das Eigentum von Exponaten in staatlichen Museen). Diese sind dann aber einzeln und klar festgelegt.

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gerd.lt 18.08.2014, 15:27
31. zurück

Da es nur ein Teil einer großen Sammlung ist, gehören die Ausstellungsexponate auf die Krim zurück.

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weltverkehrt 18.08.2014, 15:28
32.

Zitat von bibabuzelmann
Da kann ich ihnen folgen, aber die Krim hatte vorher ja auch noch einen Autonomiestatus, eventuell gäbe es also noch Option 3, potentieller Eigentümer wäre eventuell die autonome Region Krim.
Das macht es in der Tat etwas komplizierter mit leichter Tendenz für die Krim, wenn Wikipedia im Artikel zur Krim korrekt ist und dies den Staatseigentum (Museen und deren Finanzierung) und Kulturschätze einschließt:

"Als Kompromiss wurde 1992 das Gebiet zur Autonomen Republik Krim innerhalb des ukrainischen Staates erklärt. Sie erhielt Hoheitsrechte in Finanzen, Verwaltung und Recht."
Es wäre interessant zu erfahren, wo hier generell Eigentumsrechte sind und wo diese sonst noch aufhören.

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MtSchiara 18.08.2014, 15:29
33. das Gold sollte dort bleiben, wo es jetzt gerade ist

Da die Russen auf der Krim - so wie die Mongolen vor 800 Jahren und die Wikinger vor 1000 Jahren - alles an ukrainischem Eigentum stehlen, was nicht niet und nagelfest ist, und dort keine Rechtssicherheit besteht sondern Kriegszustand, sollte man es nicht an die Krim liefern - es sei denn, der Eigentümer in Kiew besteht ausdrücklich darauf.

Aber es stellt sich auch die Frage, ob es überhaupt an Kiew geliefert werden sollte. Putin hat in seiner Rede auf der Krim gesagt, er wolle die Ukraine nicht teilen. Da er gleichzeitig ausgeschlossen hat, seine Truppen wieder von der Krim abzuziehen, bleibt ihm dann ja nur übrig, auch den Rest der Ukraine militärisch zu besetzen und zu plündern, um sein Versprechen wahr zu machen. Auf der anderen Seite wissen wir natürlich, was Putin-Versprechen allgemein wert sind.

Solange also nicht geklärt ist, welche Teile der Ukraine Rußland noch besetzen wird, sollte man den Schatz erst einmal dort belassen, wo er im Moment ist. Dort ist er am sichersten, bis im Kreml wieder Politiker mit weniger Glauben an russischen Ruhm und russische Vorherrschaft in Eurasien an der Macht sind.

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spon-1280943165745 18.08.2014, 15:30
34. Richtigstellung

Zitat von marcusaemiliuslepidus
Es ist richtig, dass es sich hierbei um Kulturgut der Krim handelt und nicht etwa der Ukraine oder Russland. Russland kam erst viel später und die Ukraine ist ja sowieso ein künstlicher Staat mit einer Bevölkerung die sich erst vor gut 60 Jahren zur eigenen Ethnie erklärt haben. Eigentlich sind die Ukrainer ja nichts anderes als die Sizilianer für die Italiener. Sprechen eine leicht abwandelte Sprache, oft auch als Bauerndialekt verspottet, aber das macht keine eigene Ethnie aus. Den Schatz auf die Krim zurückzuschicken wäre die beste Entscheidung weil es keine politische wäre. Würde das Zeug in Kiev landen oder Moskau wäre es eben eine politische und hätte nichts mit der eigentlichen kulturellen Bedeutung zu tun.
Nur der guten Ordnung halber, die Ukraine hat NIE freiwillig zu Russland gehört. Während der Sowjetzeit war die Ukraine zwar ein Republik der UdSSR aber kein Teil der Russischen Föderation. Sie gehörte sogar zu den Gründerstaaten der UN und hatte Sitz und Stimme im UN-Sicherheitsrat mit Vetorecht. Also Ukrainer haben zwar eine ähnliche Sprache sind aber Ukrainer und keine Russen. Auch die Österreicher oder Schweizer sprechend deutsch sind aber deswegen trotzdem keine Deutschen.

