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Selbstverteidigung der Zivilisation: Und jetzt einmal schreien bitte
DPA

Was kann man tun in Zeiten, in denen Gebrüll Standard geworden ist? Endlich selber laut werden!

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Hans Neumann 11.03.2017, 17:01
10.

Elias hat ein Stück weit auch spekuliert und seine Zivilisationstheorie ist längst nicht mehr Stand der Dinge. Das ist nicht nur eine einfache Behauptung, sondern Stück für Stück belegt worden.

Aber davon abgesehen: Wenn man Gebrüll mit Gebrüll beantwortet, welchen Grund hätte das Gegenüber, mit seinem Gebrüll aufzuhören. Der könnte doch glatt auf die Idee kommen, dass man endlich mal brüllen müsste, um...

Ach lassen wir das. Ich höre derzeit immer nur Ich-Ich-Ich.

Angenommen, man würde sich überlegen, warum der andere brülllt. Vielleicht weil man gerade böse auf seinem Hühnerauge steht oder so etwas. Dann wäre es doch ein Ansatz, mal den Fuß da wegzunehmen. Nicht zurückweichen. Nur Fuß wegnehmen. Mal gucken. Reden. Denken. Brüllend denkt es sich schlecht.

Und da wir bei Kommunikation sind, könnte ich statt Elias viellecht mal Paul Watzlawick empfehlen. Kennen Sie die Anleitung zum Unglücklichsein?

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agua 11.03.2017, 17:02
11.

Schreien ist ein Ausdruck von Ohnmacht und Hilflosigkeit.Lieber leise aber vehement, denn wer schreit, dem fehlen eigentlich die Argumente.

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Erythronium2 11.03.2017, 17:26
12.

So richtig klar ist mir nicht, worum es der Autorin hier eigentlich geht - um das Anbrüllen gegen politische Parolen, die sie für unzivilisiert hält (zu welchem Zweck?) oder um die Verteidigung gegen auf ihre Person gezielte Beleidigungen, Drohungen oder gar körperliche Übergriffe. Oder geht es mal wieder um Trump und seine politischen Tweets? Eins ist sicher: Wenn schon Argumente nichts fruchten, dann wird Anbrüllen erst recht nichts Positives bewirken. Und übrigens gibt es das miserable Benehmen in der Öffentlichkeit ganz unabhängig von politischen Ansichten (beispielsweise Betrunkene als Gruppe), aber natürlich auch in politischer Form, besonders bei Rechtsextremen (inklusive oft ebenfalls rechten gewaltbereiten Fußball-Hooligans) und Linksextremen. Zu den Linksextremen nenne ich nur mal die Krawalle zur Eröffnung der neuen EZB-Zentrale in Frankfurt, die inzwischen geradezu üblichen G7/G8/G20-Krawalle oder (mehr historisch) den inzwischen meist nicht mehr gar so gewalttätigen 1. Mai in Kreuzberg.

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Ishibashi 11.03.2017, 17:31
13.

die Unterstellung, dass der Andere ein Dummkopf ist, ist die beste Methode zur Eskalation und letztlich zum Krieg.
Das hat schon Dostrojewski in seinem Dämon erkannt und Paul Watzlawick widmet dem Phänomen ein ganzes Kapitel in seiner "Anleitung zum Unglücklichsein".

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aku12 11.03.2017, 17:32
14. Das Lebensgefühl der Massen

".....mit der kreischenden, aggressiven Minderheit..."
Nicht nur eine Minderheit, nein die Masse schreit und lärmt, wie man beim Fernsehen täglich gut beobachten kann. Die Duckmäuser passen sich an.
Dauergeschrei bei jeder Übertragung eines Fußballspiels, bei fast allen "Shows" - besonders auffällig vor und bei der Heute-Show -.glücklicherweise kann man den Ton, besser noch den Fernseher abschalten.
Und das "Geschrei" in Talkshows häuft sich, in denen die die Argumente der anderen Gäste ständig überschrien werden. Glücklicherweise kann man den Ton, besser noch den Fernseher abschalten.

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bold_ 11.03.2017, 17:34
15. Junge Menschen

haben häufig "überschüssige" Kräfte - und geben überlaute Töne von sich.
Auch wenn sie miteinander sprechen, nebeneinander sitzen oder stehen.

Eigentlich sollte deren Hörvermögen noch recht gut sein, aber sie scheinen
es nicht recht nutzen zu wollen. Nun, andererseits haben sie ihre Ohren
von Kindesbeinen an reichhaltig traktiert mit unablässiger Dauerbeschallung
mit dem, was sie für "Musik" halten - sollen.
Später läßt man sie dann in Diskos, und viele von ihnen finden das "Klingeln" in ihren Ohren "lustig",
wenn sie nach vielen Stunden die Disko verlassen.
Dieses "Klingeln" nennt man Tinnuítus, und der ist praktisch unheilbar.
Soll ich aber all diesen jungen Menschen einen Tinnutus "attestieren" = zugute halten?
Nein, denn sie gehen mir gewaltig auf den Keks - und das sage ich denen auch, auf die Gefahr hin,
daß sie mir Schläge androhen. Weil ich sie ihrer "Schrei-Freiheit" beraubt habe...

Ansonsten: "Wer schreit, hat Unrecht - oder keine Argumente." Manchmal ist es hilfreich, ganz leise zu sprechen, das kann dazu führen, daß die Leute plötzlich aufmerksam zuhören. Kommt aber weniger häufig vor...

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edisonswaybacktogaslighti 11.03.2017, 17:43
16. Einfach unaufgeregt, höflich zurückfragen:

"Geht's bitte noch etwas lauter?" Entzieht der Wut die Angriffsfläche, und sie macht sich unwillkürlich und augenblicklich auf die Suche nach einer alternativen Projektionsfläche oder Zielscheibe, selbst wenn die Dezibels noch ein Weilchen nachwirken sollten. Und die Reaktion signalisiert klar und deutlich: "Ich kenne dein Problem sehr genau, die Wut nicht kontrollieren zu können und lasse mich davon nicht beeindrucken, da ich für meinen Teil längst gelernt habe, mit meiner Wut Frieden zu schließen im Beisein Dritter, so wie jetzt deiner Wut." So oder so wäre ich nur gemeint, wenn ich mit der Wut des Gegenübers gemeinsame Sache, sie mir zu eigen machen wollte. Die Macht, darüber zu entscheiden, obliegt in jedem Fall allein mir.

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knirb 11.03.2017, 17:44
17. Danke

so denke und schreibe ich, auch hier in meinen Kommentaren und überall, wo man noch hört. Wie schreibt auch Georg Dietz, es muss einen Aufstand der Vernünftigen, Gemäßigten und Maßvollen geben, nur, sie werden selten laut und wahrnehmbar. Unsere Bücher lesen die, die ähnlich denken. Die Lauten und die Hasser und Diffamierer wird man kaum noch mäßigen, wenn nicht ...? Ich bin ratlos wie Sie, Frau Berg.

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citizen01 11.03.2017, 17:47
18. Könnte es sein, daß Frau Berg die tagesaktuellen Nachrichten nicht zur Kenntnis nimmt?

Zarter hinweis: Es sind auf dieser Welt nicht immer die Faschisten, die das Gefüge ins Wackeln bringen.

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zigeunerin 11.03.2017, 17:52
19. Nicht schreien,

den Schreibern mit Konsequenz entgegentreten!

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