Forum: Kultur
Schauspielerin Adèle Haenel: Die französische Revolutionärin
GUILLAUME HORCAJUELO/ EPA-EFE/ REX

In Frankreich ist Adèle Haenel die Schauspielerin der Stunde. Warum das so ist, kann man jetzt in zwei Filmen sehen: in "Lieber Antoine als gar keinen Ärger" und "Porträt einer jungen Frau in Flammen".

roenga 31.10.2019, 12:45
1. Keine unangemessene Beziehung?

Water Lillies wurde im Jahr 2007 gedreht. Da war Haenel gerade 18 Jahre alt. Sciamma dagegen war 29 und als Regisseurin des Films gegenüber einer jungen Schauspielerin ganz klar in einer dominanten Position. So etwas wird in Zeiten von #metoo eigentlich immer als eine unangemessene Beziehung eingestuft und hat schon häufiger dazu geführt, dass Männer in herausgehobenen Positionen ihre Jobs verloren haben. Seltsam, dass dies in diesem Fall niemand thematisiert. Würde mich interessieren, wie sich Frau Sciamma dazu äußert.

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Newspeak 31.10.2019, 13:19
2. ....

"denn sie bringt ein gewisses schauspielerisches Selbstbild zur Strecke - nämlich das der biografischen Einzigartigkeit, des männlich konnotierten Fußabdrucks in der Geschichte."

Was soll der Satz denn bedeuten? Was ist an biographischer Einzigartigkeit denn bitteschön männlich konnotiert? Und sind es nicht gerade die social justice warriors, die Einzigartigkeit fordern? Und warum soll es nochmal gut sein, wenn eine Schauspielerin nicht in Rollen schlüpft, wie das die Profession verlangt, sondern immer nur sich selbst spielt? Diese hochgehypten arthouse Filme finden in Wirklichkeit ihr Publikum nur unter Deutschlehrern und Kulturjournalisten. Ansonsten werden sie nach einer Woche wegen Zuschauermangels aus dem Programm genommen oder laufen erst gar nicht im Kino. Ich nenne das Versagen. Dieser ganze Postmodernismus ist gescheitert. Eine menschenfeindliche Ideologie. Und langweilig dazu. Und ja, die Beziehung zwischen einem Regisseur und seinem viel jüngeren, abhängigen Darsteller wäre unter männlichem Vorzeichen ein Skandal. Aber im Postmodernismus ist halt alles relativ.

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