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Sexismus-Debatte: Falsche Solidarität
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Immer neue Vorwürfe: Mächtige Männer sollen bedrängt, missbraucht und vergewaltigt haben. Schlimm? Für manch konservativen Feuilleton-Mann gibt es offenbar Schlimmeres: Die angebliche Ungerechtigkeit der Debatte.

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lilsue66 12.11.2017, 00:29
50. wissen eigentlich alle die,...

...die hier so oberschlau daher reden, wie es für die Belästigten ist? es geht doch nicht um Blumensträuße oder Komplimente, sondern um Grenzen, die überschritten werden. Macht doch mal ne Umfrage, was andere darunter verstehen. Belästigung ist keine Bagatelle und kein Kavaliersdelikt. und es geht auch nicht um Feminismus. es geht um Grenzen und Respekt vor anderen. Punkt.

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ncassady 12.11.2017, 05:43
51. Zustimmung

Absolut richtig. Wer ein Privileg genießt, nimmt das oft gar nicht mehr wahr. Von so einer Position aus lässt es sich immer leicht sagen, die anderen sollen sich nicht so anstellen oder es sei jetzt ja mal genug. Heterosexuellen weissen Männer wurde seit Jahrhunderten von Geburt an eingetrichtert, dass sie das Maß aller Dinge seien und alle Anderen eben genau das: Anders, Abweichung. Deswegen sehen wir uns in Sexismus- und Rassismusdebatten so oft als die eigentlichen Opfer, weil die Realität völlig unsere Vorstellungskraft übersteigt ("Ach, EINMAL ein sexistischer Witz und gleich Aufregung?" "Ach, EINMAL eine rassistische Kontrolle und gleich geht die Welt unter?"). Auch hier in den Kommentaren wieder schön zu studieren. Und ja, das betrifft nicht nur konservative Männer, die machen nur allzu oft etwas eifältig ein Progranm (bzw einen Artikel) daraus anstatt sich vielleicht mal zu hinterfragen.

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Steve Holmes 12.11.2017, 06:26
52.

Zitat von otto_lustig
Ein Blick auf den Busen halte ich nicht für eine sexuelle Belästigung, wenn sie zufällig erfolgt. Das lässt sich ja manchmal nicht vermeiden, oder soll ich mir eine Augenmaske aufsetzen? Wenn ich natürlich längere Zeit oder mehrfach darauf stiere, ist das eine sexuelle Belästigung.
Manche Frau mag sich über das stieren auf ihren Busen freuen und die andere darüber ärgern. Es ist auf jeden Fall nicht verboten.

Wir sind in unserem Leben dauernd irgendwelchen Belästigungen ausgesetzt. Das gehört dazu. Wer sich zu sehr darüber aufregt macht sich nur selbst das Leben schwer.

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alaba27 12.11.2017, 07:57
53. Oooch

Schlecht geschlafen ? Es braucht Machtstrukturen (und wird sie immer geben), da nicht alle gleich sind. Dass manche damit nicht umgehen können, war auch schon immer so und wird auch (leider) so bleiben. Aber jetzt vom großen "Erwachen" zu sprechen halte auch ich für einen Witz. Außer Kindern wusste jede/r, was "das" bedeutet, was gerade passiert - und hat es passieren lassen, warum auch immer. Nur Verstörtheit oder Feigheit - oder vielleicht hat man die Chance ja auch "genutzt", um die Karriere zu befeuern (so widerlich es von beiden Seiten ist) ?

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fanasy 12.11.2017, 08:05
54. So sind sie

schön alle Vorteile aus den sexuellen Anzüglichkeiten (früher hochschlafen genannt) herausziehen, und später, wenn alles in trockenen Tüchern ist, sexuelle Belästigung posaunen. Ein Aufschrei zum Zeitpunkt des Geschehens wäre ehrlich gewesen und hätte mehr Wirkung gehabt. So aber ließ man es geschehen und ist somit für viele weitere Opfer mitverantwortlich. In ein paar Wochen wenden sich alle ab und denken, ja so ist es halt,bei der Menge an "Vorfällen".

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djrobinbyc 12.11.2017, 08:07
55. Neue Standards

Was bei dieser Debatte untergeht ist, das es neue Standards setzt.
Viele Belästigungen nerven, stressen und sind bei nicht nur in der Arbeitswelt umprofessionell.
Aber diese Standards sollen nicht nur einseitig nur für weisse, heterosexuelle Männer gelten.
Ich lebe in Hamburg St. Pauli und habe viel mit homosexuellen Künstlern zu tun gehabt - da muss man schon einiges ab können, was man in den Staaten schon lange als sexual Harrassement bezeichnen würde.
Manche Anschuldigungen die hervor gekramt werden, gehen uns einfach nichts an, weil sie lange her sind und man damals auch keine Norm dafür hatte.

