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Sat.1-Movie über Wulff-Rücktritt: Der Gefangene von Schloss Bellevue
SAT.1

Draußen die Journalisten, drinnen die Angst: Der Sat.1-Film "Der Rücktritt" zeichnet die 68 Tage vor der Amtsaufgabe von Christian Wulff nach. SPIEGEL-Redakteur schrieb am Drehbuch mit - und erklärt, weshalb man die Ereignisse nur als Eingeschlossenen-Drama erzählen kann.

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paul.oberste-frielinghaus 24.02.2014, 16:21
1. Bin ich ja mal gespannt!

Hoffentlich mal Bildungsfernsehn für die Deutschen.

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Msc 24.02.2014, 16:35
2. optional

Bin ja gespannt ob Sat1 die 1-Million-Marke deutlich knackt. Ich persönlich werde jedenfalls nicht beitragen. Mitleid habe ich zwar keines, aber Quatsch über sein eigenes Leben im Fernsehen zu sehen... muss ein komisches Gefühl sein. Ich hoffe, die Voyeure kommen hier voll auf ihre Kosten.

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Palmstroem 24.02.2014, 16:40
3. Das böse Spiel der Medien

Zitat von sysop
Draußen die Journalisten, drinnen die Angst: Der Sat.1-Film "Der Rücktritt" zeichnet die 68 Tage vor der Amtsaufgabe von Christian Wulff nach. SPIEGEL-Redakteur Jan Fleischhauer schrieb am Drehbuch mit - und erklärt, weshalb man die Ereignisse nur als Eingeschlossenen-Drama erzählen kann.
Christian Wulff´s Fehler war der Glaube, es ginge den Medien um die Wahrheit - dabei ging es BILD & Co. nur um seinen Sturz.

"Als er am 4. Januar 2012 im berühmt gewordenen Fernsehinterview volle Transparenz im Internet was die Beantwortung von mehr als 400 Fragen durch seine Anwälte verspricht, dann jedoch nicht zuletzt aus Datenschutzgründen zunächst nur eine Zusammenfassung erscheint, wird ihm dies abermals als »Salamitaktik« ausgelegt. Was die Medien bis zuletzt verschweigen: Die »FAZ«, an vorderster Stelle der Wulff-Kritik, verweigerte die Veröffentlichungen der Fragen und Antworten, die sie betrafen. »Frankfurter Rundschau«, »Berliner Zeitung« und andere Zeitungen der DuMont-Firmengruppe schränkten ihre Zustimmungserklärung ein, »Stern« und »Spiegel« »nahmen einzelne Fragen heraus«. Etliche derer, die »volle Transparenz« einforderten, schraubten hinter den Kulissen am Gegenteil." (Götschenberg - Der böse Wulff)

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mamasliebling 24.02.2014, 16:42
4. In meinen Augen der überflüssigste Film des Jahres

Wegen mir braucht es solche Filme nicht. Hier will der Schreiber suggestieren, er würde keinen Einfluss nehmen und keine Meinung vertreten. Das ist gar nicht möglich. Ich schau ihn auf jeden Fall nicht an. Vorallem gefällt mir nicht, wie Wulff in letzter Zeit immer wieder als Opfer der Journalisten dargestellt wird. Hätte er von Anfang an, also sprich als der Landtag in befragte ob er Gelder bekommen hat, gleich die Karten offen auf den Tisch gelegt, alles wäre klar gewesen. Nee ich bin froh, dass wir von ihm als Bundespräsidenten befreit sind. Wenn man sich heute den Herrn Gauck anschaut, wie gut er das Land repräsentiert, fragt man sich schon warum Angela M. aus B. je auf des Pferd Wulff gesetzt hat

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humble_opinion 24.02.2014, 16:49
5. Überfordert

Zu den Vergünstigungen, eventuellen Vorteilsnahmen usw. kann man stehen, wie man will, das Geflecht ist schwer zu durchschauen und zu bewerten - rechtlich wie moralisch.

Für mich hat sich Herr Wulff in dem Moment für das Amt des BP diskreditiert, als er tatsächlich beim BILD-Chef anruft und auf dem AB etwas von 'Krieg' faselt.

Mein Empfinden ist, dass durch den 'Gang durch die Institutionen' vermehrt nur noch ein bestimmter Menschentypus in hohe und höchste Ämter gelangt. Und das durch wohl alle Parteien gleich: karriereorientiert, teflonbeschichtet, clever und ohne wirklichen moralischen Kompass.