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w.bartz 18.08.2014, 15:30
35. zurück zum Leihgeber...

Die Exponate wurden von Museum zu Museum verliehen. Selbstverständlich müssen sie dorthin zurückgegeben werden.
Werden sie woanders hingeschickt, zB. nach Kiew oder nach USA gilt der Fundus als unterschlagen bis gestohlen.
Mmn. sind die Dinge in ihrem Museum am Besten aufgehoben. Dort bleiben sie dem Publikum erhalten.
In Kiew werden sie von den Nazis gestohlen, wenn sie demnächst die Fliege machen...

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mundi 18.08.2014, 15:34
36. Völkerrecht

Zitat von jenli
... der Schatz der Ukraine, denn die Annektion der Krim ist völkerrechtswidrig. Wenn jemand Ihre Wohnung kapert, gehört sie ihm zusammen mit den Einrichtungsgegenständen auch nicht, oder würden Sie dem Kaperer auch noch den aus der Reparatur zurück kommenden HD-Fernseher in die Wohnung liefern? Sie wären reichlich blöde, oder?
Es war keine Annexion sondern eine Sezession. Ähnlich war es in Amerika (USA) oder auch in Großbritannien (Irland). Da wurde nichts "gekapert".
Das Volk auf der Krimm wollte es so. So etwas nennt man Völkerrecht.
Bitte nicht mit Staatenrecht verwechseln!

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Phillsen 18.08.2014, 15:39
37. Wie wärs mit Pragmatismus?

Zitat von sysop
Ein niederländisches Museum zeigt Gold-Exponate von der Krim. Bei Beginn der Schau gehörte die Halbinsel zur Ukraine, nun ist sie von Russland annektiert. An wen soll der Schatz gehen, wenn die Ausstellung in wenigen Tagen endet?
Variante 1:
Ich nehme an es gibt da ein paar schlaue Köpfe unter den Museumsmenschen?
Die sollen doch einfach beurteilen wer sich bisher besser um seine Museen und solche Stücke gekümmert hat, Russland oder die Ukraine. Können die doch sicher oder?

Und dann wird im Sinne der Exponate entschieden und nicht im Sinne von irgendwelchem Juristengeseier oder politischem Blabla.

Variante 2:
Stellt den Krempel in den Keller und sagt Russland und der Ukraine wenn sie sich einig sind sollen sie bescheid geben, dann geht das Zeug mit der Post raus. Solange sie sich uneinig sind bleiben die Dinger in den Niederlanden.

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chilipalmer1911 18.08.2014, 15:43
38. Gold

einschmelzen, dann verkaufen. Dann das Geld an bedürftige ( geistig und materiell ) Politiker verteilen.......

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mundi 18.08.2014, 15:45
39. Kunstgebilde

Zitat von spon-1280943165745
Nur der guten Ordnung halber, die Ukraine hat NIE freiwillig zu Russland gehört. Während der Sowjetzeit war die Ukraine zwar ein Republik der UdSSR aber kein Teil der Russischen Föderation. Sie gehörte sogar zu den Gründerstaaten der UN und hatte Sitz und Stimme im UN-Sicherheitsrat mit Vetorecht. Also Ukrainer haben zwar eine ähnliche Sprache sind aber Ukrainer und keine Russen. Auch die Österreicher oder Schweizer sprechend deutsch sind aber deswegen trotzdem keine Deutschen.
Die Republik Ukraine gab es nach dem 1. Weltkrieg nur knappe 2 Jahre.
Sonst gab es einen Staat Ukraine gar nicht.
Nur durch die Sowjetunion wurden dieser Sowjetrepublik Teile Russlands, Polens und Rumäniens zugeschlagen.
Es ist ein Kunstgebilde wie das frühere Jugoslawien.

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