Forum: Kultur
Schuhe als Kulturkonflikt: Fußscham - ein Teil deutscher Leitkultur
Getty Images

Darf man Gäste bitten, die Schuhe in der eigenen Wohnung auszuziehen? Migrationshintergründler sind bei dieser Frage im Vorteil: Bei uns legt man den Reinlichkeitsfimmel nicht als Spießertum aus.

Seite 7 von 18
von_hintendrop 25.07.2019, 19:04
60.

Da ergibt sich die Türkisch-Ostdeutsche Freundschaft: In der Schlappen-Frage. Ich käme nicht auf die Idee, meinen Gästen Schuhe anzubieten, die vor ihnen schon andere getragen haben. Wer zu mir will, soll kommen, wie er ist, ich werde ihn nicht zuerst in meine Schuhe zwängen, bevor er eintreten darf. Und so verhält es sich auch im größeren, übertragenen Rahmen. Wer als Gast kommen will, der muss sich nicht erst den Vorstellungen des Gastgebers unterwerfen, sondern soll auf Augenhöhe eintreten. Auch in dieser Hinsicht gibt es wohl Parallelen der Denkweise zwischen Ostdeutschland und Anatolien. Für mich gilt weiterhin "come as you are".

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Hank Hill 25.07.2019, 19:05
61. In Deutschland

behält der Besucher in der Regel seine Schuhe an. Warum sollte ich in einer anderen Wohnung in Socken rumlaufen ? Wenn mir vom Gastgeber Hausschuhe angeboten würde dann wäre das mehr als spießig. Natürlich kann das jeder halten wie er will. Auch in den USA habe ich nie die Aufforderung gehört meine Schuhe auszuziehen. Das ist total lächerlich. Zur Leitkultur bei uns zähle ich das nicht. Eher schon zu unserer Hygiene.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rainerwäscher 25.07.2019, 19:06
62.

Genauso wie an allen Geldscheinen Kokainspuren nachweisbar sind, weil manche gerollt zum Schnupfen genutzt werden, sind auch alle Straßen mit Hundekotspuren verschmutzt. Im Laufe der Zeit werden die Hinterlassenschaften der kotenden Hunde fein über die ganze Fläche verteilt. Deswegen schon darf niemand meine Wohnung mit Straßenschuhen betreten. Das scheint aber auch bei anderen allgemein anerkannt zu sein. Handwerker z.B. tragen neuerdings Überzieher, wenn sie in die Wohnungen müssen.
P.S. wenn ich hier unbeabstandet Kartoffel genannt werden kann, wie darf ich dann Frau Ataman nennen?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
syracusa 25.07.2019, 19:06
63. das war früher in Deutschland nicht anders als in der Türkei

Es ist noch nicht sehr lange her, da war es auch in Deutschland üblich, zu Hause Hausschuhe zu tragen. Sogra in meiner Grundschule in Bayern Anfang der 1960er hatte jeder Schüler noch einen eigenen Spind, und da lagen auch die Hausschuhe für's Klassenzimmer drin. Guckt Euch doch mal wieder alte Filme an und seht, wie sich Heinz Rühmann oder Hans Albers als Paschas von der Ehefrau die Pantoffeln bringen ließen ...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hugahuga 25.07.2019, 19:11
64.

Schuhe bei Betreten jeder Wohnung auszuziehen ist nicht nur eine Frage der Höflichkeit, sondern zeigt wieder einmal, dass es immer Möglichkeiten gibt dazuzulernen. Dabei ist es unerheblich, woher diese Sitte kommt - vermutlich aus dem muslimischen Raum - weil es praktisch (für die Hausfrau) und ohne Aufwand (für den Besucher) ist - sollte diese schöne Sitte von allen befolgt werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Mondlady 25.07.2019, 19:17
65. Niemals!

Niemals im Leben würde ich von sog. "Gastgebern" hingestellte, bereits unzählige Füße verhüllende Pantoffel anziehen! Deshalb laden wir z.B. auch 2 Familienmitglieder lieber zu uns ein als dass wir zu Ihnen gehen! Da wurde mir mal im Sommer am frühen Vormittag angetragen, Pantoffel anzuziehen. Ich hatte fast neue Sandalen an und frisch geduschte Füße. Als ich sagte, dann gehe ich eben gerne barfuß, hieß es, "da kommen dann die Abdrücke von Deinen Füßen auf den Holzboden"! Ich glaub, ich spinn! Nebenbei bemerkt: Selbstverständlich würde ich niemals mit nassen dreckigen Stiefeln auf einen weißen Flokatiteppich treten (ja den gab's bis vor Kurzem in diesem Haus auch noch!). Da würde ich dann die Stiefel ausziehen und auf Strümpfen laufen - freiwillig und ohne Aufforderung! Ganz egal, ob das türkische oder deutsche Mentalität ist, es ist spießig bis zum "Geht-nicht-mehr"!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Jolande9 25.07.2019, 19:18
66. Statusbewusste Füße....

