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Schweiger-"Tatort": Tschiller weiß, was gut und böse ist
Gordon Timpen/ NDR

Eine Geiselnahme im "Tagesschau"-Studio, ein koksender Innensenator, außerdem ein "total irrer" und "total müder" Nick Tschiller: Im neuen Schweiger-"Tatort" gibt es nicht einmal Selbstironie ohne dicke Hose. Die Sendung im Check.

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stefan.martens.75 04.01.2016, 03:06
1. Warum nicht auch so einen Tatort?

Was bitte ist los? Das ist Unterhaltung.
Wir haben doch nun wirklich zu viele stink langweilige hochstilisierte, neurotische, metakomplexe Ermittler.
Da werden wir doch wohl einen solchen ertragen ohne das unsere möchte gern Anspruchsneurotiker den Untergang der Welt erkennen.

Für mich ist das immer noch bessere Unterhaltung als mindestens die Hälfte aller Anderen Ermittler aus Deutschland.

Wenn man diesen Tatort kritisieren und besprechen will, dann doch bitte fair und Genretypisch.
Ich rege mich doch auch, bei der Bulle von Tölz, nicht auf, dass kein Stunt vorkommt oder bei Thiel und Börne, dass der nötige Ernst fehlt.

Dies ist ein Action Tatort und der Film hat durchaus schwächen und stärken.
Versucht doch einfach mal eine Kritik des Films am eigenen Anspruch!
Einen Ferrari kritisiere ich auch nicht dafür, dass ich meine Familie da nicht rein bekomme.
Den Spiegel auch nicht dafür, dass Kim Kardashian nicht regelmäßig erwähnt wird......

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durchfluss 04.01.2016, 03:35
2. Gebühren verballert

Ich glaube ich fände eine Live-Doku "Till Schweiger auf der Couch" interessanter - wobei der Komplex eigentlich klar ist und das Bild mit der Panzerfaust mehr sagt als 5 Jahre Psychoanalyse...

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Shivon 04.01.2016, 03:50
3.

Ich fands gut. Schöner Kontrast zu den restlichen Tatorten!
Realismus und Co. muss man nicht suchen, wenn man einfach unterhalten werden möchte und das war ich.
Und in den nächsten Wochen kommen wieder Tatorte, bei denen ich einpennen (würde) und andere sich wieder erfreuen.

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!!!Fovea!!! 04.01.2016, 04:32
4. Abgesehen davon,

dass Nich Tschiller schlecht zu verstehen ist, frage ich mich tatsächlich, was für eine Schleichwerbung die letzten Tatorte für den zwangsfinanzierten ÖR sein sollen.

Immerhin gab es nun Innenansichten, wofür der Steuerzahler gepresst wird. Hat man den keine neuen Darsteller mehr, so dass man Nachrichtensprecherinnen als Schauspielerinnen engagiert?

Abgesehen von der abstrusen Story war der Tatort nur peinlich. Oder hat man aus Kostengründen in einem Tagesschaustudie gefilmt. Erbärmlich ist auch, dass Tagesthemensprecher sich für so einen Schund hergeben. Vielleicht haben sich gerade solche Tagessch/Tagesthemensprecher ihr Gehalt aufgebessert, nachdem der GEZ Zwangsbeitrag um ca. 0,50.-€ herabgesenkt wurde. Diese Art von Schleichwerbung für die ÖR ist von den Privaten abgeschaut, die immerhin werden nicht zwangsfinanziert, auch wenn der "Ich zahle gerne" Konsument immer meint, durch die beworbenen Produkte finanziert die Privaten mit genauso wie das ÖR.

Fazit ist: Das das ÖR wieder einmal die Privaten kopiert, ob das letztenlich innovativ und intelligent ist, ist sehr zu bezweifeln, gerade in Hinsicht darauf, dass das ÖR sich als intelligentes TV ständig rechtfertigt um somit seine Zwangsgelder zu legitimieren. Armselig, einfach nur armselig.

P.S.: Helene Fischer wäre im vorherigen Fall durchaus austauschbar gewesen, mit der darstellerischen Leistung und dem ca. 5 Sätzen die sie gesagt hat. Dafür hätte man auch eine x-beliebige Schauspielerin nehmen können, warum dann die Fischer, ein Kostenpunkt, über den man durchaus diskutieren kann, ob das notwendig gewesen ist.

