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Schwabinger Kunstschatz: Staatsanwaltschaft stellt 101 weitere Werke ins Netz
DPA/ Staatsanwaltschaft Augsburg

Cézanne, Degas, Delacroix: Die Augsburger Staatsanwaltschaft stellt die nächste Tranche Kunstwerke aus dem Münchner Kunstfund ins Netz. Wieder sind spektakuläre Werke großer Meister dabei. Derweil bleibt Cornelius Gurlitt für die Ermittler unerreichbar.

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Seneca001 28.11.2013, 17:26
1. Rechtlich fragwürdig

moralisch sowieso. Dass Gurlitt versucht unterzutauchen, ist sehr verständlich, da die Aktion der Staatsanwaltschaft Begehrlichkeiten geweckt hat, die nicht ganz koscher sind. Nun wissen Personen, die ihn um sein Vermögen bringen wollen, wo er wohnt und wie er heißt. Da ist es ein Hohn, wenn die Staatsanwaltschaft ihm einen Teil des Beschlagnahmten zurückgeben will, ohne für die Sicherheit zu sorgen.

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bernhard_k 28.11.2013, 17:46
2. Eigentum?

Sind aus rechtlicher Sicht nicht alle beschlagnahmten Bilder Eigentum von Herrn Gurlitt, sofern sie sich seit mindestens 30 Jahre in seinem Besitz befinden? Auf welcher Rechtsgrundlage veröffentlicht die Staatsanwaltschaft Bilder von fremdem Eigentum? Wieso werden überhaupt Daten zu Herrn Gurlitt an die Öffentlichkeit gegeben?
Fragen, auf die ich weder bei SPON, noch bekannteren Medien eine Antwort finde. Von der Bayerischen Staatsanwaltschaft erhoffe ich mir schon seit längerem keine Antworten mehr zur Grundlage ihres Handelns. Armer Herr Gurlitt.

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tutnet 28.11.2013, 17:52
3. 1280 Bilder oder doch 1406?

Vielleicht habe ich ja eine der vielen Meldungen verpaßt, aber wieso ist jetzt von 1280 Bildern die Rede? Vorher hieß es stets, es seien 1406 Werke beschlagnahmt worden.

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DrGrey 28.11.2013, 18:01
4.

Zitat von Seneca001
moralisch sowieso. Dass Gurlitt versucht unterzutauchen, ist sehr verständlich, da die Aktion der Staatsanwaltschaft Begehrlichkeiten geweckt hat, die nicht ganz koscher sind. Nun wissen Personen, die ihn um sein Vermögen bringen wollen, wo er wohnt und wie er heißt. Da ist es ein Hohn, wenn die Staatsanwaltschaft ihm einen Teil des Beschlagnahmten zurückgeben will, ohne für die Sicherheit zu sorgen.
Stimmt, wie soll er die Bilder den jetzt verwahren, wenn jeder
die Bilder kennt und weiss wo her Gurlitt wohnt.
Der Mann wäre nun mit den Bildern seines Lebens nicht mehr sicher.

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licorne 28.11.2013, 18:08
5. Französische Künstler

Wie ist es zu erklären, dass fast alle dieser nun veröffentlichten Bilder von französischen Künstlern stammen? Die hingen doch früher nicht alle in deutschen Wohnzimmern oder Museen. Hatte Vater Gurlitt diese Bilder erworben, oder 'gehörten' sie durch Enteignung und Raub dem damaligen Staat und er sollte diese für den Staat verkaufen? Das hab ich noch nicht kapiert.

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spitzbube 28.11.2013, 18:43
6. optional

Was wird dem Mann eigentlich vorgeworfen - welche verfolgbaren Straftaten soll er denn begangen haben?

Wenn er die Bilder seit Jahrzehnten in Besitz hatte, wäre doch alles denkbare verjährt! Und die staatsanwaltschaft ist doch zur Verfolgung von Straftaten, nicht von Kunstsammlungen, seien sie auch in rechtsverjährter Zeit illegal erlangt, berufen!

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spankme 28.11.2013, 19:08
7. Der Bayerische Weg

In Bayerns Justizstuben scheinen die Uhren anders zu gehen.
Da beschlagnahmt die Staatsanwaltschaft Augsburg im geheimen einfach ein Konvolut von nahezu 1500 wertvollen in einer münchner Wohnung sachgemäß gelagerten Bildern, verbringt sie in ein Zolllager und läßt Gras über die Sache wachsen.
Als der Willkürakt der Behörden nach Jahren auffliegt, wird erst einmal eine beispiellose mit breiter Medienunterstützung inszenierte Diffamierungskampagne gegen den Eigentümer inganggesetzt.
Das alles hätte sich genauso auch unter der Willkürherrschaft des Nationalsozialismus abspielen können.
Aber inzwischen haben offenbar auch die bayerischen Behörden verstanden, daß sie den Regeln des Rechtsstaates verpflichtet sind.
Da sich also inzwischen herausgestellt hat, daß die ganze Sache eigentlich ein Skandal ist und alles nur heiße Luft war, beteuern Justizministerin und Kulturminister öffentlich, von nichts gewusst zu haben. Und der leitende Staatsanwalt erklärt, man habe die Bilder ja zurückgeben wollen, aber der Eigentümer sei nicht zu finden gewesen. Er teilt dem verblüfften Publikum sogar mit, wie oft man versucht habe, den Eigentümer telefonisch zu erreichen - man staune zehn mal hat er es versucht.
Na ja, dann ist ja alles gut.
Oder etwa nicht?
Die internationale Kunstraubszene wird dankbar dafür sein, daß ihr von den bayerischen Behörden ein bebilderter Katalog an Occasionen per Internet zur Verfügung gestellt wird.
So hinterfotzig kann also die bayerische Justiz sein. Wenn sie mit dem klammheimlichen Enteignen nicht durchkommt, dann zieht sie eben eine andere Nummer durch, um dem Eigentümer seine Schätze abzujagen.
Herr Gurlitt jedenfalls wird nicht mehr darüber nachdenken dürfen, seine Bilder jemals wieder in seiner Wohnung aufhängen zu können. Schließlich ist der Schwabinger Arthur-Kutscher-Platz ja nicht Fort Knox.

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Tuxeedo 28.11.2013, 19:35
8.

Zitat von bernhard_k
Auf welcher Rechtsgrundlage veröffentlicht die Staatsanwaltschaft Bilder von fremdem Eigentum?
Man ist nur noch fassungslos, daß die munter mit diesem Irrsinn weitermachen und den nächsten Schwung Bilder ins Internet stellen.

Und zum Stichwort "Rechtsgrundlage" - hat sich eigentlich irgendeiner der Verantwortlichen jemals geäußert, weshalb man Gurlitt einfach kurzerhand die Wohnung leergeräumt hat?
Was wirft man ihm vor? Gegen welche Gesetze hat er verstoßen, was eine solche Beschlagnahmung rechtfertigen würde?

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Anton Waldheimer 28.11.2013, 20:01
9. Justziverbrechen und Staatskriminalität

Das Eigentum von Menschen ins Internet zu stellen, um dort herumzufragen ob es allfällige frühere Besitzer gibt die meinen Ansprüche zu haben, ist eine Ungeheuerlichkeit ohnegleichen, es gibt kein Gesetz das derartiges rechtfertigt , lediglich eine Privatmeinung eines Justzministers, für mich ist das alles nur noch ein Justizverbrechen und Staatskriminalität.

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