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Serena Williams als Karikatur: Nachdenken statt hinschmieren
AFP

Serena Williams als zeterndes Baby? In dieser Karikatur stecken diverse rassistische Stereotype. Ob sie absichtlich benutzt wurden oder nicht, ist egal: Einem Profi-Zeichner darf so etwas nicht passieren.

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hmueller0 12.09.2018, 19:37
110. @Jolande9

Zitat von Jolande9
"Der Pirat" ist ein Klischee und soll eines sein. Genauso wie "die Römer". Aber wenn eine Person der Zeitgeschichte dargestellt wird, zB. Cäsar, bekommt er deutlich wiedererkennbare Gesichtszüge. Das ist doch genau der Punkt: dass Ihnen und anderen gar nicht auffällt, dass man hier nicht einmal versucht, die Gesichtszüge zu treffen. Sprich: die Williams ist für den Zeichner eine dicke Schwarze mit Tutu. Eine ähnlich entpersonalisierte Darstellung würden Weiße von "Weißen" nicht akzeptieren, sie empfänden sie als unpassend oder einfach nur schlecht. Letztlich ist es normal, dass man Menschen fremder Ethnien schlechter auseinanderhalten kann als Menschen der eigenen. Das ist "ganz normaler" Rassismus. Ein guter Cartoonist sollte das eigentlich auch wissen, da es sein Job ist, Menschen unverkennbar darzustellen. Dass er das hier nicht tut, ist zumindest mal nachlässig.
Glauben Sie eigentlich was Sie da schreiben? Ich kannte die Frau vorher nicht, hab sie aber gleich auf dem erstbesten Bild wiedererkannt. So untreffend kann es ja gar nichts ein. Und was ist mit den vielen mässig realistischen Trump-Karrikaturen - laufen Sie da auch Sturm?
Und wenn man Menschen einer anderen Ethnie schlechter unterscheiden kann dann hat das überhaupt nichts mit Rassismus zu tun - ebenso wenig wenn Einem zB bestimmte Merkmale oder Unterschiede - zB Hautfarbe - auffallen. Denn - achtung - objektiv ist das so. Rassismus ist es, wenn man auf dieser Grundlage eine Wertung im Sinne besser/schlechter mehr/weniger wert macht.

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Keene Ahnung 12.09.2018, 19:37
111.

Zitat von Jolande9
Dass er das hier nicht tut, ist zumindest mal nachlässig.
Ich finde nicht, dass es überhaupt nicht trifft. Googlen sie mal nach ein paar Bilder wie sie aufgebracht den Schiri anschreit.

Auch ihr Kommentar, dass sie sie als dick dargestellt hat kann ich nicht recht nachvollziehen. Ja, sie ist nicht dick, aber im Vergleich zu anderen Spielerinnen, auch ihrer Schwester die angeblich schwerer sein soll, sieht sie einfach dick aus. Ihr Po, ihr Busen, ihre Oberschenkel sind nicht gerade klein...

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metastabil 12.09.2018, 19:39
112.

Zitat von Jolande9
"Der Pirat" ist ein Klischee und soll eines sein. Genauso wie "die Römer". Aber wenn eine Person der Zeitgeschichte dargestellt wird, zB. Cäsar, bekommt er deutlich wiedererkennbare Gesichtszüge. Das ist doch genau der Punkt: dass Ihnen und anderen gar nicht auffällt, dass man hier nicht einmal versucht, die Gesichtszüge zu treffen. Sprich: die Williams ist für den Zeichner eine dicke Schwarze mit Tutu. Eine ähnlich entpersonalisierte Darstellung würden Weiße von "Weißen" nicht akzeptieren, sie empfänden sie als unpassend oder einfach nur schlecht. Letztlich ist es normal, dass man Menschen fremder Ethnien schlechter auseinanderhalten kann als Menschen der eigenen. Das ist "ganz normaler" Rassismus. Ein guter Cartoonist sollte das eigentlich auch wissen, da es sein Job ist, Menschen unverkennbar darzustellen. Dass er das hier nicht tut, ist zumindest mal nachlässig.
Vergleichen sie doch mal die Karikatur mit den Bildern von Frau Williams von den US Open. Bis auf die Lippen trifft die Karikatur die Gesichtszüge und die Frisur von Frau Williams recht gut. Gut genug, um wiedererkennbar zu sein.

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gegen_den_unsinn 12.09.2018, 19:41
113. Nachdenken?

Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie wenig sich Kommentatoren um die eigene Überschrift scheren. Sich aber über eine Karrikatur der verbal und emotional entgleisten Serena Williams so zu äussern, als ob die Dame ihre objektiv vorhandenen Attribute (siehe Artikel) nicht besässe zeugt doch von einer Realitätsferne, die eher nicht zum Verfassen von Kommentaren qualifiziert.
Der Ausdruck eigener Hilflosigkeit am Ende widerspricht dem auch nicht gerade.

