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Sebastian Koch kritisiert "Werk ohne Autor"-Verrisse: "Persönlich und emotional"
DPA/ Disney

Das Drama "Werk ohne Autor" wurde für zwei Oscars nominiert, kam bei deutschen Kritikern aber schlecht weg. Für den Darsteller Sebastian Koch mangelt es beim Umgang mit diesem und anderen Filmen an Respekt.

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Kurt-C. Hose 23.01.2019, 11:32
1. Tja

Hämisch zu sein ist halt viel einfacher als selbst kreativ zu werden.

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taglöhner 23.01.2019, 11:52
2.

Ich lese vorher nur Kritiken von Filmen, die mich garantiert nicht interessieren. Nach meinem Empfinden allermeistens ärgerliche, anmaßende Pflichtübungen mit viel Spoiler-Blabla. Auch Trailer meide ich, wo es geht.
Das hat zur Folge, dass ich mich auf jeden Kinoabend freue wie damals aufs Christkind.

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dasfred 23.01.2019, 12:08
3. Also wenn ich Gerhard Richter nehme

Also Richter wird noch zuerst wissen, wie weit seine Biographie übernommen wurde. Der Film mag seine eigene Qualität haben, muss aber eben auch seine Fans finden. Die Häme über Schweigers miesen Start in den USA hat sich der liebe Till Schweiger durch sein polarisierendes Auftreten und seine umstrittenen Tatorte, sowie Küken und Hasen mit und ohne Ohren selbst hervorgerufen.

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Knossos 23.01.2019, 12:14
4.

Zitat von Kurt-C. Hose
Hämisch zu sein ist halt viel einfacher als selbst kreativ zu werden.
Das stimmt.
Richtig ist aber auch die Feststellung seltsam in herbei bemühter Belanglosigkeit stochernder Kreativität, während das Zeitgeschehen geradezu schreiende Plethora direkter Signifikanz und indirekten Rufes nach Denkanstößen anbrandet.

Vielleicht sind glücksverwöhnte Autoren hier benannter Verfilmungen profaner Realität zu entrückt, um sich für triviales Kino der Belanglosigkeit immer noch massenhaften Beifall zu wünschen.
Eventuell verhülfe ihnen Gespräch mit Kollegen wie Hannes Jaenicke zu bodenständiger Inspiration.

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HansHansen 23.01.2019, 12:17
5. Seltsame Größe

Respekt sollten die Menschen ohne Frage einander entgegenbringen, aber im Verhältnis von Kunst und ihrer Rezeption scheint mir das eine etwas fragwürdige Forderung. Künstler sind ihrem Werk verpflichtet, Rezensenten ihren jeweiligen Maßstäben. Dass letztere oft dazu neigen, private Vorlieben bis hin zu Neurosen mit Objektivität verwechseln ist sicherlich ärgerlich. Es wäre aber von ungleich größeren Gewinn, wenn auch SPON z.B. im Falle von "Werk ohne Autor" nicht vornehmlich darüber berichten würde, wer sich von dem Film oder seiner Rezeption persönlich angegriffen fühlt, sondern inhaltlich zu debatieren. Was auch bedeutet hätte, sich aus dem gigantischen, vielschichtigen von-Donnersmarck-Portrait im aktuellen "New Yorker" nicht nur Gerhard Richters wohlfeilen MIssmut herauszupicken, wie vor wenigen Tagen geschehen...

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testanera49 23.01.2019, 12:27
6.

Die Filmkritiker liegen ja auch mal falsch, aber in diesem Fall kann man sie nur in Schutz nehmen!
Das dieser Film durch German Films als deutscher Beitrag für den Oscar nominiert wurde, war schon sehr fragwürdig!
Aber das Kalkül von Donnersmark und German Films ist aufgegangen!
Man nehme ein bisschen Nazis und Stasi und inszeniert alles „amerikanisch“ und schon kommt er unter die letzten Fünf für den Auslands Oscar!
Leider missbraucht er auch noch die Biografie von Gerhard Richter, aber dafür war er auch schon beim „Leben der Anderen“
bekannt!
Er sollte sich dafür schämen!
Ich hoffe sehr, dass aber letztlich die Mehrzahl der Mitglieder für ROMA votieren!!
Der hat es wirklich verdient!

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kammer-marion 23.01.2019, 12:32
7. Herausragend!

Ich fand den Film "Werk ohne Autor" herausragend! Vor dem gesellschaftlichen Hintergrund des Nationalsozialismus, dann der DDR und anschließend des Wirtschaftswunders in Westdeutschland wird auf beeindruckende Weise die erstaunliche Entwicklung eines genialen Malers dargestellt. Mir ist völlig schleierhaft, weshalb die Kritiken das nicht gewürdigt haben. Was Richter völlig vergisst: Ein Film ist ein ganz eigenes Kunstwerk und keine detailgetraue Biografie. Ich hoffe, dass sowohl dem Regisseur und als auch den Schauspielern wenigstens nachträglich noch die Ehrungen zuteil werden, die ihnen gebühren.

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benmartin70 23.01.2019, 12:34
8.

Zitat von Kurt-C. Hose
Hämisch zu sein ist halt viel einfacher als selbst kreativ zu werden.
Nur weil ein Film für mich schlecht war muss ich nicht gleich selbst einen Film drehen.
Und die Häme hat Hr. Schweiger sich und seinem entsprechenden Auftreten selbst zuzuschreiben.

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Iggy Rock 23.01.2019, 12:35
9. Gute Filme...

brauchen weder zwangsläufig gute Kritiken noch Oskarnominierungen. Das sollte auch Herr Koch inzwischen gerlernt haben.
Dass Herrn Richter der Film nicht gefällt, ist sein gutes Recht. Nicht ganz zufällig werden auch in Deutschland relativ häufig die Biografien von realen Personen erst dann von Dritten verfilmt, wenn die Betroffenen schon unter der Erde liegen.

Til Schweigers Werke spalteten schon immer die Zuschauer. Dass Remakes scheitern, Europäer den amerikanischen Geschmack nicht treffen, ist nun auch keine Seltenheit. Das beruht aber auch häufig auf Gegenseitigkeit. Daher mag ich z.B. viele Filme von Schweiger überhaupt nicht, der glaubt noch immer mit dem Kopieren von Hollywood-Standards würde man Großartiges erschaffen, dabei werden in Europa immer wieder geniale Filme gedreht, die gänzlich darauf verzichten. Einheitsbrei langweilt die Zuschauer, überall.

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