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123Valentino 12.11.2017, 08:12
56. Ich habe ....

einige Bedenken wenn ich lese und höre wie diese Debatte geführt wird.
Frau Horn , ich bin alt und weißhaarig, kann mich aber nicht erinnern, jemals jemanden gegen seinen Willen zu irgendwas gezwungen zu haben, obwohl mir auch begrenzt Macht zur Verfügung stand.
Mich erinnern diese Pauschalisierungen an Zeiten, von denen ich glaubte sie wurden überwunden.
Diese Männer , die Frauen belästigen sollen,nein müssen bestraft werden.
Allerdings habe ich Angst, dass es in Zukunft schwierig wird , Über Frauen zu lachen, einen Scherz auf Kosten der Frau , das wird wohl der Vergangenheit angehören. Denn was ist ein Scherz ? Das wird dann von den politisch Korrekten festgelegt. Da ich aber alt und weißhaarig bin , sehe ich gelassen die verbleibenden Jahre. Nur 20 Jahre , Mann und Hetro möchte ich nicht sein.

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andreas_harms 12.11.2017, 08:51
57. Widernatürliches Verhalten?

Ist es die Filmbranche, der allgemeine Arbeitsplatz oder einfach nur die Gesellchaft? Sind wir so kaputt oder gibt es einfach unterschiedliche Verhaltensweisen und Deutungen? Die Verfasserin dieses Artikels hat eine öffentliche Position zur Verbreitung ihrer persönlichen Sicht der Welt und hier in Bezug auf die aktuellen Vorkommnisse in Hollywood veröffentlicht. Irgendwie schon schade, dass dadurch der Eindruck einer allgemein verbindlichen, objektiven Darstellung erzeugt wird. Eine Meinung bleibt eine Meinung. In den Zeiten der political correctness, die auch hier SPIEGEL schon häufig als Ursache vielen Übels in unserer modernen Gesellschaft herhalten müßte, ist der Ruf nach eben dieser in diesem Zusammenhang aber echt kurz gegriffen. Was ein korrektes Verhalten ist und was nicht, liegt doch wie so häufig im Auge des Betrachters. Wie schön wäre es, wenn ein „Nein“ einfach als solches hingenommen würde und keine weiteren Konsequenzen hätte. Und krasseres klnnte das auch ohne den sexistischen Hintergrund ganz hilfreich sein. So als üblicher Umgang in einer offenen Gesellschaft. Dann würde auch die Opferdiskussion wieder dahin kommen, wo es diese wirklich gibt, auch beimThema Sexismus. Und manchmal ist es so, dass man im Leben weiter kommt, wenn die Opferbereitschaft höher ist als bei anderen.

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alex77w 12.11.2017, 09:23
58. Nur weil

Es Frauen subtiler machen, heißt es nicht, dass es andersrum alles eitel Sonnenschein ist. Es ist genauso Sexismus, wenn ein Betrieb gezielt Programme zur Förderung von Frauen in Führungspositionen auflegt. Verstößt auch gegen den AGG. Nur kommt da kein Aufschrei, weil weiblicher Sexismus eben institutionalisiert ausgeübt wird.

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maxus40 12.11.2017, 09:40
59. Alte, weiße Männer

Ich verstehe immer noch nicht so recht wie es sein kann dass ausgerechnet jene die sich selber am lautesten als Kämpfer gegen Rassismus und Sexismus gerieren, andauernd gegen den "alten, weißen Mann" herziehen. Das sind 3 rassistische, sexistische und altersdiskrimiminierende Pauschalisierungen in 3 Wörtern. Reife Leistung, nur unterminiert es die eigene Glaubwürdigkeit, sorry. Was wäre wohl los, wenn sich jemand - einzelner oder Gruppe - anschicken würde, über "die alte, weiße Frau" pauschalisierende Kritiken zu verfassen oder über "die junge, dunkelhäutige Frau". Ich nehme an, ein Sturm an Entrüstung würde losbrechen und hey, völlig zu Recht! Aber umgekehrt? Da werden nur Machtstrukturen aufgedeckt, alles in Ordnung, und sogar nötig. Schon klar. Ich stelle mir immer noch vor, es sollte ein wenig fallgerechter zugehen, und weniger pauschalisierend. Aber ich bin ja auch auf dem Weg ein alter weißer Mann zu werden. :-) Und wahrscheinlich habe ich total viel Macht, die ich natürlich auch ganz übel mlßbrauche. Sorry: bitte ein Problem daß von Sexismus und Rassismus herrührt auch OHNE Rassismus und Sexismus bekämpfen.

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