Das Tragen von Schuhen innerhalb der Wohnung würde ich als Symbol gehobenen Wohlstands deuten: Hatten Bürgerwohnungen doch stets repräsentative Räume für den Empfang von Gästen - und das Personal, hinter diesen herzuputzen.
Der Kleinbürger imitiert dieses Verhalten. Arbeiter konnten sich das schon räumlich nicht leisten, bei kleinen Wohnungen wurde / wird das dann tatsächlich zum Hygieneproblem. Das Anbehalten von Schuhen als Zeichen für Klassenbewusstsein...
Was Bourdieu dazu zu sagen hätte?!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ingrid.wagener 25.07.2019, 19:18
67. Ja zur Spießigkeit

Als gebürtige Kartoffel mit großem Freundeskreis habe ich die Erfahrung gemacht, dass eigentlich alle meine Gäste ohne zu fragen ihre Schuhe ausziehen. Selbst Handwerker sind drauf und dran, an ihren Sicherheitsschuhen zu fummeln. Ich fand das alles eigentlich immer normal ?.
Wie schön, liebe Frau Ataman, dass Sie das Sommerloch so humorvoll gefüllt haben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Sonia 25.07.2019, 19:19
68. Schmarren pur

Schon bei meiner kmherkunftsdeutschen Großmutter hoess es vor dem Betreten der Wohnung: Schuhe aus, bei meiner Mutter auch und alles blitzsauber war selbstverständlich wie das Händewaschen vor jedem Essen. Ich weiss nicht, was das mit Migration zu tun hat ..ich kenne es als deutsche Penibilität, zumal vor Jahrzehnten viele Wege nicht gepflastert waren. "Schuhe aus, du schleppst mir den Dreck nicht rein .." Die Autorin hat m.E. so gut wie keine Kenntnisse, wie reinlich es in der Mehrzahl von Haushalten Herkunftsdeutscher seit Jahrhunderten zuging, zugeht und dass es Dreckschweine wohl in allen Kulturen gibt. Artikel m.E. ziemlich daneben. Und, wer sich in die berühmt, berüchtigten Problemgegenden unserer großen Städte begibt, die mehrheitlich von Menschen mit Migrationshintergrund bewohnt werden, muss erschüttert sein, welche Verwahrlosung dort vorzufinden ist. Genau diese Zustände gehören zudem, was die AfD dick und fett machte. Das wäre einen ehrlichen Artikel wert ..Schuhe aus, hat absolut gar nichts mit Migration zu tun, nur mit Hygiene, die jeder nach seinen Ansichten auslebt und auch nicht mit putzunwilligen Bewohnern.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bob_fisher 25.07.2019, 19:19
69. Schuhe an Schuhe aus?

Das ist bei uns in Kanada keine Frage. Wer in das Haus kommt zieht automatisch die Schuhe aus, sogar die Handwerker.
Es gibt nur wenige Ausnahmen wie z.b. die Polizei, Feuerwehrleute oder Sanitaeter, eben die Notdienste.
Eine Privatperson wird immer die Schuhe ausziehen, es sein denn der Hauseigentuemer fordert sie ausdruecklich auf diese anzulassen. Handwerker diskutieren erst gar nicht. Es gehoert zu ihrem professionellen Gebahren die Schuhe auszuziehen.
Von Deutschland kenne ich das in diesem Sinne nicht. Sicher hat die Familie die Strassenschuhe gegen Hausschuhe gewechselt. Doch Besucher oder wer auch immer ist mit Strassenschuhe ins Haus gelatscht.
Ich persoenlich finde es positiv die Schuhe abzulegen und somit meinen Freunden und Ihrem Heim Achtung zu erweisen.
Wer auch immer mir hier nicht zustimmen kann, lass mich bitte wissen, dann komm ich mal mit meinen Gummistiefeln vorbei, vorzugsweise an einem Regenreichen Tag.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 7 von 18