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Schwangerschaftsabbrüche: Untenrum unfrei
DPA

Eine Frauenärztin wurde zu einer Geldstrafe verurteilt, weil sie "Werbung" für Abtreibungen gemacht haben soll. Wird Zeit, dass der Staat den Paragraphen 219a abschafft - und sich aus dem Uterus raushält.

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thobar 28.11.2017, 16:30
1. Selbstbestimmungsrecht des Mannes

finde auch, dass das Gesetz umgekehrt lauten müsste um Abtreibungen in einem gewissen Rahmen zu entkriminalisieren.

auch finde ich es richtig, dass Frauen darüber ob Sie abtreiben wollen, da es ihr Körper ist. wenn der Erzeuger allerdings frühzeitig äußert nicht Vater werden zu wollen, sollte er im Sinne der Gleichberechtigung von den väterlichen Pflichten ( selbstredend auch Rechten ) befreit werden, falls sich die Frau für das Kind enteidet.

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andreas.f 28.11.2017, 16:33
2. Es geht nicht nur...

Es geht nicht nur um den Körper der Frau, sondern auch um den Körper und das Leben des werdenden Kindes. Das wird im Artikel leider nicht behandelt.

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Ultras 28.11.2017, 16:46
3. Wieder mal nur die eine Perspektive

Frau Stokowski schafft es regelmäßig nicht, auch mal andere Perspektiven als die eigene einzunehmen. Was ist z.B. mit Würde und Leben des Kindes, geschützt durch Art. 1 GG? Was ist, wenn der Vater das Kind gerne behalten würde? Was ist, wenn der Vater das Kind nicht wollte und dann trotzdem für den Unterhalt des Kindes aufkommen muss, das zu Beginn keiner der beiden wollte? Auch wenn die Kolumnistin, und davon bin ich überzeugt, gute Absichten hat, aber wenn man zu solch sensiblen Themen schreibt, muss man stets auch wenigstens den Versuch unternehmen, die Gegenseite zu verstehen, egal wie schwer das fällt. Das geht Frau Stokowski leider regelmäßig ab.

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Abglanz 28.11.2017, 16:46
4.

Es ist selten, doch hier bin ich ganz Ihrer Meinung. Wann man Schwanger wird und die damit verbunden Strapazen auf sich nimmt, sollte jede Frau für sich selbst entscheiden dürfen. Ein Kind ist kein Pappenstiel und die Schwangerschaft selbst auch nicht.

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trulala 28.11.2017, 16:53
5. Na, na, wir Männer werden das niemals zulassen

Warum nur erwarte ich jetzt, dass vor allem wieder nur männliche Nutzer mit den absurdesten Gegenreden kommen werden... noch immer ist Emanzipation in dieser Frage weit entfernt, solang nicht auch wir Männer für diese Selbstverständlichkeit streiten.

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shotaro_kaneda 28.11.2017, 16:53
6.

Informationen zum Schwangerschaftsabbruch haben meiner Meinung nach auch straffrei zu sein. Allerdings halte ich die Beratung (nichts anderes als Information zum Schwangerschaftsabbruch) und eine dreitägige Bedenkpause durchaus für sinnvoll, um mal in sich zu gehen. Niemandem werden da irgendwelche Rechte eingeschränkt und wenn die Schwangerschaft einmal abgebrochen ist, ist sie abgebrochen. Da kann man den nächsten Tag dann nicht sagen, eigentlich wollte ich doch ein Kind. Und ab wann Leben beginnt und wann nicht, überlasse ich lieber den Gelehrten. Aber auf das Recht des werdenden Kindes auf Leben, geht die Autorin überhaupt nicht ein.

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muellerthomas 28.11.2017, 16:54
7.

Zitat von Ultras
Frau Stokowski schafft es regelmäßig nicht, auch mal andere Perspektiven als die eigene einzunehmen. Was ist z.B. mit Würde und Leben des Kindes,
Eine bedruchtete Eizelle ist kein Kind und daher kann diese Eizelle auch keine Würde haben, die es zu schützen gilt.

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BlackWidow 28.11.2017, 16:56
8.