Wenn es dann einmal wirklich hart kommt und wichtig wird, fehlt es diesen Leuten aber an dem, was dann so wichtig wäre: Klugheit, Überzeugung, Haltung. Wenige Beispiele genügen, das zu dokumentieren:

Kanzlerin Merkel kapiert nicht, dass auch sie maßgeblich verantwortlich ist (sein müsste), wenn deutsche Unternehmen und Privatmenschen millionfach ausspioniert werden.

Ex-Minister Friedrich versteht nicht, dass auch für ihn als Innenminister die Gesetze gelten und gerade er es sein müsste, das deutlich und klar zu machen.

Und Ex-BP Wulff scheint in diesen '68 Tagen' nicht im Ansatz zu kapieren, was und vor allem warum er es falsch macht.

Ich bin der Letzte, der Menschliches nicht versteht oder verzeihen kann. Nur: ich mache mir auch ernste Sorgen, was dem Staat und den Menschen passieren kann, wenn es wirklich mal hart auf hart kommt, und wir dann solche Leute (um das Wort 'Pfeifen' zu vermeiden) als wichtigste Entscheider haben.

Allein die Vorstellung, dass ein HP Friedrich beispielsweise in einer Angelegenheit wie der Entführung Schleyers zur RAF-Zeit das Sagen und die Entscheidungsgewalt gehabt hätte, treibt mir noch im Nachhinein den Schweiß auf die Stirn.

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Herbert1968 24.02.2014, 16:54
6. "Doku-Drama" = Fiktion?

Hans-Martin Tillack war Donnerstag bei Lanz zu Gast im ZDF und hat ausgeführt, dass die Szene im Flugzeug nach Italien historisch falsch wiedergegeben worden ist. Wenn schon diese angebliche "Schlüsselszene" nicht korrekt ist, wie steht es dann erst mit dem Rest des Filmes, Herr Fleischhauer?

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bembel71 24.02.2014, 17:15
7. Jan Fleischhauer erklärt, wer an allem Schuld ist. Heute: Der Wulff-Rücktritt

Zitat von sysop
SPIEGEL-Redakteur Jan Fleischhauer schrieb am Drehbuch mit - und erklärt, weshalb man
Jan Fleischhauer erklärt mit Sicherheit auch, wer uns das ganze Schlamassel eingebrockt hat: Schuld sind selbstverständlich und wie immer die Alt-Achtundsechziger und die Linken im Allgemeinen.

Etwas anderes als diese billige Schlussfolgerung hat Jan Fleischhauer sowieso noch nie zu Papier gebracht, und weil er sich selber mal in jungen Jahren mit der linken Szene in Berührung gekommen ist, kann der diesen Quatsch auch besonders glaubwürdig vertreten.

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Nabob 24.02.2014, 17:36
8. Sat.1 und Fleischhauer,

Zitat von sysop
Draußen die Journalisten, drinnen die Angst: Der Sat.1-Film "Der Rücktritt" zeichnet die 68 Tage vor der Amtsaufgabe von Christian Wulff nach. SPIEGEL-Redakteur Jan Fleischhauer schrieb am Drehbuch mit - und erklärt, weshalb man die Ereignisse nur als Eingeschlossenen-Drama erzählen kann.
das passt wie die Faust aufs Auge, das alles noch durchsetzt von Werbung im Dreiminuten-Takt, glänzend, Friede Springer scharrt schon mit den Hufen für den nächsten Bambi-Preis, im Saal flankiert von unseren Tausenden an Ausnahmeschauspielern im Facelifting-dress.

Ich würde Fleischhauer so gern mal den "Durchbruch" wünschen, um den er sich so sehnlich rankt, will es doch immer und immer nichts werden, verdammt; aber mit diesem Sender und diesem wirklich kaum lohnenswerten Thema um eine mehr als fade Persönlichkeit im Sturzflug wird es wohl wieder nichts werden.
Da haben wohl die grünen Eltern versagt ;-)

Irgendwie muss es doch hinzubekommen sein, dass der TV-Gucker nun endlich verblödet; aber Achtung! Zum Schluss weiß er nicht mehr den Fernseher anzustellen.

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analyse 24.02.2014, 17:48
9. Der Film ist nur sinnvoll, wenn er aufklärt ,wozu

Medienhetze führen kann,wie hilfdlos man den Medien und unfähigen Juristen gegenüber ist und wie der Grundsatz der Gleichheit verletzt wurde: Mir fallen spontan 2 Amtsinhaber ein,bei denen man bei gleicher gieriger Nachforschung.mindestens 80fach fündig geworden wäre !

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