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NuclearSavety 12.09.2018, 19:41
114. Klassisches Strohmann-Argument

Zitat von Jolande9
Frau Williams hat eben keine übermäßig dicken Lippen. Damit sind ihre Eigenschaften nicht überzeichnet. https://www.sport1.de/tennis/grand-slams/2018/09/us-open-2018-serena-williams-schlaegt-karolina-pliskova-im-viertelfinale sondern übertrieben klischeehaft "negroid" dargestellt - ihr fehlen die Züge von Frau Williams, damit kann man dem Zeichner unterstellen, dass er schwarze Frauen nicht voneinander unterscheiden kann oder will.
Meine Aussage von "üppigen Lippen" wird von ihnen erst zu "übermässig dicke Lippen" überhöht, und dann als absurde Überhöhung kritisiert. Alles klar, vielen dank für einen solch konstruktiven Beitrag.

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wick.eurocon 12.09.2018, 19:43
115. Nachdenken statt Hinschmieren

Das ganze Thema Stände überhaupt nicht zur Diskussion,wenn da nicht das Verhalten
von Williams wäre. Sie alleine war der Auslöser und nun soll es sich um Sexist,Rassismus handeln. ???
Das Benehmen von Williams ist nicht akzeptable und sie sowie die ganze US Open
Organisation sollte sich bei Naomi entschuldigen.

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Keene Ahnung 12.09.2018, 19:43
116.

Zitat von Stäffelesrutscher
Serena Williams ist aber in der Karikatur nicht körperlich als Serena Williams erkennbar. Einige wiesen schon darauf hin: sie hat keine Schlauchbootlippen. Schlauchbootlippen sind eines der stereotypischen Merkmale, mit denen zu Zeiten, als Farbige noch mit einem im Deutschen fünfbuchstabigen N-Wort bezeichnet wurden, diese Menschen dargestellt wurden.
Ich geb zu, dass ich das auch gedacht hab, weil auf dem Platz es mir noch nicht aufgefallen ist. Aber wenn sie sich mal ein paar Bilder zur Gemüte ziehen von Abendveranstaltungen, die sie Besucht hat, dann wird ihnen auffallen, dass ihre Lippen eben doch sehr voll sind.

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Tr1umph 12.09.2018, 19:47
117. "Wer suchet der findet"

Wenn man unbedingt Rassismus in etwas hineininterpretieren will, dann schafft man das auch. Glückwunsch dafür. Meiner Ansicht nach verharmlosen Sie durch solche Aktionen den Rassismus ganz gewaltig.

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Mastermason 12.09.2018, 19:52
118.

Sie werden, so nehme ich an, die Freiheit des dänischen Zeichners, Mohammed zu karikieren, verteidigt haben, Frau Pylarczyk. Nun, er hatte sich damals diverser Klischees bedient, eine typisch arabische Physiognomie zu überzeichnen, scharf gebogener Nase und struppiger Bart inklusive. Damals stand mindestens das Schicksal der Kunstfreiheit, wenn nicht gleich des kompletten Abendlandes auf dem Spiel. Mr. Night macht nichts anderes, er spielt mit Stereotypen, er karikiert Williams bis zur Kenntlichkeit. Das ist seine Pflicht, sein Job.

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im_ernst_56 12.09.2018, 19:52
119.

Zitat von Jolande9
"Der Pirat" ist ein Klischee und soll eines sein. Genauso wie "die Römer". Aber wenn eine Person der Zeitgeschichte dargestellt wird, zB. Cäsar, bekommt er deutlich wiedererkennbare Gesichtszüge. Das ist doch genau der Punkt: dass Ihnen und anderen gar nicht auffällt, dass man hier nicht einmal versucht, die Gesichtszüge zu treffen. Sprich: die Williams ist für den Zeichner eine dicke Schwarze mit Tutu. Eine ähnlich entpersonalisierte Darstellung würden Weiße von "Weißen" nicht akzeptieren, sie empfänden sie als unpassend oder einfach nur schlecht. Letztlich ist es normal, dass man Menschen fremder Ethnien schlechter auseinanderhalten kann als Menschen der eigenen. Das ist "ganz normaler" Rassismus. Ein guter Cartoonist sollte das eigentlich auch wissen, da es sein Job ist, Menschen unverkennbar darzustellen. Dass er das hier nicht tut, ist zumindest mal nachlässig.
Ich habe mir noch mal die Karikatur angesehen. Ihre Auffassung, es sei nur "eine dicke Schwarze mit Tutu" gezeichnet worden, die mit Serena Williams keine Ähnlichkeit hat, kann ich nicht teilen. Das karikierende liegt vielmehr in der Überzeichnung als eine Art Rumpelstilzchen, womit ihr Auftreten auf dem Court gegenüber dem Schiedsrichter aufgespießt wird. Je nachdem, ob man das Verhalten von Mrs. Williams als angemessen ("metoo") oder als unangemessen findet, wird man die Karikatur akzeptabel oder nicht akzeptabel finden.
Ich glaube es geht noch um etwas anderes. Es gibt die "Guten" und die "Bösen." Zu den Bösen gehören Politiker wie Trump, George W. Bush, Saddam Hussein, Helmut Kohl. Die darf man karikieren wie man will. Bei allen anderen, vor allem bei Frauen und Schwarzen sollte man sehr vorsichtig sein. Auch bei Politikern, Sportlern oder Künstlern, die einer Minderheit angehören. Und bei Menschen, die einen Status als Ikone haben. Die Grenzen der Freiheit von Kunst und Satire werden heute nicht mehr von den Gerichten gezogen, sondern von den Wächter/innen über die PC in den Verbänden, den Redaktionen und der Politik.

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