Eine gute Kolumne, und auch gut den zeitlichen Nerv getroffen.
Ja es gibt immer Argumente Pro und Contra Abtreibung, allerdings der von Frau Stokowski erwähnten Punkt "Zeit" wird leider zu oft ignoriert. Im Moment sind wir eben einfach über 7 Milliarden Menschen, und wenn man den Rest der Welt ignorieren möchte und 'aber wir Deutschen sterben aus' Aspekt anbringen möchte, gibt es da noch das Argument der sehr guten medizinischen Versorgung was zu einer erheblich geringeren Kinder- und Muttersterblichkeit geführt hat.

Kurz gesagt: Wir sind nicht nur mehr Menschen, sondern wir sterben auch weniger. Das Argument der Selbsterhaltung der Menschheit kann also nicht mehr wirklich gelten. Außerdem: sollte irgendwann die Apokalypse eintreten kann man das Gesetz bedarfsgerecht ja wieder ändern, wenn man unbedingt Nachwuchs braucht.

Nun zur "Moral" - deswegen in Anführungszeichen da auch Moral ein zeitgenössisch geprägter Begriff ist. Wo es gerade in Deutschland vor noch nichtmal 100 Jahren völlig legitim war bestimmte Bevölkerungsgruppen sämtliches Recht auf Leben zu entziehen, oder es in GB moralisch völlig vertretbar war Opium zu konsumieren, sollte glaube ich klar sein das Moral kein in Stein gemeißelter Begriff ist. Hättet ihr China vor 20 Jahren zum Thema befragt hättet ihr auch eine überraschende Antwort bekommen.
Natürlich kann man sich vorstellen wie der heranwachsende Zellklumpen grausam stirbt, während man dabei freudig Game of Thrones schaut und auf die böse Frau schimpft die abtreiben lässt. Allerdings wird bei der Anti-Abtreibungsdebatte auch gerne das Schicksal derer vergessen die nicht abgetrieben wurden, sondern eine erbärmliche Kindheit hinter sich haben.
Wie man es dreht und wendet, man wird immer Argumente für oder gegen eine Seite finden. Da man deshalb also als Außenstehender nie alle Aspekte miteinbeziehen kann, wie bei so vielen anderen Themen: Wieso lässt man die Entscheidung also nicht derjenigen die es am Besten beurteilen kann? Der werdenden Mutter - in dem Fall also dem Spezialisten auf dem Gebiet.

Und @Thobar zum Thema Selbstbestimmungsrecht für den Mann:
Ich finde den Ansatz an sich zwar gut, allerdings hat man hier wieder das Problem, dass das Kind ja der/die Leidtragende ist. Man könnte dann höchstens das Geld nicht auf das Konto der Mutter, sondern auf das Konto des Kindes überweisen und irgendwer Drittes muss sich darum kümmern, um sicher gehen zu können dass die Mutter sich nicht selbst etwas von dem Geld kauft, sondern es nur für das Kind ausgibt. Oder man führt eine neue Währung ein die nur für Kinderartikel ausgegeben werden darf, was aber auch schwierig umsetzbar sein wird. Ich verstehe durchaus das Argument mancher Männer nicht als Goldesel benutzt zu werden, allerdings kann eben das Kind, das nie gefragt wurde ob es leben will oder nicht, am wenigsten dafür.

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Toe Jam 28.11.2017, 16:59
9. Wenn Sie schon...

..zu Beginn den obligatorischen Nazi-Vergleich ziehen, dann setze ich diesen hier dagegen: Das eigene Wohl ("mein Bauch gehört mir") über das Wohl des Kindes (=unlebenswert) zu stellen, erinnert mich eher an Nazi-Denke als die Argumente derer, die gegen Abtreibung sind.
Wenn ich mich auf eine Gebirgstour einlasse, und mein Mitwanderer droht in eine Spalte zu stürzen, habe ich Verantwortung zu tragen und muss ihn festhalten. Die Argumentation der Feministin wäre: Loslassen, denn "meine Hände gehören mir."
Wenn sich eine Frau auf Sex einlässt, hat sie ebenfalls Verantwortung zu tragen, wenn das Ergebnis unerwünscht ist.
Bevor jetzt die Feministinnen wieder loslegen eine Klarstellung:bei Gefahr für das eigene Leben oder Vergewaltigung gibt es natürlich das Recht auf Antreibung. Außerdem bin ich ein Verfechter, den Vater ebenso in die Pflicht zu nehmen, wenn es zu einer ungewollten Schwangerschaft kommt.

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