Forum: Kultur
Serienkiller-"Tatort": Dexter in Dresden
MDR/ Wiedemann&Berg

Neue Ermittlerin, neue Härte: Nachdem es im Sachsen-"Tatort" zum kreativen Aderlass gekommen ist, jagt die neu aufgestellte Mordkommission einen Psycho, der seine Opfer ausbluten lässt.

Seite 5 von 5
trennstrich 06.05.2019, 06:49
40. Lücken in der Story sind dafür da, dass wir sie mit Grips füllen

Die Motive des Täters? Vom Unwesen dieses Chirurgen kriege ich so viel mit, dass ich mir den Rest gut zusammenreimen kann. Zusammenreimen muss. Was mich wiederum bei der Handlung hält. Anders verfahre ich mit den logischen Fehlern im Ablauf: ich ignoriere alles, was die Unterhaltung stört und mich von den Figuren entfernt. Und in Bezug auf Figurenzeichnung ist dieser Tatort ziemlich nachhaltig. Oft ist es doch so, dass wir bei Tatorten nach dreiviertel der Zeit den Faden verlieren, weil auch die Drehbuchautoren den Faden verloren haben. Ich bemühe mal das: spannend bis zur letzten Minute. Und das, obwohl wir irgendwann den Täter kennen. Die Schlüsselübergabeszene im Parkdeck ist große Pfiffigkeit; ein kleines Meisterstück in einem ansonsten ebenfalls meisterlichen Krimi. Nein: volle Punktzahl. Wir fragten uns ernsthaft, warum nur einer von zehn Tatorten solch einen Unterhaltungswert hinkriegt? Kann doch nicht so schwer sein! Einzig Martin Brambach, da weiß ich nie, ist das Kunst oder kann das weg. Mag sein, es ist Kunst. Dann ist es subtil.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jocmet67 13.06.2019, 06:55
41. kein Dexter...

Schon die ersten 15 Minuten strotzen nur so vor Mangel an Plausibilität.

Erst rücken sie mit einem knalllauten Überfallkommando an, dann fällt denen ein, dass sie doch lieber still und leise eine Kommissarin und ihre unerfahrene Kollegin verstecken, um den Psychopathen zu überraschen.

Dann taucht er auf, die Kommissarinnen rufen dann doch lieber das Überfallkommando, wobei man sich da fragt, warum die beiden sich die ganze Zeit über versteckt haben - die unerfahrene Kollegin muss ran, und er entwischt, weil das Überfallkommando die Hintertür übersehen hat.

Da haben wir den Fernseher dann wieder ausgemacht.

Gewollt und nicht gekonnt. Das sind keine Hommagen an US-Streifen, das ist verzweifelte Ideenlosigkeit.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 5 von 5