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naive is beautiful 04.01.2016, 04:32
5. Erklärungsversuch eines völlig versemmelten Tatorts

Liebe Schweiger-Fans, leider müsst ihr jetzt ganz ganz stark sein. Auch wenn Til Schweiger keineswegs der einzige schauspielerische Reinfall dieses 'leider daneben' Zweiteilers ist: Er hat jedenfalls einen gewichtigen Anteil an diesem Durchfaller. Als mäßig begabter Schauspieler allemal, hier aber auch als Opfer seiner selbst: Nämlich weil sich irgendwelche Tatort-Autoren irgendwie genötigt oder befleißigt sahen, dem harten Till eine vermeintlich passend harte Rolle ins Drehbuch zu kesseln. Leider ging das völlig daneben, und heraus kam ein chaotischer Zweiteiler, ohne wirkliches Konzept, ohne Stringenz, ohne jegliche Anflüge von Realismus. Einfach nur Baller. Koks. Schrägdialoge. Mimikpeinlichkeiten. Skriptabgründe. Hauptsache spektakulär.

Leider flach. Leider verschwendete Ressourcen. Und verschwendete Zeit. Ärgerlich.

Noch ärgerlicher finde ich seit diesem Tatort übrigens die nicht wenigen Kommentarausbrüche zum ziemlich exakten Tatort-Gegenmodell aus der letzten Woche, nämlich dem Wiesbadener 'Tukur'. Den habe ich mir gleich zweimal angesehen (was höchst selten vorkommt), quasi zur Absicherung des ersten Eindrucks, und DIESER Tatort war seit vielen Jahren das geilste was die Serienmacher an Originalität, Hintersinn, Überraschungsei-Spaß zustande gebracht haben. Anders als dieser missratene Zweiteiler...

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knopop 04.01.2016, 04:51
6.

Das ist mal objektive Berichterstattung!

Zumindest hat mich der Tatort mit Tschiller weniger gelangweilt als der Rest...

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cube6 04.01.2016, 05:10
7. Inhaltliche Fragen

Aus meiner Sicht ein unterhaltsamer, spannender Tatort mit guten Actionszenen - auch hintergründig deutlich besser als der dritte Teil der Schweiger Tatorte.
Die ein oder andere inhaltliche Frage stellt sich mir allerdings noch:
Warum stellt der russische Geheimdienst sofort alle Aktivitäten ein, als verkündet wird, dass der Innensenator tot ist? Astan's Anteile wären schließlich immer noch zu holen gewesen?!
Und warum hat ein Geißelnehmer im Tagesschaustudio die anderen beiden Geißelnehmer erschossen, bevor die Polizei das Studio gestürmt hat?!
Vielleicht kann mir dazu jemand eine Antwort geben...

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matbhmx 04.01.2016, 05:20
8. Früher hatten die Tatorte ...

... Realitätsnähe, lagen schauspielerisch auf dramatisch höherem Niveau und hatten eine feine Spannung. Weil heutige Regisseure zu so viel Anspruch und Feinsinn nicht in der Lage sind, schon, weil es den meisten an dem dafür erforderlichen Intellekt fehlt, verlieren sich Tatorte mehr und mehr im Bizarren oder billiger Ballereien im Stile von cobra 11. Mit diesem Stil aber wird der Tatort zum Auslaufmodell! Einfach nur ätzend!

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jubiladino 04.01.2016, 06:09
9. Richtige Schauspieler - das wär's.

Ich schaue mir Schweiger-Filme schon länger nicht mehr an. Gleiche Mimik, gleiche Modulation, gleicher Plot – langweilig. Ob des Hype in den Medien, habe ich mir den letzten Teil gestern angesehen um mitreden zu können und doch nach 15 Minuten abgebrochen. Nein – nicht mein Ding. Habe dann bei schönem Jazz auf ARD-Alpha ein digitales Fotoalbum zusammengestellt. Wenn ich bedenke dass eine Tatortminute mindestens 15.000 Euro kostet, also 4 Schweigerfilme 5,4 Mio. Euro, dann mach ich mir ernsthaft Gedanken um das Öffentlich Rechtliche und sein Personal. Ich möchte, dass ein Film meine Vorstellungskraft und meine Reflexion anregt, dass ich etwas von Denken und Fühlen anderer erfahre. Ballerei und Hektik, dann doch lieber das amerikanische Original.

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